Nachdem 1969 Cream zerbrochen war, fanden sich Gitarrist Eric Clapton (Ex-Cream/Ex-Yardbirds), Drummer Ginger Baker (Ex-Graham-Bond-Organization/Ex-Cream), Sänger/Keyboarder Stevie Winwood (Ex-Traffic) und Geiger/Bassist Ric Grech (Ex-Family) zusammen... aus einer Vielzahl an ewigen Jamsessions entstand nachher ein wirklich erstklassiges Bluesrockalbum, das das beinhaltet, was Cream-Alben meiner Meinung nach gefehlt hat: Emotionalität. Klar, das Werk von Cream ist auch meisterhaft, aber die Musik hat etwas "Eisiges" an sich...
Nun zum Album:
"Had To Cry Today" ist ein 8minütiger Bluessong, der praktisch auf einem einzigen Bluesriff auf der E-Gitarre basiert. Das Gitarrenriff wird von der Band aufgenommen und zu einem echten Song mit dramatischem Gesang von Winwood und einem jaulenden, psychedelischen Gitarrensolo, das an "Disraeli Gears" erinnert.
Mit "Can't Find my Way home" gibt es einen akustischen Bluessong mit krachendem, aber leisen Brush-Schlagzeug, wieder einmal toller Akustikgitarre und weinendem Gesang von Steve Winwood.
"Well All Right" ist im Original ein recht eigenartiger Buddy-Holly-Song (um Holly, Presley und Hailey zu mögen, muss man wohl wirklich in der Zeit geboren sein!) - hier wird er aber zu einem funkigen, relaxten Lied mit fast reggaeähnlicher E-Gitarre und Gesang.
"Presence of the Lord" ist eine typische, wundervolle Clapton-Komposition... bombastisch, krumme Takte, Leslie-Gitarre, im Vordergrund Wahwah-Leadgitarre und ruhigem Gesang. Aber auch hier singt Steve Winwood - wobei ich hier lieber Clapton am Mikro gehört hätte. Der Mittelteil mit einem jaulenden Gitarrensolo bringt Abwechslung in das Lied.
"Sea of Joy" ist eine meisterhafte countryesque Winwood-Ballade mit Ric Grechs sehnsüchtiger Geige (die in der Mitte sogar soliert), Hammondorgel, ruhiger Akustikgitarre, optimistischem Gesang von Winwood und einem schönen Anfangsriff auf der E-Gitarre.
"Do what you like" ist eine kurze, psychedelische Melodie von Ginger Baker. Hier gibt es eine jazzige Orgel zu hören, darunter einen spacigen, harten Drum-Beat und verhaltende Gitarre. Nach 2 Minuten ist mit dem eigentlichen Lied Schluss. Dann setzt aber ein bluesiges Orgelsolo ein, die Rhythmussektion macht mit dem Rhythmus weiter. Dann wird das Orgelsolo langsam Rick-Wright-ähnlich und psychedelisch, dann setzt die Gitarre ein und soliert wie gewohnt bluesig. Im Hintergrund hört man die band immer in wirren Abständen und Geschwindigkeiten "Do what you like" rufen. Als nächster ist der Bass mit dem solieren dran - vorher hört der Rhythmus aber auf: sodass man nur die Becken, den Bass und den "Do What You Like"-Chor hört.
Inzwischen sind schon fast 8 Minuten vergangen... was fehlt jetzt nur noch? Das Solo des Composers: und das beginnt etwa bei Minute 9 und ist wohl mein Lieblingsschlagzeugsolo. Live wurde das Solo noch länger ausgewälzt... jetzt setzen die vor dem Solo ruhig gewordenen "Do what you like"-Rufenden wieder ein und quatschen dezent und leise in das Solo hinein... nach einem rasanten Beat greift Baker wieder den Originalrhythmus auf, bis die Band erneut einsetzt - der "Make-Peace-not-war"-Text wird wieder von Winwood vorgetragen. Diesmal geht es aber rockiger als am Anfang zu: verzerrte Orgeln und deutlich lautere Gitarren sind zu hören... dann mündet das ganze im Lärm von Instrumenten und Stimmen, der eine gackert, der andere brüllt "Dingdong", Clapton sagt "D Flat", hallende Gitarren sind zu hören - die Orgel spielt "Sombrero Sam", ein Radio erklingt, dann ist Ruhe.
Das war es...
die Deluxe-Edition, die ich besitze, geht jetzt noch weiter, und bietet den Bluessong "Sleeping in the Ground" in einer akustischen und elektrischen Version, dann gibt es noch einen bluesigen "Acoustic Jam", den eher langweiligen Backing-Track "Time Winds" und eine rockige, aber nicht gerade so gute, Version von "Can't Find my Way Home".
Auf CD2 bekommt man dann noch eine knappe Stunde an teils rockigen, teils ruhigeren Jams zu hören, die wiederum das Können der Musiker darstellen und sehr nett anzuhören sind - gerade als "begleitmusik" für die Lektüre von Zeitschriften und "leichten" Büchern - oder zum Hausaufgaben machen! :P
Leider ist die Deluxe Edition momentan "Out of Print"... wer das Album also haben will, muss entweder 20€ für die Deluxe Edition (gebraucht) zahlen, oder sich das Album, das im Original bis zum Ende von "Do What you like" geht, zulegen - da ist als Bonus noch ein (versteckter) Jam drauf, den man aber nicht eindeutig Blind Faith zuordnen kann! :roll:
Aber egal ob Deluxe oder nicht: beide Versionen kriegen die volle Punktzahl, weil sie sehr gelungenen Bluesrock enthalten, der im Gegensatz zu Cream deutlich emotionaler ist.
Nun zum Album:
"Had To Cry Today" ist ein 8minütiger Bluessong, der praktisch auf einem einzigen Bluesriff auf der E-Gitarre basiert. Das Gitarrenriff wird von der Band aufgenommen und zu einem echten Song mit dramatischem Gesang von Winwood und einem jaulenden, psychedelischen Gitarrensolo, das an "Disraeli Gears" erinnert.
Mit "Can't Find my Way home" gibt es einen akustischen Bluessong mit krachendem, aber leisen Brush-Schlagzeug, wieder einmal toller Akustikgitarre und weinendem Gesang von Steve Winwood.
"Well All Right" ist im Original ein recht eigenartiger Buddy-Holly-Song (um Holly, Presley und Hailey zu mögen, muss man wohl wirklich in der Zeit geboren sein!) - hier wird er aber zu einem funkigen, relaxten Lied mit fast reggaeähnlicher E-Gitarre und Gesang.
"Presence of the Lord" ist eine typische, wundervolle Clapton-Komposition... bombastisch, krumme Takte, Leslie-Gitarre, im Vordergrund Wahwah-Leadgitarre und ruhigem Gesang. Aber auch hier singt Steve Winwood - wobei ich hier lieber Clapton am Mikro gehört hätte. Der Mittelteil mit einem jaulenden Gitarrensolo bringt Abwechslung in das Lied.
"Sea of Joy" ist eine meisterhafte countryesque Winwood-Ballade mit Ric Grechs sehnsüchtiger Geige (die in der Mitte sogar soliert), Hammondorgel, ruhiger Akustikgitarre, optimistischem Gesang von Winwood und einem schönen Anfangsriff auf der E-Gitarre.
"Do what you like" ist eine kurze, psychedelische Melodie von Ginger Baker. Hier gibt es eine jazzige Orgel zu hören, darunter einen spacigen, harten Drum-Beat und verhaltende Gitarre. Nach 2 Minuten ist mit dem eigentlichen Lied Schluss. Dann setzt aber ein bluesiges Orgelsolo ein, die Rhythmussektion macht mit dem Rhythmus weiter. Dann wird das Orgelsolo langsam Rick-Wright-ähnlich und psychedelisch, dann setzt die Gitarre ein und soliert wie gewohnt bluesig. Im Hintergrund hört man die band immer in wirren Abständen und Geschwindigkeiten "Do what you like" rufen. Als nächster ist der Bass mit dem solieren dran - vorher hört der Rhythmus aber auf: sodass man nur die Becken, den Bass und den "Do What You Like"-Chor hört.
Inzwischen sind schon fast 8 Minuten vergangen... was fehlt jetzt nur noch? Das Solo des Composers: und das beginnt etwa bei Minute 9 und ist wohl mein Lieblingsschlagzeugsolo. Live wurde das Solo noch länger ausgewälzt... jetzt setzen die vor dem Solo ruhig gewordenen "Do what you like"-Rufenden wieder ein und quatschen dezent und leise in das Solo hinein... nach einem rasanten Beat greift Baker wieder den Originalrhythmus auf, bis die Band erneut einsetzt - der "Make-Peace-not-war"-Text wird wieder von Winwood vorgetragen. Diesmal geht es aber rockiger als am Anfang zu: verzerrte Orgeln und deutlich lautere Gitarren sind zu hören... dann mündet das ganze im Lärm von Instrumenten und Stimmen, der eine gackert, der andere brüllt "Dingdong", Clapton sagt "D Flat", hallende Gitarren sind zu hören - die Orgel spielt "Sombrero Sam", ein Radio erklingt, dann ist Ruhe.
Das war es...
die Deluxe-Edition, die ich besitze, geht jetzt noch weiter, und bietet den Bluessong "Sleeping in the Ground" in einer akustischen und elektrischen Version, dann gibt es noch einen bluesigen "Acoustic Jam", den eher langweiligen Backing-Track "Time Winds" und eine rockige, aber nicht gerade so gute, Version von "Can't Find my Way Home".
Auf CD2 bekommt man dann noch eine knappe Stunde an teils rockigen, teils ruhigeren Jams zu hören, die wiederum das Können der Musiker darstellen und sehr nett anzuhören sind - gerade als "begleitmusik" für die Lektüre von Zeitschriften und "leichten" Büchern - oder zum Hausaufgaben machen! :P
Leider ist die Deluxe Edition momentan "Out of Print"... wer das Album also haben will, muss entweder 20€ für die Deluxe Edition (gebraucht) zahlen, oder sich das Album, das im Original bis zum Ende von "Do What you like" geht, zulegen - da ist als Bonus noch ein (versteckter) Jam drauf, den man aber nicht eindeutig Blind Faith zuordnen kann! :roll:
Aber egal ob Deluxe oder nicht: beide Versionen kriegen die volle Punktzahl, weil sie sehr gelungenen Bluesrock enthalten, der im Gegensatz zu Cream deutlich emotionaler ist.