Am 26. August 1991, also vor 35 Jahren begann die letzte große Musikrevolution durch ein Debüt Album und einem danach veröffentlichten Album von Nirvana - „Nevermind“ (24.Sept 91)
Die beiden läuteten den aus Seattle stammenden Grunge ein. Dieser Sound überschwemmt die ganze Welt und suggeriert das Leben einer ganzen Generation.
„Ten“ das heute immer noch wie ein Urknall gleicht und hier bei mir gerade aus den Boxen dröhnt und zwar die original LP vom damals.
Die Rede ist natürlich von Pearl Jam, mit ihrem eigenwilligen Sänger Eddie Vedder, den ich immer noch als modernen Jim Morrison sehe, ihn umgibt eine besondere Aura ebenso seine unwiderstehliche Stimme.
Aus einem langsam aufbauendes Intro, durchschneidet ein Riff das Konstrukt und läutet ein hartes funky angehauchtes Feuerwerk ab. „Once“ der Opener zeigt dem Weg wohin es geht. Darauf folgt das nicht minder straffe „Even Flow“ das als eine der drei Singles ausgekoppelt wurde. Die Energie und Emotionen die hier in den nicht mal ersten zehn Minuten her ausgeblasen wird ist enorm. „Alive“ DIE Hymne der Band war einer der drei Tracks für Ihr instrumentales Demo Tape mit dem Sie einen Sänger suchten, nachdem die Vorgängerband Mother Love Bone ihren charismatischen Sänger Andrew Wood verlor und dieser 1990 sich vollkommen dem Alkohol und Drogen hingab. Eddie Vedder bekam dieses Demotape in San Diego von Jack Iron (Red Hot Chili Peppers) zu hören und machte sich gleich ran, einen fiktionalen Text darüber zu schreiben. Hier ging es, wie vieles von Eddie um persönlicher Erfahrung und um dem Alltag in seiner näheren Umgebung.
Bei „Alive“ beschreibt er das Gefühl wie er erfuhr das sein Vater nicht sein leiblicher Erzeuger ist. Das ellenlange Gitarrensolo von Mike McCready wurde am Ende an einem Stück niedergespielt und aufgenommen. Der eingängige Refrain lädt direkt einzusteigen und alles um dich herum zu vergessen.
lasst euch treiben - Alive
Steve Gossard und Jeff Ament, die vorher bei Green River spielten, machten nach dem Schicksal schlag von Mothe Love Bone weiter und haben mit dem befreundeten Mike McCready und Drummer Matt Cameron (Soundgarden und Regisseur von „Singles“) ein Demo Tape eingespielt, das Sie nach einiger Zeit von Eddie Vedder als Absender zurück bekommen hatten. Die Musiker waren begeistert und luden ihn nach Seattle in die London Bridge Studios zu einer Aufnahmesession ein. Da nahm die Geschichte Pearl Jam ihren Lauf. Am Anfang der Aufnahmen nannten sich die Musiker noch „Mookie Blaylock“ nach einem bekannten NBA Spieler, der immer die Rückennummer 10 trug, daher auch der Albumtitel !!!
Bis auf wechselnde Schlagzeuger blieben die 4 Musiker das Grundgerüst von Pearl Jam.
Der nächste Knaller und die dritten erfolgreichen Singleauskopplung ist „Jeremy“. Dies gehört in die Schublade der musikalischen Meilensteine. Man fühlt die Atmosphäre, den Hass, der Schock und am Ende sogar das Mitleid. Es ging um einen Jungen der in der Highshool dauernd gemobbt bis Er es nicht mehr aushält und sich selbst erschoss. Hierzu wurde ein aufwändiges Video gedreht das sogar in den MTV Awards 1993 vier mal ausgezeichnet worden war unter anderen als „Video das Jahres“. Unvergesslich auch die Live Performance eines sehr energiegeladenen „Rockin in the Free World“ mit keinem geringeren als Neil Young, der hier als Godfather des Grunge liebevoll bezeichnet wurde.
Jeremy - Das offizielle Video
Rockin in the free World with Neil Young
Die ruhigeren und emotionalen Momente beherrschen Sie ebenso. Songs wie das intimere „Black“ oder „Garden“, das sich am Ende auch noch brachial aufbaut, fügen sich besten in das Konstrukt der Grunge Kracher wie „Why Go“ oder „Oceans“ ein. Den Abschluss „Release“ das sich meditativ hinziehende Stück überzeugt durch unheimliche gefühlvolle Stimmung und immer das wiederholte „Release me“ wird hier regelrecht gefordert.
Release
Das ganze Album durch überzeugt ebenso von der Instrumentalisten, allen voran die Gitarrenbasis und den emotionalen und stark hervorstechenden Soli’s von McCready und Gossard. Genau eben diese Songs und deren Sound macht die Verbundenheit der Fans zu dieser Band Pearl Jam aus. In Ihren Songs ist wahnsinnig viel Leben verarbeitet und auch nach 35 Jahre ist da kein Funken davon verloren gegangen. Ich merke es selber an mir dass der Sound mich immer noch voll und ganz mitnimmt.
Zurecht war und ist das Album „Ten“ immer noch einer der erfolgreichsten Debut Alben der Rockgeschichte und gehört in jede gut sortierte Plattensammlung.
• Jeff Ament: Bass
• Eddie Vedder: Gesang
• Mike McCready: Gitarre
• Stone Gossard: Gitarre
• Dave Krusen: Schlagzeug
Produzent Rick Parashar
1.Once (Vedder, Gossard) – 3:51
2. Even Flow (Vedder, Gossard) – 4:53
3. Alive (Vedder, Gossard) – 5:40
4. Why Go (Vedder, Ament) – 3:19
5. Black (Vedder, Gossard) – 5:43
6. Jeremy (Vedder, Ament) – 5:18
7. Oceans (Vedder, Gossard, Ament) – 2:41
8. Porch (Vedder) – 3:30
9. Garden (Vedder, Gossard, Ament) – 4:58
10. Deep (Vedder, Gossard, Ament) – 4:18
11. Release (Vedder, Gossard, Ament, McCready, Krusen) – 6:10