Five Horse Johnson wurden 1994 in Toldeo, Ohio gegründet und bestanden ursprünglich aus Eric Oberlander (Gesang, Harmonika), Brad Coffin (Gitarre), Steve Smith (Bass) und Mike Alonso (Drums). Einen Besetzungswechsel hat es bis jetzt gegeben; seit diesem Jahr sitzt Jean Paul Gaster am Drums.
Ihre erste, privat veröffentlichte CD (auf Sin Club) von 1995 wurde wohl live aufgezeichnet. einen Kommentar kann ich nicht abgeben, da es die einzige ist, die ich nicht kenne.
Grund dafür: es ist ihr rarstes Werk; kaum zu bekommen und dann meist sehr teuer (letzter Richtwert waren etwa €70). Glücklicherweise wurden einige der Stücke auf den nachfolgenden CDs wiederholt.
Es erschienen:
- Double Down (Small Stone, 1997);
- Fat Black Pussy Cat (Small Stone, 1999);
- The No. 6 Dance (Small Stone, 2001);
- The Last Men On Earth (Small Stone, 2003);
- The Mystery Spot (Small Stone, 2006)
6 CDs in 12 - 13 Jahren mag keine sehr große Ausbeute sein, aber statt Masse hat man lieber Klasse abgeliefert. Das Material besteht fast ausschließlich aus Gruppenoriginalen (ein Hoch auf die Kreativität).
Die musikalische Sparte heißt Blues Rock und nichts, aber auch garnichts an Five Horse Johnson ist neu im Sinne von
'dieser Akkordwechsel ist noch nie dagewesen'.
Das wäre nach fast 40 Jahren Bluesrock auch nicht mehr möglich. Stell Dir die Stücke der originären, der alten ZZ Top vor, aber unter Hinzunahme einer ziemlich schmutzigen Harmonika; auch sonst mit viel Energie gespielt; fast schon punkig; kräftig, kompromißlos. Die Soli
gehen auf den Punkt; die Stücke sind knapp durcharrangiert, alles hat Kanten und Ecken, alles ist griffig, der Gesang ist rauh, der Drummer schlägt zu, als obh er bereit sei, sich jederzeit mit jedermann 'vor der Tür' zu treffen. Brad Coffin mag (noch) nicht so gut wie Billy Gibbons sein, aber er kann spielen; jeder Akkord sitzt; du hörst die einzelnen Saiten knarzen.
Ihre Aussagen machen sie i.d.R. in 3 - 5 Minuten; das reicht ihnen aus. Thematisch beziehen sich diese Aussagen auf die allseits bekannten R'n'R-Vorgaben; Frauen (natürlich auch Ärger mit Frauen), Whiskey, Sex (Roll With You, Lollipop), Glück und Pech des Spielers, ihre Heimat im Allgemeinen (Mississippi King, Fly Back Home), den Tod (Bleachin' Bones) oder einfach die Lust am Leben (Hollerin').
Nichts neues zwar, aber seien wir ehrlich, in diesem Metier geht es auch nicht um revolutionär-philosophische Erkenntnisse. Nein, das ist die schiere Gut-Fühl-Mucke; wenn du besinnlichen Gedanken nach-
hängen willst, dann wären sicherlich andere Bands zu empfehlen.
Sie haben sich von CD zu CD weiterentwickelt, sind noch professioneller geworden, ohne dabei aber die Rauheit und Direktheit zu verlieren. Übermäßige Technik wird nach wie vor rausgelassen, obwohl man immer eine Reihe von Gastmusikern und einmal gar ein Mellotron einsetzte.
In der allgemeinen Bewertung der Kritiker und Fans stehen besonders Fat Black Pussycat, No. 6 Dance und Last Men hoch im Kurs und auf jeder Scheibe finden sich einige absolute Favoriten wie die legendären 'Lollipop, Lightning When I Needoder Cry Rain.
Ein kleiner Bruch entstand dann allerdings mit dem neuen Werk, The Mystery Spot. 5HJ wurden hier (teilweise) ziemlich heavy, fast glaubt man, sie hätten sich vorher einige Harcore-Scheiben angehört. Musikalisch geht das in Richtung Mississippi Sludge und Halfway To Gone.
In der Fachpresse hieß es, Eric Oberlander habe Halfway To Gone produziert und zumindest auf ihrer letzten CD mitgespielt (auf meinen H-T-G Scheiben wird darauf kein Bezug genommen???). Wie dem auch sei, diese neue, härtere Gangart mußte jene älteren Hörer verstören, die eine weitere Kostprobe schnörkellosen Boogies erwartet hatten. Ohne Umdenken geht es hier aber nicht, man muß sich wirklich etwas länger
mit diesem Werk befassen und bereit sein, neben den erwarteten auch Stilerweiterungen aufzunehmen.
The Mystery Spot könnte ein Übergang zu brachialeren Tönen werden; wir werden den nächsten Fischzug des 5-Pferdestärken-Außenboarders abwarten müssen.
Ihre erste, privat veröffentlichte CD (auf Sin Club) von 1995 wurde wohl live aufgezeichnet. einen Kommentar kann ich nicht abgeben, da es die einzige ist, die ich nicht kenne.
Grund dafür: es ist ihr rarstes Werk; kaum zu bekommen und dann meist sehr teuer (letzter Richtwert waren etwa €70). Glücklicherweise wurden einige der Stücke auf den nachfolgenden CDs wiederholt.
Es erschienen:
- Double Down (Small Stone, 1997);
- Fat Black Pussy Cat (Small Stone, 1999);
- The No. 6 Dance (Small Stone, 2001);
- The Last Men On Earth (Small Stone, 2003);
- The Mystery Spot (Small Stone, 2006)
6 CDs in 12 - 13 Jahren mag keine sehr große Ausbeute sein, aber statt Masse hat man lieber Klasse abgeliefert. Das Material besteht fast ausschließlich aus Gruppenoriginalen (ein Hoch auf die Kreativität).
Die musikalische Sparte heißt Blues Rock und nichts, aber auch garnichts an Five Horse Johnson ist neu im Sinne von
'dieser Akkordwechsel ist noch nie dagewesen'.
Das wäre nach fast 40 Jahren Bluesrock auch nicht mehr möglich. Stell Dir die Stücke der originären, der alten ZZ Top vor, aber unter Hinzunahme einer ziemlich schmutzigen Harmonika; auch sonst mit viel Energie gespielt; fast schon punkig; kräftig, kompromißlos. Die Soli
gehen auf den Punkt; die Stücke sind knapp durcharrangiert, alles hat Kanten und Ecken, alles ist griffig, der Gesang ist rauh, der Drummer schlägt zu, als obh er bereit sei, sich jederzeit mit jedermann 'vor der Tür' zu treffen. Brad Coffin mag (noch) nicht so gut wie Billy Gibbons sein, aber er kann spielen; jeder Akkord sitzt; du hörst die einzelnen Saiten knarzen.
Ihre Aussagen machen sie i.d.R. in 3 - 5 Minuten; das reicht ihnen aus. Thematisch beziehen sich diese Aussagen auf die allseits bekannten R'n'R-Vorgaben; Frauen (natürlich auch Ärger mit Frauen), Whiskey, Sex (Roll With You, Lollipop), Glück und Pech des Spielers, ihre Heimat im Allgemeinen (Mississippi King, Fly Back Home), den Tod (Bleachin' Bones) oder einfach die Lust am Leben (Hollerin').
Nichts neues zwar, aber seien wir ehrlich, in diesem Metier geht es auch nicht um revolutionär-philosophische Erkenntnisse. Nein, das ist die schiere Gut-Fühl-Mucke; wenn du besinnlichen Gedanken nach-
hängen willst, dann wären sicherlich andere Bands zu empfehlen.
Sie haben sich von CD zu CD weiterentwickelt, sind noch professioneller geworden, ohne dabei aber die Rauheit und Direktheit zu verlieren. Übermäßige Technik wird nach wie vor rausgelassen, obwohl man immer eine Reihe von Gastmusikern und einmal gar ein Mellotron einsetzte.
In der allgemeinen Bewertung der Kritiker und Fans stehen besonders Fat Black Pussycat, No. 6 Dance und Last Men hoch im Kurs und auf jeder Scheibe finden sich einige absolute Favoriten wie die legendären 'Lollipop, Lightning When I Needoder Cry Rain.
Ein kleiner Bruch entstand dann allerdings mit dem neuen Werk, The Mystery Spot. 5HJ wurden hier (teilweise) ziemlich heavy, fast glaubt man, sie hätten sich vorher einige Harcore-Scheiben angehört. Musikalisch geht das in Richtung Mississippi Sludge und Halfway To Gone.
In der Fachpresse hieß es, Eric Oberlander habe Halfway To Gone produziert und zumindest auf ihrer letzten CD mitgespielt (auf meinen H-T-G Scheiben wird darauf kein Bezug genommen???). Wie dem auch sei, diese neue, härtere Gangart mußte jene älteren Hörer verstören, die eine weitere Kostprobe schnörkellosen Boogies erwartet hatten. Ohne Umdenken geht es hier aber nicht, man muß sich wirklich etwas länger
mit diesem Werk befassen und bereit sein, neben den erwarteten auch Stilerweiterungen aufzunehmen.
The Mystery Spot könnte ein Übergang zu brachialeren Tönen werden; wir werden den nächsten Fischzug des 5-Pferdestärken-Außenboarders abwarten müssen.
Klasse Beitrag, mehr davon!
:r: