Big Brother & The Holding Company - Sex, Dope & Cheap Thrills

So bereitet es erneut Freude, jeweilige Lieblingssongs noch einmal in anderer Stimmung zu erleben.

 
firebyrd
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Big Brother & The Holding Company - Sex, Dope & Cheap Thrills

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Gepostet: 27.04.2024 - 17:33 Uhr  ·  #1
Big Brother & The Holding Company - Sex, Dope & Cheap Thrills

Das Original-Album hatte ich vor Jahren bereits einmal kurz vorgestellt, hier:

forum/topic.php?p=697585#real697585

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"Sex, Dope & Cheap Thrills", so sollte das Album ursprünglich heißen. Was daraus wurde, ist bekannt. Mit “Cheap Thrills“ legte die 1965 in San Francisco gegründete Band Big Brother & The Holding Company im Jahre 1968 ihr zweites Album vor, und erreichte damit nach dem weniger erfolgreichen Debüt die Nummer 1 der Billboard-Charts in den USA, wahrscheinlich als Folge des Auftritts beim Monterey Festival 1967. Aushängeschild war von Beginn an sicher ihre Sängerin, Janis Joplin, die sich nach dem Album von der Band trennte, um eigene Wege zu beschreiten, den Gitarristen Sam Andrew nahm sie jedoch mit.

"Sex, Dope & Cheap Thrills" präsentiert insgesamt 30 Songs auf einer Doppel-CD, dazu zählen 29 Studio-Outtakes (25 davon bisher unveröffentlicht) aus den legendären Studio-Sessions des Jahres 1968. Grace Slick, die Sängerin von Jefferson Airplane und David Getz, der Drummer von Big Brother & The Holding Company haben Liner Notes beigesteuert. Mit dieser Kollektion kann man die Atmosphäre jener Tage im Studio, als das legendäre Album entstand, nachträglich Revue passieren lassen. Dabei bemerkt man, wie gut die Musiker untereinander harmonierten, wahrscheinlich besser, als es Janis Joplin danach gelang, zumindest, was diese ganz spezielle Stimmung, diese rauen und unverfälschten und direkt aus dem Bauch heraus entstandenen Songs, angeht. Hier wirkte alles noch erdiger und bluesiger und weniger geglättet wie später.

Fünf der 30 Tracks, die auf der Doppel-CD zu hören sind, wurden bereits veröffentlicht. Das sind “Summertime (Take 2)“ (erschienen auf der 1993er-Kompilation ‘Janis‘); “Roadblock (Take 1)“ (aus dem 1999er Re-Issue von ‘Cheap Thrills‘); “It’s A Deal (Take 1)“ und “Easy Once You Know How (Take 1)“ (beide zu hören auf der 1999er ‘Rare Pearls‘, aus dem CD-Set ‘Box Of Pearls‘) und “Magic Of Love (Take 1)“ (aus dem anlässlich des Record Store Days veröffentlichten ‘Move Over‘). Die einzige Live-Aufnahme des Original-Albums, “Ball and Chain“, gibt es hier noch einmal als alternative Version aufgenommen am 12. April 1968 im Winterland Ballroom in San Francisco.

Interessant ist auf jeden Fall, dass alle diese Songs in diesen Versionen nicht identisch sind mit jenen der Original-Veröffentlichung. So bereitet es erneut Freude, jeweilige Lieblingssongs noch einmal in anderer Stimmung zu erleben. Mich faszinieren dabei persönlich “I Need A Man To Love“, “Summertime“ und “Farewell Song“. So mag Jede/r eigene Lieblingstitel haben, jedenfalls ist die Veröffentlichung dieser Songs ein wahrer Volltreffer für alle Fans und für Alle, die mit dem Namen Big Brother & The Holding Company nichts anfangen konnten.

Die tolle Blues-Atmosphäre einiger Songs, andere wiederum stark mit Soul getränkt, und die psychedelische Färbung des Rocks machen den besonderen Reiz dieser Musik aus, die sicher stellvertretend für die damalige Generation, besonders an der Westküste der USA, steht. Dazu Dave Getz, der Schlagzeuger, in seinen Liner Notes:
Es scheint, als habe “Cheap Thrills“ die Zeiten überdauert. Vielleicht deshalb, weil es das größte Werk einer großartigen Künstlerin ist – Janis Joplin. Hier ist aber auch hautnah zu spüren, was Big Brother & The Holding Company als Band ausmachte und ich würde sogar sagen, dass Big Brother und Janis mit ihrem Sound die psychedelische Gegenkultur San Franciscos verkörperten.

Janis Joplin (vocals)
James Gurley (guitar, vocals)
Sam Andrew (guitar, vocals)
Peter Albin (bass)
David Getz (drums)

CD 1:

1 Combination of the Two (Take 3)
2 I Need a Man to Love (Take 4)
3 Summertime (Take 2)
4 Piece of My Heart (Take 6)
5 Harry (Take 10)
6 Turtle Blues (Take 4)
7 Oh, Sweet Mary
8 Ball and Chain (live, The Winterland Ballroom, April 12, 1968)
9 Roadblock (Take 1)
10 Catch Me Daddy (Take 1)
11 It’s a Deal (Take 1)
12 Easy Once You Know How (Take 1)
13 How Many Times Blues Jam“
14 Farewell Song (Take 7)

CD 2:

1 Flower in the Sun (Take 3)
2 Oh Sweet Mary
3 Summertime (Take 1)
4 Piece of My Heart (Take 4)
5 Catch Me Daddy (Take 9)
6 Catch Me Daddy (Take 10)
7 I Need a Man to Love (Take 3)
8 Harry (Take 9)
9 Farewell Song (Take 4)
10 Misery’n (Takes 2 & 3)
11 Misery’n (Take 4)
12 Magic of Love (Take 1)
13 Turtle Blues (Take 9)
14 Turtle Blues (last verse Takes 1-3)
15 Piece of My Heart (Take 3)
16 Farewell Song (Take 5)

hmc
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Re: Big Brother & The Holding Company - Sex, Dope & Cheap Thrills

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Gepostet: 28.04.2024 - 10:09 Uhr  ·  #2
Das die Dame dort gesungen hat, ist mir tatsächlich entgangen.
Amazone Musik wird mir sicherlich einige Testtitel bieten.

Junger Mann, Du bist aber fleißig.
Danke sehr.
badger
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Re: Big Brother & The Holding Company - Sex, Dope & Cheap Thrills

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Gepostet: 28.04.2024 - 22:02 Uhr  ·  #3
Als Janis Joplin beim Monterey Festival die Bühne betrat, war das sicherlich einer der grandiosesten Momente
der Rock-Musik-Geschichte. Hab den Auftritt bestimmt 20 Mal angesehen und jedesmal wieder bleibt der Mund
offen vor ungläubigem Staunen;
genau wie damals auch bei den im Bild festgehaltenen Mama Cass und Brian Jones.

Die hier so trefflich vorgestellte CD (bravo!) kann also nur gut und wichtig sein, bietet sie doch schon (fast)
die wichtigsten Einspielungen von Janis mit Big Brother.

Alte Fans haben das Meiste davon schon aus diversen regulären und weniger regulären Quellen, aber wer
noch völlig unbestückt ist, sollte zugreifen.

Leider wollen viele oberflächliche Betrachter allerdings nicht zur Kenntnis nehmen, daß noch vier Musiker
am Werk waren;
schon lange bevor Janis dazu kam und noch lange, nachdem sie uns verlassen hatte.

Da wurden Big Bros oft als 'unwichtig' apostrophiert; welch hahnebüchener Unsinn ist das aber,
wenn man den beiden hervorragenden Gitarristen James Gurley und Sam Andrews oder
der Rhythmussection mit Peter Albin (Bass) und David Getz (Drums) zuhört.
Sie konnten alle spielen und vielleicht war es sogar ein Fehler, Janis in die Band zu nehmen,
denn das war eine Sackgasse, aus der man nie mehr herauskam.


Ich hab sie später noch live erlebt, sie blieben jahrelang eine Klasse-Truppe.

Es gibt eine hervorragende DVD-Biographie; 'Nine Hundred Nights' mit u.a. völlig unveröffentlichten Stücken
und Live-Bildern aus der Zeit vor Janis (und auch ein paar bitteren, aber nachvollziehbaren Komentaren über
das ewige Zurückgesetztwerden).

Sicherlich, die Dead, Airplane und Quicksilver wären ein bißchen höher anzusiedeln, aber wenn man die Essenz
der San Francisco-Szene sucht, gehören Big Brother unbedingt dazu.
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