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Tipp des Monats ...

Juni 2024 | Daily Thompson - Chuparosa

Ganz schön fleißig, die Band mit dem coolen Namen(sspiel) in Anlehnung an einen ehemaligen britischen Zehnkampf-Olympiasieger, der sich in den Achtzigern mit dem leicht töffeligen Deutschen Jürgen Hingsen duelliert hat (die Älteren werden sich erinnern): seit 2018 aktiv touren DAILY THOMPSON ohne Ende und haben jetzt mit „Chuparosa“ schon ihr sechstes Album am Start. Da kann man mal wieder die alten Malocher-Klischees aufleben lassen, schließlich kommt das Trio aus Dortmund.
Das schöne dabei ist, dass DAILY THOMPSON bei aller Quantität des Outputs verdammt lässig rüberkommen und auch noch ein tolles Songwriting im Gepäck haben. Alleine schon der Titeltrack, mit einem ganz feinen Hauch Americana die ideale Beschallung für die Cabriofahrt ...

Wiederentdeckt im Monat ...

Juni 2024 | Jah Wobble's Invaders of the Heart : Rising Above Bedlam

Jah Wobble (John Joseph Wardle) wurde 1958 in London geboren. 1978 war er Mitbegründer von „Public Image LTD“ kurz PiL, wo er die ersten 2 Jahre den Bass spielte. Danach begann er eine mehrjährige Zusammenarbeit mit den Musikern Holger Czukay und Jaki Liebezeit (beide CAN), die einige Veröffentlichungen hervor brachte. Seitdem, und mit einer mehrjährigen Pause in den 80ern, in der er seine Alkoholsucht in den Griff bekam, bis heute, nahm er diverse Alben unter seinem Namen auf. Entweder nur als „Jah Wobble“ oder als „Jah Wobbles Invaders oft he heart“.

Der Sound der 70er! 50 Jahre ...

Frank Zappa - Apostrophe | 1974

Man mag es kaum glauben, aber Frankie-Baby hatte es geschafft, kommerziell erfolgreich zu werden und eine Goldene LP für 'Over-Nite Sensation' einzuheimsen. Die nachfolgende Apostrophe' wurde gar noch erfolgreicher und landete in den LP-Charts unter den Top 10. Sogar ein Single-Hit ('Don't Eat The Yellow Snow') war drin!
Das war nun aber kein Beweis dafür, daß der durchschnittliche US-IQ der möglichen Zappa-Hörer nach oben geschnellt wäre (sagen wir mal von '0' auf vielleicht '10'....). :happy: Vielmehr hatte Frankie seine Musik 'hörbarer' und massenkompatibler gemacht.... wohlgemerkt 'hörbarer' als auf früheren und sehr viel experimentelleren Alben, aber noch lange nicht 'hörbar' im Teenybopper-Stil. ...

Roxy Music - Country Life | 1974

Roxy waren auf dem Zenit ihrer Karriere; schon die vierte durchgängig hervorragende und in den Charts erfolgreiche LP in Folge. Wie üblich war Brian Ferry nicht nur Frontperson, sondern auch die treibende Kraft; 7 Stücke schrieb er alleine, bei 3 weiteren halfen Mackay und Manzanera mit und nimmt man noch die ausgezeichnete Rhythmusarbeit von Paul Thompson hinzu, hat man alle wirklichen Eckpfeiler genannt.
Sie schufen eine Musik, für eine Generation, die so ganz langsam aus den Flickenjeans herausgewachsen war, ohne dabei aber in ihrer bürgerlichen Anpassung voll über Bord gehen zu wollen. Ein klein bißchen Dekadenz war erlaubt; Stiefel mit hohen Absätzen und das Jäckchen vom Konfirmationsanzug statt abgewetzter Parkas(....)

Wishbone Ash - There's The Rub | 1974

Eine sehr melodieorientierte Platte wurde es; tatsächlich waren diese Melodien etwas funkier und polierter; aber mit Lady Jay kam auch das folkige Element nicht zu kurz. Akkustische und Elektrische Gitarren-Couplets paßten perfekt und auch ein wenig Hard Rock (z.B. im instrumentalen Inferno zum Ende von F.U.B.B.) begeisterte.
Etwas ungewöhnlich: mit 'Silver Shoes' begann es verhältnismäßig verhalten um sich dann zu ersten Riffwechseln der Gitarristen zu steigern; ohne daß ein hart rockender Abräumer daraus wurde. Denselben gibt es bei 'Don't Come Back' zum einzigen Mal auf T.T.R.: schneller, härter, aggressiver im Zusammenspiel.
'Persephone' nimmt das Tempo gar noch ein wenig mehr zurück und glänzt dafür durch emotionale Melodieführung.
Auch bei 'Hometown' geht man nicht in die Vollen; hier wird über 'free and easy' gesungen und genau diese Stimmung trifft zu.

ARGENT - Nexus | 1974

"Jedem Ende wohnt ein Anfang inne", so lautet ein recht abgedroschenes Sprichwort. Ob man nun will oder nicht - manchmal passt es. So ermöglichte es Rod Argent, dem Keyboarder der ZOMBIES, nach deren Ende ein neues Projekt auf die Beine zu stellen. Unter dem Namen ARGENT erschien 1969 somit eine neue Band auf der musikalischen Landkarte, welche in verschiedenen Musikcharts einige Achtungserfolge zu verzeichnen hatte. Mit Hits wie "Hold Your Head Up" und "God Gave Rock and Roll to You" erreichte ARGENT zwar einen gewissen Bekanntheitsgrad, diese konnten allerdings nicht für den großen Durchbruch in der Musikszene sorgen.

Rory Gallagher - Irish Tour '74 | 1974

Dem Melody Maker war es eine Titelseite wert: 'Rory To Play Ulster Hall, Belfast'. Neben Cork und Dublin sollte der damals vom MM als 'Weltbester Gitarrist' Deklarierte auch noch im von Unruhen erschütterten Belfast auftreten und schließlich würde man das Gesamtergebnis als Doppel-LP zu Gehör bekommen.
Nun, diese Titelseite hing viele Jahre an meiner Wand, weil ein großes Foto von Rory dabei war (Zeitungspapierqualität!). Dass er nun auch in Belfast Stücke für eine Live-LP aufnehmen würde, fand ich weniger sensationell als der MM, der vielleicht eine tolle Story erwartete. Aber schließlich trat Our Rory seit 1966 immer mal wieder bei den Proddies auf, ohne je Ärger dabei zu haben. Im Gegenteil, der Junge aus Ballyshannon/Donegal war sehr beliebt in Belfast, obwohl er kein bisschen des nördlichen Akzents hatte.

Dickey Betts - Highway Call | 1974

Mit Vassar Clements heuerte einer der legendärsten Nashville-Musiker an; Allman-Kollege Chuck Leavell war dabei und die Capricorn-Studio-Asse Tommy Talton und Johnny Sandlin (die mit 'Cowboy' noch ihre eigene Southern Rock-Truppe hatten) standen ebenfalls bereit.
Trotz der eingesetzten Musiker: was dabei herauskam, war weder Country oder Country-Rock und auch unter Southern Rock läßt es sich nicht einordnen. 'Ländlich' heißt hier, daß uns eine entschleunigte und hochemotionale Szenerie geboten wird: das einfache und nach allen Himmelsrichtungen offene Leben fern aller Rock'n'Roll-Klischees. Und das ist umso bemerkenswerter, als Dickey (wie übrigens auch fast alle seiner Allmans-Kollegen) ein sehr zerrissenes und problembehaftetes Leben führte: Drogen, Alkohol, Prügeleien, gleich mehrere Verfahren wegen häuslicher Gewalt; u.a. auch mit abzugsbereiter Magnum 44 an der Schläfe seiner Frau..., ein Mensch, dem man angeraten hätte, sich von sich selbst fernzuhalten. Und das wußte er auch!

Neu im Portal

TRACY CHAPMAN – Same

Tracy Chapmans Debüt wurde zu einer Zeit veröffentlicht, als die Welt bereits voll von überproduzierter, überkandidelter und aufgemotzter Musik war. Dagegen erschien die Musik dieser sehr jungen, bescheidenen Frau wie eine Wohltat. Die Art und Weise wie sie Ihre Geschichten über Gerechtigkeit, Rassenprobleme, häusliche Gewalt, Chancenlosigkeit von Frauen, Liebe - kurz, Geschichten aus dem Leben - in Melodien verpackt und sie mit warmer Stimme vorträgt, klingt einfach glaubhaft und ehrlich. Die akustischen Arrangements sind einfach, unaufdringlich und auf das Wesentliche reduziert, bestehen oft nur aus wenigen Akkorden oder einem einzigen Riff, sodass ihre Stimme und die Botschaft der sozialkritischen Texte im Mittelpunkt stehen. Darin liegt die Schönheit und Stärke dieses Albums.


Rob McHale - '40 Ford Coupe

In der Gegend, in der Rob lebt, wurde in der Vergangenheit sehr viel Schwarzbrennerei ("Moonshine stills") betrieben. Heute sind lediglich noch Überreste von den illegalen Brennereien vorhanden. Einige "Berühmtheiten" auf diesem Gebiet waren Leute wie Junior Johnson und Willie Clay Call ("The Uncatchable"). Die Beiden sind auf dem Cover links, mit dem Hund, ein Redbone Coon Hound, abgebildet. Ferner erblickt man Rob McHalemit der Gitarre und seinen Bruder Pat McHale (Mundharmonika) auf der Zeichnung von Mike Emery.
Doch ein ganz wichtiges Utensil ist das Fahrzeug, ein "'40 Ford Coupe". Mit diesem Auto wurde der schwarz gebrannte Schnaps transportiert...

AEROSMITH – Same - 1973

Beim Frühstück lief heute der AEROSMITH-Klassiker Dream On im Radio. Ich muss gestehen, dass AEROSMITH mich nie so ganz erreicht haben. Mein Problem mit vielen Hardrock-Bands wie z.B. Aerosmith, Bon Jovi, Guns N' Roses, AC/DC ist, dass ich deren Stücke alle relativ schnell satt habe; und so rezensiere ich diesmal eine Platte, die nicht in meinem Schrank steht.
Gegründet wurde die Band 1970 in Boston. Bis zum Erscheinen des selbstbetiteltem Debütalbums im Jahr 1973, auf dem sich eben auch dieses Dream On befindet, tourte die Band fleißig durch Amerikas Clubs und Konzertsäle...

QUEEN - Innuendo

"Queen? Mag ich nicht! Aufgeblasene,bomböse,inhaltsleere Rockmusik der allerschlimmsten Sorte. Wird eigentlich nur noch von den 3 AC/DC Akkorden getoppt."

So lautete das Posting eines Forenmitgliedes zur Diskussionsrunde über die mittlerweile legendäre Rockgruppe QUEEN. Das darf nicht unbeantwortet stehenbleiben und schreit förmlich nach einer Gegendarstellung. Natürlich - der Musikgeschmack ist etwas ganz individuelles und so soll es auch bleiben. Jedoch "inhaltsleere Rockmusik der allerschlimmsten Sorte"? Hier habe ich mir speziell noch einmal das (vor)letzte Album der Band vorgenommen und - war wieder einmal begeistert. Also, was perlt in die Lauscher? Uns erwartet ein kraftvolles, vor Spielfreude nur so strotzendes Album und das Vermächtnis des Freddie Mercury.

Randi Pontoppidan & Martin Fabricius - Clouds

Die Musik führt uns heute nach Dänemark. Für diese Platte, Clouds, haben sich zwei renommierte Persönlichkeiten der dortigen Musikszene zusammengeschlossen. Es handelt sich um Randi Pontoppidan, Sängerin, Komponistin und Improvisationskünstlerin. Sie ist bekannt dafür, außergewöhnliche Gesangstechniken entwickelt zu haben und ist damit in den Bereichen frei improvisierter Musik, zeitgenössischer Musik und im freien Jazz anzutreffen. Hier arbeitet sie zusammen mit Martin Fabricius, einem Vibrafonisten, der sich auch als Komponist von Filmmusik einen Namen geschaffen hat. Zusammen haben sie mit dieser Platte ihre gemeinsamen Erfahrungen der Zusammenarbeit der letzten acht Jahre zusammengefügt, indem akustische und elektronische Elemente zusammengefügt wurden in elf Kompositionen, grundsätzlich gemeinsame Kompositionen, lediglich die Tracks 5, 9 & 10 stammen von Randi und die Tracks 3 & 8 von Martin.


Martin Meinschäfer - Wer Hat,der Hat!

Sänger, Produzent & Tonmeister Martin Meinschäfer hat sein zweites Solo Album eingespielt. Ende der 70er der Start von HOB GOBLIN mit 3 Alben, dann mit Dolls United einige Diso Renner mit vertonten Augsburger Puppenkiste (Eine Insel mit zwei Bergen etc.).
Er war auch Gewinner der “Goldenen Europa” und mit diesem Werk Album des Monats bei Gitarre & Bass.
Aufgenommen wurde „Wer hat der hat“ natürlich im eigenen Megaphon Tonstudio in Arnsberg/Neheim. Das über eine exzellente Röhrentechnik verfügt und einige klasse audiophile Werke.
H. Freischlader hat einige seiner Alben dort aufgenommen. Er zeichnet auch Verantwortung für einige Gitarrenpassagen auf dem neuen Album von MM.

daoud - Good Boy

Mit daoud stelle ich einen französisch-marokkanischen Trompeter, Produzenten, Songwriter und Komponisten aus Toulouse vor. Er war vor Beginn seiner Karriere viel unterwegs, lebte unter anderem als Obdachloser in Schottland und spielte auf Beerdigungen und in kleinen Clubs, und nach und nach begab er sich in Gesellschaft bekannter Musiker der Szene, wie Ibrahim Maalouf, Erik Truffaz, Pokey Lafarge und anderen. Nach und nach etablierte er seine eigene Band und 2022 gewann er gar einen Preis für seine Musik, eine Mischung aus Jazz, Hip-Hop, Rhythm & Blues, Soul und Blues. Mit "Good Boy" stellt der Trompeter nun sein Debütalbum vor, mit neun eigenen Songs, lediglich Track Sechs ist eine Komposition von Laurent Marimbert.

Nina Reiter MetaLogue - The music of Mani Planzer - evolving

Der musikalische Weg führt nun nach Österreich. Dort wurde Nina Reiter 1991 geboren. Die Grazerin erhielt ersten Gesangsunterricht im Fach Jazz und war Mitglied eines erfolgreichen Vokal-Ensembles. Später studierte sie in Wien Gesang und trat regelmäßig mit verschiedenen Formationen auf. Bei der Platte "The music of Mani Planzer - evolving" geht es um den 1997 verstorbenen Musiker Mani Planzer, Einer, der sich stilistisch nicht festnageln ließ im Rahmen eigenwilliger Gestaltung zeitgenössischer Musik. Ihm ist nun dieses Album gewidmet, und sämtliche Kompositionen stammen von ihm, arrangiert von Nina Reiter. Sie hat auch entsprechende Texte geschrieben, bis auf "Hoffen", hier war für den Text Charlotte Brontë verantwortlich.

Parallels - Exodus

Inhaltlich soll sich das Album um Ereignisse rund um Krieg handeln, so liest man auf dem Cover wie folgt: "In a classic concept album format, 'Exodus' tells the tale of a young couple facing war." Möglicherweise soll das auch ein Hinweis auf den Krieg in der Ukraine sein, das von einem Pärchen gesprochene Intro (und später das Outro) wurde wohl in ukrainischer Sprache vorgetragen. Das Thema wird mit entsprechend dramatisch klingenden Passagen umgesetzt, technisch von guten Musikern einwandfrei umgesetzt, gesanglich gut unterstützt, und stets mit vollem und breitem Sound ausgestattet.
Ich denke, Freunde des Prog Rocks sollten an "Exodus" ihre Freude haben. Das Rad wurde zwar nicht neu erfunden, es finden sich halt viele typische Elemente, und das mag nach "Nummer Sicher" klingen, doch was ist daran auszusetzen, wenn man Freude an diesem Sound haben kann...

Kafka Band - Der Process

Die Kafka Band setzt sich aus einigen der renommiertesten tschechischen Musiker zusammen, angeführt vom Schriftsteller Jaroslav Rudiš und Comiczeichner Jaromír 99, die beide für den Leadgesang verantwortlich sind.
Im Rahmen dieses Bandprojekts beschäftigen sie sichi seit gut zehn Jahren mit dem Werk des Schriftstellers Franz Kafka. Nach den bisherigen Alben "Das Schloss“ (2014) und "Amerika“ (2019) ist nun der dritte Longplayer mit "Der Process" erschienen. Man sollte sich auf ein teils skurril anmutendes literarisch-musikalisches Projekt einstellen, sozusagen ein Gesamtkunstprojekt der besonderen Art, das auch gern auf der Bühne live präsentiert wird.
Wie man nachlesen kann, haben sich die Künstler unvollendete Romantexte Franz Kafkas vorgenommen und diese entsprechend umgesetzt in ihre Musik. Neben auf Deutsch gesprochenen Texten hören wir auch Gesang in tschechischer Sprache. Alle Texte sind im eingehefteten Booklet zu entnehmen ...

Grace Cummings - Ramona

Grace Cummings aus Melbourne legt mit "Ramona" ihr mittlerweile drittes Album vor. Im Gegensatz zu den doch sehr minimalistischen Arrangements des Vorgängers "Storm Queen" wird nun teils üppig aufgetischt. Auf ihrem Debüt klang das noch ein wenig nach einer Mischung aus Folk/Sixties-Revival und zeitgenössischem Rock, und schon erweitert die Dame ihr musikalisches Spektrum.
Tatkräftig unterstützt hat sie hierbei der Multiinstrumentalist und bekannte Produzent Jonathan Wilson, der sicher verantwortlich ist für diese aufwändig orchestrierten Klanggebilde, die zwar nicht ganz an den "Wall Of Sound" von Phil Spector heranreichen, aber doch ein wenig in diese Richtung schreiten, wenn zum Beispiel scheppernde Perkussion und satte Streicherarrangements zu hören sind, ...

Son Of The Velvet Rat - Ghost Ranch

2021 stellte ich von Son Of The Velvet Rat die Platte "Solitary Company" vor, nun legt der hinter diesem Projekt steckende österreichische Musiker Georg Altziebler ein neues Album vor, "Ghost Ranch". Neben ihm ist an seiner Seite Heike Binder abgebildet.
Da man schon eine Weile in den USA lebt, so wurden auch die neuen elf Songs dort aufgenommen, und zwar bei Red Barn Recorders, Morongo Valley, Kalifornien. Entsprechend liest sich die Liste der Musiker, darunter auch ein solch bekannter wie Drummer Jay Bellerose. Und so klingt die Musik auch regelrecht "amerikanisch" und passt darüber hinaus dann auch in den großen Topf des Genres Americana, sich speisend aus Einflüssen von Folk, Singer/Songwriter, Garage Rock und weiteren.

Reckless Kelly - Long Night Moon

Die Band aus Texas ist seit vielen Jahren Inbegriff des Country Rocks neuzeitlicher Ausrichtung, in Verbindung mit dem mittlerweile allgegenwärtigen Begriff Americana. Die Gebrüder Braun sind Dreh- und Angelpunkt seit dem ersten Album aus 1998.
Hier regieren die Gitarren, bereits ein Blick auf die Besetzungsliste lässt das erahnen. Und wenn ich dann noch lese, dass unter den Gästen Lloyd Maines drei Mal an der Pedal Steel zu hören sein wird, dann frohlockt mein Herz, bin ich doch noch immer ein Fan der legendären Maines Brothers Band aus Lubbock, Texas, der Band der vier Brüder, die von 1978 bis 1990 acht Platten vorlegten. Sie kreierten einen besonderen Stil, der Elemente aus Country, Rock ‚’n’ Roll und Bluegrass beinhaltete, also das, was man heute wohl als Americana bezeichnet.

Micky & The Motorcars - Hearts From Above

Das Debütalbum dieser Formation erschien im Jahre 2003 und nun ist ihr sechstes Werk veröffentlicht worden. Und wieder gibt es eine tolle Platte, die das Genre Red Dirt/Country Rock bereichert. Denn es ist ein wirklich sehr gutes Album geworden, und mit kraftvoll geerdeter Musik kann man schnell mitgerissen werden in diesem Schwall emotionsgeladener Atmosphäre.
Einiges erinnert auch sehr an die Band der Geschwister, doch qualitativ steht man Reckless Kelly in nichts nach, Dynamik und rauer Sound mit harmonischer Ausrichtung bilden die Grundlage für den teilweise auch am Country Rock der Siebziger orientierten Sound, ...

Kenny Garrett & Svoy - Who Killed AI?

Lese ich den Namen Kenny Garrett, so, keine Frage, bin ich gedanklich sofort beim Jazz. Der 1960 geborene Saxofonist spielte einige Zeit im Orchester von Duke Ellington, ferner musizierte er mit den Trompetern Freddie Hubbard und Woody Shaw und war auch Mitglied der wichtigen Schule der Jazz Messengers des Drummers Art Blakey.(...)Und mit seinem aktuellen Album verknüpft er schon wieder, doch nicht allein, denn gemeinsam mit Mikhail Tarasov, der unter dem Künstlernamen Svoy agiert, hat er sich einen in den USA ansässigen russischen Künstler hinzugezogen, einen Künstler, der sich im Bereich der elektronischen Musik bewegt, und das auf bereits sieben Alben belegt hat.

Ben Webster - Ballads

Wer sich ein wenig dem Genre Jazz annähern möchte, und es nicht gleich so wild mag, dem sei dieses Album empfohlen, neben einem gleichnamigen Album von John Coltrane..., hier vor 17 Jahren vorgestellt. (..)"Ballads", dieser Plattentitel in Verbindung mit Ben Webster, taucht nicht das erste Mal auf. 1955 war es meines Wissens das erste Mal, auf Verve Records. Und genau diese Songzusammenstellung findet sich auch auf dieser neuen Platte. Der Jazzsaxofonist lebte von 1909 bis 1973. Sein Spiel auf dem Tenorsaxofon war/ist sehr individuell und der Musiker wäre bei einem Blindfold-Test sicher leicht herauszuhören, zumindest dann, wenn es um Balladen geht. Denn der am rauen Kansas City-Stil geschulte Musiker konnte auch mit kraftvollen und zupackenden Soli begeistern, nachzuhören auf so manch‘ einem Song, den er im Duke Ellington Orchester in den Vierzigern aufgenommen hatte.

Abraxas - Same

Abraxas' Stil ist stark von IQ und ein wenig auch von Marillion beeinflusst, wie schon das kurze Intrumental "Before" zu Beginn der CD andeutet. Das Stück könnte sich auch auf dem Debutalbum von IQ befinden. Doch die Band entwickelt auf der CD neben diesen Stilähnlichkeiten genug Eigenständigkeit. Heraus kommen teils sehr atmosphärische, teils sehr melodische Werke und mit dem besten und längsten Stück der CD, "Tabula Rasa" gibt es auch Bombast und Poesie. Hier besticht vor allem die wundervolle instrumentale Arbeit in der Mitte, mit Keyboards, Akustikgitarre und sehr schön gespielter Flöte.

Abydos - Same

Sänger Andy Kuntz dürfte geneigten Fans sicherlich als Frontmann der Band Vanden Plas bekannt sein. Mit "Abydos" legt Andy Kuntz, der auch gefragter Musicalsänger ist, nun sein Solodebut vor. Kein geringes Unterfangen: denn "Abydos" verarbeitet persönliche Schicksalsschläge und setzt das Konzept in eine schillernde (Prog)Rockoper um, die alle Register des Melodic und Progressive Rocks, des Hardrocks und des Progmetals zieht.
Dabei geht es sehr melodisch zu, auf dem schmalen Grat zwischen Kitsch und Gefühl balanciert Andy Kuntz meist recht zielsicher. Überraschen kann Andy Kuntz aber auch: plötzlich wird es spacig, psychedelisch und es gibt Vocodersequenzen, die an "Sheep" von Pink Floyd erinnern.

Adaro - Words Never Spoken

Es ist schon erstaunlich, welche Alben manchmal hier bei mir landen. Bei Adaro handelt es sich um lupenreine Mittelaltermusiker, die sich mehr oder minder klassischem Minnesang bzw. mittelalterlicher Musik im allgemeinen verschrieben haben. Was das ganze für Progrockfans interessant macht ist, bei allen mittelalterlichen Klängen, angefangen bei der althochdeutschen Sprache bis hin zu Instrumenten wie der Drehleier oder dem Dudelsack, immer auch ein gewisser Rockmusikeinschlag, denn Adaro verzichten auch nicht auf elektrische Gitarren und Schlagzeug - sie bemühen sich also nicht, die mittelalterlichen Klänge naturgetreu zu reproduzieren, sondern lockern das Schema mit zeitgenössischen Instrumenten und Rhythmen auf.

Russell Allen - Atomic Soul

Russell Allens kräftiges Organ verleiht den Songs einiges an Power, die stets sehr eingängigen und geradlinigen Hard Rock Kracher geraten so durchweg sehr dynamisch. Kein Zweifel: Russell Allen hatte viel Spaß bei den Aufnahmen, Spaß, der auch sofort auf den Zuhörer übergeht.
Zwar könnten Fans des Powermetalls, symphonischen Progrocks und natürlich Symphony X sich enttäuscht zeigen, man sollte sich auch nicht davon täuschen lassen, daß sich Allen von seinen Kollegen Michael Pinella und Michael Romeo helfen läßt, doch alle 70er Jahre Nostalgiker und Anhänger solcher Bands wie Dio, Rainbow oder auch Led Zeppelin und Deep Purple werden begeistert sein.

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