The United States of America - SAME

 
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The United States of America - SAME

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Gepostet: 04.11.2009 - 19:34 Uhr  ·  #1
und schnell noch die Vorgängerband von Joe Byrd


The United States of America - Same (1968-Columbia Records)

Joseph Byrd (Track 1-14 & 18 - 20) - electronics, calliope, piano, organ, harpsichord
Dorothy Moskowitz (alle Tracks) - Lead vocals
Gordon Marron (Track 1-14) - electric violin, ring modulator
Rand Forbes (Track 1-14) - electric bass
Craig Woodson Track 1-14 & 18 - 20) - drums, percussions, occasional organ, piano, calliope


Mike Agnello - organ on Tracks 18 -20
Stu Brotman - bass on Tracks 18 -20

Gastmusiker
Ed Bogas (Track 1-10; 11-14 ?) - ccasional organ, piano, calliope on Tracks 1 - 10
Jeff Marinell - guitar on Tracks 15 - 17
Richard Grayson - keyboards on Tracks 15 - 17
Carmie Simon - bass on Tracks 15 - 17
Dennis Wood - drums on Tracks 15 -17

(ursprüngliche LP)
01. The American Metaphysical Circus 5:01
02. Hard Coming Love 4:47
03. Cloud Song 3:15
04. The Garden Of Earthly Delights 2:39
05. I Won't Leave My Wooden Wife For You, Sugar 3:55
06. Where Is Yesterday 3:08
07. Coming Down 2:37
08. Love Song For The Dead Che 3:28
09. Stranded In Time 1:50
10. The American Way Of Love 6:39

Outtakes
11. Osamu's birthday 3:00
12. No love to give 2:38
13. I Won't Leave My Wooden Wife For You, Sugar(alternate Version) 3:47
14. You can never come down 2:33

Dorothy Moskowitz & Band)
15. Perry Pier (Demo Version) 2:38
16. Tailor man (Demo Version) 3:08
17. Do you follow me (Demo Version) 2:36

[USA- Originalbesetzung Columbia Studio Session)
18. The American Metaphysical Circus 4:03
19. Mouse (The Garden Of Earthly Delights) 2:40
20. Heresy (Coming Down) 2.32

Wenn Pink Floyd in England die Psychedelic-band des Swinging London waren, in den USA gab es mit "UNITED STATES OF AMERICA" eine vergleichbare Band, ich persönlich finde sie sogar besser, allein die Texte sind lesenswert und oft zynische Reflexionen über den "American way of life".

USA waren Joseph Byrd (synthesizer, vocals), Dorothy Moskowitz (vocals), Gordon Maron (electronics, violin, vocals) und Craig Woodson (dr, percussion). Alle hatten Akkustik, Komposition und Musikpsychologie studiert, waren Anhänger Cages und moderner Musik und hatten keinerlei Rockbackground - und das merkt man. Wie sie die elektronischen Klänge des Synthezisers (kein MOOG!) einsetzten, war nie Effekthascherei. Stilistisch integrierten sie alle möglichen Stile, von Zirkusmusik im ersten Song, über sanfte Psychedelicsongs (Cloud song) hin zu aggressiven Rock, oft auch alles zusammen in einem Song. Passend dazu die sehr kühle Stimme der Dorothy Moskovitz oder der Einsatz der Geige.

Im Unterschied zu den englischen Band wichen sie nicht in eine Phantasiewelt aus. Das ist sehr schön im Song "I won't leave my sugar wife.." zu hören: ein Ehemann macht seiner Geliebten am Telefon klar, warum er seine Frau nicht verlassen kann, u.a. weil die Geliebte als Schulkind keine Zeit hat, sich um die drei Kinder und den Terrier zu kümmern - Zynismus pur und musikalisch mit Vaudevilleelementen, Synthesizer- oder Bläserklängen am Ende unterlegt. Oder wo gab es ein Liebeslied an Che Guevara, einen Song über Stricher in New York in der Hochzeit der Hippies. "Where is yesterday" beginnt mit einem Kirchenchoral, um dann im mehrstimmigen Gesang zu enden, untermalt von Percussion und elektronics.

Seit längerem gibt es eine remasterte dritte Ausgabe mit sage und schreibe 10 Bonustracks, neuen Linernotes von Joseph Byrd und einem Interview mit Dorothy Moskowitz.

Für mich ist es fast die ultimate Version, klanglich deutlich besser als die EDSEL-Ausgabe. Highlights sind besonders die Rehearsals der ursprünglichen Band (Track 18 - 20) und die alternativen Versionen bzw. Outtakes der bekannten Besetzung von Interesse. Die Titel 15 - 17 sind Aufnahmen von Frau Moskowitz mit eigener Band, die nach dem Ende der USA entstanden. Bei diesen Titeln wird auch deutlich, warum die Band nach weniger als einem Jahr auseinanderbrach. Wollte Byrd härter und noch intellektueller werden, bevorzugte Moskowitz eher einen Stil der damals in Mode kommenden Frauen wie Joni Mitchell. Hier zeigt sie im Vergleich zu den USA einen wesentlich ruhigeren Musikgeschmack, eingängige kleine "Rocknummern" werden dargeboten. Zusätzliche bandinterne Reibereien und musikalische Differenzen führten dann auch zum Ende von USA.

"Osamu's birthday" ist die elektronische Variante japanischer Folklore inklusive rückwärts aufgenommener Gesangsspur, die anschließend wieder in Gegenrichtung abgespielt wird, um einen "japanischen" Eindruck zu erzeugen - monoton, bedrohlich und doch zerbrechlich. "No love to give" ist ein rockiges Stück wie "Coming down", während das vom Titel ähnliche "You can never come down" wie ein völlig abgedrehter JEFFERSON AIRPLANE-Song daherkommt, das einzige Stück der Band, das Ähnlichkeiten mit dem SAN FRANCISCO-Sound hat.

Die letzten drei Tracks zeigen die Urbesetzung noch ohne die Violine - entsprechend klingen diese Songs durch die Orgel Agnellos noch psychedelischer und floydiger.

Warum es aber immer noch nicht die ultimate Version ist, liegt daran, dass Sundazed noch folgende Single hinterherschob:



Darauf befinden sich zwei weitere unveröffentlichte Titel Schrieb ich oben, dass ich gern noch ein Livekonzert der Band hätte, hier wird es zumindest mit zwei Tracks geboten. "Hard coming love" klingt in dieser "live-in-Studio"-Version wie die Kreuzung von Floyd mit Velvet Underground - rauh, laut und ungestüm beginnt der Song mit der Violine, der Dummer ist noch härter und auch die abschließenden Effekte aus dem Ringmodulator klingen deutlich agressiver & futuristischer. Bei diesem Titel wird die Aussage im Interview mit Frau Moskowitz verständlich, die meinte, sie hätte live große Mühe gehabt, gegen die lauten Instrumente anzusingen

"Osamu's Birthday" gibt es hier in einer Version mit normal gesungenen Vocals. Ohne den Hall der CD-Version klingt er noch einsamer als ohnehin schon, dafür sind die Vocals leichter verständlich und nicht ganz so entrückt geisterhaft.

Insgesamt eine wunderschöne Dreingabe des Labels, die allerdings auch noch gut auf die CD gepaßt hätte. Das ist aber auch das einzige Manko.

auch eine meiner Inselplatten

15/15

trurl

P.S. Jetzt fehlt mir zum vollkommenden Glück nur noch eine Liveaufnahme eines der wenigen Konzerte
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Re: The United States of America - SAME

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Gepostet: 04.11.2009 - 21:01 Uhr  ·  #2
Zitat geschrieben von Trurl
und schnell noch die Vorgängerband von Joe Byrd


The United States of America - Same (1968-Columbia Records)

Joseph Byrd (Track 1-14 & 18 - 20) - electronics, calliope, piano, organ, harpsichord
Dorothy Moskowitz (alle Tracks) - Lead vocals
Gordon Marron (Track 1-14) - electric violin, ring modulator
Rand Forbes (Track 1-14) - electric bass
Craig Woodson Track 1-14 & 18 - 20) - drums, percussions, occasional organ, piano, calliope


Mike Agnello - organ on Tracks 18 -20
Stu Brotman - bass on Tracks 18 -20

Gastmusiker
Ed Bogas (Track 1-10; 11-14 ?) - ccasional organ, piano, calliope on Tracks 1 - 10
Jeff Marinell - guitar on Tracks 15 - 17
Richard Grayson - keyboards on Tracks 15 - 17
Carmie Simon - bass on Tracks 15 - 17
Dennis Wood - drums on Tracks 15 -17

(ursprüngliche LP)
01. The American Metaphysical Circus 5:01
02. Hard Coming Love 4:47
03. Cloud Song 3:15
04. The Garden Of Earthly Delights 2:39
05. I Won't Leave My Wooden Wife For You, Sugar 3:55
06. Where Is Yesterday 3:08
07. Coming Down 2:37
08. Love Song For The Dead Che 3:28
09. Stranded In Time 1:50
10. The American Way Of Love 6:39

Outtakes
11. Osamu's birthday 3:00
12. No love to give 2:38
13. I Won't Leave My Wooden Wife For You, Sugar(alternate Version) 3:47
14. You can never come down 2:33

Dorothy Moskowitz & Band)
15. Perry Pier (Demo Version) 2:38
16. Tailor man (Demo Version) 3:08
17. Do you follow me (Demo Version) 2:36

[USA- Originalbesetzung Columbia Studio Session)
18. The American Metaphysical Circus 4:03
19. Mouse (The Garden Of Earthly Delights) 2:40
20. Heresy (Coming Down) 2.32

Wenn Pink Floyd in England die Psychedelic-band des Swinging London waren, in den USA gab es mit "UNITED STATES OF AMERICA" eine vergleichbare Band, ich persönlich finde sie sogar besser, allein die Texte sind lesenswert und oft zynische Reflexionen über den "American way of life".

USA waren Joseph Byrd (synthesizer, vocals), Dorothy Moskowitz (vocals), Gordon Maron (electronics, violin, vocals) und Craig Woodson (dr, percussion). Alle hatten Akkustik, Komposition und Musikpsychologie studiert, waren Anhänger Cages und moderner Musik und hatten keinerlei Rockbackground - und das merkt man. Wie sie die elektronischen Klänge des Synthezisers (kein MOOG!) einsetzten, war nie Effekthascherei. Stilistisch integrierten sie alle möglichen Stile, von Zirkusmusik im ersten Song, über sanfte Psychedelicsongs (Cloud song) hin zu aggressiven Rock, oft auch alles zusammen in einem Song. Passend dazu die sehr kühle Stimme der Dorothy Moskovitz oder der Einsatz der Geige.

Im Unterschied zu den englischen Band wichen sie nicht in eine Phantasiewelt aus. Das ist sehr schön im Song "I won't leave my sugar wife.." zu hören: ein Ehemann macht seiner Geliebten am Telefon klar, warum er seine Frau nicht verlassen kann, u.a. weil die Geliebte als Schulkind keine Zeit hat, sich um die drei Kinder und den Terrier zu kümmern - Zynismus pur und musikalisch mit Vaudevilleelementen, Synthesizer- oder Bläserklängen am Ende unterlegt. Oder wo gab es ein Liebeslied an Che Guevara, einen Song über Stricher in New York in der Hochzeit der Hippies. "Where is yesterday" beginnt mit einem Kirchenchoral, um dann im mehrstimmigen Gesang zu enden, untermalt von Percussion und elektronics.

Seit längerem gibt es eine remasterte dritte Ausgabe mit sage und schreibe 10 Bonustracks, neuen Linernotes von Joseph Byrd und einem Interview mit Dorothy Moskowitz.

Für mich ist es fast die ultimate Version, klanglich deutlich besser als die EDSEL-Ausgabe. Highlights sind besonders die Rehearsals der ursprünglichen Band (Track 18 - 20) und die alternativen Versionen bzw. Outtakes der bekannten Besetzung von Interesse. Die Titel 15 - 17 sind Aufnahmen von Frau Moskowitz mit eigener Band, die nach dem Ende der USA entstanden. Bei diesen Titeln wird auch deutlich, warum die Band nach weniger als einem Jahr auseinanderbrach. Wollte Byrd härter und noch intellektueller werden, bevorzugte Moskowitz eher einen Stil der damals in Mode kommenden Frauen wie Joni Mitchell. Hier zeigt sie im Vergleich zu den USA einen wesentlich ruhigeren Musikgeschmack, eingängige kleine "Rocknummern" werden dargeboten. Zusätzliche bandinterne Reibereien und musikalische Differenzen führten dann auch zum Ende von USA.

"Osamu's birthday" ist die elektronische Variante japanischer Folklore inklusive rückwärts aufgenommener Gesangsspur, die anschließend wieder in Gegenrichtung abgespielt wird, um einen "japanischen" Eindruck zu erzeugen - monoton, bedrohlich und doch zerbrechlich. "No love to give" ist ein rockiges Stück wie "Coming down", während das vom Titel ähnliche "You can never come down" wie ein völlig abgedrehter JEFFERSON AIRPLANE-Song daherkommt, das einzige Stück der Band, das Ähnlichkeiten mit dem SAN FRANCISCO-Sound hat.

Die letzten drei Tracks zeigen die Urbesetzung noch ohne die Violine - entsprechend klingen diese Songs durch die Orgel Agnellos noch psychedelischer und floydiger.

Warum es aber immer noch nicht die ultimate Version ist, liegt daran, dass Sundazed noch folgende Single hinterherschob:



Darauf befinden sich zwei weitere unveröffentlichte Titel Schrieb ich oben, dass ich gern noch ein Livekonzert der Band hätte, hier wird es zumindest mit zwei Tracks geboten. "Hard coming love" klingt in dieser "live-in-Studio"-Version wie die Kreuzung von Floyd mit Velvet Underground - rauh, laut und ungestüm beginnt der Song mit der Violine, der Dummer ist noch härter und auch die abschließenden Effekte aus dem Ringmodulator klingen deutlich agressiver & futuristischer. Bei diesem Titel wird die Aussage im Interview mit Frau Moskowitz verständlich, die meinte, sie hätte live große Mühe gehabt, gegen die lauten Instrumente anzusingen

"Osamu's Birthday" gibt es hier in einer Version mit normal gesungenen Vocals. Ohne den Hall der CD-Version klingt er noch einsamer als ohnehin schon, dafür sind die Vocals leichter verständlich und nicht ganz so entrückt geisterhaft.

Insgesamt eine wunderschöne Dreingabe des Labels, die allerdings auch noch gut auf die CD gepaßt hätte. Das ist aber auch das einzige Manko.

auch eine meiner Inselplatten

15/15

trurl
Jetzt fehlt mir zum vollkommenden Glück nur noch eine Liveaufnahme eines der wenigen Konzerte


blues zum gruss trurl .... danke, dass du mich an diese scheibe erinnert hast ... sie liegt gerade als vinylo bei mir auf. dazu zwei anekdoten:

1)der erste kontakt mit dieser scheibe war für mich 1968 im zarten alter von ca. 9jahren. damals gab es ja nur ein fernsehprogramm(die ard). und im radio waren bei uns in bayern nur brI, brII, dlf, rias,afn, oder dt 64 :!: zu empfangen. in bayern I gab es damals einen kultmodererator, den gustl weisshappel und seine sendung "das musikjournal", zwischen 6:00 und 8:00uhr, zur besten in die schgulgehzeit also. eines tages überraschte er die komplette familie stangl mit der bemerkung, dass die amerikaner eine band haben, die das "angnus dei" singen, aber sonst eine furchtbare musik machen. also, mein vater war, als hobbyorganist in der kath. "herz jesu"kirche nebenan engagiert, entsetzt. mir hats gefallen

2)der zweite war ca. 3/4jahre später und durch karl-ludwig reichert ,dem :!: "club16" moderator auf bayern 2, hörgewohnheits bestens gestählt, war ich mal beim "ramsch"-verkauf bei unserem damaligen plattendealer "radio pamler". das 5er pack, das ich mir damals für "stolze" 20dm erstanden hatte:
>"it's a beautiful day"/I
>"flock"/I
>"flock"/dinosaur swamp
>"white noise"/black mass
und eben die "united states of america"/I

kurz darauf fing in unserem musikunterricht das kapitel "rockmusik" an. und sein übergang von bela bartok zur rockmusik war eben auch die oben genannte scheibe. der musiklehrer, ein referendar frisch von der uni, der rebl alphons:), frägt triumphierend in die klasse "na, wer kennt das stück :?: " ..... meine antwort: "ich habe sie zuhause!" .... in einer schulpause kam er dann und fragte mich ob ich noch mehr hätte .... daraufhin erwähnte ich die anderen 4 o. g. .......... den stieren blick sehe ich noch heute vor, als er mit glasigen augen mich fragte, ob er sie aufnehmen könnte ............. seitdem sind wir dicke freunde ........ phooooonsä ist übrigens bis vor drei jahren immer noch an der selben schule musikpaucker gewesen und wir erzählen uns diese anekdote beim immer wieder treffen immer wieder noch gern ..... und seine kinder bedienen jetzt in meiner stammkneipe und spielen immer wieder mal .... na, was :?:


deswegen, nicht nur wegen der qualität dieser scheibe 15/15, sondern auch wegen der erinnerung, die ich damit verbinde, 15 remipunkte

auch für mich eine inselscheibe :!:

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Re: The United States of America - SAME

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Gepostet: 04.11.2009 - 21:11 Uhr  ·  #3
hihi, ich wusste, in Bayern sind sie weit zurück. Wir hatten das ZDF damals schon im Norden :-)

Du hast echt früh angefangen. Mit Neun habe ich die noch nicht gekannt, da war ich voll auf dem Beatgenerationtrip, sofern mich Musik überhaupt interessiert hat. Die Apollomissionen waren da für mich weitaus wichtiger, vom Sterngucken mal ganz abgesehen.

trurl
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Re: The United States of America - SAME

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Gepostet: 04.11.2009 - 21:54 Uhr  ·  #4
Danke für die Rezi dieser fantastischen Scheibe. Deiner Einschätzung kann ich nur zustimmen, auch für mich eine der besten psychedelischen Scheiben überhaupt. Ich werde sie nachher gleich mal wieder in den Player werfen.
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Re: The United States of America - SAME

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Gepostet: 05.11.2009 - 00:59 Uhr  ·  #5
Zitat geschrieben von Trurl
hihi, ich wusste, in Bayern sind sie weit zurück. Wir hatten das ZDF damals schon im Norden :-)

Du hast echt früh angefangen. Mit Neun habe ich die noch nicht gekannt, da war ich voll auf dem Beatgenerationtrip, sofern mich Musik überhaupt interessiert hat. Die Apollomissionen waren da für mich weitaus wichtiger, vom Sterngucken mal ganz abgesehen.

trurl


bzg trurl .... gut, die mainzelmännchen hatte ich unterschlagen, da ilja richter nie mein ding war :P ...... wie oben beschrieben war mein kultmoderator carl-ludwig reichert( www.sub-bavaria.de/wiki/Carl-Ludwig_Reichert ) und der zündfunk(vormals "club 16" br2) .... carl war der legitime vorfahre von alan bangs

wg früh anfangen :lol: . meine mutter hatte anlässlich meines 50igsten zum besten gegeben, dass ich bereits als 4-5jähriger am liebsten AFN gehört habe und dann nur den "sprecher" mit dieser schrecklich bellenden stimme :8) .... als ich ihr dann auf youtube wolfman jack vorgespielt hatte, war sie ganz aufgeregt, "ja, ja, ja der wars"

mit 8 bekam ich dann irgendwann einmal von meinem onkel (meines vaters jüngster bruders, übrigens auch ein weidener/ bayer .:mrgreen:.) die "smash hits" von jimi geschenkt. da war ich aber schon musikalisch versaut 😉

zurück zu gustl weisshappel. der war damals wirklich ebenfalls bei alt und jung kult in bayern. war so ne nahtstelle zwischen alt und jung und das in der jodelstation bayern1. er hat sich zum beispiel getraut nach dem "kufsteinlied" schon mal die beach boys mit ihrem "surfklang"(o-ton, so zu lesen, wie gesprochen) nachzulegen, was natürlich zu heftigsten ausbrüchen meines vaters gegenüber dieser negermusik führte :roll: ..... gut, mich entführte dieses gebahren aus dem land der oper, operette, der "klassischen" musik ins reich des blues und der rockmusik.

dann hatte ich später das unverschämte glück in weiden, also westen, den ddr kultsender "dt 64" zu hören, empfangen zu können. da gab es jeden tag ab 18:00uhr "duett-musik für den recorder". das hiess eine komplette halbscheibe durchlaufen lassen ohne doofes dazwischengequatsche eines moderators, auch im arbeiter und bauernstaat gab es damals noch keine moderatorinnen, dann die zweite ..... und als wessi mit dem neckermann 99.-dm recorder über micro :!: auf gelbe BASF-60min kassetten z.b. die "frank zappa/zoot allures" aufnehmen ...... ach ja diese zeiten .....

zu diesen zeiten haben uns übrigens auch die nordlichter die trommeln weggenommen, uns verboten missionare zu fressen und uns das elektrische licht geschenkt ........ :blaugrins:

und so bin ich halt musikalisch sozialisiert worden ... bei bedarf erzähle ich gerne noch so ne schoten .... wie zum beispiel mir eine "ccr"-single (proud mary) zu einer kardinalswatschen(riesenbackpfeife) damals verholfen hatte .... und was hochzeiten damit zu tun haben ..... oder, wie meine erste hendrixlp von meinem vater zubruch gegangen wurde ...... oder, wie eine tagesschau 1969 fast das unsanfte ende unseres damaligen schwarz-weiss fernsehers bedeutet hätte ....... :lol: :mrgreen:

es waren verrückte zeiten damals .... ich möchte sie aber nie missen, denn durch sie bin ich 😉

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Re: The United States of America - SAME

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Gepostet: 05.11.2009 - 02:37 Uhr  ·  #6
bzg trurl ... ich vergass meine damaligen tv-moderatoren. zur moderatorinnen zeit musste ich dann schon im bett sein.

also meine ard tv moderatoren von damals(aussermusikalisch :!: )

eugen kogon
karlheinz haber
samy drechsel
welches schweinderl hättens denn gern robert, als ich schon älter war
und natürlich den unvergänglichen "zu 1000senden standen sie an den hängen und pisten :blaugrins: heinz maegerlein mit späteren seinem comoderator claus havenstein(der baloustimme für king louis im "dschungelbuch", ich durfte ihn mal in mü/schwabing in den anfang 80igern als jazzer erleben ... gigantisch :!: )
und da war auch noch hoimar von dithfurth

musimässig natürlich:

uschi nerke und manni sexauer("beatclub" sa vor der "sportschau", oder wars es freitag 16.00 bis 17.00uhr :?: (das weiss ich nicht mehr so genau, nur noch, dass ich irgend einmal zwischen "timetunnel/daktari" und "beatclub" wählen musste, da ich mein wöchentliches "fernsehkontingent" an ausländischen :!: "serien" erschöpft hatte : :twisted:

so war das damals im vom ami :!: befreiten nazikatholenbayern ......

und das näxtemal erzähle ich euch von der geschichte, wie ich zum geb eine mundi bekomme


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Re: The United States of America - SAME

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Gepostet: 05.11.2009 - 08:51 Uhr  ·  #7
I remember...... :roll:

"Hard Coming Love", auf fast jedem Sampler, der damals "auf sich hielt", also auch auf persönlichen Zusammenstellungen, so meine ich....

Doch über diesen "Pflichttitel" hinaus hat die Musik der Platte mich nie erreichen können.

Sehr avantgardistisch, mag zwar auch als "Klassiker" gelten, doch diese Musik hat mich nie berührt....(warum, das weiss ich gerade auch nicht)
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Re: The United States of America - SAME

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Gepostet: 05.11.2009 - 11:38 Uhr  ·  #8
@Trurl: sehr schön beschrieben!

Steht auch noch als LP zuhause. . Finde die Scheibe sehr interessant aber nicht immer zugänglich. Seltsamerweise ist mein Lieblingssong der eher locker flockige "Where is yesterday".

@bluessicks68 : zu Karl Ludwig Reichert fällt mir spontan ein : Sparifankal - Da braune baaz "
(ansonsten: wunderbar deine Anekdoten aus einer anderen Zeit)
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Re: The United States of America - SAME

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Gepostet: 05.11.2009 - 12:43 Uhr  ·  #9
Zitat geschrieben von firebyrd
I remember...... :roll:

"Hard Coming Love", auf fast jedem Sampler, der damals "auf sich hielt", also auch auf persönlichen Zusammenstellungen, so meine ich....

Sehr avantgardistisch, mag zwar auch als "Klassiker" gelten, doch diese Musik hat mich nie berührt....(warum, das weiss ich gerade auch nicht)



ist schon sehr spannend, wie unterschiedlich die Wahrnehmung ist. Bis auf "I "I won't leave my wooden wife.." bin ich der Platte sofort verfallen, besonders "CLOUD SONG" oder "COMING DOWN" hatten es mir angetan. Ich fand den Stilmix spannend, irgendwie eindeutig noch ein "Kind" der 60er, aber schon weit in die Zukunft blickend, besonders aus dem Blickwinkel von heute.

trurl
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Re: The United States of America - SAME

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Gepostet: 05.11.2009 - 12:47 Uhr  ·  #10
Zitat geschrieben von bluesicks68
bzg trurl ... ich vergass meine damaligen tv-moderatoren. zur moderatorinnen zeit musste ich dann schon im bett sein.
also meine ard tv moderatoren von damals(aussermusikalisch :!: )

eugen kogon
karlheinz haber
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den Beatclub habe ich auch noch sehr vage in Erinnerung. Und Heinz Haber war Pflichtprogramm für mich :-) Claus Havenstein hatte irgendeine Kindersendung u.a. mit Hans Clarin, die ich toll fand.

Erst die Tage habe ich mir auf EINS EXTRA oder FESTIVAl eine Folge von "Spiel ohne Grenzen" von 1969 angesehen, mikt dem unvergesslichen Camillo Felgen als Ansager :-)

trurl
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Re: The United States of America - SAME

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Gepostet: 05.11.2009 - 19:01 Uhr  ·  #11
Zitat geschrieben von freaksound
@Trurl: sehr schön beschrieben!

Steht auch noch als LP zuhause. . Finde die Scheibe sehr interessant aber nicht immer zugänglich. Seltsamerweise ist mein Lieblingssong der eher locker flockige "Where is yesterday".

@bluessicks68 : zu Karl Ludwig Reichert fällt mir spontan ein : Sparifankal - Da braune baaz "
(ansonsten: wunderbar deine Anekdoten aus einer anderen Zeit)


bzg freaksound .. dich könnte diese seite interessieren: http://de.wikipedia.org/wiki/Sparifankal und zur zeit läuft bei mir die "neueste" sparifankal(2004/"dahoam is wo andas") ... wie alle sparifankal scheiben uneingeschränkt zu empfehlen .... oder, wer hat die "internationale" schon mal mit pedal steel und im bayrischen textgewand gehört :?: ...... einfach schöij und genshaudmasse 😉

füijl schbaaas beim huachn :8)

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ps.@trurl für die nordlichter im muzi stehe ich gerne als dolmetscher zur verfügung. ich bin nämlich bilingual aufgewaxen worden, ich, also, kann auch hochdeutsch. :blaugrins:
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Re: The United States of America - SAME

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Gepostet: 05.11.2009 - 19:51 Uhr  ·  #12
Zitat geschrieben von Trurl
Zitat geschrieben von bluesicks68
bzg trurl ... ich vergass meine damaligen tv-moderatoren. zur moderatorinnen zeit musste ich dann schon im bett sein.
also meine ard tv moderatoren von damals(aussermusikalisch :!: )

eugen kogon
karlheinz haber
samy drechsel


den Beatclub habe ich auch noch sehr vage in Erinnerung. Und Heinz Haber war Pflichtprogramm für mich :-) Claus Havenstein hatte irgendeine Kindersendung u.a. mit Hans Clarin, die ich toll fand.

Erst die Tage habe ich mir auf EINS EXTRA oder FESTIVAl eine Folge von "Spiel ohne Grenzen" von 1969 angesehen, mikt dem unvergesslichen Camillo Felgen als Ansager :-)

trurl


bzg trurl .... die sendung mit klaus havenstein, die hiess damals "sport, spiel, spannung", oder so ähnlich. an hans clarin kann ich mich aber dabei nicht mehr erinnern. nebenbei sei noch erwähnt, dass klaus havenstein ein begnadeter kabarettist war(neben dieter hildebrandt, ursula herking war er begründer der legendären "münchner lach- und schiessgesellschaft"- regisseur war übrigens immer der BR- sportreporter sammy drechsel - der wiederum den legendären "FC Schmiere" gegründet hat " de.wikipedia.org/wiki/FC_Schmiere " ) und sorgte somit auch für manchen eklat in der damaligen ARD. und die csu musste da auch schon manchesmal zensieren. auch schon in den 60igern, somit lange schon vor den "scheibenwischer"n mit hildebrandt(komischerweise war der sauhund aber immer mit dabei :!: :lol: ) und polt

ja, ja der camillo felgen und "spiel ohne grenzen" :lol: .... ende der 60iger, anfang der 70(sorry, hier lässt mich mein gedächtnis im stich) war er mit diesem damaligen fernsehhighlight zur liveübertragung auch im weidener wasserwerkstadion zu gast. wir kinder durften damals die getränke reichen :lol:

so, das wars wieder aus dem erinnerungsstudio 😉

wie die "united states of america" alte kisten wieder hochspült ........ 😉

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Re: The United States of America - SAME

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Gepostet: 05.11.2009 - 21:44 Uhr  ·  #13
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Re: The United States of America - SAME

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Gepostet: 19.03.2012 - 15:11 Uhr  ·  #14
In den Fahrstuhl damit.... :)
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Re: The United States of America - SAME

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Gepostet: 23.06.2019 - 17:28 Uhr  ·  #15
Inzwischen dreht sich die CD auch hier! :-)
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Re: The United States of America - SAME

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Gepostet: 23.06.2019 - 19:15 Uhr  ·  #16
Zählt doch schon zur PflichtLektüre, oder?
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