In dieser Vorstellung geht es nicht um die 2005 gegründete französische Metal-Band namens Celeste, sondern um die italienische Progressive-Rock-Band Celeste und ihr selbstbetiteltes Debüt.
Die italienische Band Celeste gründete sich in den frühen 70er Jahren. Die Stücke ihres ersten Albums entstanden bereits 1973. Im Jahr 1974 wurden sie aufgenommen, aber es sollten noch einmal zwei Jahre vergehen, bis das Album 1976 unter dem Namen Celeste offiziell veröffentlicht wurde.
"Dieses Album ist das Ergebnis einer etwa zweijährigen Entstehungsphase, in der die Gruppenmitglieder versuchten, sich so weit wie möglich von angelsächsischen und generell ausländischen Einflüssen zu befreien und Raum für Melodie und das zu schaffen, was am ehesten dem mediterranen Lebensgefühl entspricht", so steht es auf der Rückseite des Booklets. Ich würde sagen, dies ist auch recht gut gelungen.
Der Blick auf die Besetzungsliste des Albums lässt hinsichtlich der zu erwartenden Musik schon einiges erahnen:
Ciro Perrino: Percussion, Flöte, Mellotron, Gesang
Leonardo Lagorio: Klavier, Mellotron, Synthesizer, Flöte, Saxophon
Mariano Schiavoni: Gitarre, Violine, Gesang
Giorgio Battaglia: Bass
Die Band wird bei zwei Stücken unterstützt von Aldo De Scalzi, der hier für die Sound Effekte zuständig ist.
Die sieben Stücke klingen durchweg verträumt und sind weitgehend instrumental. Es braucht sicherlich etwas Zeit, um sich mit diesem Album anzufreunden, da es fast nur sanfte Passagen beinhaltet. Bombast oder rockige Elemente wird man vergeblich suchen. Ebenso wird man keine ausgefeilten Soli hören. Es wird gemeinsam musiziert und jedem Instrument wird gleichwertig Platz eingeräumt. Allerdings kommen Liebhaber des Mellotrons voll auf ihre Kosten.
Gleich das erste Stück Principe Di Un Giorno ist wohl mein liebstes. Es beginnt mit schwebenden Klängen, das Klavier steuert eine kleine zauberhafte Melodie bei, aber vor allem die Flöte verzaubert mit märchenhaften Tönen. So ist auch der kurze Text - wie es auch die übrigen Texte sind - märchenhaft und mystisch. Das letzte Drittel wird von einem Saxophon dominiert, bevor sanfte Mellotronklänge das Lied ausklingen lassen.
Den achtminüter Favole Antiche eröffnen die schwebenden, psychedelischen Klänge von Synthesizer und Mellotron sowie geisterhafte Gesänge. Der pastoral anmutende Text ist nur kurz und wird von einem ausdrucksvollen Flötenspiel begleitet und dadurch verstärkt. Es werden einzelne Sätze aus dem Off, Gelächter und Chorgesang eingespielt. Zwischendurch mutet es dann fast mittelalterlich an. Einzelne Passagen erinnern an Kirchenmusik.
Eftus schließt stilistisch nahtlos an die beiden Vorgängertracks. Ein noch kürzerer Text, mystische Worte, harmonisch mehrstimmig gesungen. Flöte und Bass dominieren und es kommt auch wieder ein wenig Mittelalter-Feeling auf.
Giochi nella notte verbindet gekonnt Misstöne - inklusive jazziger Saxophon-Improvisationen - mit dem für mich schönsten, weil melodisch und deutlich klassisch beeinflusstem Klavierspiel (etwa ab der Hälfte des Stückes). Der kurze Gesang beginnt ab der sechsten Minute. Ein Text, der in meinem Booklet um eine einleitende Strophe länger ist, die im Lied aber nicht gesungen wird.
La Grande Isola startet mit sanftem Gesang und steigert sich langsam. Ein kraftvolles symphonisches Arrangement wechselt sich mit zarten Melodien ab. Immer wieder eingestreuter Gesang erscheint wie aus anderen Sphären.
La Danza Del Fato ist ein kürzeres mit Glöckchengeläut und sphärischen Klängen beginnendes Stück. Der Gesang wird von feingewebten Flötenpassagen begleitet.
Den Abschluss des Albums bildet ein kurzes, mittelalterlich anmutendes und verspieltes Stück, L'imbroglio.
Celeste haben mit diesem Album ihre ganz eigene Musik geschaffen. Zarter Prog, Folk und Klassik, verbunden mit den oft verträumten Gesangspassagen, verschmelzen zu einem wunderbar gewebten Klangteppich. Und so tue ich mich schwer mit einer Einsortierung in eine Schublade. Wenn dies denn überhaupt nötig ist, trifft vielleicht am ehesten "symphonischer Progressive Rock mit einer Prise Folk" zu.
Titelliste:
01. Principe Di Un Giorno - 6:12
02. Favole Antiche - 8:18
03. Eftus - 4:17
04. Giochi Nella Notte - 8:11
05. La Grande Isola - 5:04
06. La Danza Del Fato - 3:56
07. L'imbroglio - 1:06
Die italienische Band Celeste gründete sich in den frühen 70er Jahren. Die Stücke ihres ersten Albums entstanden bereits 1973. Im Jahr 1974 wurden sie aufgenommen, aber es sollten noch einmal zwei Jahre vergehen, bis das Album 1976 unter dem Namen Celeste offiziell veröffentlicht wurde.
"Dieses Album ist das Ergebnis einer etwa zweijährigen Entstehungsphase, in der die Gruppenmitglieder versuchten, sich so weit wie möglich von angelsächsischen und generell ausländischen Einflüssen zu befreien und Raum für Melodie und das zu schaffen, was am ehesten dem mediterranen Lebensgefühl entspricht", so steht es auf der Rückseite des Booklets. Ich würde sagen, dies ist auch recht gut gelungen.
Der Blick auf die Besetzungsliste des Albums lässt hinsichtlich der zu erwartenden Musik schon einiges erahnen:
Ciro Perrino: Percussion, Flöte, Mellotron, Gesang
Leonardo Lagorio: Klavier, Mellotron, Synthesizer, Flöte, Saxophon
Mariano Schiavoni: Gitarre, Violine, Gesang
Giorgio Battaglia: Bass
Die Band wird bei zwei Stücken unterstützt von Aldo De Scalzi, der hier für die Sound Effekte zuständig ist.
Die sieben Stücke klingen durchweg verträumt und sind weitgehend instrumental. Es braucht sicherlich etwas Zeit, um sich mit diesem Album anzufreunden, da es fast nur sanfte Passagen beinhaltet. Bombast oder rockige Elemente wird man vergeblich suchen. Ebenso wird man keine ausgefeilten Soli hören. Es wird gemeinsam musiziert und jedem Instrument wird gleichwertig Platz eingeräumt. Allerdings kommen Liebhaber des Mellotrons voll auf ihre Kosten.
Gleich das erste Stück Principe Di Un Giorno ist wohl mein liebstes. Es beginnt mit schwebenden Klängen, das Klavier steuert eine kleine zauberhafte Melodie bei, aber vor allem die Flöte verzaubert mit märchenhaften Tönen. So ist auch der kurze Text - wie es auch die übrigen Texte sind - märchenhaft und mystisch. Das letzte Drittel wird von einem Saxophon dominiert, bevor sanfte Mellotronklänge das Lied ausklingen lassen.
Den achtminüter Favole Antiche eröffnen die schwebenden, psychedelischen Klänge von Synthesizer und Mellotron sowie geisterhafte Gesänge. Der pastoral anmutende Text ist nur kurz und wird von einem ausdrucksvollen Flötenspiel begleitet und dadurch verstärkt. Es werden einzelne Sätze aus dem Off, Gelächter und Chorgesang eingespielt. Zwischendurch mutet es dann fast mittelalterlich an. Einzelne Passagen erinnern an Kirchenmusik.
Eftus schließt stilistisch nahtlos an die beiden Vorgängertracks. Ein noch kürzerer Text, mystische Worte, harmonisch mehrstimmig gesungen. Flöte und Bass dominieren und es kommt auch wieder ein wenig Mittelalter-Feeling auf.
Giochi nella notte verbindet gekonnt Misstöne - inklusive jazziger Saxophon-Improvisationen - mit dem für mich schönsten, weil melodisch und deutlich klassisch beeinflusstem Klavierspiel (etwa ab der Hälfte des Stückes). Der kurze Gesang beginnt ab der sechsten Minute. Ein Text, der in meinem Booklet um eine einleitende Strophe länger ist, die im Lied aber nicht gesungen wird.
La Grande Isola startet mit sanftem Gesang und steigert sich langsam. Ein kraftvolles symphonisches Arrangement wechselt sich mit zarten Melodien ab. Immer wieder eingestreuter Gesang erscheint wie aus anderen Sphären.
La Danza Del Fato ist ein kürzeres mit Glöckchengeläut und sphärischen Klängen beginnendes Stück. Der Gesang wird von feingewebten Flötenpassagen begleitet.
Den Abschluss des Albums bildet ein kurzes, mittelalterlich anmutendes und verspieltes Stück, L'imbroglio.
Celeste haben mit diesem Album ihre ganz eigene Musik geschaffen. Zarter Prog, Folk und Klassik, verbunden mit den oft verträumten Gesangspassagen, verschmelzen zu einem wunderbar gewebten Klangteppich. Und so tue ich mich schwer mit einer Einsortierung in eine Schublade. Wenn dies denn überhaupt nötig ist, trifft vielleicht am ehesten "symphonischer Progressive Rock mit einer Prise Folk" zu.
Titelliste:
01. Principe Di Un Giorno - 6:12
02. Favole Antiche - 8:18
03. Eftus - 4:17
04. Giochi Nella Notte - 8:11
05. La Grande Isola - 5:04
06. La Danza Del Fato - 3:56
07. L'imbroglio - 1:06