So, Rätselauflösung, ich zitiere mich selbst:
"Da ich scheinbar kein Stück in meinem Fundus habe, in welchem die Sitar eine wirklich tragende Rolle spielt, habe ich mich zu einem kleinen Scherz, neudeutsch Fake, entschlossen, d.h. ich schicke ein Stück ins Rennen, in dem gar keine Sitar gespielt wird, aber eine zu hören ist.
Mindestens mit mir wette ich, dass die Bande es vielleicht gar nicht merken bzw. das Stück sowieso auf die hinteren Ränge verweisen wird, da es aus dem – igitt! – Jazzbereich kommt.
Auf der Platte bzw. in den Liner Notes von Stefan Zandek steht zu diesem Stück:
„Taj Mahal deserves special mention as the group’s successsful attempt to achieve the sound of Indian music. It is interesting to note how the original Hindu instruments are replaced by their European counterparts.
The sitar part is played by a prepared piano, the bass takes on the role of tampura and the piccicato cello serves as the melodic solo instrument. The drummer plays an original tabla drum, and the trombonist adds to the rhythm by playing assorted percussion.
After hearing this piece on stage during Jazz Jamboree 1972, the jazz expert Willis Conover said it was the most perfect imitation of Hindu music he had ever heard. And the group’s whole performance of the music featured on this record was the strangest experience he had during the whole festival.“
Die Rede ist vom Stück „Taj Mahal“ von der Platte „Winobranie / Wine Feast“ (1973 rec. in Warsaw, Muza SXL 0952) von Zbigniew Namyslowski (as, cello, p), Kazimierz Jonkisz (dr), Tomasz Szukalski (ts, bcl), Stanislaw Cieslak (tb, perc) und Pawel Jarzebski (b).
Sehr schön, wie dieses kleine Späßchen die Gemüter wieder in Wallung brachte. Witzig auch anfangs die 12 Punkte von Firebyrd für das Stück, aber er hat den Braten gerochen, was mir klar sein musste.
Beim Siegertitel höre ich allerdings gar keine Sitar. Bitte um Hilfe. Helft Holzohr, die Sitar zu hören! Die Besetzungsangaben zur Platte, auf der das Stück ist, lassen mich etwas ratlos zurück:
Personnel
Terry Cox – drums, percussion, vocals
Bert Jansch – acoustic guitar, banjo, vocals
Jacqui McShee – vocals
John Renbourn – acoustic guitar, electric guitar, vocals
Danny Thompson – double bass
Aber die müssen ja nicht unbedingt stimmen, siehe Namyslowskis Titel & Besetzung bzw. Instrumente bei der LP "Winobranie/Wine Feast".
Aber Hauptsache wir hatten Spaß!
radiot grüßt!