Dezember 2020 - Vinegar Joe - Same

 
DJ
Avatar
Geschlecht: keine Angabe
Beiträge: 3957
Dabei seit: 02 / 2010
Betreff:

Dezember 2020 - Vinegar Joe - Same

 · 
Gepostet: 01.12.2020 - 13:07 Uhr  ·  #1
Bands mit Männern am Mikro liegen mir immer schon mehr, als wird die Stimme durch eine Frau beigesteuert. Aber es gibt natürlich Ausnahmen von dieser "Regel". Da fallen mir zu allererst Annie Haslam, Sandy Denny, Grace Slick und Elkie Brooks ein. Und die letztgenannte war es, die mir erst kürzlich aus dem Autoradio entgegenschallte. Ewig nicht gehört, völlig vergessen und dabei doch früher heiß und innig geliebt... als die weibliche Stimme von Vinegar Joe.

Vinegar Joe formierte sich 1972. Gründungsmitglieder waren Elkie Brooks (Gesang), Robert Palmer (Gesang, E-Gitarre) und Pete Gage (E-Gitarre). Diese drei hatten zuvor in der Jazzrock-Band Dada gespielt. Die Besetzung wurde durch Steve York (Bass), Tim Hinkley (Keyboards) und Conrad Isadore (Schlagzeug) vervollständigt.

Vinegar Joe war eine hervorragende Live-Band, trat regelmäßig im Marquee Club in London auf, spielte 1972 eine Peel Session ein und war u.a. auch im Deutschen Fernsehen zu sehen. Eine Tour sollte die Band als Vorgruppe von Wishbone Ash Anfang 1973 in die USA führen.

Das selbstbetitelte Debüt-Album erschien 1972 bei Island Records. Nur kurz darauf folgte das zweite Album Rock'n Roll Gypsies und bereits 1973 die dritte Veröffentlichung Six Star General. Dies sollte auch schon das letzte Album sein, da der kommerzielle Erfolg ausblieb. Die Band hatte offensichtlich Schwierigkeiten, ihren Live-Sound auf Vinyl zu übertragen. Zudem kam es innerhalb der Gruppe zu Spannungen, wohl vor allem zwischen Elkie Brooks und Robert Palmer, die beide eine Solokarriere anstrebten.

Vinegar Joe löste sich Ende 1973 auf.

In mein Platten-Regal fand damals nur das Debüt Einzug, und um dieses geht es hier.

Vinegar Joe - Same | GB 1972

Meine Lieblingsstücke auf dieser Scheibe, deren ansprechendes Cover ein Bild der Band - auf einem Teller zwischen Pommes und sauren Gurken sitzend - geformt aus Knetmasse ziert, waren früher unbestritten Never Met A Dog, Gettin' Out und See The World. Das ist heute ähnlich, mit dem Unterschied, dass ich nun fast alle übrigen Stücke genauso gut finde 8) .

Das Booklet nennt folgende Besetzung:

Elkie Brooks - vocals, percussion
Robert Palmer - vocals, rhythm guitar
Pete Gage - lead guitar, acoustic guitar, bottleneck guitar
Steve York - basses, harp
Tim Hinkley - pianoforte, organ
Rob Tait - drums, percussion

In der frühen Phase des Debüt-Albums hatte die Band noch keinen festen Drummer, sodass sich hier Conrad Isadore, Keef Hartley und Rob Tait die Drumsticks abwechselnd in die Hand gaben.

Wie unterschiedlich die Charaktere waren, die hier zusammenkamen, lässt sich sowohl am Songwriting als auch am Gesangsstil und Bühnenauftritt erkennen.

Während Elkie Brooks als schrille Rockröhre auftrat, ausgesprochen expressiv und streckenweise fast aggressiv daherkam, strahlte Robert Palmer Coolness und Ruhe aus und ließ schon damals erahnen, in welche Richtung er gehen wird: Richtung Rock/Pop-Dandy. So glatt und aufgeräumt, wie Robert Palmer später in seiner Solokarriere daherkam, so ungeschliffen und rau klang Vinegar Joe. Pete Gage dagegen hat den Blues bzw. Blues-Rock im Blut.

Die Platte startet mit Rusty Red Armour, einem Song aus der Feder Palmers, recht funky. Schon die ersten Takte mit dem gedehnten und schleppendem Basslauf und der E-Gitarre lassen aufhorchen. Palmers rotzige Stimme und Auftreten kommt hier rüber wie eine Mischung aus Mick Jagger und Bob Dylan. Trotzdem - oder auch gerade deswegen - gefällt mir dieses Video.

Der zweite Song Early Monday Morning, geschrieben von Pete Gage, beginnt mit stampfendem Rhythmus, und Elkie Brooks gibt eine Kostprobe ihrer Stimmgewalt, die streckenweise an Janis Joplin erinnert. Das Stück endet mit einem gewaltigen Vibrato in extrem hoher Stimmlage... das muss man nicht mögen.

Pete Gage war eindeutig dem Blues zugetan. Auch der nächste, sehr langsame Song Ride Me Easy, Rider wurde von ihm komponiert. Sein Gitarrenspiel trottet regelrecht neben der Stimme von Brooks dahin. Auch dieses Stück endet wieder fulminant: Elkie Brooks Stimme könnte Glas zerspringen lassen.

Es folgt Circles , eine schöne Mid-Tempo-Ballade, oder fast schon eine Pop-Ballade und geschrieben - es lässt sich leicht erahnen - von Robert Palmer. Auch die Vocals kommen hier von ihm, Elkie Brooks singt sehr zurückgenommen im Hintergrund. Pete Gage steuert ein verträumtes, leider zu kurzes E-Gitarren-Solo bei.

Leg Up, ebenfalls von Palmer geschrieben, ist ein Rocksong, der schon ein wenig in die Richtung weist, in die es später solo für ihn gehen sollte. Seine Stimme finde ich hier etwas schwach und dünn.

See The World beginnt wieder mit treibendem Bass. Dazu kommen schöne Keyboardharmonien, bevor der Gesang einsetzt. Dies ist ein Stück, auf dem Palmer und Brooks sich stimmlich perfekt ergänzen und ausgesprochen gut zusammen klingen. Das Ganze klingt angedeutet psychedelisch. Selbst, wenn nach 3 Minuten ganz unerwartet die Hornfraktion einsetzt, stört das nicht das Gesamt-Arrangement. Ein cooler Song.

Never Met A Dog ist ein feiner Rocktitel, der als Singleauskopplung wahrscheinlich am bekanntesten war. Never Met A Dog... der Song aus dem Autoradio. Ein Song zum Mitsingen, allein im Auto - kein Problem.

Das Awinu Malkenu ist ein jüdisches Bittgebet. Awinu Malkenu ist hebräisch und bedeutet übersetzt Unser Vater und unser König. Hier wird es von Pete Gage und Elkie Brooks in einen langsamen Folk-Blues umgesetzt.

Gettin' Out hätte sich ebenfalls als Singleauskopplung geeignet. Palmers Gesang stimmt, Elkie Brooks singt perfekt im Background und feine Keyboardpassagen runden das Ganze ab. Das Tempo steigt zum Ende des Songs stetig an. Ein Ohrwurm, eingängig, aber schön.

Live A Little, Get Somewhere ist für mich das schwächste Stück. Es fällt aus der Reihe, passt vielleicht in die Schublade entspannter Smooth Jazz.


Trackliste:
Rusty Red Armour - 5:00 - Written By Robert Palmer
Early Monday Morning - 4:43 - Written By Pete Gage
Ride Me Easy, Rider - 5:46 - Written By Pete Gage
Circles - 4:05 - Written By Robert Palmer
Leg Up - 4:58 - Written By Robert Palmer
See The World - 6:21 - Written By Pete Gage
Never Met A Dog - 6:31 - Written By Robert Palmer
Avinu Malkenu - 3:26 - Written By Pete Gage, Elkie Brooks
Gettin' Out - 5:09 - Written By Pete Gage, Steve York
Live A Little, Get Somewhere - 5:23 - Written By Pete Gage


Robert Palmer wie auch Elkie Brooks starteten beide eine erfolgreiche Karriere als Solokünstler. Robert Palmer verstarb bereits im September 2003 im Alter von nur 54 Jahren. Brooks steht noch heute auf der Bühne.

Pete Gage schrieb, arrangierte und produzierte weiterhin Songs für Elkie Brooks, mit der er auch verheiratet war. Nach der Scheidung der beiden konzentrierte er sich auf das Produzieren und arbeitete mit einer Vielzahl erfolgreicher Musiker.

Steve York verlor am 14. Oktober 2020 seinen langen Kampf gegen eine Krebserkrankung. Er spielte u.a. bei Graham Bond, East Of Eden und Chicken Shack. Steve York wurde 72 Jahre alt.

Tim Hinkley arbeitete als Session-Musiker mit vielen Künstlern, als Hintergrundmusiker für Elkie Brooks und tourte mit amerikanischen Musikern.

Mein Fazit, nachdem ich die CD nun wieder mehrfach gehört habe: Das Debüt von Vinegar Joe ist eine Scheibe nicht ohne Schwächen. Palmers Gesang ist streckenweise etwas schwach, Brooks dafür zu schrill. Trotzdem zähle ich die Platte nach wie vor zu meinen Lieblingsplatten, vielleicht auch gerade, weil sie nicht perfekt ist. Ein ungeschliffenes Blues-Rock-Juwel, das sich lohnt, entdeckt oder auch wiederentdeckt zu werden.
OldMcMetal
 
Avatar
 
Betreff:

Re: Dezember 2020 - Vinegar Joe - Same

 · 
Gepostet: 01.12.2020 - 14:12 Uhr  ·  #2
Wunderbar!Dafür gibt es einen gedanklichen Like Button mit Diamanten. Innerhalb des Bandgefüges waren Elkie Brooks und Robert Palmer gute Zuspieler, die späteren Alleingänge, na ja!
Es muss die Jubiläumssendung von "Disco" gewesen, also die 25. Als Vinegar Joe u.a. mit Long Tall Ernie and the Shakers gute Miene zum Playback machten.
Labelboss
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Berlin
Alter: 63
Beiträge: 40045
Dabei seit: 04 / 2006
Betreff:

Re: Dezember 2020 - Vinegar Joe - Same

 · 
Gepostet: 01.12.2020 - 17:35 Uhr  ·  #3
Stand Jahre im Regal, irgendwann aussortiert. Bin nie richtig "warm" damit geworden. :-o
Labelboss
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Dortmund
Alter: 65
Beiträge: 36511
Dabei seit: 11 / 2006
Betreff:

Re: Dezember 2020 - Vinegar Joe - Same

 · 
Gepostet: 01.12.2020 - 18:08 Uhr  ·  #4
Mir geht es hier wie Triskell ! :-o Bei mir stand jahrelang die "Rock`n Roll Gipsies" im Regal. Bin mit der Band auch nicht richtig warm geworden und habe die CD dann verkauft. Elkie Brooks ist sicherlich eine gute Sängerin und dennoch paßte es irgendwie nicht für mich.

Christa, vielen Dank für deine interessante Wiederentdeckung ! ^_^ Eine sehr gelungene Vorstellung von dir ! :-D
Toningenieur
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Rain am Lech (Bayern)
Alter: 49
Homepage: laut.fm/musikzirku…
Beiträge: 5240
Dabei seit: 05 / 2006
Betreff:

Re: Dezember 2020 - Vinegar Joe - Same

 · 
Gepostet: 04.12.2020 - 13:48 Uhr  ·  #5
Caramel, erstmal vielen Dank für die toll geschriebene Besprechung "deines" Albums.
Mir war der Name nur ein Begriff, aber was hinter diesem steckt. Hatte ich, dank dir, erst heute die gelegenheit reinzuhören.

Ich bin ja bekanntlich Fan von starken Frauenstimmen und zu dieser gehört Elkie Brooks. Gefällt mir sehr gut und hat das ein oder anderen mal dem Robert Palmer (obwohl er auch ein guter Sänger ist) denn Schneid abgekauft.
Nur mit denn Songs werde ich nicht richtig warm.
Die ersten 3 Nummern gefallen mir ausserordentlich gut, vorallem das "Early Monday Morning".
Und der Rest plätschert irgendwie vorbei.
Schade

Aber trotzdem toll geschrieben.
Jetzt sieht man mal woher badMoon das gelernt hat :lol:
DJ
Avatar
Geschlecht: keine Angabe
Beiträge: 3957
Dabei seit: 02 / 2010
Betreff:

Re: Dezember 2020 - Vinegar Joe - Same

 · 
Gepostet: 04.12.2020 - 13:59 Uhr  ·  #6
Zitat geschrieben von OldMcMetal

Es muss die Jubiläumssendung von "Disco" gewesen, also die 25. Als Vinegar Joe u.a. mit Long Tall Ernie and the Shakers gute Miene zum Playback machten.

Ich vermute, Playback ist für die Sender die kostengünstigste Methode, Künstler zu präsentieren, damals wie heute.

Ich habe mal gesucht und das gefunden: Vinegar Joe – Whole Lotta Shakin (ZDF Disco 03.03.1973).

Und dann gibt es noch dieses Filmjuwel: Proud To Be A Honky Woman - Vinegar Joe (Musikladen).

"Licht aus – Spot an!" ZDF Disco war schon ein wenig gruselig... das brav klatschende Publikum, auch das wirkte gestellt. Musikladen war da wohl die bessere Alternative.

Aus heutiger Sicht sind diese Sendungen sicher Kult.
DJ
Avatar
Geschlecht: keine Angabe
Beiträge: 3957
Dabei seit: 02 / 2010
Betreff:

Re: Dezember 2020 - Vinegar Joe - Same

 · 
Gepostet: 04.12.2020 - 14:15 Uhr  ·  #7
Zitat

Stand Jahre im Regal
Zitat

Stand Jahre im Regal,Bei mir stand jahrelang die "Rock`n Roll Gipsies" im Regal

@Triskell, @Tom Cody,
immerhin stand etwas von Vinegar Joe in euren Regalen. ^_^

Aber es kann auch nicht alles ins Beuteschema passen... zum Glück.

Trotzdem, Danke fürs Feedback.
Musiklexikon
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Frankfurt am Main
Alter: 25
Beiträge: 2499
Dabei seit: 11 / 2015
Betreff:

Re: Dezember 2020 - Vinegar Joe - Same

 · 
Gepostet: 06.12.2020 - 12:02 Uhr  ·  #8
Vielen Dank für diese Rezension,
Das Cover ist ja wild. Alleine dafür lohnt es sich diese Band kennen zu lernen. Ich hatte vorher noch nie von gehört.
Habe mich jetzt via YouTube etwas eingehört und ich muss sagen: es gefällt mir.
Manchmal liegt die Perfektion in der Imperfektion. Ich weiß das ist ein alter Hut aber es trifft sehr oft zu.
Toningenieur
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Hämburch
Alter: 60
Beiträge: 6343
Dabei seit: 02 / 2012
Betreff:

Re: Dezember 2020 - Vinegar Joe - Same

 · 
Gepostet: 06.12.2020 - 12:17 Uhr  ·  #9
Also ich finde die Stimme von Elke Brooks auch toll und Robert Palmer ist sehr cool. Aber ich fand das Songmaterial von Vinegar Joe immer zu dünn. Ich vermute das ist der Grund warum einige wie ich damit nicht wirklich warm wurden.
DJ
Avatar
Geschlecht: keine Angabe
Beiträge: 3957
Dabei seit: 02 / 2010
Betreff:

Re: Dezember 2020 - Vinegar Joe - Same

 · 
Gepostet: 07.12.2020 - 12:39 Uhr  ·  #10
Zitat geschrieben von Shamble

Manchmal liegt die Perfektion in der Imperfektion.
Zitat geschrieben von frimp

Aber ich fand das Songmaterial von Vinegar Joe immer zu dünn.

Da ist was dran, und das ist sicher auch mit ein Grund dafür, dass das Projekt Vinegar Joe nur so kurzlebig war. Mit hätte diese erste VÖ schon genügt.
OldMcMetal
 
Avatar
 
Betreff:

Re: Dezember 2020 - Vinegar Joe - Same

 · 
Gepostet: 07.12.2020 - 13:02 Uhr  ·  #11
Zitat geschrieben von caramel

Zitat geschrieben von OldMcMetal

Es muss die Jubiläumssendung von "Disco" gewesen, also die 25. Als Vinegar Joe u.a. mit Long Tall Ernie and the Shakers gute Miene zum Playback machten.

Ich vermute, Playback ist für die Sender die kostengünstigste Methode, Künstler zu präsentieren, damals wie heute.

Ich habe mal gesucht und das gefunden: Vinegar Joe – Whole Lotta Shakin (ZDF Disco 03.03.1973).

Und dann gibt es noch dieses Filmjuwel: Proud To Be A Honky Woman - Vinegar Joe (Musikladen).

"Licht aus – Spot an!" ZDF Disco war schon ein wenig gruselig... das brav klatschende Publikum, auch das wirkte gestellt. Musikladen war da wohl die bessere Alternative.

Aus heutiger Sicht sind diese Sendungen sicher Kult.

Kult mit Fremdschämfaktor. Zumindest was "Disco" betrifft.
Labelboss
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Dortmund
Alter: 65
Beiträge: 36511
Dabei seit: 11 / 2006
Betreff:

Re: Dezember 2020 - Vinegar Joe - Same

 · 
Gepostet: 07.12.2020 - 16:31 Uhr  ·  #12
Zitat geschrieben von OldMcMetal

Zitat geschrieben von caramel

Zitat geschrieben von OldMcMetal

Es muss die Jubiläumssendung von "Disco" gewesen, also die 25. Als Vinegar Joe u.a. mit Long Tall Ernie and the Shakers gute Miene zum Playback machten.

Ich vermute, Playback ist für die Sender die kostengünstigste Methode, Künstler zu präsentieren, damals wie heute.

Ich habe mal gesucht und das gefunden: Vinegar Joe – Whole Lotta Shakin (ZDF Disco 03.03.1973).

Und dann gibt es noch dieses Filmjuwel: Proud To Be A Honky Woman - Vinegar Joe (Musikladen).

"Licht aus – Spot an!" ZDF Disco war schon ein wenig gruselig... das brav klatschende Publikum, auch das wirkte gestellt. Musikladen war da wohl die bessere Alternative.

Aus heutiger Sicht sind diese Sendungen sicher Kult.

Kult mit Fremdschämfaktor. Zumindest was "Disco" betrifft.

Nein, kein Schämfaktor aus meiner Sicht ! Es gab damals nicht so viele Quellen. Nun ja, Ilja Richters Vorführungen, hmmmh....
...aber gelegentlich waren dort auch ein paar gute Bands unterwegs! ^_^
OldMcMetal
 
Avatar
 
Betreff:

Re: Dezember 2020 - Vinegar Joe - Same

 · 
Gepostet: 07.12.2020 - 18:21 Uhr  ·  #13
Zitat geschrieben von Tom Cody

Zitat geschrieben von OldMcMetal

Zitat geschrieben von caramel

Zitat geschrieben von OldMcMetal

Es muss die Jubiläumssendung von "Disco" gewesen, also die 25. Als Vinegar Joe u.a. mit Long Tall Ernie and the Shakers gute Miene zum Playback machten.

Ich vermute, Playback ist für die Sender die kostengünstigste Methode, Künstler zu präsentieren, damals wie heute.

Ich habe mal gesucht und das gefunden: Vinegar Joe – Whole Lotta Shakin (ZDF Disco 03.03.1973).

Und dann gibt es noch dieses Filmjuwel: Proud To Be A Honky Woman - Vinegar Joe (Musikladen).

"Licht aus – Spot an!" ZDF Disco war schon ein wenig gruselig... das brav klatschende Publikum, auch das wirkte gestellt. Musikladen war da wohl die bessere Alternative.

Aus heutiger Sicht sind diese Sendungen sicher Kult.

Kult mit Fremdschämfaktor. Zumindest was "Disco" betrifft.

Nein, kein Schämfaktor aus meiner Sicht ! Es gab damals nicht so viele Quellen. Nun ja, Ilja Richters Vorführungen, hmmmh....
...aber gelegentlich waren dort auch ein paar gute Bands unterwegs! ^_^


Ja und nein. Der Beat Club hatte wenigstens Uschi Nerke und nicht so einen Pausenclown! Es waren ab und zu ein paar Highlights dabei, die die Jungs und Mädels in Ekstase brachten.
Kuckst du hier

Heino in der Disco
DJ
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: sankt augustin
Alter: 67
Beiträge: 3576
Dabei seit: 08 / 2008
Betreff:

Re: Dezember 2020 - Vinegar Joe - Same

 · 
Gepostet: 10.12.2020 - 18:04 Uhr  ·  #14
eine sehr schöne vorstellung, die alle wichtigen informationen enthält. und die wohl auch vermittelt, daß
weder die vorstellerin, noch die leser so 100% mit VJ zufrieden waren.

schaut man hinter die kulissen, wird schnell deutlich, was denn hier das geschäftsmodell war:

das management wollte eine speziell zusammengestellte band vermarkten;
zwei frontleute mit einem sänger für die mädels und einer sängerin für die jungs (Sex verkauft sich eben immer!)
und einer band drumherum, bei der besetzung und material zunächst mal nicht die große rolle spielten.

unter den wechselnden musikern waren einige, die zwar gut spielen konnten, aber kaum profil
aufwiesen (die hat auf der bühne auch keiner angeguckt); die aber unter experten einen sehr guten
namen (!) hatten (man denke nur an Tim Hinkley, Keef Hartley, Rob Tait, Jim Mullen, Steve York, etc.)

die meisten stücke wurden von Pete Gage geschrieben, bei Robert Palmer langte es immerhin noch
zu regelmäßigen beiträgen, aber Elkie... naja, ein halber Kredit, falls ich mich nicht verrechne.
da waren ihre beine und aufreizenden bewegungen wohl wichtiger.....

TROTZDEM; auf der bühne legten VJ überzeugende und sehr schweißtreibende auftritte hin;
sie waren immer gut für eine brodelnde show; gerne aufgepäppelt durch Elkie's..., na sagen
wir mal, nicht sehr katholische performance.
Honky Women eben, was sonst

ein längerer auftritt im legendären Old Grey Whistle Test ist hier immer noch abgespeichert und
muß den BBC-verantwortlichen so gut gefallen haben, daß zumindest ausschnitte regelmäßig
wieder ausgestrahlt werden (erst letzte woche wieder unter 'Women At The BBC'; --- man fragt sich,
ob Robert Palmer und die band unter 'women' einzuordnen waren ---
).

also: muß man nicht unbedingt haben, war vielleicht keine sensationelle truppe.
aber doch gut genug, daß alle 3 cds nach wie vor im schrank stehen und immer herausgeholt werden,
wenn buchstabe 'V' erreicht ist.

und Proud To Be (A Honky Woman) kann ich immer mal hören.
DJ
Avatar
Geschlecht: keine Angabe
Beiträge: 3957
Dabei seit: 02 / 2010
Betreff:

Re: Dezember 2020 - Vinegar Joe - Same

 · 
Gepostet: 10.12.2020 - 19:33 Uhr  ·  #15
Hallo Badger,
vielen Dank für deine Einschätzung und deine interessante Vervollständigung.
:-)
DJ
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Meinerzhagen
Alter: 59
Beiträge: 4450
Dabei seit: 04 / 2007
Betreff:

Re: Dezember 2020 - Vinegar Joe - Same

 · 
Gepostet: 05.01.2021 - 20:18 Uhr  ·  #16
Hallo Christa,

der Dezember ist zwar schon vorbei, aber ich bin erst jetzt dazu gekommen, deine Rezi zu lesen.
Vielen Dank für die Vorstellung! Die Musik gefällt mir! Für mich ist besonders Elkie Brooks interessant. Ich kenne die Dame dem Namen noch schon zig Jahre, aber habe noch nie etwas von ihr gehört. Bis heute! Tolle Stimme! Ich werde mich in naher Zukunft mehr mit ihr befassen.
Produzent
Avatar
Geschlecht:
Beiträge: 18545
Dabei seit: 06 / 2008
Betreff:

Re: Dezember 2020 - Vinegar Joe - Same

 · 
Gepostet: 21.01.2021 - 11:36 Uhr  ·  #17
Kurz der netteSenf, ...

während Robert Palmer häufiger im Player landet, war mir seine Mitwirkung in der hier vorgestellten Band bislang nicht bekannt. Ich schaue halt kaum in die Querverweise like "wer hat wann und wo und bei wem noch mitgewirkt" usw. Von daher war es für mich interessant, diese Info zu erhalten. Dass das so spät geschah - naja, das Caramelsche Regel steht ein paar Meter weiter :D

Wieder was entdeckt - Danke, Frau C. o)
Gewählte Zitate für Mehrfachzitierung:   0

Registrierte in diesem Topic

Aktuell kein registrierter in diesem Bereich

Die Statistik zeigt, wer in den letzten 5 Minuten online war. Erneuerung alle 90 Sekunden.