SIMPLE MINDS oder U2

Was ist aus ihnen geworden?

 
badMoon
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SIMPLE MINDS oder U2

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Gepostet: 26.09.2026 - 11:46 Uhr  ·  #1
SIMPLE MINDS vs. U2

Zwei Bands, zwei Wege durch fast fünf Jahrzehnte

Beide Bands gehören nicht unbedingt zu den Vorlieben der User dieses Forums. Beide begleiten mich jedoch schon seit vielen Jahren – früher allerdings weit intensiver als heute. Immer wieder habe ich mich zwischendurch gefragt, welche der beiden bei mir eigentlich nachhaltiger geblieben ist, welche ich heute noch gerne höre und warum das so ist.

SIMPLE MINDS und U2 gehören für mich zu einer musikalischen Zeit, in der noch vieles in Bewegung war. Beide Bands wurden Ende der 70er Jahre gegründet, U2 1976 in Dublin, die SIMPLE MINDS ein Jahr später in Glasgow. Beide kamen aus jener aufregenden Post-Punk- und New-Wave-Szene, in der die Grenzen zwischen Punk, Rock, Elektronik und Art-Rock plötzlich durchlässig wurden. Beide waren zunächst weit davon entfernt, jene großen Rockinstitutionen zu sein, die sie später werden sollten.

Ich habe beide Bands damals verfolgt und fand die SIMPLE MINDS zunächst eindeutig interessanter. Nicht unbedingt, weil mir U2 weniger gefallen hätten. Aber die SIMPLE MINDS hatten für mich etwas Geheimnisvolleres, Experimentelleres und schwerer Greifbares. Vor allem „Sons And Fascination / Sister Feelings Call“ ist mir bis heute als das eigentliche Highlight dieser frühen SIMPLE MINDS im Gedächtnis geblieben. Das Album beziehungsweise Doppelwerk hatte eine ganz eigene Atmosphäre. Elektronik und Gitarren, treibende Rhythmen, ungewöhnliche Klangflächen und Jim Kerrs Stimme ergaben eine Mischung, die damals für mich ziemlich eigenständig klang.

Es war Musik, die nicht unbedingt beim ersten Hören alles preisgab. Und genau das machte sie interessant. Die SIMPLE MINDS schienen noch auf der Suche zu sein, ohne genau zu wissen, wo diese Suche enden würde. Heute glaube ich, dass gerade diese Ungewissheit einen großen Teil ihrer damaligen Faszination ausmachte.

U2 waren zu dieser Zeit ebenfalls längst keine gewöhnliche Rockband mehr. "Boy", "October" und "War" zeigten bereits eine eigene Handschrift. Trotzdem hatte ich bei den SIMPLE MINDS zunächst stärker das Gefühl, dass hier musikalisch noch etwas passieren konnte, mit dem ich nicht unbedingt rechnete. U2 wirkten geschlossener, konzentrierter, vielleicht auch zielgerichteter. Und rückblickend betrachtet war genau das möglicherweise schon ein Hinweis auf die sehr unterschiedliche Entwicklung, die beide Bands später nehmen sollten.

Mit "New Gold Dream" erreichten die SIMPLE MINDS für mich noch einmal einen ganz besonderen Punkt. Die Band war zugänglicher geworden, ohne ihre Eigenständigkeit vollständig verloren zu haben. Die Songs waren melodischer, eleganter und gleichzeitig noch immer von dieser besonderen Atmosphäre geprägt. Für mich war "New Gold Dream" allerdings weniger ein neuer Anfang als vielmehr der letzte große Höhepunkt einer Entwicklung, die mit "Sons And Fascination / Sister Feelings Call" ihren spannendsten Punkt erreicht hatte.

Danach wurde mir die Musik zunehmend zu kommerziell. "Sparkle in the Rain", "Once Upon a Time" und natürlich Don't You (Forget About Me) machten die SIMPLE MINDS zu einer internationalen Spitzenband. Aus der eigenwilligen schottischen Gruppe war eine große Rockband geworden, die genau wusste, wie man große Melodien, große Refrains und große Bühnen bedient.

Ich habe diese Entwicklung damals eher als Verlust empfunden. Heute sehe ich das etwas differenzierter. Denn kommerzieller bedeutet keineswegs automatisch schlechter. Die SIMPLE MINDS haben auch später noch eine ganze Reihe hervorragender Songs geschrieben und aufgenommen. Und gerade aus der Perspektive eines HiFi-Hörers muss man ihnen sogar zugestehen, dass viele dieser späteren Produktionen ausgesprochen gut gemacht sind. Die großen Synthesizerflächen, die druckvollen Drums, die kräftigen Bässe und die weit aufgefächerten Arrangements können auf einer guten Anlage ausgesprochen beeindruckend klingen.

Musikalisch hatten sie mich trotzdem irgendwann verloren. Die Band, die mich mit "Sons And Fascination / Sister Feelings Call" fasziniert hatte, war nicht mehr dieselbe Band, die ich hören wollte. Vielleicht war sie sogar genau das geworden, was eine erfolgreiche Band zwangsläufig irgendwann werden muss: professioneller, sicherer und berechenbarer.

Während ich mich von den SIMPLE MINDS langsam entfernte, entwickelten sich U2 in eine Richtung, die mich im Rückblick mehr beeindruckt als damals. Mit "The Joshua Tree" wurden sie endgültig zu einer Weltband. Eigentlich wäre danach der Zeitpunkt gewesen, an dem man sich bequem zurücklehnen und das Erfolgsrezept wiederholen konnte. Doch U2 taten genau das nicht.

Mit "Achtung Baby" veränderten sie ihren Sound erheblich. Elektronik, Dance-Einflüsse, neue Klangbilder und eine ganz andere visuelle Sprache hielten Einzug. Die anschließende Zoo-TV-Tour machte aus dem klassischen Rockkonzert beinahe ein multimediales Gesamtereignis. U2 waren plötzlich nicht einfach nur eine größere Version ihrer selbst.

Genau hier liegt für mich rückblickend der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Bands: Die SIMPLE MINDS hatten irgendwann ihren Sound gefunden und perfektionierten ihn. U2 schienen ihren Sound immer wieder infrage stellen zu wollen.

Das bedeutet nicht, dass bei U2 anschließend alles großartig gewesen wäre. Auch ihre Diskografie kennt Höhen und Tiefen. Und auch die SIMPLE MINDS haben nach "New Gold Dream" keineswegs nur belanglose Musik veröffentlicht. Aber die grundsätzliche Entwicklung ist doch deutlich. Die SIMPLE MINDS wurden immer besser darin, SIMPLE MINDS zu sein. U2 dagegen wollten immer wieder herausfinden, was U2 überhaupt sein könnten.

Dazu passt auch die personelle Entwicklung. U2 sind über Jahrzehnte im Kern dieselben vier Musiker geblieben: Bono, The Edge, Adam Clayton und Larry Mullen Jr. Diese Konstanz ist außergewöhnlich. Bei den SIMPLE MINDS blieben Jim Kerr und Charlie Burchill zwar die beiden wesentlichen Konstanten, aber die Besetzung um sie herum veränderte sich immer wieder. Dadurch entstand irgendwann ein anderer Eindruck. U2 wirkten weiterhin wie eine ganz bestimmte Band, während die SIMPLE MINDS zunehmend wie Jim Kerr und Charlie Burchill mit einer jeweils passenden Mannschaft erschienen.

Und damit sind wir bei den beiden Frontmännern. Denn bei aller musikalischen Betrachtung kann man die persönliche Wahrnehmung einer Band natürlich nicht vollständig von ihren Protagonisten trennen.

Sowohl Jim Kerr als auch Bono haben bei mir mit ihrem gelegentlich ziemlich pathetischen Auftreten einen gewissen Nervfaktor. Dieses typische Rock-Frontmann-Gehabe kann mir bei beiden schon einmal auf die Zeiger gehen. Bei Kerr bleibt es für mich allerdings eher eine Frage des Auftretens. Bei Bono ist im Laufe der Jahre noch etwas anderes hinzugekommen.

Was mir Bono zunehmend unsympathisch gemacht hat, ist sein Auftreten als eine Art Weltverbesserer oder moralische Instanz. Dabei möchte ich sein gesellschaftliches Engagement keineswegs kleinreden. Bono hat sich über Jahrzehnte für Entwicklungshilfe, Schuldenerlass und die Bekämpfung von Armut eingesetzt und entsprechende Kampagnen unterstützt. Er hat damit zweifellos Aufmerksamkeit für diese Themen erzeugt.

Nur entsteht für mich ein Widerspruch, wenn ein solcher moralischer Anspruch mit dem eigenen Umgang mit Geld kollidiert. 2006 verlegte U2 Teile ihres Musikverlagsgeschäfts von Irland in die Niederlande, nachdem die steuerlichen Regelungen für Künstler in Irland geändert worden waren. Dadurch konnte die steuerliche Belastung bestimmter Einnahmen reduziert werden. Der Schritt wurde seinerzeit gerade deshalb heftig kritisiert, weil Bono gleichzeitig sehr prominent für internationale Entwicklungshilfe und Schuldenerlass eintrat.

Dabei würde ich allerdings nicht pauschal behaupten, Bono oder U2 hätten „Steuern hinterzogen“. Das wäre eine unzulässige Verkürzung. U2 argumentierten, die gewählte Konstruktion sei legal und steuerkonform. Genau diese Unterscheidung ist mir wichtig.

Trotzdem bleibt bei mir ein ungutes Gefühl. Legal und überzeugend sind schließlich nicht unbedingt dasselbe. Wenn jemand öffentlich einen hohen moralischen Anspruch vertritt, darf man meiner Meinung nach auch darauf schauen, ob das eigene wirtschaftliche Handeln dazu passt. Und bei Bono empfinde ich hier eine gewisse Diskrepanz. Das hat seine musikalischen Leistungen für mich nie geschmälert, aber es hat meine persönliche Sympathie für ihn durchaus verändert.

Bei Jim Kerr empfinde ich das Pathetische ebenfalls gelegentlich als anstrengend. Aber bei ihm bleibt es stärker bei der Pose des Rockstars. Bei Bono kommt durch sein gesellschaftspolitisches Auftreten eine zusätzliche Ebene hinzu. Vielleicht wirkt deshalb manches bei ihm auf mich stärker aufgesetzt.

Trotzdem sollte man Musiker und Musik voneinander trennen können. U2 haben musikalisch eine Entwicklung hingelegt, die ich unabhängig von meiner persönlichen Wahrnehmung Bonos bemerkenswert finde. Und die SIMPLE MINDS haben trotz ihrer späteren kommerzielleren Ausrichtung eine erstaunliche Langlebigkeit bewiesen.

Auch live haben sich die Wege der beiden Bands unterschiedlich entwickelt. Die SIMPLE MINDS sind keineswegs eine abgehalfterte Altband, die nur noch durch kleinere Hallen tingelt. Sie spielen weiterhin große Arenen und verfügen über ein treues Publikum. Aber bei ihren heutigen Tourneen schwingt naturgemäß stärker die eigene Geschichte mit. Die großen Klassiker gehören zum Programm, und das Publikum weiß ziemlich genau, was es erwartet.

U2 sind dagegen längst zu einem globalen Ereignis geworden. Die Konzerte in der Sphere in Las Vegas haben das noch einmal eindrucksvoll gezeigt. Das ist natürlich eine andere Größenordnung. U2 verbinden ihre Musik inzwischen mit einer technischen und visuellen Inszenierung, die weit über das klassische Rockkonzert hinausgeht. Das passt wiederum erstaunlich gut zu ihrer Geschichte, denn schon mit Zoo-TV hatten sie gezeigt, dass sie bereit waren, die Grenzen des traditionellen Rockkonzerts zu verschieben.

Und trotzdem würde ich die heutige Situation der SIMPLE MINDS nicht einfach abtun. Vielleicht ist es sogar interessant, dass die Band inzwischen wieder stärker auf ihre frühen Jahre blickt. Denn gerade wenn man "Sons And Fascination / Sister Feelings Call" kennt, weiß man, welches Potenzial in dieser Band einmal steckte. Ob sich diese frühe Atmosphäre nach fast fünf Jahrzehnten noch einmal einfangen lässt, ist natürlich eine andere Frage.

Aber vielleicht muss sie das auch gar nicht.

Denn eine Band darf sich verändern. Das Problem entsteht erst dann, wenn man selbst nicht mehr mit dieser Veränderung mitgeht. Und genau das ist bei mir mit den SIMPLE MINDS passiert. Die Band hat sich weiterentwickelt – ich bin irgendwann ausgestiegen.

Bei U2 war es eher umgekehrt. Ich habe nicht jede Entwicklung mitgemacht und längst nicht jedes Album gleich intensiv verfolgt. Aber ihre Bereitschaft, sich immer wieder zu verändern, hat dafür gesorgt, dass mein Interesse nie vollständig verschwunden ist.

Wenn ich heute beide Geschichten nebeneinanderlege, muss ich deshalb meine damalige Sympathie für die SIMPLE MINDS nicht korrigieren. Im Gegenteil: Ich verstehe sie heute sogar besser. „Sons And Fascination / Sister Feelings Call“ fasziniert mich nach wie vor, gerade weil dort eine Band zu hören ist, die noch nicht genau weiß, wohin sie will. "New Gold Dream" war für mich der letzte große Schritt dieser frühen SIMPLE MINDS. Danach wurde es größer, kommerzieller und perfekter. Und vieles davon klingt, gerade unter HiFi-Gesichtspunkten, sogar ausgesprochen gut.

U2 haben dagegen die größere Geschichte geschrieben. Sie waren langfristig erfolgreicher, haben sich immer wieder neu erfunden und sind zu einer der prägenden Rockbands ihrer Generation geworden. Die SIMPLE MINDS haben ebenfalls eine bemerkenswerte Karriere hingelegt, aber sie wurden stärker zu Bewahrern ihres eigenen Sounds.

Vielleicht lässt sich der Unterschied deshalb am einfachsten so beschreiben: Die SIMPLE MINDS fanden irgendwann ihren Sound. U2 fanden ihren Sound immer wieder neu.

Wenn ich heute auf diese beiden Bands zurückblicke, ist die Antwort auf meine damalige Frage eigentlich gar nicht so eindeutig, wie ich zunächst dachte. U2 haben zweifellos die größere Geschichte geschrieben, sich über Jahrzehnte immer wieder neu erfunden und damit ihre Bedeutung bewahrt. Die SIMPLE MINDS dagegen haben für mich einen Teil ihrer ursprünglichen Faszination irgendwann verloren.

Trotzdem sind es ausgerechnet die frühen SIMPLE MINDS, zu denen ich heute noch mit dem größten Vergnügen zurückkehre. Vor allem „Sons And Fascination / Sister Feelings Call“ ist für mich bis heute ein Werk, das etwas besitzt, was sich mit Erfolg, Verkaufszahlen oder der Größe einer Band nur schwer messen lässt. Diese Mischung aus Atmosphäre, Eigenständigkeit und musikalischer Unberechenbarkeit hat die Jahre überdauert.

Vielleicht liegt darin auch die Antwort auf meine ursprüngliche Frage. Nachhaltigkeit bedeutet für mich nicht unbedingt, dass eine Band fünf Jahrzehnte lang erfolgreich bleibt oder immer wieder große Hallen füllt. Nachhaltiger ist vielleicht das, was irgendwann einmal einen festen Platz im eigenen musikalischen Gedächtnis gefunden hat.

Bei U2 ist es vor allem die beeindruckende Entwicklung einer Band, die mich heute noch interessiert. Bei den SIMPLE MINDS ist es ein ganz bestimmter Abschnitt ihrer Geschichte, zu dem ich immer wieder zurückkehre.

Vielleicht ist das am Ende die schönere Erkenntnis: Man muss sich gar nicht entscheiden, welche der beiden Bands die „bessere“ war. U2 haben die größere Geschichte geschrieben. Die SIMPLE MINDS haben mir einige der interessanteren Momente meiner eigenen Musikgeschichte geschenkt.

Wenn ich heute wissen möchte, welche von beiden bei mir nachhaltiger geblieben ist, brauche ich eigentlich nur „Sons And Fascination / Sister Feelings Call“ aufzulegen.

Dann ist die Antwort ziemlich schnell da.
Mr. Upduff
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Re: SIMPLE MINDS oder U2

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Gepostet: 26.09.2026 - 13:33 Uhr  ·  #2
... du bekommst erstmal einen Preis für den wohl längsten Beitrag der hier nach meiner Erinnerung geh hier eingestellt worden ist... chapeau dafür...

... da bei mir weder Simple Minds noch U2 gehört wird habe ich ihn allerdings *muss ich zugeben) nicht durchgelesen... in unserem Alter muss man sich ja die noch verbleibende Zeit einteilen...
Leslie
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Re: SIMPLE MINDS oder U2

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Gepostet: 26.09.2026 - 13:57 Uhr  ·  #3
Toller Beitrag !

Ich mag U2 und auch die Simple Minds - Gutmensch Bono konnte ich noch nie ab - zum Leidwesen von Tochter und Schwester bin ich wegen ihm nie mit zu den Konzerten
U2 waren oder sind natürlich viel Erfolgreicher als Simple Minds - ich kann mich auch an keinen Song der Simple Minds aus den letzten Jahren erinnern

U2 und Simple Minds sind oder waren Klasse!
Triskell
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Re: SIMPLE MINDS oder U2

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Gepostet: 26.09.2026 - 14:35 Uhr  ·  #4
Mal wieder sehr umpfangreich und wohl auch mit viel Hingabe formuliert. 8)
Gebe zu, nur überflogen, da beide Bands mich nie interessiert haben.
Dennoch dickes dankeschön für die Arbeit. :-D
Trurl
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Re: SIMPLE MINDS oder U2

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Gepostet: 26.09.2026 - 15:51 Uhr  ·  #5
Interessante Gedanken zu den Bands. Darüber muss ich noch mal etwas länger grübeln.

Ich verfolge beide Bands seit den frühen Anfangstagen, Simple Minds seit ihrem LP-Debüt, U2 seitdem ich die Single FIRE in die Hände bekam. Den Hauptunterschied hast Du genannt: U2 sind 50 Jahre eine Band, die sich immer wieder in Frage stellt. Simple Minds (leider) seit vielen vielen Jahren nur noch ein Duo mit BegleitmusikerInnen, das sich im Rahmen ihres gefundenen musikalischen Spektrums bewegt. Mal geht es (wie in den letzten Jahren) eher zurück zu den Anfängen, mal ist es doch eher wieder dieser leicht elektronische Stadionrock. Daher sind mir U2 immer näher geblieben, während die MINDS für mich immer mit den ersten Alben (von "Reel to Real" bis "New Gold.." verbunden sind. Da wechselt dann die "Lieblingsscheibe hin und her.
Obwohl, auch von U2 habe ich 3 Scheiben, die für mich doch sehr herausragen: October, The Unforgettable Fire und Achtung Baby, während sich Joshua Tree bei mir arg abgenützt hat, die ist mir einfach zu amerikanisch ;-)

Mal sehen, wie die Neue wird, die beiden letzten EPs haben Lust drauf gemacht

trurl
Tom Cody
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Re: SIMPLE MINDS oder U2

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Gepostet: 26.09.2026 - 16:15 Uhr  ·  #6
Zitat geschrieben von Triskell

Dennoch dickes dankeschön für die Arbeit. :-D

Da schließe ich mich gerne an. 👍Musikalisch gesehen, bin ich bei Mr. Upduff, aber auch bei Triskell. Weder die Simple Minds, noch U2, stehen bei mir hoch im Kurs.😴 " Don't You " von den Simple Minds als Soundtrack vom " Breakfast Club ' (1985) gefällt mir gut.🤗
Trurl
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Re: SIMPLE MINDS oder U2

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Gepostet: 26.09.2026 - 16:43 Uhr  ·  #7
Zitat geschrieben von Tom Cody

: " Don't You " von den Simple Minds als Soundtrack vom " Breakfast Club ' (1985) gefällt mir gut.🤗


Lol, irgendwie tut mir die Band leid. Ihr größter Hit ist nicht von Ihnen geschrieben worden, sondern war eher ne Auftragsarbeit. Sie mochten die Aufnahme nicht mal besonders 😎
Leslie
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Re: SIMPLE MINDS oder U2

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Gepostet: 26.09.2026 - 17:59 Uhr  ·  #8
Zitat geschrieben von Trurl


Lol, irgendwie tut mir die Band leid. Ihr größter Hit ist nicht von Ihnen geschrieben worden

Bryan Ferry und Billy Idol wollten den Song nicht - wäre für Ferry bestimmt ein großer Erfolg geworden - Pech gehabt -;)
hmc
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Re: SIMPLE MINDS oder U2

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Gepostet: 26.09.2026 - 18:13 Uhr  ·  #9
Bin da unschlüssig. Simple Minds waren live schon klasse, nur wird mir im Studio zu viel gesungen, statt auch einmal instrumentales zu bieten.
U2 hat mich nie erreicht, warum auch immer.
Ich denke, dass es nicht meine Richtung ist.

Der Beitrag ist klasse und mit viel Liebe zum Detail verfasst. Respekt.
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Re: SIMPLE MINDS oder U2

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Gepostet: 26.09.2026 - 19:35 Uhr  ·  #10
Zitat geschrieben von Leslie

Zitat geschrieben von Trurl


Lol, irgendwie tut mir die Band leid. Ihr größter Hit ist nicht von Ihnen geschrieben worden

Bryan Ferry und Billy Idol wollten den Song nicht - wäre für Ferry bestimmt ein großer Erfolg geworden - Pech gehabt -;)


Jo,war schon eine vertrackte Geschichte, erst bei den Minds fragen, dann nach deren Ablehnung die anderen und dann landete das Angebot wieder bei den MINDS, Chrissie Hyndes ist Schuld, sie hat ihren Ehemann Kerr überredet, das Angebot doch noch anzunehmen.

Trurl
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Re: SIMPLE MINDS oder U2

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Gepostet: 26.09.2026 - 20:16 Uhr  ·  #11
Zitat geschrieben von hmc

Bin da unschlüssig. Simple Minds waren live schon klasse, nur wird mir im Studio zu viel gesungen, statt auch einmal instrumentales zu bieten.



gerade in den frühen Werken gibt es doch einiges instrumental. Solltest da noch mal reinhören, wenn Du stark elektronischen New Wave abkannst ;-)

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Re: SIMPLE MINDS oder U2

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Gepostet: 26.09.2026 - 21:10 Uhr  ·  #12
Famoser Beitrag, Wolfgang. Aktuell höre ich beide Bands nicht. Das liegt allerdings an der schieren Masse, die man zu Hause als Auswahl zur Verfügung hat. Da fällt schon mal was hinten rüber. Aber U2 könnte ich in der Tat mal wieder auflegen. Und da haben wir schon meine Wertung. U2 haben für mich interessante Alben herausgebracht. Unerreicht für mich ist "Under a Blood Red Sky". Die späteren Alben sind etwas an mir vorbeigegangen, obwohl ich insgesamt 12 Stück mein Eigen nenne.
Simple Minds? Kein Tonträger. Ich empfand die Musik immer als hohl, aufgeblasen, pathetisch und wie durch einen Weichzeichner gespielt.
frimp
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Re: SIMPLE MINDS oder U2

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Gepostet: 27.09.2026 - 15:41 Uhr  ·  #13
Sehr guter Artikel bM - und ich teile Deine Auffassung größtenteils. Ich mochte in den 80ern beide Bands. Abseits der Musik ging mir Bono auch etwas auf den Senkel, aber das tat dem Ganzen keinen Abbruch.
Ab und an landen "Under A Blood Red Sky" , "The Joshua Tree" und "Rattle and Hum" von U2 sowie "New Gold Dream", "Once Upon A Time" und auch "Street Fighting Years" im Player.
Für mich war es nie ein entweder - oder.
Emma
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Re: SIMPLE MINDS oder U2

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Gepostet: 27.09.2026 - 19:03 Uhr  ·  #14
Guter und interessanter Beitrag. Die Simple Minds habe ich 1986 auf einem Konzert in HH gesehen und wir waren begeistert. Natürlich war der Hit "Don't You" ausschlaggebend. Dann bei WOM 2 Patten gekauft. "Sister Feelings Call" sehr gut, "Real To Real Cacophony" (1979) sehr gewöhnungsbedürftig, bin nie damit warm geworden. "New Gold Dream (81-82-83-84)" sehr gut und die letzte Platte war "Street Fighting Years". Danach habe ich sie aus den Augen verloren.
Von U2 habe ich eigentlich nur die Jahre 1983-1988 in Erinnerung. Da waren einige Hits dabei, die auf keiner Fete fehlen durften. "Achtung Baby" hatte ich mir noch gekauft. Danach haben sie mich nicht mehr interessiert.
Die Gedanken über Bono teile ich mit badMoon. Sehr sympathisch finde ich ihn nicht, aber darauf kommt es ja nicht unbedingt an. Bei unserem Besuch im Irish Rock ‘n’ Roll Museum in Dublin nahm U2 einen großen Teil ein. Sie haben dort einen eigenen Raum, ebenso Thin Lizzy. Rory kam viel zu kurz. U2 sind noch im Geschäft, die anderen Legenden.
Die 80er sind lange her und wir sind alt geworden. Musikgeschmack ändert sich mit der Zeit. An die Simple Minds und Ü2 der 80er denke ich aber gerne zurück.
holger_fischer
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Re: SIMPLE MINDS oder U2

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Gepostet: 27.09.2026 - 20:03 Uhr  ·  #15
Zitat geschrieben von Emma

....."Real To Real Cacophony" (1979) sehr gewöhnungsbedürftig, ...


Interessant. Mit diesem Album habe ich sie kennengelernt. Fand ich ganz gut. Ich glaube Premonition war der erste Song, den ich gehört habe. Hatte die Band danach weiterhin verfolgt, aber da kam für mich nichts mehr.
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Re: SIMPLE MINDS oder U2

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Gepostet: 27.09.2026 - 20:49 Uhr  ·  #16
Zitat geschrieben von holger_fischer

Zitat geschrieben von Emma

....."Real To Real Cacophony" (1979) sehr gewöhnungsbedürftig, ...


Interessant. Mit diesem Album habe ich sie kennengelernt. Fand ich ganz gut. Ich glaube Premonition war der erste Song, den ich gehört habe. Hatte die Band danach weiterhin verfolgt, aber da kam für mich nichts mehr.


yep, für mich ist das eigentlich das interessanteste/spannendste Album von den Minds. Ich hätte was darum gegeben, wenn sie Leckie als Producer behalten hätten, aber ging wohl wegen dem Labelwechsel nicht.

trurl
Tom Cody
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Re: SIMPLE MINDS oder U2

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Gepostet: 27.09.2026 - 21:03 Uhr  ·  #17
Wolfgang, seit längerer Zeit einmal wieder ein echter Quotenknaller ! 👍Starke Resonanz. Man sieht, wenn interessante Beiträge eingestellt werden, gibt es auch regen Zuspruch. 🤗 Stark gemacht ! 😀
badMoon
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Re: SIMPLE MINDS oder U2

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Gepostet: 28.09.2026 - 10:55 Uhr  ·  #18
Erst einmal ein ganz großes Dankeschön an alle, die sich die Zeit genommen haben, auf meinen kleinen – nun ja, offenbar doch etwas ausgeuferten – Vergleich von Simple Minds und U2 zu reagieren. Mit so viel Resonanz hatte ich ehrlich gesagt gar nicht gerechnet, denn schließlich gehören beide Bands hier im Forum nun nicht gerade zu den erklärten Lieblingen. 😉 Umso mehr freut es mich, dass sich sogar diejenigen zu Wort gemeldet haben, die mit den beiden musikalisch eher wenig bis überhaupt nichts anfangen können. Dass man sich dann trotzdem durch so einen langen Beitrag kämpft – oder zumindest tapfer hineinschaut – verdient natürlich besonderen Respekt. 😄

Die Kommentare haben mir jedenfalls gezeigt, dass der Beitrag trotz seiner Überlänge nicht völlig am Ziel vorbeigeschossen ist. Und an diejenigen, die angesichts der Länge irgendwann beschlossen haben, ihre noch verbleibende Lebenszeit doch lieber anders zu verbringen: aber – macht euch keinen Kopf. 😂 Das kann ich durchaus nachvollziehen. Zumal ja auch nicht jeder mit den beiden Bands sonderlich viel anfangen kann.

Gerade die unterschiedlichen Reaktionen fand ich aber spannend. Einige haben beide Bands irgendwann aus den Augen verloren, andere waren von Anfang an dabei und wieder andere können mit Simple Minds oder U2 bis heute nicht besonders viel anfangen. Ist halt so – Musikgeschmack lässt sich bekanntlich nicht verordnen.

Interessant fand ich vor allem, wie oft bei den Simple Minds die frühen Jahre genannt wurden. "Real to Real Cacophony", "Sister Feelings Call", "New Gold Dream", "Once Upon a Time" – da tauchen schon einige der Platten auf, die auch für mich mit der eigentlichen Geschichte der Band verbunden sind. Und bei U2 sieht es gar nicht so viel anders aus: "Under a Blood Red Sky", "The Unforgettable Fire", "Achtung Baby", "The Joshua Tree" … wobei sich die persönlichen Favoriten hier offenbar deutlich stärker auseinanderentwickeln.

Die Geschichte um Don't You (Forget About Me) fand ich in den Antworten übrigens ziemlich klasse. Ausgerechnet der größte Hit der Simple Minds stammt nicht aus ihrer eigenen Feder, die Band war zunächst gar nicht besonders scharf darauf – und am Ende musste offenbar erst Chrissie Hynde ihren Ehemann Jim Kerr davon überzeugen, das Ding doch zu machen. So kann's gehen. 😄 Heute dürfte sich wohl niemand mehr darüber beschweren, dass sie den Song genommen haben.

Auch das Thema Bono kam erwartungsgemäß nicht ganz überraschend auf den Tisch. 😉 Ich glaube, da geht es einigen ähnlich wie mir: Man kann die Musik einer Band mögen und mit dem Auftreten oder der Person dahinter trotzdem nicht sonderlich viel anfangen. Das eine muss das andere ja nicht zwangsläufig kaputtmachen.

Was mir an euren Antworten aber besonders gefällt: Eigentlich gibt es dieses „Simple Minds oder U2?“ gar nicht wirklich. Für manche war nach "New Gold Dream" Schluss, andere sind bei U2 irgendwann ausgestiegen, manche haben beide Bands komplett aus dem Blick verloren und wieder andere legen auch heute noch gelegentlich eine alte Scheibe auf.

Deshalb hatte ich den Vergleich eigentlich überhaupt gemacht. Nicht um am Ende einen Sieger auszurufen, sondern weil ich mich beim Schreiben selbst gefragt habe, warum mir von den beiden Bands die eine über die Jahre doch näher geblieben ist als die andere – und warum das heute teilweise ganz anders aussieht als noch in den 80ern.

Also nochmals danke für eure Rückmeldungen, die unterschiedlichen Sichtweisen und auch für die netten Worte zum Beitrag. Hat mich wirklich gefreut, dass ausgerechnet dieser kleine Ausflug in meine musikalische Vergangenheit so viel Resonanz bekommen hat.

Und was die Länge angeht: Ich gelobe natürlich Besserung. Beim nächsten Mal wird's kürzer.

Na ja … vielleicht. 😎
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