Erinnerungen an einen Freund
Er war hier nie im Forum, er konnte es auch nie, weil er es nie schaffte, einen Internet-Anschluß zu realisieren, aber ohne ihn wäre ICH nie in einem Forum gewesen, das sich mit Musik beschäftigt.
Daher möchte ich hier auf diesem Wege einem guten Freund, den ich seit Wochen nicht erreichen konnte, und von dem ich nun erfahren habe, daß er bereits vor gut 2 Wochen verstorben ist, einen Nachruf widmen.
Jürgen Knorr, das war sein Name, war ein Mensch, den wahrscheinlich nie jemand ganz genau kannte.
Er kannte viele, und es scheint, als habe er allen immer nur ein kleines Mosaiksteinchen mit auf den Weg gegeben, so daß, wenn sich alle treffen würden, vielleicht zusammen das Mosaik seines Lebens entstünde.
Ich bin froh, daß ich ganz viele Steinchen von ihm erhalten habe. Das ehrt mich und macht mich auch etwas stolz.
Um so schwerer ist es dann aber auch, zu wissen, diesen Menschen nicht mehr wiedersehen zu können.
Ich lernte Jürgen etwa 1978 kennen, als er in dieser Stadt nach 12jähriger Marinezeit aufschlug.
Die Musik war es von Beginn an, die uns zusammenführte, als ich mit ihm damals die hiesige sogenannte "Phonothek“, eine Art Musikbibliothek, mit betreuen durfte.
Glaubte ich bis zu diesem Zeitpunkt, viel über Musik zu wissen, so belehrte er mich nach und nach eines besseren.
Von ihm lernte ich, daß man Musik "fühlen“ muß, daß man nicht die Oberfläche sehen sollte, sondern in das Innere. Er war es auch, der mir zu verstehen gab, welche Musik "swingte“ und welche nicht.
Er hatte die Gabe , dieses auch zu erklären und zu "beweisen“.
Später, in seiner Kneipe, dem "Jatz", konnte die "Saat“ aufgehen, indem ich massenhaft Musik auf Kassetten bespielen und "unter das Volk bringen „ konnte.
Wahre Hysterien haben wir ausgelöst. Ich erinnere mich noch, als ich die erste Bugs Henderson-LP gekauft hatte, das Album für die Kneipe auf Kassette aufnahm und Jürgen damit einen wahren Henderson – Boom in’s Rollen brachte. CROSSCUT-Records , damals noch in Bremen, könnte das an steigenden Verkaufszahlen gespürt haben!
Er war jemand, der auf Menschen zugehen konnte, sie "vereinen“. Akademiker und Punks, gemeinsam am Tresen, und er schaffte es, daß beide Welten miteinander kommunizierten.
Dabei blieb er selber viele Antworten schuldig und sprach nur über das, worüber er sprechen wollte.
Sein Leben würde sicher eine kleine Enzyklopädie füllen, aber er, der studierte Germanist, hinterließ nicht mehr als viele kleine Notizen auf vielen kleinen Zetteln.
Die letzten Jahre seines Lebens hatte er sich sehr zurück gezogen und begann zu malen, so hat er einiges auch verkauft, viele Auftragsarbeiten darunter. Nebenbei war er einmal wöchentlich in einer anderen Kneipe tätig, um weiterhin gute Musik zu verbreiten.
So habe ich nicht nur viel über Musik, sondern auch viel über das Leben von ihm lernen können.
Und ich weiß, daß viel von dem, wie ich reagiere, wie ich denke, das ist, was ich übernommen habe und das etwas ist, das von ihm weiterlebt.
Und auch das macht mich stolz.
Wolfgang
Er war hier nie im Forum, er konnte es auch nie, weil er es nie schaffte, einen Internet-Anschluß zu realisieren, aber ohne ihn wäre ICH nie in einem Forum gewesen, das sich mit Musik beschäftigt.
Daher möchte ich hier auf diesem Wege einem guten Freund, den ich seit Wochen nicht erreichen konnte, und von dem ich nun erfahren habe, daß er bereits vor gut 2 Wochen verstorben ist, einen Nachruf widmen.
Jürgen Knorr, das war sein Name, war ein Mensch, den wahrscheinlich nie jemand ganz genau kannte.
Er kannte viele, und es scheint, als habe er allen immer nur ein kleines Mosaiksteinchen mit auf den Weg gegeben, so daß, wenn sich alle treffen würden, vielleicht zusammen das Mosaik seines Lebens entstünde.
Ich bin froh, daß ich ganz viele Steinchen von ihm erhalten habe. Das ehrt mich und macht mich auch etwas stolz.
Um so schwerer ist es dann aber auch, zu wissen, diesen Menschen nicht mehr wiedersehen zu können.
Ich lernte Jürgen etwa 1978 kennen, als er in dieser Stadt nach 12jähriger Marinezeit aufschlug.
Die Musik war es von Beginn an, die uns zusammenführte, als ich mit ihm damals die hiesige sogenannte "Phonothek“, eine Art Musikbibliothek, mit betreuen durfte.
Glaubte ich bis zu diesem Zeitpunkt, viel über Musik zu wissen, so belehrte er mich nach und nach eines besseren.
Von ihm lernte ich, daß man Musik "fühlen“ muß, daß man nicht die Oberfläche sehen sollte, sondern in das Innere. Er war es auch, der mir zu verstehen gab, welche Musik "swingte“ und welche nicht.
Er hatte die Gabe , dieses auch zu erklären und zu "beweisen“.
Später, in seiner Kneipe, dem "Jatz", konnte die "Saat“ aufgehen, indem ich massenhaft Musik auf Kassetten bespielen und "unter das Volk bringen „ konnte.
Wahre Hysterien haben wir ausgelöst. Ich erinnere mich noch, als ich die erste Bugs Henderson-LP gekauft hatte, das Album für die Kneipe auf Kassette aufnahm und Jürgen damit einen wahren Henderson – Boom in’s Rollen brachte. CROSSCUT-Records , damals noch in Bremen, könnte das an steigenden Verkaufszahlen gespürt haben!
Er war jemand, der auf Menschen zugehen konnte, sie "vereinen“. Akademiker und Punks, gemeinsam am Tresen, und er schaffte es, daß beide Welten miteinander kommunizierten.
Dabei blieb er selber viele Antworten schuldig und sprach nur über das, worüber er sprechen wollte.
Sein Leben würde sicher eine kleine Enzyklopädie füllen, aber er, der studierte Germanist, hinterließ nicht mehr als viele kleine Notizen auf vielen kleinen Zetteln.
Die letzten Jahre seines Lebens hatte er sich sehr zurück gezogen und begann zu malen, so hat er einiges auch verkauft, viele Auftragsarbeiten darunter. Nebenbei war er einmal wöchentlich in einer anderen Kneipe tätig, um weiterhin gute Musik zu verbreiten.
So habe ich nicht nur viel über Musik, sondern auch viel über das Leben von ihm lernen können.
Und ich weiß, daß viel von dem, wie ich reagiere, wie ich denke, das ist, was ich übernommen habe und das etwas ist, das von ihm weiterlebt.
Und auch das macht mich stolz.
Wolfgang