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Tipp des Monats

Januar 2023 - Elder - Innate Passage

Mit dem Wechsel des Wohnorts ist mit der Zeit, Schritt für Schritt auch ein Wandel des Bandsounds mit einher gegangen. Kam man an der US-Ostküste einst mit, wenn auch ausladendem, Heavy Stoner um die Ecke, hat man das Spektrum mehr und mehr verbreitert und dockt nun in den Bereichen Progressive Rock, Psychedelic, Space Rock und auch Krautrock an.. Der Weg, der schon mit dem grandiosen Vorgänger „Omens“ eingeschlagen worden ist, wird hier zur vollen Reife gebracht: fünf epische Songlandschaften, zwischen acht und fünfzehn Minuten lang, die mit unterschiedlichen Stimmungen, Dynamiken und ineinander verschachtelten Melodien spielen und ebenso gefühlvoll wie spielfreudig auf den Hörer einwirken.

Wiederentdeckt

Januar 2023 | Sinéad O'Connor - Universal Mother | Irland 1994

"Ich habe nie - und werde es hoffentlich auch nie tun - wieder so viel Panik, Schrecken und Hilflosigkeit verspürt wie dort", erklärte Sinéad O'Connor, nachdem sie sehr jung in ein Nonnenkloster abgeschoben wurde. Dies war und sollte nicht das einzige an ihr verübte Unrecht sein. So scheint es logisch, dass Gewalt, Krieg, die Diskriminierung und Entrechtung der Frauen und vor allem die an ihr verübten Missbräuche und Misshandlungen immer wieder Themen in ihren Liedern waren. All dies mag helfen, die Persönlichkeit Sinéad O'Connor, ihre Aktionen, Proteste und Songs besser zu verstehen. So trägt dieses Wissen vielleicht auch dazu bei, ihr hier besprochenes Album mit anderen Ohren zu hören und sie mit anderen Augen zu sehen.

Der Sound der 70er! 50 Jahre ...

Rory Gallagher - Blueprint / Tattoo | 1973

Rory William Gallagher wurde am 2. März 1948 in dem Ort Ballyshannon im Norden Irlands in einem Krankenhaus mit dem bereits wegweisenden Namen "Rock Hospital" geboren. Aufgewachsen ist er in Südirland in der Hafenstadt Cork, gestorben am 14. Juni 1995 in London.
Im zarten Alter von 6 Jahren lernte der kleine Rory die ersten Griffe auf einer Spielzeuggitarre aus Plastik. Mit 9 Jahren hielt er das erste richtige Instrument, eine Akustikgitarre, in den Händen, mit 15 Jahren war er bereits Profi.
Mit dem Bluesrock-Trio Taste (1966 - 1970) sollten ihm die ersten Erfolge beschert werden. Trotzdem sonderte er sich nach und nach immer mehr von den beiden anderen Bandmitgliedern ab und machte ihnen das Leben mit seinen musikalischen Eskapaden auf der Bühne schwer.

John Martyn - Solid Air | 1973

John Martyn lernte ich, wenn ich richtig erinnere über eine Ausgabe der RORORO Rock Session-Reihe kennen, wo er im Lexikon der Außenseiter erwähnt wurde, wie auch sein Kollege Roy Harper. Da ich die Artikel spannend fand, begab ich mich auf die Suche nach Alben und landete bei diesem. Solid Air ist sein viertes Studioalbum, erschien im Februar 1973. Hier zeigt er erstmals sein ganzes musikalisches Spektrum, neben den klassischen Folksongs gibt es mit Rather be the devil oder Dreams by the Sea die ersten Ausflüge auf der elektrischen Gitarre samt Echoplex-Effekten. Neben Blues kommen starke Jazzeinflüsse hinzu (für meine Ohren😊)

YES - Close to the Edge | 1972

Chris Welch, der Biograf der Band, erinnerte sich daran, dass er die Band während der einmonatigen Aufnahmezeit im Studio besuchte und dort nur Ausbrüche von Anarchie und Meinungsverschiedenheiten zwischen den Bandmitgliedern und einen erschöpften Tontechniker vorfand, der sogar vor Erschöpfung auf seinem Mischpult einschlief. Der Stress der Aufnahmen war zu viel für Schlagzeuger Bill Bruford, der die Band im Juli '72 verließ, um sich den anderen Prog-Rock-Legenden von King Crimson anzuschließen. Letztendlich resultierte der unglaublich anstrengende Aufnahmeprozess in dem bis dato meistverkauften Album der Band, dass in den USA Platz 3, in Großbritannien Platz 4 und in den Niederlanden sogar Platz 1 erreichte.
Close to the Edge könnte man als EP bezeichnen, wenn man bedenkt, dass es nur drei Songs lang ist. Der Opener "Close to the Edge" ist ein Meisterwerk des Prog-Rock.

Neu im Portal

Emmylou Harris - Wrecking Ball (1995)

Emmylou Harris........... Sie hat mein Herz mit ihrem wunderschönen Song "Boulder To Birmingham" aus dem Album -Pieces of the Sky- gestohlen. Ich kannte bereits "Roses in the Snow" und "Cimarron", aber jedes Mal war es mir ein bisschen zu countrylastig, so dass ich mir die Stücke herauspicken musste, die mich fesselten.
Wohlgemerkt: Ich habe nichts gegen Country-Einflüsse, aber reinen Country mag ich viel weniger. Damals kaufte ich dieses Album also nicht wegen Emmylou, sondern weil ich total auf den berauschenden Sound, den Daniel Lanois auf die Platten von U2, Peter Gabriel, Robbie Robertson, den Neville Brothers, Bob Dylan und auf seine unübertroffenen ersten beiden Soloplatten gebracht hatte, abfuhr.

STEVE HOGARTH – h-NATURAL 2022 - Christuskirche Bochum - 11.12.2022

Seit über dreißig Jahren prägt Steve Hogarth mit seiner Stimme wesentlich den Sound "seiner" Band MARILLION. Wenngleich diese Band sehr umtriebig ist, was Plattenveröffentlichungen oder Konzerte betrifft, findet Hogarth immer wieder Zeit, allein auf der Bühne zu erscheinen. Als besonders erfolgreich haben sich hierbei seine weihnachtlichen Solokonzerte herausgestellt. So geschehen eben auch im Dezember '22 in Bochum.
Pünktlich um 19 Uhr - das Konzert wurde um eine Stunde vorverlegt - betrat ein sichtlich bestens gelaunter Hogarth die Bühne. Gerade erst für das Publikum sichtbar, rieselte alsbald ein stürmischer Beifall auf ihn herab. Man merkte sofort: hier sitzen Fans, das wird ein Heimspiel. 

Big Star - #1 Record (1971)

Alle Voraussetzungen waren gegeben, aber es kam nie dazu, zumindest nicht zu dem Zeitpunkt, als es wichtig gewesen wäre und das war, als die Band noch existierte und sowohl Alex Chilton als auch Chris Bell noch zusammen waren. Der ganze Kult und die Tatsache, dass alle drei Big Star-Alben (Radio City und Third sind die anderen beiden) absolute Klassiker sind und im Alleingang für den Power-Pop verantwortlich waren, spielen keine Rolle.
Alex Chilton war ein Teenager-Rockstar, dessen raue Stimme, obwohl er damals erst 16 Jahre alt war, zum Markenzeichen von "The Letter", einem der größten Hits der 60er Jahre, der sich als Enzyklopädie des Rock mit brillantem Songwriting entpuppte.

Cream - Disraeli Gears

Neben den Spuren von "Fresh Cream" mit bluesiger Ausrichtung öffnete man sich nun auch dezenten psychedelischen Klängen und auch Pop, auf der Basis von Rock, jedoch nicht, ohne ansatzweise Strukturen des Blues außen vor zu lassen, zum Beispiel im gerade erwähnten "Strange Brew", das sich an Riffs von Albert King anlehnte. Wesentlichen Anteil an der Entwicklung mag auch der Poet Pete Brown gehabt haben, der verstärkt als Songwriter in Erscheinung trat. Doch besonders drückte sich der neue Stil auch aus durch Songs wie das geheimnisvoll wirkende "World Of Pain", Bruce mit hoher Stimme und Clapton mit Wah Wah-Gitarre, und dazu der mit seinem außergewöhnlichen Drive agierende Baker.

GAUPA - Myriad

Mit "Myriad" hat die in dem kleinen schwedischen Bergwerkstädtchen Falun gegründete Band ein Album geschaffen, welches ein Sammelsurium an Stilen zu einer Einheit verschmelzen lässt. Psych, Stoner, Doom wird mit leichten Prisen Folk oder auch Prog gewürzt, und im Ergebnis wird ein in jeder Sekunde spannendes Album präsentiert. Ein gewisser Retro-Charme, der auch Bands wie HONG FAUX, PRISTINE oder ARABS IN ASPIC umgibt, kann "Myriad" nicht abgesprochen werden. Dennoch wirkt es in keinem Moment wie aus der Zeit gefallen. Neben der phantastisch zusammenspielenden Band, die die schweren Bassläufe, die sägende E-Gitarre, die kraftvollen Drums oder kreischenden Rückkoppelungen liefert ist es immer wieder Emma Naslunds überragende Stimme, die jedem Song das gewisse Etwas verleiht und das Album frisch und unverbraucht klingen lässt.

MYSTERY, 09.11.2022, Musiktheater Piano, Dortmund

Mystery blühen auf der Bühne richtig auf und bringen ihre Stärken voll zur Geltung. In einigen Passagen geht es sogar in Richtung Progmetal. An einigen wenigen Stellen wird sich auch lässig den jazzigen Stimmungen gewidmet. Die stets hymnischen Gesangsmelodien haben ihren Ursprung eindeutig im Bereich AOR. Dennoch bleibt die instrumentale Begleitung immer schön auf dem melodischen Prog-Kurs. Sänger Jean Pageau, der vor einigen Jahren den damals zu Yes abgewanderten Benoit David ersetzt hat, dürfte ein großer Journey-Fan sein und im Übrigen gibt er auf der Bühne durchaus den agilen Performer. ...

Christian Muthspiel ORJAZZTRA VIENNA - Homecoming

Aktuell stellte ich den hervorragenden Überblick, "Diary 1989-2022, Selected Recordings", über das Schaffen des österreichischen Jazzmusikers Christian Muthspiel vor. Dort konnte man bereits durch den dort enthaltenen Titelsong des parallel veröffentlichten neuen Albums, "Homecoming", erahnen, was hier zu erwarten sein wird. Zitat: "CD 2 enthält den neuesten Song der Kollektion, "Homecoming", von der gleichnamigen parallel erschienenen Doppel-CD, die ich noch separat vorstellen werde. Aus meiner Sicht ist das ein sehr reifes und stimmungsvolles Arrangement, dass die Vorfreude auf diese aktuelle Veröffentlichung anheizt."

Duffy Power - Live At The BBC Plus Other Innovations

In etwa zeitgleich mit dieser BBC-Kollektion auf drei CDs erschien die Wiederveröffentlichung des Albums "Innovations" des britischen Musikers Duffy Power, der genau wie Alexis Korner oder John Mayall eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Blues und Rhythm & Blues britischer Prägung einnahm. Leider blieb er weniger bekannt, und dieses sicher zu Unrecht, was gerade auch das Album "Innovations" belegte.
Ein weiterer Beweis dafür wurde nun von Repertoire Records vorgelegt, in Form dieser Kompilation auf drei CDs, hier mit dem Output des Musikers für die BBC, den Zeitraum 1963-1997 abdeckend...

Historisches neu entdeckt - Randy Pie

Die ehemaligen Rattles Mitglieder Dicky Tarrach und Bernd Schulz, die in den Jahren 1963 bis 1967 mit den Rattles eine große Anzahl Hits Europaweit landen konnten, schmiedeten nach dem Ende der Rattles Zeit und frustrierenden Studionächten den Plan, sich nicht nur mit dem Einspielen fremden Materials zu begnügen, sondern wieder für eine eigene Band Songs zu schreiben und dem breiten Publikum zu präsentieren.

Ruphus - Coloured Dreams & Hidden Schemes

Ruphus, eine Band die es verdient hat, von uns neu erhört zu werden. Die Truppe stammt aus Norwegen und hat 7 reine Studio Alben eingespielt. Später kamen noch einige Kompilationen hinzu.
Hier möchte die Doppel CD „Coloured Dreams & Hidden Schemes„ ansprechen. Die Musik wird zu keiner Zeit langweilig. Die Tempi und Themenwechsel innerhalb des neuen Genres machen viel Freude. Besonders die musikalisch Qualität der Protagonisten möchte ich hervorheben. Der Gitarrist und der Tastenmann stechen hier für mich heraus.

Judge Smith - Curly's Airships

Das Ganze erinnert sehr an "Usher", ist allerdings durch die größere Besetzung zumindest instrumental abwechslungsreicher. Zu Beginn dachte ich erst, ich höre verlorene frühe VdGG Tracks, so ähnlich ist die Musik der ehemaligen Band. Allein mal wieder Bantons feines Orgelspiel zu hören lohnt die CD. Auch gesanglich erinnert Smith etwas an Hammill. Auf Dauer wirkt der Gesang für meine Ohren allerdings zu wenig abwechslungsreich.
Da es eine Songstory ist, wird die Geschichte eher erzählt, den wirklich gesungen. Auch ist Smith's Stimme in meinen Ohren nicht flexibel genug, um der Musik gleichwertiges entgegenzusetzen. Die Gastauftritte von Hammill oder Brown sind da angenehme "Unterbrechungen". Trotzdem, ein gelungenes Lebenszeichen von Judge Smith.

Chuck Wright's - Sheltering Sky

Alle elf Nummern sind auf einem sehr hohen Niveau angesiedelt und es ist ein wirklicher Hörgenuss, diesen zu folgen. Man muss sich allerdings bewusst darauf einlassen. Chuck Wright schrieb die meisten Songs selbst, andere mit Co-Autor Tim Janssens, oder teilweise mit seinen Gastmusikern, die er stark mit in die Arbeit eingebunden hat.
Ich muss auch wieder auf das besondere Coverart aufmerksam machen: hier ein Kunstwerk von Glen Wexler. Sehr eindrucksvoll und ehrwürdig der Geier, der der gleißenden Sonne über die trockene Weite entgegenfliegt. Bedrohend die Wolken, das Ganze im schwarz/weiß-Modus. Ist das die heutige Welt? Da Chuck Wright sich sehr für den Frieden in der Ukraine engagiert, könnte man es so interpretieren.
"Throwin Stones" ist separat als Benefiz-Single veröffentlicht worden, und ruft eindringlich auf, zu helfen und zu spenden. .

Wilco - Yankee Hotel Foxtrot (2002)

Von den obskuren und leeren Bildern, die in "Ashes of American Flags" und "Reservations" gemalt wurden, bis hin zu den perfekt komponierten, üppig orchestrierten Tracks "Heavy Metal Drummer" und "I'm the Man Who Loves You".
Die akustische und klassische Mischung von Klängen, die durch die beeindruckende Auswahl von Instrumenten wie Klavier, Streichinstrumenten und allen Arten von Percussion hervorgerufen wird, bringt die depressive und leicht apathische Stimmung, die Jeff Tweedy in seinen Texten ausstrahlt zum Vorschein und fängt den gleichgültigen Indie-Geist der späten 1990er und frühen 2000er Jahre ein.

Die Songs auf dieser Veröffentlichung sind alle faszinierend und mitreißend, besonders Tracks wie ...

Offa Rex - The Queen Of Hearts | GB 2017 | Folk, teils mit leicht psychedelischen Anleihen

Wie kommt ein US-amerikanischer Musiker namens Colin Meloy dazu, mit einer britischen Folksängerin namens Olivia Chaney ein Album aufzunehmen? Mit einer Künstlerin, die nicht einmal auf unserem Kontinent einen allseits bekannten Namen hat? Dieser US-Amerikaner ist offensichtlich sehr weit aufgestellt und gerne bereit, "über die Grenzen" zu schauen. Ansonsten wäre diese Kooperation wohl nicht zustande gekommen.
Rückblickend kann gesagt werden - welch ein Glück, dass Meloy (vielen als Kopf der US-Band DECEMBERISTS bekannt) auf Chaney zuging und eine Zusammenarbeit anfragte. Dem Vernehmen nach bot er ihr mit den Worten "wir (THE DECEMBERISTS) werden ihre Albion Dance Band sein" eine gemeinsame Tour an. Die Kenntnis dieser ebenfalls britischen Folkband (Albion Dance Band) scheint von einem großen Interesse Maloys an der britischen Folkmusik zu zeugen.


Burg Herzberg Festival 28.07. - 31.07.2022

Wie schrieb ich bereits 2013: Hitze, Haschisch, Hippies, Herzberg. Genau das traf auch heuer wieder zu, wobei die Hitze sich zum Glück in Grenzen hielt, mehr als gefühlte 30 Grad am Freitag waren zum Glück nicht zu verzeichnen. Einige Schauer sorgten dann an diesem Freitag auch für etwas Abkühlung – das es pünktlich zu Beginn des Spidergawd Auftrittes noch einmal richtig schüttete konnte Holger und mich nicht erschüttern, wir waren mit adäquater Regelkleidung gut vorbereitet. Im Verlaufe des sehr engagierten Auftrittes der Norweger (aus dem Dunstkreis von Motorpsycho, ...)

Ötte - Mayday

Auch musikalisch ist „Mayday“ eine Mischung aus gewohntem Ötte-Stoff und ambitioniert erkundetem Neuland. Seite 1 (um im Vinyljargon zu bleiben) bietet soliden, griffigen Deutsch-Rock klassischer Bauart, mit den programmatischen Titeln Mayday, Ratten, Glauben, Überleben und Hoffnung (letzteres ist sinnigerweise ein Instrumental). Auch wenn alles trübe erscheint, Ötte weigert sich einfach aufzugeben – da kommt dann doch der Rheinländer durch.
Auf Seite 2 gibt es dann mit Wann wird es geschehen tatsächlich einen über 19minütigen Longsong mit Progelementen und einem tollen Spannungsaufbau, der sowohl textlich als auch instrumental auf ganzer Linie zu überzeugen weiß. Eine mehr als gelungene Erweiterung des Ötte-Spektrums.

Mary Gauthier - Dark Enough To See The Stars

Verlust, Trauer, Liebe, die Kernthemen eines Albums, dass auf diese ehrliche Weise tief berührt, diese Eindringlichkeit ist nahe gehend. Tiefgehende Texte mit klarer Aussage, eingekleidet in ein Meer von Harmonie und schönen Melodien, das ist somit ein Album geworden, dass eindeutig aus der Menge der Veröffentlichungen dieses Genres herausragt und ganz hell strahlt. Und neben der Nähe zu Lucinda Williams muss ich eine weitere Kollegin erwähnen, die mich auch emotional ähnlich anspricht mit einigen ihrer Produktionen, und das ist Kathleen Edwards.

KAURNA CRONIN, 30.06.2022, Kulturcafe Lichtung, Köln

Kaurna, der immer wieder den Dialog mit seinen Zuhörern sucht, zeigt sich sehr froh nach der langen Zeit wieder zurück in Deutschland zu sein. Köln macht dieses Jahr den Auftakt zu seiner Reise durchs Land, in Sande wird am 23. Juli der letzte Gig sein, bevor es dann weiter nach Skandinavien geht. Denn man merkt ihm zu jeder Zeit an, dass er für die Liveauftritte und den Kontakt zum Publikum lebt und sichtlich Freude hat.
Obligatorisch ist auch, dass er sich zum Ende des Auftritts mit seinen Mitstreitern unter die Anwesenden mischt um mit ihnen zusammen „Hadn't thought of you that often“ zu intonieren – in Köln fand dies auf jeden Fall grossen Anklang und es wurde fleissig mitgesungen.

Idris Ackamoor & The Pyramids - Shaman!

Von den Musiktracks vermag ich keinen herauszuheben, es ist eine meist ruhige-meditative Atmosphäre, die erzeugt wird. Dazu werden dezente Flötentöne erzeugt, es gibt aber auch rhytmisch geprägte Teile, die durch männlichen und weiblichen Gesang oder auch Chorgesängen geprägt sind. Dominierend sind dabei die Saxophon-Impressionen, die Idris Ackamoor hier inszeniert, immer auf einer perkussiven Grundlage, die von Congas, Bass und Schlagzeug hergestellt wird. Dabei klingt das ganze sehr strukturiert, nie ausgeflippt. Wenn man sich erst ‚reingehört hat, kann man durchaus in einen leichten trance-artigen Zustand verfallen, sehr beruhigend!

GREEN ASPHALT - SAME

Musikalisch wechseln sich hier Folk, Prog und vertrackte Passagen ab. Das sehr homogene Zusammenspiel von Keyboards, Bläsern und Gitarre mit fein ausgearbeiteten Instrumentalparts mach den Song für mich zum Highlight der Scheibe. Dieser war auch auf dem letzten eclipsed-Sampler zu finden und der Grund dafür mich überhaupt mit der Gruppe und dem Album zu beschäftigen.
Die folgenden "Suit Yourself" und „200 Girls“ zeichnen sich insbesondere durch experimentellere Züge des Prog aus, auf Basis einer rhythmischen Session spielen die Songs mit ständigen Tempowechseln.

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