WARDRUNA - Runaljod – Ragnarok

 
badMoon
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WARDRUNA - Runaljod – Ragnarok

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Gepostet: 28.02.2017 - 16:36 Uhr  ·  #1
Aller guten Dinge sind Drei - sagt man. So geschehen bei WADRUNA: Nach drei Jahren Wartezeit erscheint nun das dritte und letzte Album der Trilogie "Runaljod". Allein von der Drei-Mann-Besetzung hat man sich gelöst: Der Projektbegleiter namens Kristian Eivind Espedal, Künstlername Gaahl, ist auf dieser Einspielung nicht mehr vertreten.

WARDRUNA - Runaljod – Ragnarok


[Die Band]

* Kvitrafn [Einar Selvik] – Instrumente, wie
---> Tagelharpa,
---> Kravik Lyra,
---> Goat Horn,
---> Bronze Lure,
Drums, Percussions, Gesang, Samples

* Lindy Fay Hella – Gesang

["Technische Daten"]

Genre: Folk / FolkRock / Mittelalter-Folk
Land: Norwegen
VÖ: 2016
Spielzeit: 68 Minuten

[Die Scheibe]

Eingängige Kost? Weit gefehlt! Düster, bedrohlich, unheimlich, manchmal gar leicht beängstigend geht es hier zu. Wer sich mal eben nebenbei berieseln lassen möchte, sollte leichtere Kost aus dem Regal ziehen. Bei Wardruna ist man da eher schlecht aufgestellt.

Licht am Ende des Tunnels, wie es auf dem Vorgänger Yggdrasil des Öfteren aufleuchtete, wird hier vergebens gesucht. Die kompletten knapp 60 Minuten Spielzeit sind absolut und unüberhörbar Wadruna - aber doch anders als die beiden Vorgänger der Trilogie.

Wie bei den Vorgängern wird auch hier überwiegend auf (tw. selbst gefertigten) historischen Instrumenten gespielt. Auch Naturgeräusche wie bspw. das Schnaufen eines Moschus haben wieder ihren Platz. Diese Instrumente oder Geräusche sind jedoch nicht für die Düsternes des Albums verantwortlich. Hierfür sorgt fast allein die wie ein Instrument anmutende Stimme Einars. Ein erstes Beispiel, welch phantastischen Klänge den Hörer erwarten, gibt UruR ab:

UruR

Wardruna'nsche Ersthörer, die es schaffen, sich auf dieses Album einzulassen, könnten bereits nach den ersten Takten einer gewissen Sucht verfallen und am Ende der Laufzeit die beiden Vorgänger nachordern. Einmal süchtig geworden, gibt es kaum ein Entrinnen aus den Fängen dieser Klänge. Wer will behaupten, dass er sich dem Zauber der Stimmen des Skarvebarna-Kinderchores entziehen kann, der den Song Wunjo wunderbar einrahmt?

Wunjo

Wardruna'nsche "Dauerhörer" dürften überrascht darüber sein, dass dieser Band immer wieder neue Ideen zufliegen und dennoch alles eben nach Wardruna klingt. Nur eben ein bisschen anders. Und dennoch - geschlossen und wie aus einem Guss. Das hat dieses Album mit den Vorgängern gemeinsam.

Runaljod – Ragnarok - das ist eine Reise durch ein wahrlich berauschendes Klanggewitter. Musik wie ein Gemälde, voller Farbe, Tiefe und Geheimnissen, die es zu entdecken gilt. Für die Ersterforschung möchte ich einen Kopfhörer empfehlen, sodass sich kein Außengeräusch wagt, den Hörer im Tauchgang zu stören. Kleinste Ablenkungen bedingen unweigerlich einen Bruch in der Stimmung, auf die man sich hoffentlich eingelassen hat.

Raido

[Weitere Hörbeispiele]

Odal

Isa

[Die Songs]

01. Tyr
02. UruR
03. Isa
04. MannaR – Drivande
05. MannaR – Liv
06. Raido
07. Pertho
08. Odal
09. Wunjo
10. Runaljod

[Die Verpackung]

In einem Pappschuber ist die CD im handelsüblichen Jewelcase eingeschoben. Der CD liegt ein ausführliches Booklet bei. Hierin sind einige Bilder und Grafiken abgebildet. Ebenso finden sich alle Songtexte in der Landessprache Norwegens sowie im zweiten Teil die Übersetzungen in die englische Sprache. Zusatzinformationen sind reichlich vorhanden, so z.B. Informationen zum Album Runaljod und ausführliche Credits. Das Booklet besteht aus hochwertigem, festen und glänzendem Papier.

[Im Web]

http://www.wardruna.com/

[Mein Fazit]

Oftmals wird dieser Art Musik durch selbsternannte Schubladenpäpste der Begriff "Metal" aufgestempelt. Dem kann ich mich nicht anschließen. Sofern hier nicht ein neues Genre erfunden werden sollte, kann ich mich eher mit den ebenfalls zu findenden Genres "Folk", "FolkRock" oder mittelalterliche Musik anfreunden.

So oder so - RAGNAROK ist hervorragend geeignet, in altbewährte Klangwelten abzutauchen oder sich abseits von ausgetretenen Pfaden neue Musikwelten zu erschließen. Einmal darauf eingelassen, können diese Klänge berauschen und ein Glückslächeln im Gesicht hinterlassen. Und dies ganz besonders dann, wenn völlig ungestört unter dem Kopfhörer kleinste Nebengeräusche wahrgenommen werden.
Floyd Pink
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Re: WARDRUNA - Runaljod – Ragnarok

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Gepostet: 28.02.2017 - 19:10 Uhr  ·  #2
Sehr schöne Rezi, wie üblich. Eindringlich die vielen Hörbeispiele

Also für Pagan Metal ist Wardruna definitiv zu wenig Metal. Nordic Folk oder Dark Ambient trifft es wohl besser.

Grüße vom Schubladenpapst.
holger_fischer
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Re: WARDRUNA - Runaljod – Ragnarok

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Gepostet: 28.02.2017 - 20:27 Uhr  ·  #3
Vielen Dank für die umfangreiche Rezi und den damit verbundenen Kauf-Tipp. Ich habe mich seinerzeit auch durch eine Hörprobe daheim von Wolfgang überzeugen lassen und habe mir anschließend folgendes Album zugelegt:

Gap Var Ginnunga

nixe
 
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Re: WARDRUNA - Runaljod – Ragnarok

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Gepostet: 01.03.2017 - 10:06 Uhr  ·  #4
sunny
 
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Re: WARDRUNA - Runaljod – Ragnarok

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Gepostet: 02.03.2017 - 20:03 Uhr  ·  #5
danke für die Vorstellung, man braucht etwas bis die Musik zugänglich wird.
Ich kanns nicht immer hören, aber so ab und an, bei einem Glas Rotwein.....

Schön das du etwas zu den lächerlichen Schubladen was schreibst, WARDRUNA ist definitiv
kein Metal.
Dein Fazit teile ich auch. :D
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