Künstler: Lazuli
Datum: 15. März
Ort: Musiktheater Piano, Dortmund (Lütgendortmund)
Delegation vom Zirkus: Stattmeister
Zunächst einmal Fakten: Lazuli ist eine französische Progressive-Rock-Band. Sie wurde 1998 in Südfrankreich von den Brüdern Claude und Dominique Leonetti gegründet. Ihr Markenzeichen ist der Einsatz eines ungewöhnlichen Musikinstrumentes, die Léode. Claude Leonetti erfand und spielt die Léode, da er durch einen Motorradunfall seinen linken Arm nicht mehr benutzen kann. Im Prinzip handelt es sich um einen MIDI-Controller, der einer Lap-Steel-Gitarre ähnelt. Im Hals des Instruments befinden sich vier Kanäle, die auf die Bewegungen und den Druck der Finger reagieren.
Meine erste Begegnung mit den Franzosen erfolgte 2022 beim Herzberg-Festival. Damals schrieb ich folgendes: „Auch Lazuli hatte ich mit Spannung erwartet, kannte ich von den Franzosen doch bisher nur Fragmente aus den bisherigen zehn Alben. Aber mit diesem Auftritt und der sehr abwechslungsreichen Musik, die zwischen bretonischem Folk, Prog und Chanson changiert und der ungewöhnlichen Vielfalt an Instrumenten (u. a. Marimba, Harp Guitar) haben sie mich als Fan hinzugewonnen. Das 2020er Album Le Fantastique Envol De Dieter Böhm, von dem sie einige Stücke präsentierten, ist schon auf dem Weg zu mir.“
Waldhorn und Leode gehören zum Klangkosmos dazu
Bislang blieb dieses Album, warum auch immer, das einzige von ihnen, obwohl ich es klasse finde und auch recht häufig auflege. Dann hörte ich im Februar einen Track (Au bord du précipice, am Sonntag eine der Zugaben) aus ihrem neuen Album auf einem eclipsed-Sampler und war sofort angetan. Nur wenige Stunden später war das komplette Album downgeloaded. Seitdem läuft es fast in Heavy-Rotation. Dann sah ich, dass sie aktuell auf Europa-Tour sind und fand auch schnell einen Musikfreund der mich ins Piano nach Lütgendortmund begleiten wollte. Leider mußte dieser krankheitsbedingt absagen, so machte ich mich am Sonntag alleine auf den Weg.
Fazit: Tolles Konzert vor etwa 150-180 treuen Fans in einer meiner mittlerweile Lieblingslocation hier im näheren Umfeld. Wie Dominique in einem Interview bereits ankündigte, spielten sie (sehr zu meiner Freude) das neue Album komplett sowie einige Sachen aus dem Vorgängeralbum „Onze (11)“ (welches ich nach dem Konzert direkt am Merchstand erwarb).
Als alter Lateiner verstehe ich absolut kein Wort von dem, was Lazuli singen aber der sehr kommunikative Dominique gibt hin und wieder Erklärungen (in deutscher Sprache!) zu den Songs, ihrer Entstehung und dem Inhalt. So erfahren wir das „Triste Carnaval“ davon handelt, wie er sich an Karneval als Kind in ein Kostüm eines Superhelden kleidet und so in der Schule erscheint, allerdings am falschen Tag. Übersetzt singt er „Allein im Kostüm aus Licht, habe ich mich im Tag geirrt und alle Augen wie ein Blitz schlagen mitten auf den Hof. Wenn die Lächerlichkeit nicht tötet, warum bin ich vor Scham gestorben“
Wer braucht Roadies? Claude und Dominique beheben kurzerhand selbst die kleine Störung am Effekt-Gerät
Seit vielen Jahren ist dies die letzte Zugabe - Neun Hände an der Marimba
Auch Romain und Vincent düfen als Duo ihre musikalische Kompetenz beweisen
Über all die Jahre hat sich zwischen den Fans und der Band ein sehr inniges Verhältnis entwickelt. So kommt es zwischen den Stücken immer wieder zu lang anhaltendem Applaus was die Musiker sichtlich bewegt registrieren und mehrfach die tolle Atmosphäre loben. Mit einem ganz besonderen Dank schickt Dominique dann um Zwanzig nach Zehn die Fans in die Dortmunder Nacht: „Ihr seid unser Ruhepol in diesen unruhigen Zeiten.“
Band und Publikum hat der Sonntagabend sichtlich gefallen
Aktuelle Besetzung:
Dominique Leonetti - Gesang, 6- und 12-saitige Gitarre
Claude Leonetti - Léode
Arnaud Beyney - Gitarre, Bass
Romain Thorel - Keyboard, Waldhorn
Vincent Barnavol - Schlagzeug, Percussion, Marimba
Setlist
Être et ne plus être
Sourire
Qui d'autre que l'autre
Une chanson cherokee
Mon body se meurt
Les 4 raisons
L'eau qui dort
Le miroir aux alouettes
Quel dommage
Triste carnaval
L'homme sûr
Matière première
Parlons du temps
Chaque jour que soleil fait
Le Pleureur sous la Pluie
Les courants ascendants
Encore:
L’Instant
(Dominique solo)
Au bord du précipice
Neuf Mains autour d'un Marimba
Hier zwei Videos von früheren Auftritten:
Les courants ascendants
Les courantes
Neun Hände an der Marimba
Marimba
Diskografie
1999: Lazuli
2003: Amnesie
2006: en avant doute...
2009: Réponse incongrue à l'inéluctable
2011: 4603 battements
2014: Tant que l'herbe est grasse
2016: Nos âmes saoules
2018: Saison 8
2020: Le Fantastique envol de Dieter Böhm
2021: Dénudé. 16 Songs, Naked & Unplugged
2022: Onze (11)
2026: Être et ne plus être
Wer jetzt Lust bekommen hat die Band zu besuchen, hier weitere Stationen:
Datum: 15. März
Ort: Musiktheater Piano, Dortmund (Lütgendortmund)
Delegation vom Zirkus: Stattmeister
Zunächst einmal Fakten: Lazuli ist eine französische Progressive-Rock-Band. Sie wurde 1998 in Südfrankreich von den Brüdern Claude und Dominique Leonetti gegründet. Ihr Markenzeichen ist der Einsatz eines ungewöhnlichen Musikinstrumentes, die Léode. Claude Leonetti erfand und spielt die Léode, da er durch einen Motorradunfall seinen linken Arm nicht mehr benutzen kann. Im Prinzip handelt es sich um einen MIDI-Controller, der einer Lap-Steel-Gitarre ähnelt. Im Hals des Instruments befinden sich vier Kanäle, die auf die Bewegungen und den Druck der Finger reagieren.
Meine erste Begegnung mit den Franzosen erfolgte 2022 beim Herzberg-Festival. Damals schrieb ich folgendes: „Auch Lazuli hatte ich mit Spannung erwartet, kannte ich von den Franzosen doch bisher nur Fragmente aus den bisherigen zehn Alben. Aber mit diesem Auftritt und der sehr abwechslungsreichen Musik, die zwischen bretonischem Folk, Prog und Chanson changiert und der ungewöhnlichen Vielfalt an Instrumenten (u. a. Marimba, Harp Guitar) haben sie mich als Fan hinzugewonnen. Das 2020er Album Le Fantastique Envol De Dieter Böhm, von dem sie einige Stücke präsentierten, ist schon auf dem Weg zu mir.“
Waldhorn und Leode gehören zum Klangkosmos dazu
Bislang blieb dieses Album, warum auch immer, das einzige von ihnen, obwohl ich es klasse finde und auch recht häufig auflege. Dann hörte ich im Februar einen Track (Au bord du précipice, am Sonntag eine der Zugaben) aus ihrem neuen Album auf einem eclipsed-Sampler und war sofort angetan. Nur wenige Stunden später war das komplette Album downgeloaded. Seitdem läuft es fast in Heavy-Rotation. Dann sah ich, dass sie aktuell auf Europa-Tour sind und fand auch schnell einen Musikfreund der mich ins Piano nach Lütgendortmund begleiten wollte. Leider mußte dieser krankheitsbedingt absagen, so machte ich mich am Sonntag alleine auf den Weg.
Fazit: Tolles Konzert vor etwa 150-180 treuen Fans in einer meiner mittlerweile Lieblingslocation hier im näheren Umfeld. Wie Dominique in einem Interview bereits ankündigte, spielten sie (sehr zu meiner Freude) das neue Album komplett sowie einige Sachen aus dem Vorgängeralbum „Onze (11)“ (welches ich nach dem Konzert direkt am Merchstand erwarb).
Als alter Lateiner verstehe ich absolut kein Wort von dem, was Lazuli singen aber der sehr kommunikative Dominique gibt hin und wieder Erklärungen (in deutscher Sprache!) zu den Songs, ihrer Entstehung und dem Inhalt. So erfahren wir das „Triste Carnaval“ davon handelt, wie er sich an Karneval als Kind in ein Kostüm eines Superhelden kleidet und so in der Schule erscheint, allerdings am falschen Tag. Übersetzt singt er „Allein im Kostüm aus Licht, habe ich mich im Tag geirrt und alle Augen wie ein Blitz schlagen mitten auf den Hof. Wenn die Lächerlichkeit nicht tötet, warum bin ich vor Scham gestorben“
Wer braucht Roadies? Claude und Dominique beheben kurzerhand selbst die kleine Störung am Effekt-Gerät
Seit vielen Jahren ist dies die letzte Zugabe - Neun Hände an der Marimba
Auch Romain und Vincent düfen als Duo ihre musikalische Kompetenz beweisen
Über all die Jahre hat sich zwischen den Fans und der Band ein sehr inniges Verhältnis entwickelt. So kommt es zwischen den Stücken immer wieder zu lang anhaltendem Applaus was die Musiker sichtlich bewegt registrieren und mehrfach die tolle Atmosphäre loben. Mit einem ganz besonderen Dank schickt Dominique dann um Zwanzig nach Zehn die Fans in die Dortmunder Nacht: „Ihr seid unser Ruhepol in diesen unruhigen Zeiten.“
Band und Publikum hat der Sonntagabend sichtlich gefallen
Aktuelle Besetzung:
Dominique Leonetti - Gesang, 6- und 12-saitige Gitarre
Claude Leonetti - Léode
Arnaud Beyney - Gitarre, Bass
Romain Thorel - Keyboard, Waldhorn
Vincent Barnavol - Schlagzeug, Percussion, Marimba
Setlist
Être et ne plus être
Sourire
Qui d'autre que l'autre
Une chanson cherokee
Mon body se meurt
Les 4 raisons
L'eau qui dort
Le miroir aux alouettes
Quel dommage
Triste carnaval
L'homme sûr
Matière première
Parlons du temps
Chaque jour que soleil fait
Le Pleureur sous la Pluie
Les courants ascendants
Encore:
L’Instant
(Dominique solo)
Au bord du précipice
Neuf Mains autour d'un Marimba
Hier zwei Videos von früheren Auftritten:
Les courants ascendants
Les courantes
Neun Hände an der Marimba
Marimba
Diskografie
1999: Lazuli
2003: Amnesie
2006: en avant doute...
2009: Réponse incongrue à l'inéluctable
2011: 4603 battements
2014: Tant que l'herbe est grasse
2016: Nos âmes saoules
2018: Saison 8
2020: Le Fantastique envol de Dieter Böhm
2021: Dénudé. 16 Songs, Naked & Unplugged
2022: Onze (11)
2026: Être et ne plus être
Wer jetzt Lust bekommen hat die Band zu besuchen, hier weitere Stationen:
Hier er Beweis: