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Tipp des Monats

Juni 2019 - The Matthew Herbert Brexit Big Band - The state between us

Diese Aufnahme ist als Statement zum Brexit gedacht, begonnen am Tag des Referendums und erschien am geplanten Austrittsdatum. Herbert reiste dafür mit seiner Big Band zwei Jahre lang quer durch Europa und spielte etliche Konzerte und nahm diese und weitere Studioaufnahmen als Grundlage für dieses Mammutwerk.



Wiederentdeckt

Juni 2019 - Tempest - Same

(...)Als ich letzte Woche vor dem CD-Regal stand, fiel mein Auge auf eine CD, die ich schon sehr lange nicht mehr gehört habe und an deren Musik ich mich kaum noch erinnern konnte. Also die CD geschnappt und ab ins Auto und los. Was ich noch wusste, war, dass der Schlagzeuger John Hiseman war und es sich um seine Band zwischen Colosseum und Colosseum II handelte. Die Rede ist natürlich von der Band Tempest und hier im Speziellen von dem Debutalbum von 1972 mit gleichem Namen.

Neu im Portal

Bruce Springsteen - Western Stars

Auf diesem Album erleben wir nicht den karo-hemdsärmeligen Worker, der seine Songs, unterstützt von seiner E-Street-Band, in ein paralysiertes Publikum schreit. Hier hören wir Springsteen leise und verhalten, Springsteen als famosen Storyteller. Meist spartanisch instrumentiert starten seine Geschichten, um ab und an in orchestrale Höhen zu steigen. Und - der Mann kann singen. Wenngleich ich das auf seinem Album "The Ghost of Tom Joad" bereits ahnte oder nach seinem wunderschönen Soundtrack-Song Lift Me Up bereits wusste, war ich hier ob seiner Vielfalt doch überrascht ...

CARA, Live 13.06.19 - Alter Bahnhof, Hützemert

CARA spielen traditionell angehauchten keltischen Folk, vorwiegend mit irischen und schottischen Einflüssen. Und schon bei den ersten beiden Stücken merkte man dem Quartett an, dass es viel Spaß am Musizieren hat und den Kontakt zu seinem Publikum sucht. Die gute Laune der Musiker übertrug sich dann auch ganz schnell auf das Publikum. Bereits nach zwei Stücken wurde eifrig mitgeklatscht und für besondere solistische Leistungen erntete die Band begeisterte Zwischenrufe. Kurzum: es herrschte eine ausgelassene Stimmung zu der insbesondere die fröhlichen und schwungvollen irischen Traditionals bestens passten.

Louise Lemón - A Broken Heart is an Open Heart

"...Unaufgeregt, minimalistisch, in wenigen Minuten großes gestalten, wären die Schlagworte, die mir momentan spontan einfallen. Neben der unaufdringlichen aber wirkungsvoll eingesetzten Stimme der Dame ist es der musikalische Rahmen, der mit wenigem aber um so prägnanter Akzente setzt. Hier ein düsteres Piano im finstersten Moll, dort ein kraftvoller Bass, eine verzerrt psychedelische Gitarre ganz kurz im Hintergrund oder deutlich als Leitmotiv. Um mal kurz in die Malerei abzuschweifen. Mit wenigen Pinselstrichen wurde ein ausdrucksstarkes Gemälde geschaffen!"

Lamchop - 26.04.2019 Live Funkhaus Berlin

Mit dem rein akustischen und sehr ruhigen „Flower“ verabschiedet sich dann Kurt kurz für eine Minipause, während seine Band mit dem instrumentalen Einstieg in den Longtrack „The Hustle“ vom Album „Flotus“ in einen sehr hypnotischen zweiten Teil des Konzertes startet. Mit „Gone tomorrow“ (von „Mr. M“) wird noch ein älterer Song eingeschoben bis zum fulminanten Finale das bissige „Up with people“ (von „Nixon“ aus 2000) frenetisch vom Publikum gefeiert wird.

Fazit: ein aus meiner Sicht atmosphärisch dichter Auftritt, gestützt durch ein hervorragendes neues Album, in einer absolut tollen Location. Ich bin froh, dass Kurt und ich uns nicht haben scheiden lassen – Happy ending……..

J.S. Ondara - Tales of America

Man glaubt ihm, was er singt. Nichts wirkt, auf Charts und Dollars schielend, kalkuliert, sondern scheint durchweg seinen Gefühlen und Erfahrungen zu entspringen. Inspiriert wurde er, so ist zu lesen, von seinen Vorbildern Bob Dylan, Neil Young oder Ryan Adams - allesamt Musiker, die etwas zu sagen haben. So scheint das, was er auf seinem Debutalbum hervorbringt, nicht verwunderlich.
Verwunderlich ist allenfalls die Tatsache, wie es sein kann, so jung so alt und weise zu klingen. Der Musikwelt eine solche Duftmarke vor die Füße zu werfen.

Aki Takase Japanic - Thema Prima

"Balsam für die Nerven ist die Miniatur “A Goldfish In Space“, in knapp eineinhalb Minuten unterhalten sich Saxofon, Bass und Schlagzeug miteinander, niemand stört die Drei dabei, dieser Jazz ist improvisiert und fließt sehr angenehm dahin, die Musik erinnert mich stark an skandinavischen Jazz zu Beginn der Siebziger. So Manche/r mag es als störend empfinden, wenn sich DJ IIIVibe einschaltet, ja, er „zerstört“ in der Regel auch oft eher bestehende Strukturen als dass durch seinen Einsatz etwas Gewinnbringendes entsteht, so scheint es jedenfalls zunächst, oberflächlich betrachtet..."

RPWL und Aaron Brooks Live

...Dass sie als Pink Floyd Coverband begannen, hat man immer wieder gemerkt. Musikalisch bewegen sie sich im melodiöserem Artrock, da, wo sich auch Eloy, Pendragon, Marillion etc. bewegen. Ich erwischte mich ab und an dabei, wie ich mir die Musik im ELOY-Stil vorstellte, wenn sie mal längere Instrumentalparts spielten. Die Verwandschaft dazu war stellenweise recht nah :-). Die Auswahl der T-Shirts im Publikum war bezeichnend: Arena, Roger Waters, Porcupine Tree, Transatlantic waren häufiger zu sehen, auch der Altersdurchschnitt lag bei meiner Generation, es gab aber auch jüngere (<40Jahre;-)).

Shiregreen - References

Der neueste Streich von SHIREGREEN um den Songwriter Klaus Adamaschek aus dem nordhessischen Rotenburg ist ein ganz besonderes Konzeptalbum. Denn auf „References“ huldigt Adamascheck seinen musikalischen Vorbildern und Weg- ja man kann sagen Lebensbegleitern wie JOHN FOGERTY, TOWNES VAN ZANDT, BOB DYLAN, NEIL YOUNG, LEONARD COHEN oder JOAN BAEZ. Dabei ist man jedoch nicht den einfachen Weg des Coverns gegangen, sondern Adamaschek hat selbst Songs verfasst, die nicht nur den gewürdigten Songwritern huldigen, sondern auch deren Stil abbilden und Spirit einfangen.

Black Lung - Ancients

"...Das Songmaterial ist darüber hinaus ohnehin über jeden Zweifel erhaben, sei es beim psychedelischen Kraftfutter Mother Of The Sun, dem klassisch angelegten, mit Post Rock Elementen verfeinerten Titelstück, dem spaceigen Gone oder dem mit Tony Iommi-Gedächtnisriffs versehenen Voices.

Dazu der charismatische Sänger Dave Cavalier mit seiner beseelten Performance, fertig ist ein Album, das das Zeug zu einem modernen Klassiker hat."

Kuhn Fu - Chain The Snake

"...“Oswaldo's Waltz“ ist ein wenig anders geprägt. Ein stoischer langsamer dumpfer Rhythmus schleicht sich durch den Song, fast schon dem Trommelschlag nordamerikanischer Ureinwohner folgend, dazu krächzende Klänge der Klarinette, eingeworfene Entwürfe der Gitarre, alles in einem in Trance versetzenden Modus. “Wolf's Muckenkogel“ lässt aufgrund des Trommelns zunächst einen bevorstehenden Surf-Song vermuten, bis dann ein Chor, der einen Gegenentwurf zum Chor der Don Kosaken vorstellen könnte, die Stimmung an sich reißt, die melancholische Melodie dann aber von der Gitarre aufgegriffen wird."

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