Zu den vollständigen Übersichten
Tipp des Monats ...
Januar 2026 | Jonas Lindberg and the Other Side - Time Frames

Vier Jahre ist es her, dass sein dritter Longplayer bei den 2022er Prog Report Awards zum Durchbruch des Jahres gekürt wurde. Mittlerweile ist vieles passiert, der Alltag wurde stressiger und in der Rolle eines vierfachen Vaters kamen neue Inspirationen dazu, und diese wurden in den meisten Songs verarbeitet und als eine Art Zeitrahmen gestaltet, daher auch der Albumtitel "Time Frames".
(...)Jonas Lindberg And The Other Side haben sich seit dem vorigen Album "Miles From Nowhere" nochmals gesteigert und ein kompakteres Album mit vielen Facetten aufgenommen. Trotz der stellenweise sehr komplexen Instrumentierung, wirkt es locker und leicht.
Wiederentdeckt im Monat ...
Januar 2026 | Peter Gabriel III (Melt)

Sein erstes Soloalbum nach seiner Genesisphase enthielt bereits einige beachtenswerte Songs, neben dem bekannten Solsbury Hill oder Homedrum den für mich besten Song des Albums, Here Comes The Flood. Es folgte "II (Scratch)" mit den tollen Titeln D.I.Y., On The Air oder White Shadow. Als Gesamtwerk hat mich jedoch erst sein drittes Album erreicht - für mich sein erstes ausgereiftes, in sich stimmiges Soloalbum.
Die Liste derer, die an diesem Album mitwirkten, scheint unendlich. David Rhodes, Robert Fripp, Tony Levin sowie Kate Bush oder Jerry Marotta sind hier vertreten. Offensichtlich kann man sich hier also auf ein überraschendes Hörerlebnis gefasst machen. Und so ist es dann auch - "Melt" ist ein zwar sehr experimentelles, aber auch zugängliches Album, welches mit einer wahren Hymne abschließt.
Der Sound der 70er! 50 Jahre ...
Celeste - Same | 1976

Die italienische Band Celeste gründete sich in den frühen 70er Jahren. Die Stücke ihres ersten Albums entstanden bereits 1973. Im Jahr 1974 wurden sie aufgenommen, aber es sollten noch einmal zwei Jahre vergehen, bis das Album 1976 unter dem Namen Celeste offiziell veröffentlicht wurde.
Die sieben Stücke klingen durchweg verträumt und sind weitgehend instrumental. Es braucht sicherlich etwas Zeit, um sich mit diesem Album anzufreunden, da es fast nur sanfte Passagen beinhaltet. Bombast oder rockige Elemente wird man vergeblich suchen. Ebenso wird man keine ausgefeilten Soli hören. Es wird gemeinsam musiziert und jedem Instrument wird gleichwertig Platz eingeräumt. Allerdings kommen Liebhaber des Mellotrons voll auf ihre Kosten.
James Taylor - Gorilla | 1975

1975 erschien James Taylors sechstes Album mit dem Titel Gorilla. Es kommt sicher nicht an die Klasse der ersten JT-Alben wie "Sweet Baby James" oder "Mud Slide Slim" heran, aber mir gefällt es durchgehend gut. Während seine ersten Alben deutlich schwermütiger waren, klingen die meisten Songs hier nun unbeschwerter und hoffnungsvoller, und das macht gleich der Opener Mexico deutlich. Nach den einleitenden Tönen der Akustikgitarre könnte man meinen, es wird Taylor-typisch melancholisch. Aber nein, Mexico ist dann doch schon fast ein fröhliches Lied, dessen Melodie sich bei mir als Ohrwurm in den Gehörgängen festgesetzt hat. Der Text klingt nach Hoffnung und Zuversicht und dem Traum, den täglichen Druck hinter sich zu lassen und an einen besseren Ort zu gelangen. Graham Nash und David Crosby steuern ganz wunderbar die Backing Vocals bei.
Caravan - Cunning Stunts | 1975

Während ich die CD höre und das schreibe, bin ich bereits bei dem Stück The Dabsong Conshirtoe angekommen, und das sind 18 Minuten Caravan vom Feinsten. Die ersten Strophen werden von Pye Hastings mit verträumter Stimme gesungen. Mike Wedgwoods Gesangspart gestaltet sich dann deutlich rockiger und lauter. In dieser Manier wechseln die beiden sich beim Gesang ab. Das sechsteilige Stück entwickelt sich von einem ruhigen, entspannten Lied hin zu einem typischen Caravan Jazz-Rocker mit einem guten Schuss Funk. Der Song endet tatsächlich fast in einem Chaos, aber in einem feinen Chaos. Entsprechend ist der Untertitel gewählt: All Sorts Of Unmentionable Things.
Ein Song
Sandy Denny - Full Moon

Fairport Convention, Fotheringay, das waren wichtige Stationen für die in London geborene Sandy Denny (6. Januar 1947 – 21. April 1978). Dort war sie mir bereits durch ihre mich besonders berührende Stimme aufgefallen, diese Art von nach außen getragenen tiefen Emotionen, das war sehr besonders. Dabei waren zumeist Gefühle von Melancholie und auch oft Traurigkeit zu spüren, und das mit sehr großer Klarheit im Vortrag.
Erstmals fiel mir das ganz besonders auf bei ihrem ersten sehr bekannten Song "Who Knows Where The Time Goes?", der 1969 auf dem Album von Fairport Convention erschien. ("Unhalfbricking") Doch heute geht es um den Song "Full Moon", den Sandy 1975 komponierte und als Demo aufnahm, nur mit Piano-Begleitung.
Bots – Nichtsnutz
So banal, so wahr.
Ja warum stelle ich das Stück der Band Bots hier vor?
Das Stück hat mich in meiner Sturm und Drangzeit fast täglich begleitet. Als halbwegs junger Mann gefiel mit der Text und im Mittelteil das tolle, wenn auch inzwischen leicht angestaubte Gitarrensolo.
Ich erinnere an einen Abend, an dem wir aus der Musikkneipe Mausefalle vor meinem Elternhaus, in dem ich einen Keller als Wohnraum gestallten durfte, anhielten und das Stück lief im Auto an. Meine Partnerin stieg aus, um in das Haus zu gehen, ich wollte das Stück unbedingt zu Ende hören...
Natalie Merchant - Carnival

Ich frage mich, warum dieser Song allgemein nicht mehr Beachtung fand. Große Beachtung fand er bei der zum Tode verurteilten Serienmörderin Aileen Wuornos. Diese hatte das Album "Tigerlily" während ihrer Zeit in der Todeszelle in Dauerschleife gehört. 2002 wurde Wuornos in Florida mit einer Giftspritze hingerichtet. Auf ihrer Beerdigung wurde auf ihren Wunsch hin der Song Carnival gespielt. Charlize Theron schlüpfte 2003 in dem Film "Monster" in die Rolle der Aileen Wuornos. Eine fantastische Darstellung, die ihr u.a. den Oscar einbrachte und mich seinerzeit nach der Kinovorstellung erschüttert zurückließ.
Neu im Portal
FRANCIS DUNNERY - LET'S GO DO WHAT HAPPENS

Rock und etwas Pop, allerdings mit vielen Ecken und Kanten innerhalb der Kompositionen. Immer wenn man denkt, dass man den roten Faden erhört hat, ändert sich die Musik komplett.
Die ständigen, ja unvorsehbaren Wechsel der Themen und Tempi, erinnern mich an Frank Zappa. Nicht das Francis so komplex agiert, es handelt sich schließlich um Rock, nicht um Jazzrock wie es Frank zelebriert hat, nein, er hat hier seinen eigenen positiv verrückten Stil eingespielt.
JÜ - Rudel

Aus Ungarn kommt oft sehr spezielle Musik, und wenn dann noch das Label BMC beteiligt ist, dann kann man schon das Besondere erwarten! So auch in diesem Fall der ungarischen experimentellen Rockband JÜ! (...)enau das trifft auch auf "Rudel" zu, hier werden unter einem Dach diverse Stilrichtungen vereint, so bedient man sich mit Inhalten aus Post- und Noise- Rock, Free Jazz, Psychedelic und Ambient. (...)Auf einem grundsätzlich rockorientierten Rhythmusteppich entwickeln sich, zumindest bei den längeren Songs des Albums, kreative und kollektive Improvisationen, zentraler Musiker ist hierbei Gitarrist Ádám Mészáros, der eine große Bandbreite stilistischer Gestaltungen seines Instruments auslotet.
Venerem - Strike

Ein musikalisches Aphrodisiakum unserer Zeit, so verkündet es der Pressetext! Nun, bleiben wir beim Begriff, dann ist ein Aphrodisiakum ein Mittel zur Belebung und Steigerung der Libido. Ob das nun wirklich genau so gemeint ist? Nun denn, ich begrenze das einfach mal auf ein musikalisches Mittel zur Belebung. Denn, so weiter der Pressetext: „Venerem erschafft Musik in einem beispiellosen Stil und verwandelt Werke aus Renaissance und Barock in kühne, futuristische Klanglandschaften." Dazu pflichte ich uneingeschränkt bei, denn diese Musik entzieht sich grundsätzlich jeglicher Katalogisierung, soll aus klassischer und spätromantischer Handwerkskunst sowie dem improvisatorischen Geist der Alten Musik etwas völlig Neues schaffen.
Sting – "...All This Time"

Das Besondere: Sting wollte ein Konzert in seinem Haus in der Villa Il Palagio in der Toskana, Italien, organisieren, weshalb er eine Gruppe von Musikern engagierte, um mit ihm zu üben und aufzutreten. Die Ereignisse, die zur Nacht der Aufführung führten, wurden gefilmt, und während dieser Ereignisse, am Tag der Aufführung, ereigneten sich die Anschläge vom 11. September gegen die Vereinigten Staaten, woraufhin die versammelte Musikergruppe darüber informiert wurde. Das ganze Geschehen bis dahin, fesselt einen...
Midlake - A Bridge To Far

Versuchten Midlake noch auf „Antiphon“ und „For the sake of….“ psychedelische oder spacige Elemente in ihren Sound einzubauen und sich so vom Klangkonzept, welches Tim Smith ersonnen hatte, zu lösen, so vertrauen sie in 2025 wieder ihren Kernkompetenzen und liefern grandiose Hooks, wunderbare Satzgesänge und traumhafte Melodien ab. Auch wenn manche Songs, so gleich der Auftakt „Days Gone By“ eher ruhig und verhalten beginnen, erstrahlen dann spätestens nach der ersten Hook weitere Klangfarben und die im Beiblatt genannte Instrumentenvielfalt (alto flute, basuri flute!) wird hörbar. Gerade die verschiedenen Blasinstrumente geben jedem Song eine individuelle Note. Beim konzentrieren Zuhören (ich empfehle, dazu die Augen zu schließen) entdeckt man auch bei wiederholten Zuhören noch ungehörte feine musikalische Tupfer.
Fia Ekberg - Fågeln du broderat blå

2021 begab es sich, dass ich mich durch das Album "Bangatan" in absolute Begeisterung versetzen ließ und mir nichts übrig blieb, als die Höchstpunktzahl für dieses Album der schwedischen Musikerin Fia Ekberg zu vergeben!
Nun, sie beließ es bei der schwedischen Sprache beim Nachfolgewerk "Fågeln du broderat blå", soll das bedeuten, „Der blaue Vogel, den Du gestickt hast“???? (....) So gesehen, haben wir die gute Möglichkeit, an dieser sehr intim geprägten Atmosphäre teilzuhaben. Und so beschäftigt sich Fia mit wichtigen Fragen des Lebens, inklusive Altern, Tod, Beziehungen zwischen Menschen.
Chris St John - Never Where I Am

Mit Chris St John stelle ich heute einen renommierten Musiker aus den USA vor. Vier Alben und eine EP, inklusive dieses neuen Albums, "Never Where I Am", zeichnen ein Bild seines abwechslungsreichen Sounds, der Elemente aus Folk, Rock, dem Singer/Songwriter-Genre vereint zum Sammelbegriff Americana. (...)Will ich nun ganz spontan einen Vergleich ziehen wollen zu anderen Musikern, so fiele mir spontan Jeff Larson ein, und damit auch eine Spur hin zur Band America, und vielleicht hin und wieder ein Hauch von den Eagles.
KP Hawthorn - Til The Glitter End

"Til The Glitter End" ist das Debütalbum von KP Hawthorn. Wer sich erinnert, wird festgestellt haben, dass die Sängerin bereits einige Erfolge mit den Bands The HawtThorns und CALICO the band (zu erwähnen sei das Debüt aus 2014, "Rancho California") hat feiern können(...) Im Vordergrund, und das ist klar, steht diese angenehme Stimme, die stark emotional ausgeprägt ist.(...)Schließlich treffe ich auf einen ganz wunderschönen Dream-Pop mit Rockeinschlag und Country-Beilagen, Einflüsse, die allesamt gemeinsam eine ganz ansprechende und teils zu Herzen gehende Atmosphäre haben schaffen können. (sofern man natürlich Zugang dazu findet)
Roland Kirk Quartet - Domino

Ronald Theodore Kirk, dann Roland Kirk und schließlich Rahsaan Roland Kirk, lebte von 1935 bis 1977. Er galt als ein bedeutender Jazz-Saxofonist. Obwohl er seit seinem zweiten Lebensjahr blind war, scheute er sich nicht, gleich mehrere Instrumente gleichzeitig zu spielen. Neben dem Saxofon waren das zwei Varianten des Blasinstruments, das Manzello, eine Variante des Altsaxophons, jedoch mit einer leicht modifizierten Bauweise und Klangcharakteristik und ein Stritch, ein Buescher-Es-Altsaxophon in gerader Bauform, ausgestattet mit Extraklappen für sein Einhandspiel und vergrößertem Schalltrichter. Diese drei Instrumente spielte er oft gleichzeitig. Außerdem spielte er auch Querflöte, elektrische Kalimba, Mundharmonika, Englischhorn, Kazoo, Nasenflöte, Melodica.
Element Of Crime - Philharmonie Köln

Die Songliste auf der Tour ist ein Mix aus neuen Stücken (obwohl die letzte Platte schon 2023 erschien) und auch einem Griff tief in die 40-jährige Bandgeschichte. Zum Beispiel eine Reise in die Zeit, in der Element of Crime noch auf Englisch gesungen haben. „Don't You Smile“ vom Album „Try To Be Mensch“ wird gespielt. "Es ist toll zu sehen, wie man das heute, 35 oder 40 Jahre später, noch spielt", findet Regener. "Und es funktioniert noch, das mag ich!" Ich bevorzuge aber eindeutig die deutschen Stücke, Regeners Englisch ist sehr gewöhnungsbedürftig. Mehr als nur musikalische Farbtupfer steuert Saxophonist Rainer Theobald bei.
Zum Stück "Liebe ist nur ein Wort" verweist er mit einem Augenzwinkern darauf, dass nach seiner Kenntnis in keinem anderen Song einer deutschen Band der "Schriftsteller" Simmel vorkomme. Wer außer Regener hat schon den Mut zu solchen Textzeilen wie „Liebe ist, wie schon Johannes Mario Simmel sagst du völlig richtig eines seiner besten Bücher nannte, nur ein Wort“.
OEHL - 20.03.2025, Gebäude 9 Köln

Oehl wurde 2016 von Ariel Oehl und Hjörtur Hjörleifsson gegründet. Mit dem Ausstieg des isländischen Multiinstrumentalisten 2022 ist Oehl keine feste Band mehr, sondern Ariel Oehl (37, geboren in Salzburg) holt sich jeweils für Album und Tour Begleitmusiker mit an Bord. Zum aktuellen Line-up zählen mit Romi Rabic und Gloria Handler auch zwei sehr talentierte junge Musikerinnen.
Zwei weitere Alben sind danach erschienen, „Keine Blumen“ 2022 und Mitte März „Lieben wir“. Natürlich haben auch diese beiden Scheiben Einzug in meine Sammlung gehalten. Gemeinhin wird die Musik mit Indie-Electro-Pop umschrieben, auf der Bühne wird allerdings sehr organisch musiziert, da erklingen auch Geige und Kontrabass und der erste Zugabenblock wird unplugged gespielt. Oehl versteht die Kunst, innerhalb eines Songs alle Räume zu nutzen, ohne das Ganze zu überfrachten: Hier spielt der Bass einen kleinen Fill, dort wird das Kinderlied „Auf der Mauer, auf der Lauer“ zitiert, dazwischen tritt jemand aufs Fuzz-Pedal.
Anna Kalk - Different Times

Heute stelle ich eine Musikerin aus Tartu, Estland, vor. Es handelt sich um Anna Kalk, die sich seit dem Alter von Zwölf mit der Gitarre beschäftigt. So soll sie sich zunächst mit dem Spielen von Songs der Band Nirvana befasst haben, bis sie zu einer Jazz-Gitarre griff. (....)Frische, weil bereits der erste Song, "Only Answers", den Jazz auf recht eigenwillige Weise interpretiert. Für "Nicht-Jazzer" dürfte das bereits recht nervenaufreibend und schräg sein, wenn sich einfach kein Rhythmus etablieren will, und viele freie Passagen die Musik im Raum schweben lassen. Dazu diese spezielle Art der Protagonistin, mit ihrem Instrument umzugehen, diese recht perkussiv wirkende Umsetzung des Gitarrenspiels, mit diesem besonders wirkenden Anschlag, ja, eine recht individuell gefärbte Spielweise, da scheint so Einiges hängen geblieben zu sein angesichts des gemeinsamen Studiums mit Musikern wie Ronny Graupe und Kalle Kalima.
Bram De Looze / Joey Baron / Hank Roberts / Thomas Morgan - Live At Brussels Jazz Festival

Mein persönlicher Höhepunkt ist der mit 18:16 Minuten längste Song, "Aneez", hier trifft genau das zu, worauf ich mich oben einließ hinsichtlich des Vortrags. Dieses Gespür für Einander kommt bei diesem Song vollends zur Geltung, das ist mitunter die reinste Magie, voll mit Frische und Professionalität ausgefüllt, und dabei stets die Emotionen in den Vordergrund gerückt, so herrlich unkompliziert und spielerisch musizieren die Vier gemeinsam! Ach, und bei "100 Years" erklingt noch Gesang, dieser wurde im Line-up unterschlagen. Insgesamt strahlen die Musiker gemeinsam als auch durch ihre individuellen Solo-Beiträge! Dass dieses packende Konzert mitgeschnitten wurde, war ein wahrer Glücksgriff!
Mozes & Kaltenecker - Sub Rosa

Öfter mal was Neues, es klingt wie Vertrautes und Bekanntes, aber es ist nicht, wie es ist. Nun gut, die in Ungarn geborene Tamara Mozes singt und spielt Piano, doch welche Instrumente sind denn weiter involviert? Tatsächlich nur eines, und das wird von dem ebenfalls aus Ungarn stammenden Zsolt Kaltenecker bedient: ein Seaboard. Hierbei handelt es sich um ein innovatives Tasteninstrument, mit dem man das das Gleiten und Modulieren von Tönen sowie eine breite Palette an Klangfarben erzeugen kann.(...)Letztlich stellt sich mir die Frage, ob all' diese unterschiedlichen Soundbearbeitungen nicht auch durch einen herkömmlichen Synthesizer hätten erzeugt werden können, also inwiefern dieses Seaboard mehr an Ausdrucksmöglichkeiten bereit hält und ob man das nur durch dieses Instrument so hat erzeugen können. Egal, das Ergebnis ist schließlich, was zählt. Und hier haben die beiden Akteure auf jeden Fall etwas ganz Besonderes geschaffen,
IQ – Dominion

Knapp fünfeinhalb Jahre ist es her, dass die Band die Herren Nicholls, Holmes & Co ihr letztes Album ,, Resistance“ an den Start gebracht hat. Und nun folgt ,,Dominien“. Die Besetzung blieb unverändert, was schon einmal auf hochkarätige Kompositionen und deren Interpretation hoffen lässt. Es ist hier ähnlich wie bei dem Doppelalbum „The Road of bones“, es bedurfte zwei, drei Anläufe bis ihre Musik im Ohr und Herz ihren Platz fanden.
Der Opener „The unknown door“ beginnt tragend, fast gemächlich und ohne die oftmals Brettharten Gitarren Riffs. Das ist aber in Anbetracht des musikalischen Aufbaus sehr gut. Gegen Mitte der 23 Minuten kommen Synth und Gitarrenparts hinzu, was der Dramaturgie durchaus förderlich ist. Der Gesang von Nicholls führt das Thema und ist nicht wie oftmals zu dominant.
Little Feat – Sam`s Place

Also was soll ich sagen; das meine Lieblingsfüße noch einmal ein Album einspielen, war für mich sehr überraschend. Die Herren sind allesamt im gesetzten Alter und dachte, dass sie sich auf ein Leben als Rentner eingestellt hätten.
Herrlich wenn es noch solche musikalischen Überraschungen gibt, auch wenn das Genre Blues gelegentlich ausgeschöpft scheint. Zumal es auch Cover sind, die allerdings von Größen wie Willie Dixon und Muddy Waters geschrieben wurden. Ich bin fast geneigt zu sagen, das ich hier alles nicht einmal nahe am Original erhöre, sondern das LF einige ihrer musikalischen Stärken beigefügt haben.
Andrew Moreno - Axiom

Mit dem Auftaktsong "Oppa", dass sich leicht swingend in Richtung Fusion bewegt, und eine recht verwinkelte Melodienführung aufweist, erinnert mich die Spielweise der Gitarren in einigen Passagen an jene des Kollegen John Scofield. "Faust" hingegen, das sehr luftig wirkt, da schweife ich gedanklich in Richtung der Musik des Labels ECM. "Machine Girl", nun wird es heftig und für manche Hörer*innen möglicherweise "unbequem", denn des Protagonisten Gitarre spricht eine sehr verzerrte Sprache. Sehr interessant ist die Eröffnung mit den Drums, Tristan Renfrow spielt hier ein wenig in Richtung Tony Williams (Lifetime) , ich denke spontan an den Song "To Whom It May Concern" von der Platte "Turn It Over". "Machine Girl" ist erfüllt von frei gestalteten Räumen, der Rhythmus stolpert und die Gitarre erklingt stark verzerrt.
Buford Pope - Kvinnor & Män

Das Album wurde live in den Ladaland Studios mit Jokke Svenningrud als Toningenieur aufgenommen. Gleich von Beginn an verströmt die Musik eine sehr warmherzige Stimmung, vor Allem ist es der Einsatz der Pedal Steel, die wesentlich dazu beiträgt. Dazu fliesst es äußerst entspannt, die leicht verhallte Gitarre, die präzisen Bassläufe, die federnden Drums erzeugen einen großartigen Southern Groove, wie man es aus den Studios von Muscle Shoals, Alabama kennt. Dabei fällt gar nicht unbedingt auf, dass auf Schwedisch gesungen wird. Denn auch der Gesang schmiegt sich wunderbar in den Gesamtsound ein, er kommt sehr engagiert und man bemerkt rasch, wie aus der Verwendung der Muttersprache eine Art Sicherheit ausstrahlt, herrlich harmonisch ist das, gerade auch durch die Background Vocals von Anna B. Liljeborg.
Eishan Ensemble - Northern Rhapsody

Das Eishan Ensemble wird von Hamed Sadeghi geleitet. Er spielt die Tar, eine gezupfte Langhalslaute, populär im Iran und in Afghanistan. Mit "Northern Rhapsody" wird das vierte Album vorgelegt.
Sadheghi's Absicht ist es, mit seinem Ensemble persische Musik und westliche Musik miteinander zu verknüpfen. Neben der Folklore steht insofern die Jazz-Harmonik, Beide verbinden sich zu einem offenen Sound, der im Wesentlichen davon lebt, Sanftheit und Ruhe auszustrahlen, auch wenn der eine oder andere Song ein wenig flotter abgeht. Breitflächig bauen sich Stimmungen auf, die von Improvisation und Zusammenhalt gleichermaßen leben und großartig strahlen.
Ali N. Askin - Livesoundfabrik

Die kreative Energie der fünf Musiker ist positiv auffällig, und stark ist es, wenn sich plötzlich Christoph Titz mit seiner Trompete erhebt und mich gedanklich sofort in Richtung Miles Davis wandern lässt, mit dieser gedämpften Trompete bin ich bald bei "Bitches Brew" und nachfolgenden Platten des Meisters. Dabei wird er atmosphärisch clever unterstützt von der dicht aufspielenden Band. Eine wichtige Rolle wird Askin als Bandleader natürlich auch zuteil, denn die Stimmung, die er mit den Keyboards in der Einleitung "Spaciges Intro" verbreitet, findet sich ansatzweise oder großflächiger stets wieder im Laufe der sieben Songs. Dieses, in Verbindung mit dem erdigen Funk der Musik, sorgt für eine moderne Variante dieser Fusion mit der oben beschriebenen Basis vergangener Tage.
Wer ist online?
Momentan sind 93 Benutzer online: 0 registrierte, 0 versteckte, 93 Gäste. Der Besucherrekord liegt bei 2865 Besuchern zeitgleich online am 31.07.2021 um 19:11 Uhr.
Statistik
Dieses Forum startete am 28.04.2006 und hatte seitdem 97805830 Besucher. Es gibt insgesamt 71 Benutzer und es wurden seit Beginn 487388 Beiträge in 19753 Topics geschrieben.
Der neueste Benutzer ist Robert.