Grace Cummings - Ramona

eine imposante Stimme!!!!

 
firebyrd
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Grace Cummings - Ramona

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Gepostet: 14.05.2024 - 17:44 Uhr  ·  #1
Grace Cummings - Ramona

Grace Cummings aus Melbourne legt mit "Ramona" ihr mittlerweile drittes Album vor. Im Gegensatz zu den doch sehr minimalistischen Arrangements des Vorgängers "Storm Queen" wird nun teils üppig aufgetischt. Auf ihrem Debüt klang das noch ein wenig nach einer Mischung aus Folk/Sixties-Revival und zeitgenössischem Rock, und schon erweitert die Dame ihr musikalisches Spektrum.

Tatkräftig unterstützt hat sie hierbei der Multiinstrumentalist und bekannte Produzent Jonathan Wilson, der sicher verantwortlich ist für diese aufwändig orchestrierten Klanggebilde, die zwar nicht ganz an den "Wall Of Sound" von Phil Spector heranreichen, aber doch ein wenig in diese Richtung schreiten, wenn zum Beispiel scheppernde Perkussion und satte Streicherarrangements zu hören sind, und das sogleich im Eröffnungssong recht eindrucksvoll. Und darüber strahlt dann diese außergewöhnliche und sehr interessante Stimme der Protagonistin, die vieles abdeckt von zart bis rau und dreckig. Und wenn dann der eine oder andere Song erklingt, besonders ergeht mir das mit "Work Today (and Tomorrow)", dann denke ich spontan an Dusty Springfield. Somit stelle ich fest, welch großer Umfang und welche individuelle Ausdruckskraft in der Stimme stecken.

Und damit drückt sie dann auch ihre selbst verfassten Texte aus, die im separaten Booklet beigelegt sind, und diese Lyrik ist durchaus tiefgehend. Der Titel der Platte soll angeblich in einem Zusammenhang mit einem Song von Bob Dylan stehen, "To Ramona". Nun, mitunter könnte man tatsächlich darauf kommen, dass dessen Geist gelegentlich durch einzelne Songs zu schweben scheint, besonders fällt mir das auf bei "Without You".

In Zusammenarbeit mit Wilson sind elf Songs entstanden, die ihre Gestaltung aus verschiedenen Quellen speisen, weiterhin ist es auch Folk, dann schwenkt es gelegentlich auch in Richtung Pop, Chamber Pop, Dramatik macht sich bisweilen breit, kleine psychedelische Schlenker, mystische Passagen, balladeske Bearbeitungen wie "A Precious Thing", hier ganz warm und elegant und ein wenig in die Magengrube zielend angereichert durch das Arrangement mit Streichern und Bläsern, einige orientalisch-asiatische Elemente beinhaltend, und somit wirklich im Sinne des Titels sehr wertvoll. Und mit energisch-kraftvoller stimmlicher Präsenz verabschiedet sich die Protagonistin, nur vom Piano begleitet, mit "Help Is On It's Way", aus einer Platte mit recht ungewöhnlicher Musik, die letztlich auch reichlich Raum für Assoziationen bietet, zum Beispiel fällt mir noch Nick Cave ein, insofern mag man das Eine oder Andere vielleicht bereits in ähnlicher Form hat hören können, doch mittels dieser Zusammenarbeit zwischen Cummings und Wilson ist ein durchaus imposantes Werk gelungen.

Grace Cummings (vocals, guitar, piano)
Jonathan Wilson (drums, percussion, fuzz guitar, electric guitar, 12 string guitar, pedal steel guitar, bass XI, banjo, backing vocals, organ)
Drew Erickson (piano, organ, synths, Wurlitzer, string and horn arrangements)
Gabe Noel (double bass, fretless bass, cello)
Cahill Kelly (guitar)
Lain Pocock (bass)
CJ Cameieri (horns)
Ny Oh (backing vocals)
Grant Milikin (vibraphone)
Andrew Burbrock (violin 1)
Paul Cartwright (violin 2)
Zack Dellinger (viola)
Christine Kim (cello)
Mary Lattimore (harp)

1 Something Going 'Round
2 On and On
3 I’m Getting Married to The War
4 Love and the Canyon
5 Work Today (and Tomorrow)
6 Everybody’s Somebody
7 Common Man
8 Without You
9 Ramona
10 A Precious Thing
11 Help is on its Way

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