Dann mach ich meinem Ruf als DAU (dümmster anzunehmender User) mal wieder alle Ehre: ICH SEHE DA NIX!
Möglicherweise muss der Browserinhalt aktualisiert werden. Versuche es mal mit <F5> im entsprechenden Beitrag. Noch einfacher, ich stelle einfach meine Antwort hier ein:
Fast bin ich überzeugt: Wer "echtes und richtiges" HiFi in höchsten Sphären erleben möchte, stellt zuerst seine HiFi-Anlage auf, richtet die Boxen aus, stellt seinen Sessel auf den zukünftig vorgesehenen Platz und baut dann ein Haus drumherum. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, als ich vor einiger Zeit durch drei Düsseldorfer HiFi-Studios zog, um mir neue Boxen anzuschaffen. Fast überall das gleiche Prozedere: der Hörplatz war vorgegeben (als ich in einem Studio den Sessel leicht verrückte, damit meine Frau sich dazu setzen konnte, wurde er sofort wieder auf den vorgesehenen Platz gestellt), der Platz für die Lautsprecher war markiert. Auf dem markierten Platz für die Lautsprecher wurden diese exakt ausgerichtet (ich hatte jeweils zwei Modelle in der Auswahl, die nacheinander getauscht wurden).
Die Hörerlebnisse in den Studios waren überwiegend überwältigend. Beim Song "The Teacher" von Paul Simon hatte ich mit geschlossenen Augen das Gefühl, ich könnte vor mich greifen und Paul Simon anfassen. Unglaublich, diese Transparenz, Bühne und Räumlichkeit.
OK, ...zu Hause war das nicht mehr reproduzierbar. Egal, wie ich die Lautsprecher ausrichte, das Hörerlebnis im HiFi-Studio ist offensichtlich nicht erreichbar. Die Lautsprecher teilen sich im Wohnzimmerbereich ihren Platz mit Tisch und Sofa, mit CD- und DVD-Regal, im Essbereich stehen Tisch, Stühle und ein kleinerer Schrank. Also, in keinster Weise vergleichbar mit einem HiFi-Studio, in dem meist auch bzgl. des Schalls gedämmt wird usw. Mein Fazit: sofern ich nicht über den Luxus eines speziellen Hörraums verfüge, findet die Musik im Wohnzimmer statt. Da meine beste Ehefrau von allen und ich es dort auch gerne wohnlich haben, wird ohne Diffuser, Deckenbeklebung, Schallwände oder sonstiges gelebt. Mit dem Sound bin ich völlig zufrieden, weiß ich doch, dass Studiostandard nicht erreicht werden kann.
Und mal ganz ehrlich: wie oft hätte man tatsächlich die Zeit und Muße, sich ganz alleine voll konzentriert vor die Lautsprecher zu setzen? Und ab welchem Alter verweigern die Lauscher den Dienst, noch jede Frequenz wahrzunehmen?
Das Gehör lässt nach im Alter, die hohen Frequenzen werden unhörbarer, dafür nerven tiefe Bässe umso mehr. Das, was man mit dem Equalizer anstellen muss, damit es wieder subjektiv so klingt, wie man es früher bei halbwegs linearem Klangverlauf noch kannte, hat mit HiFi nicht mehr viel zu tun.
Auf der anderen Seite empfand ich damals die HiFi-Norm als viel zu lasch definiert, das würde sich heute keiner mehr in die Bude stellen, guckst Du: https://www.hifi-wiki.de/index.php/DIN_45500
dan
God's Monkey
Geschlecht: keine Angabe Beiträge: 4698 Dabei seit: 04 / 2006
sehr guter Beitrag! Ungeachtet meiner Ohren bin ich von diesem Hype schon lange weg. Musikhören macht doch auch mehr Spaß in einer angenehmen, gemütlichen Umgebung, als in einem Ambiente einer Lagerhalle. Im Vordergrund steht die Musik und nicht die Technik. Auch wenn letztere Spaß machen kann. Da fällt mir ein Spruch vom Ex-Kanzlerkandidaten Laschet ein: Alles mit Maß und Mitte! Ich glaube, das war eins der wenigen Male, wo ich ihm zugestimmt habe .
Ich habe das nur nebenher mitbekommen und die Nachricht ist gut: Harman hatte nun die Audiosparte von Masimo mit den obigen Marken übernommen. Da Harman eine Samsung-Tochter ist, werden die Produkte alle langfristig fortgeführt werden.
Ich liebäugel ja immer noch mit einem neuen Verstärker, vermutlich Denon oder Marantz. Von Yamaha bin ich etwas weg, nachdem ich feststellen musste, dass die inzwischen bei den Produkten fast nur noch Plastikknöpfe verwenden und die Lautstärkepotis auch noch teilweise eiern.