Sleep-Holy Mountain

Nimm einen Joint, mein Freund

 
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Sleep-Holy Mountain

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Gepostet: 01.04.2020 - 22:19 Uhr  ·  #1
A rock band originally from San Jose California.
"Drop out of life with bong in hand"

Sleep!
Aus der Asche von "Asbestosdeath"(Hardcore/Punk) entstanden, sind Sleep weniger Erfinder eines Genres das unter dem Begriff "Stoner-Rock" zu Anfang noch lebendig und innovativ war, aber irgendwann nur noch Stillstand bedeutete, als unbewusste Wegbereiter. 1990 gegründet, erschienen trotz einiger Tiefen und wenigen Höhepunkten
2018
The Sciences
2003
Dopesmoker
1999
Jerusalem
1992
Holy Mountain
1991
Volume One

Das erste Album war in der Tradition der Urväter des Doom, Black Sabbath, zu verorten. Ein Umstand der Sleep beim zweiten Album zu einer Kurskorrektur veranlasste. Von der rohen Urgewalt des Debüts hin zu vermehrt rockigen Klängen und deutlich mehr Heavy Metal als z.B. Kyuss.
Holy Mountain(auch als Sleep`s Holy Mountain veröffentlicht)ist für viele heilige Gral wenn es um das Album geht, dass den Weg für Stoner-Kläge in fast allen denkbaren Variationen ermöglichte.
28 Jahre zuvor hatte ich dieses Album zum ersten und auch letzten mal gehört! Aus damaliger Sicht war das weder Fisch noch Fleisch. Genauso wie guter Wein seine Zeit braucht, musste auch meine Zeit der Reife und Erkenntnis erst langsam kommen.

Wenn ich 1992 das die CD eröffnende "Dragonaut" ganz pauschal als blutarmes Black Sabbath Deivat abgetan hatte, ist zwar im erneuten Hördurchgang eine latente BS Grundtendenz vorhanden, über der aber unüberhörbar ein psychedelischer Überbau steht, der wiederum die Nähe zu Blue Cheer oder Mountain nicht leugnen kann. Der nachfolgende "Druid" hatte offensichtlich ein paar kreative Kräuter in der Pfeife, was in den folgenden Minuten zu einem Par Force Ritt durch die Geschichte des siebziger Jahre Hard Rock animierte. Versucht euch vorzustellen das Leslie West, Tony Iomi und Randy Holden sich leicht benebelt zu einem Gitarenduell getroffen haben. Den dritten Titel hätte ich fast übersprungen, weil die ersten Takte zu sehr an die Vorläuferband erinnerten und es ein wenig dauert, bis "Evil Gypsy / Solomon's Theme" aus dem Mustopf kommt. Aber auch hier zeigt sich schon ein in späteren Jahren deutlicher zum tragen kommendes Element. Ausufernde Jams, hier noch mit sieben Minuten recht moderat gehalten. Beim Gesang mag die Nähe zu Ozzy Osbourne gewollt sein und während ich darüber noch nachdenke ertönt auf einmal Blue Grass! Ach so, war nur der Anfangen von "Some Grass". Wo der schwermetallische Anteil ganz klar die Oberhand hat. Ein Titel ganz entspannt im hier und jetzt. Fast schon untypisch für das bisher gehörte ist "Aquarian". Da war nicht "Some Grass" im Spiel sondern eine ganze Wiese Ich liebe im übrigen abgrundtiefe Bassmassagen und davon gibt es durchgängig reichlich.
Bei aller(nachträglichen)Freude diesem Album eine weitere Chance gegeben zu haben, ertappe ich mich immer wieder dabei, einen Vergleich zwischen High on Fire(der Zweitband von Gitarrist Matt Pike) anzustellen. Nicht ganz fair, denn HOF sind nach dem Ende von Sleep im Jahr 199 entstanden, können quasi als Nachfolger angesehen werden.

Das dazu. Alles in allem, eine von mir zu Unrecht sträflichst abgewatschte Veröffentlichung, die vom ersten bis zum vorletzten Titel Genre Liebhaber ansprechen sollte. Der letzte Titel ist, wer hätte anderes vermutet, die Coverversion eines Black Sabbaths Titels. "Snowblind", recht nah am Original aber trotzdem um Eigenständigkeit bemüht.

Kann bei YouTube gehört werden

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Re: Sleep-Holy Mountain

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Gepostet: 03.04.2020 - 14:24 Uhr  ·  #2
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Re: Sleep-Holy Mountain

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Gepostet: 03.04.2020 - 16:03 Uhr  ·  #3
Zitat geschrieben von holger_fischer

Danke für die Rezi. Mal wieder eine mir unbekannte Band. Da werde ich reinhören. Bin gespannt.


Dann nimm in einem Rutsch High on Fire mit
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Re: Sleep-Holy Mountain

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Gepostet: 04.04.2020 - 00:13 Uhr  ·  #4
danke für den Tip!

Bei mir hat es bisher erst die Dopesmoker ins Regal geschafft.
Die war mir dann fast ein bischen zu doomig-gleichförmig.

Bei der Holy Mountain höre ich mehr Abwechslung.
Die könnte durchaus einen Weg ins Regal finden.

Ich persönlich würde hier aber eher die Nachfolge von
Saint Vitus raushören wollen als Stoner.

War aber ne leckere Zeit und Szene.
Sag nur Melvins, Monster Magnet, Kyuss.

Was hältst du denn von Acid King?
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Re: Sleep-Holy Mountain

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Gepostet: 04.04.2020 - 07:16 Uhr  ·  #5
Hab auch nur die Dopesmoker, ansonsten ist Sleep irgendwie immer ganz an mir vorbeigegangen.
So richtig warm wurde ich auch mit High On Fire nicht, obwohl Matt Pike zweifelsohne ein fantastischer Gitarrist ist.
Kyuss und die frühen Monster Magnet waren auch meine Schlüsselerlebnisse.
Ansonsten muss ich doch mal was Grundsätzliches Zu Stoner Rock schreiben, der ist nämlich gar nicht so einförmig.
Brauch ich aber ein bißchen Vorbereitung dazu.
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Re: Sleep-Holy Mountain

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Gepostet: 04.04.2020 - 10:41 Uhr  ·  #6
Im grossen und ganzen ist mir Stoner Gedöns auf Dauer zu langweilig Es gibt natürlich Ausnahmen aber das frische und neue ist zu einem gleichförmigen Einerlei geworden. Da noch was aufregendes zu finden, fast unmöglich. Bleiben die Urväter.
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Re: Sleep-Holy Mountain

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Gepostet: 04.04.2020 - 14:28 Uhr  ·  #7
was ist denn an Stoner so besonders anders? Für mich klingt das alles nach ganz simplen Hard Rock, der nur ein wenig anders klingt..

Steckt irgendeine Philosophie dahinter?
Muss man "stoned" sein, um das zu geniessen?

Die Musik dieser Scheibe klingt für mich nicht anders als Blue Cheer plus ein wenig Black Sabbath...
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Re: Sleep-Holy Mountain

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Gepostet: 04.04.2020 - 15:17 Uhr  ·  #8
OMM, danke für diese interessante Vorstellung ! Die Band ist mir bis dato allerdings unbekannnt, reinhören scheint aber pflichtig zu sein.... ^_^
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Re: Sleep-Holy Mountain

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Gepostet: 04.04.2020 - 16:27 Uhr  ·  #9
Für alle, die mit Stoner als Begriff nicht so bewandert sind,

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Re: Sleep-Holy Mountain

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Gepostet: 04.04.2020 - 16:28 Uhr  ·  #10
Wie man diese Art von Musik verortet, ist doch letztlich egal. Wir leben seit Jahrzehnten im Zeitalter von musikalischen Schubladen und die werden halt von der Industrie, den Bands selber, den Veranstaltern oder sonst wen mitgeprägt. Wir selbst spielen bei der Beschreibung der Musikstile auch noch eine gewisse Rolle .....

Für mich präsentieren Sleep einen knochentrocknen und zugleich steinharten Rock, der von getragenem Tempo und schneidenden Riffs geprägt ist. Die Musik ist von einer derartigen dominierenden Power und Urgewalt geprägt, dass dem ungeübten Hörer kaum Luft zum Atmen lässt und wie einen nicht endenden Lavastrom umhüllt. Gefallen hat mir auch, dass zwischenzeitlich auch die Zügel angezogen werden, so dass man sich vom Tempo her nicht nur auf der Größe eines Bierdeckels bewegt.

Sicherlich erfinden Sleep das musikalische Rad nicht neu und es wurden von dem einen oder anderen Artisten bereits Querverweise zu anderen Bands genannt.

Abschließend schönen Dank für deine Rezi, die mal wieder aufzeigt, wie weitgefächert die musikalischen Neigungen hier im Forum sind.
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Re: Sleep-Holy Mountain

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Gepostet: 04.04.2020 - 16:40 Uhr  ·  #11
Zitat geschrieben von OldMcMetal

Für alle, die mit Stoner als Begriff nicht so bewandert sind,

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Und ich habe in diesem Zusammenhang immer an Wilma und Fred Feuerstein sowie Betty und Barney Geröllheimer gedacht. 8)
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