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Tipp des Monats

Oktober 2021 | The Felice Brothers - From Dreams to Dust

"From Dreams To Dust" ist ganz große Erzählkunst. Songs, die von den schönen und schlechten, den glücklichen und den traurigen Seiten des Lebens erzählen. Geschichten, eingehüllt in Melodien, die viele kleine Filme im Kopf ablaufen lassen. Sei es das Bewerbungsgespräch, von dem das Lied Money Talks erzählt, oder das im wahrsten Sinne des Wortes tottraurige Stück Be At Rest, in dem sich der Sänger fragt, was von ihm übrigbleiben wird, nach seinem Tod. Von Orgel und Chorgesang begleitet ist hier in der letzten Strophe auch der Titel des Albums wiederzufinden. Dort heißt es: "Seinem Sohn hinterlässt er einen wolkenlosen Himmel | Ein Paar schlecht sitzende Schuhe | Seiner Frau eine Kiste mit unentwickelten Negativen | Und eine Schüssel Zwiebelsuppe | Von Träumen zu Staub" - "From Dreams To Dust"

Wiederentdeckt

Oktober 2021 - The Who - Who's next

Passend zum Sound der 70er und das diesjährige Jubiläumsjahr, sind mir gleich 2 Alben eingefallen, die mich besonders inspiriert hatten und immer zu meinen All Time Inselplatten gehören werden.
Das erste ist DejaVu von CSN&Y und das „Pisser“ Album von The Who.
Mir liegt die 1995er Version vor mit einigen Bonussen darauf, die auf dem Album ebenfalls eine sehr gute Figur gemacht hätten. Da hat man gemerkt, wie vielseitig The Who sind und dass sie damals auf der Höhe ihres Zenit waren. Pete Townshend schrieb die Songs für „seine“ erste Rockoper, beziehungsweise für das vorgesehene Doppelalbum „Lifehouse“ und experimentierte erstmals mit dem damals erst herausgekommenen Synthesizer.

Der Sound der 70er! 50 Jahre ...

T. Rex „Electric Warrior“ | 1971

"Was er in kurzer Zeit erschaffen hatte, verfiel und was er danach erschuf, war letztlich nur noch unbedeutend. Somit sind die Folgealben für mich nur noch Randnotizen. Und seiner früher Tod am 16.09.1977 lässt auch die Frage offen, ob sein Comeback bemühen auf fruchtbaren Boden gestoßen wäre.
Wenn man mich gefragt hätte, ob Marc Bolan ein großartiger Komponist, Musiker oder Sänger gewesen sei, so müsste man diese Fragen allesamt mit nein beantworten. Es war aber die Kunstfigur des Glamrocks und auch seine Ausstrahlung, die ihm zu dem werden ließ, was er letztlich war und was er erreicht hat."

Frumpy „2“ | 1971

Von den Fans geliebt und vom deutschen Musikmagazin „Sounds“ total verrissen. So unterschiedlich war die Einschätzung seinerzeit. Ich selbst habe mich immer als Bewunderer dieser Band bekannt, allerdings habe ich es damals versäumt, sie zu mindestens einmal live gesehen zu haben. Viel schlimmer war allerdings die Tatsache, dass Frumpy bei ihrer 71er Tour in England zusammen mit Mott The Hoople nichts aber rein gar nichts reißen konnte. Wenn man bedenkt, welch Feuerwerk die Band gerade live versprühen konnte, ist dieses Desinteresse kaum nachvollziehbar. Zudem gab es persönliche Spannungen zwischen Kravetz und Baumann, die immer mehr zu Streitpunkten und später zur Trennung führten.

Amber - Pearls Of Amber | 1971

Das Duo Amber präsentiert Folk der 60er mit Psychelementen und einen Hauch indischer/ orientalischer Musik, der ausschließlich akustisch vorgetragen wurde. Es ist Musik, die gefühlvoll, gradlinig, rhythmisch und voller Harmonien herüberkommt. Man spürt geradezu die versprühende Freude, Melancholie und Nachdenklichkeit in den einzelnen Musikstücken. Es entwickelt sich ein Kosmos der berührenden Wohligkeit, zu der man bestens Abtauchen, Innehalten und in sich gehen kann. Letztlich vermittelt diese Musik Ruhe und Zufriedenheit.

Neu im Portal

Sam Burton: I Can Go With You (2020)

Geboren und aufgewachsen in Salt Lake City, brachte sich der Singer-Songwriter Sam Burton selbst Gitarre bei und spielte in lokalen Bands, bevor er nach Los Angeles zog und sich der Tourband des Singer-Songwriters Jess Williamson anschloss.
Er erregte Aufmerksamkeit mit einigen gut aufgenommene Kassetten und erhielt einen Plattenvertrag bei dem San Franciscoer Label Tompkins Square. Dort lernte er den Produzenten Jarvis Taveniere kennen, der auch Mitglied von Woods, einer in Brooklyn ansässigen Folk-Rock-Band, ist.

Randi Tytingvåg Trio - Trøsteviser For Redde Netter

Mit ihrer ausdrucksstarken und warmen Stimme, unterstützt von Dan Vagle und Erlend E. Aasland, bringt die Protagonistin eine ungeheuer interessante und vielschichtige Musik zu Gehör. Auf dem Auftaktsong, "Redde Netter", das müsste dann ja ein Song über angstvolle Nächte sein, nimmt sie ihre Stimme zart zurück und gestaltet ganz behutsam den Text, dabei vom heulenden und nächtlich-umheimlich wirkendem Sound einer singenden Säge untermalt. Ein leichter Walzerrhythmus lädt zum schunkelnden Träumen ein.

Michael Johnathon - The Painter

Jeder Song atmet einen eigenen Charakter, und stets sind es Kleinigkeiten und Nuancen, die die Atmosphäre perfekt abrunden, sei es das zarte Flötenspiel von Sharon Ohler, die Streicherarrangements, ein tupfendes Piano oder ein Akkordeon. Nicht jeder Song erinnert direkt an McLean, denn Johnathan verfolgt durchaus einen eigenen Ansatz, gelegentlich erinnert mich die Ausprägung einiger Titel stilistisch an solch eher unbekannte Kollegen wie Bat McGrath oder John Coster.

TRIALOGOS - Stroh zu Gold

Neo Doom Kraut? Doom und Krautrock haben hier klar ihre Spuren hinterlassen, die Musik von Trialogos nimmt allerdings auch weitere Einflüsse auf, die den einzelnen Stücken jeweils einen sehr unterschiedlichen Charakter verleihen. So geht es mit Lavu Santu recht „doomig“ los, langgezogene, kratzige Gitarrenschleifen über flächigen Synthies erwecken den Eindruck einer postapokalyptischen Szenerie. Das Titelstück zeigt sich dann von einer klar krautrockigen Seite, ganz im Stil von Bands wie Neu! liegen über einem motorisch treibenden, monotonen Rhythmus allerlei elektronische Geräusche.

Christopher Paul Stelling „Best Of Luck“ -2020-

Nach den Jahren der Rastlosigkeit legte Stelling vor der Entstehung seines 5. Albums „Best Of Luck“ eine längere Pause ein, um wieder zu sich selbst zu finden. Dadurch fand er die nötige Ruhe und Gelassenheit, die sich auf diesem Album perfekt widerspiegelt. Die isolierende und meditative Erfahrung erwies sich als fruchtbar und ein leuchtendes Beispiel dafür, wozu Stelling als Songwriter fähig war. An der Entstehung war Ben Harper maßgeblich mitbeteiligt, der nicht nur als Produzent, sondern auch als Mitmusiker auftrat.
Es ist im Großen und Ganzen wieder einen Schritt zu seinen musikalischen Wurzeln zurückgekehrt, also die Musik, die durch ihre spärliche Begleitung ihre Strahlkraft vermittelt bekommt.

Kungens Män - Trappmusik | Schweden 2020 | Psychedelic-, Kraut-, Spacerock

Man nehme einen ausreichend großen Shaker und fülle ihn mit erlesenen Zutaten: Ein Happen Kraut, eine Prise Psychedelic, ein kräftiger Schuss Space, eine kleine Schippe Jazz. Füge ein dickes, fettes Saxophon hinzu, ergänzt durch Drums und Gitarre, Synthie und Bass. Nun fehlt ein erfahrener Keeper, der das ganze ordentlich durchschüttelt und voilà - fertig ist ein schmackhaftes Gebräu aus schwedischen Landen.
Ein Kunststück dieser Scheibe macht für mich aus, wie es ebenso von Psychedelic-Freunden und auch Krautern, Spacerockern oder Proggern gehört werden kann. Ein herrliches Gebräu!

Ralph Mothwurf Orchestra - Zelt

Heute lässt mich das Ralph Mothwurf Orchestra in sein "Zelt". Der aus Linz stammende österreichische Komponist, Dirigent und Musiker Ralph Mothwurf stellt mit seinem zweiundzwanzig-köpfigen Orchester etwas vor, dass Grenzen zu sprengen scheint. Zunächst vermutet man anhand der Vielzahl der Musiker sicherlich gewohnte Bigband-Klänge, doch außer, dass entsprechende Arrangements solcher Formationen hier sicher auch Anwendung finden, hat der Komponist hier offensichtlich angestrebt, eine Verschmelzung von Traditionen zeitgenössischer Moderne und Jazz zu vollstrecken. Dieses gelingt mit den verschiedenen Musikern/innen vorzüglich...

Arabs In Aspic | First (2003) and Last (2020) | Norwegen

Schwere, satte Gitarrenläufe, fette Orgelklänge, prog- und psychedelicdurchtränkter Sound kennzeichnen das Debut der Norweger. Ja, die tonnenschweren Gitarrenriffs erinnern an BLACK SABBATH. Das war es aber noch nicht mit der Reminiszenz an diese Band - der Band, die ARABS IN ASPIC möglicherweise erst begründete. Deren Verehrung lauert in vielen Einzelheiten der Stücke auf dieser EP um die Ecke.
Mit "Madness and Magic" ist 2020 das derzeit letzte Album der Band erschienen. Nach dem freudig aufgenommenen Debut war ich sehr neugierig darauf, was sich bei ARABS IN ASPIC in den vergangenen 17 Jahren getan hat. Ist die Band ihren Wurzeln treu geblieben? Wie hat sie sich entwickelt, ist das noch die Band der Anfangszeit?

Wrekmeister Harmonies - Light Falls

Die Spannung zwischen leisen Parts, fast friedlichen und sanften Klängen und lauten Ausbrüchen, verstärkt mit Schlagzeug und brazenden metallischen Gitarrenklängen zieht sich durch das komplette Album.
Mit den Musikern von Godspeed You! Black Empereor ist es Wrekmeister Harmonies gelungen, die von Levi beschriebenen Grausamkeiten in Töne, in eine nachempfindbare Klangwelt zu verwandeln. Eine auch ohne viele Worte auskommende nicht nur als bedrückend und düstere empfundene Welt, die jedenfalls die Aufmerksamkeit des Hörers fordert um verstanden zu werden.

Dool - Here Now, There Then (2017)

Dool wurden 2015 in den Niederlanden gegründet und sind durch die Rhytmusgruppe der verblichenen The Devil´s Blood mit gewissen Vorschusslorbeeren gestartet. Im Jahr darauf spielte man schon auf den Roadburn, also ein durchaus respektabler Start. 2017 erschien dann mit „Here Now, There Then” das Debut-Album, welches sehr gut angenommen wurde.
Die Hinweise Metal Hammer und Devils Blood führen musikalisch aber ein bischen in die Irre wie ich finde. Da schwirren Label wie Occult-Rock oder Progressive-Metal durch den Raum, die Band selbst nennt wohl Sisters of Mercy und Sonic Youth als Einflüsse.

Erik Cohen - Northern Soul | Deutschland 2021

Kurz und knackig auf den Punkt gebracht: Das Album hätte locker in der Schublade "Neue Deutsche Welle" einsortiert werden können. Kräftig auf die Lauscher drücken die Songs, die auch ein Plätzchen in der Kategorie Punk, Hardrock oder Metal beanspruchen könnten. Mich hatte es sofort an beispielsweise Extrabreit, streckenweise an Achim Reichel erinnert. Allzeit dominant, natürlich neben der markanten Stimme, ist die Starkstromgitarre, die permanent unter Stress zu stehen scheint. Feinste Rocksongs, immer nur geradeaus, keine Schlenker oder Umwege, Speed ist angesagt. Das ganze gewürzt mit feinen Texten.

Logan Richardson - Afrofuturism

Ist es Jazz? Oder nicht? Jedenfalls gilt der 1980 in Kansas City geborene Saxofonist Logan Richardson als Jazzmusiker. Denn nach einer kurzen Ansage von Stefon Harris hört man zwar ein Saxofon, doch vernehme ich harte Fusion-Klänge im Jazz Rock-Gewand. Dabei steht das wummernde Schlagzeug ziemlich stark im Vordergrund, ich meine, etwas zu präsent, weil sich dahinter teilweise ein verflochtener Klangbrei verbirgt, der einen breiten Klangteppich dazu bildet. Zu dem Song hat sich Richardson wie folgt geäußert: Frank Zappa, Queen, Brian Wilson and Radiohead meets Schoenberg in a sci-fi 80s lounge.

Annie Keating - Bristol County Tides

Der Songreigen startet mit knochentrockenem Rock, satte Riffs und ein treibender Groove, so hätten ihn unter anderem auch die Rolling Stones oder etwa Dave Edmunds spielen können, "Third Street" setzt Zeichen. Doch "Kindred Spirit" ist schon anders, hier assoziiere ich spontan Songs von The Band, in deren schleppenden und lasziven Stil, aber auch das andere aus dem großen Topf Americana könnte ich hervorzaubern, um diesen Sound zu beschreiben, der total cool kommt.
Ja, das achte Album bietet erneut Americana vom Feinsten. Mittels einer herrlich entspannten Atmosphäre, die mich gedanklich mitunter auch in Richtung Lucinda Williams oder Kate Campbell führt, ...

Helsinki-Cotonou-Ensemble - Same

Wie las ich jüngst zur musikalischen Einschätzung dieser Band? Weather Report meets Fela. Also stellt man sich diese besondere Art der Fusion von Weather Report (nur - welcher Zeitraum war gemeint?) vor in Verbindung mit der afrikanischen Fusion-Musik von Fela Kuti. Das Helsinki-Cotonou Ensemble besteht auf finnischen und afrikanischen (aus Benin, Westafrika) Musikern.
Entstanden ist die Band im Jahre 2012, als drei finnische Musiker nach Benin reisten, und sich mit dem Sänger und Perkussionisten Noel Saizonou zusammenschlossen. Musiker aus der Stadt Cotonou wirkten nachfolgend mit und der Name der Band war geboren, Helsinki-Cotonou-Ensemble.

Fabrice Martinez, Laurent Bardainne & Thomas de Pourquery - Drôles de Dames

Und schon wieder bin ich auf der Suche. Auf der Suche nach einer Schublade. Nach einer Schublade, in die ich diese Musik stecken kann. Hinter dem Ganzen steckt der französische Saxophonist, Sänger und Komponist Thomas de Pourquery, bekannt als "New Prophet of Jazz". Mit zwei weiteren Musikern hat er das gemeinsame Album "Drôles de Dames" veröffentlicht.
Den Begriff "Drôles de Dames" kenne ich in Verbindung mit der US-amerikanischen Fernsehserie "Charlie's Angels". Ob und inwieweit diese Produktion damit in Verbindung gebracht werden sollte oder in Verbindung gebracht werden sollte, ist mir nicht bekannt. Darum lasse ich es einfach einmal so stehen und verweise auf die einleitenden Worte von Éric Delhaye im Booklet der CD.

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