Nach Zappas Rückkehr nach L.A. im Sommer '68 zog er samt Familie in ein Haus in Laurel Canyon, wo es ihn allerdings nicht lang hielt und sie bezogen noch im selben Jahr ein Haus am Woodrow Wilson Drive, wo er bis zu seinem Tod leben sollte.
Trotz des Erfolges in Europa lief es finanziell nicht gut für die Mothers Of Invention. Die ersten Alben waren primär auf Texte und Gesang ausgelegt, allerdings begann FZ immer mehr instrumentalen Jazz und klassisch orientierte Musik für die Konzerte zu schreiben, was bei einige Fans zu Irritationen führte. Er hatte das Gefühl, die Konzertbesucher würden seine "elektrische Kammermusik" nicht ausreichend zu schätzen wissen.
1969 war die Gruppe auf 9 Mitglieder angewachsen und Zappa finanzierte die Gruppe selbst, aus den Einnahmen seiner Veröffentlichungen und Songrechte, egal ob die Band gerade spielte oder nicht. Im selben Jahr hatte er zudem genug von MGM und verließ das Label in Richung Reprise Records, welches zum Warner-Konzert gehörte. Ende des Jahres lösste Zappa dann die Band auf. Er verwies häufig auf den finanziellen Aspekt, allerdings nannte er auch immer wieder das unzureichende musikalische Engagement seiner Musiker als Grund für den Bruch. Die Bandmitglieder waren größtenteils verbittert über die Entscheidung und unterstellten Zappa, er würde für seinen Hang zur Perfektion Menschlichkeit auf der Strecke lassen. Auch seine Diktatorstellung in der Band war vielen ein Dorn im Auge und das FZ regelmäßig in einem anderen Hotel als der Rest der Band übernachtete war nur eines der Beispiele dafür. Interessanterweise spielte einige Mothers auch später noch für Zappa. Die letzten Veröffentlichungen der Zeit waren Weasels Ripped My Flesh und Burnt Weeny Sandwich von 1970. Das letzte Konzert der Band fand am 18. August 1969 statt.
Im April 1969 waren die Mothers of Invention beim Boston Globe Jazz Festival aufgetreten und Zappa hatte dabei den Jazz-Saxophonisten Rahsaan Roland Kirk eingeladen, mit der Band zu spielen. Der Auftritt war ein großer Erfolg. Die Proben für das dadurch inspirierte Hot Rats begannen im Sommer in Zappas Keller. Zunächst waren Roy Estrada und Ian Underwood mit von der Partie, wobei Estrada nicht an den entscheidenden Aufnahmen beteiligt war. Als nächstes stießen Bassist Max Bennett, die beiden Schlagzeuger Paul Humprey (Wes Montgomery) und John Guerin (Quincy Jones, Lumpy Gravy) hinzu. Als Bandleader holte sich FZ noch Johnny Otis ins Boot, welchen er von der Schulzeit in Lancaster kannte. Er schätzte das Gespür von Johnny im Bereich R'n'B sehr. Otis brachte seinen Sohn Shuggie mit ins Studio, welcher den Bass für Peaches en Regalia einspielen sollte und ermöglichte den Kontakt zu Don „Sugarcane“ Harris. Frank war ein großer Fan der Nummer Leavin' It All Up to You, welche Haris eingespielt hatte. Sugarcane war zu der Zeit gerade wegen eines Drogendelikts im Gefängnis und so stellte FZ die Kaution holte den Jazzviolinisten zu den Aufnahmen. Der Produzent Richard Bock, dem Zappa Aufnahmen von Hot Rats vorgespielt hatte, vermittelte den Kontakt zu dem Jazz-Violinisten Jean-Luc Ponty, der schließlich auf It Must Be a Camel einen kurzen Part beisteuerte. Dies lieferte den Anstoß für die spätere Zusammenarbeit, die sich vor allem im 1970 veröffentlichten Album King Kong: Jean-Luc Ponty Plays the Music of Frank Zappa manifestierte.
Die Wurzeln von Hot Rats reichen weit zurück. So finden sich auf dem Album Teile der Filmmusik zu The World Greatest Sinner von Timothy Carey, die Zappa in den frühen 1960er Jahren komponiert hatte und die am 17. Dezember 1961 vom 52-köpfigen College-Orchester Pamona Valley Symphony Orchestra eingespielt worden war.
Peaches en Regalia wirkt wie eine parodistische Overtüre, welche durch die Mehrspur-Tonbandtechnik einen Jazz-Einschlag erhält und wurde zu einem der zeitlosesten Stücke in der Zappa-Sammlung. Bei Willie The Pimp gibts das einzige mal Gesang und da kommt dann gleich der Captain zum Einsatz und erzäht die Zuhälter-Story. So entsteht ein ausufernder Blues-Song. Son Of Mr. Green Genes greift auf Mr. Green Genes von Uncle Meat zurück, wodurch eine Basis für Improvisation geschaffen wird. Little Umbrellas ist dann mal ein stark durchkomponiertes Stück, bei dem alles vorgegeben wird und wirkt wie ein typischer Jazz-Song. Bei The Bumbo Variations bilden Gitarre und Bass die Grundlage für ausufernde Improvisationen und ist zudem recht funky. It Must Be A Camel ist wie schon Little Umbrellas klar vorgezeichnet und strukturiert.
Aufgenommen wurde zwischen Juli und August '69 im T.T.G. (L.A.), Sunset Sound (L.A.) und Whitney Studios in Glendale. In letzterem befand sich auch die Pfeifenorgel, welche Ian Underwood spielte und in der Besetzungsliste als Organus Maximus bezeichnet wurde. Es gilt als eines der ersten mit einem 16-Spur-Gerät augenommenen wurde. Dadurch wurden nachträgliche Overdubs erleichtert, da man nun mehrspurige Aufnahmen leichter zu bewerkstelligen waren. Beispielsweise konnte FZ so komplex arrangierte Bläsersätze konstruieren, welche allein von Ian Underwood eingespielt wurden. Zappa bezeichnete diese technischen Möglichkeiten sogar als Hauptanreiz und Essenz des Albums.
Das Album erschien am 15. Oktober 1969, wobei der Titel auf eine Textzeile des Stücks Willie the Pimp zurückzuführen ist. Die Gestaltung des Artworks übernahm Cal Schenkel und das Cover-Photo wurde von Andee Cohen Nathanson mit Hilfe von Infrarot-Technik geschossen und spiegelt mal wieder Zappas Geschmack und Humor wieder. Die Dame ist übrigens Miss Christen von den GTOs, Zappas Girl-Band ;)
Wie für viele andere ist es auch für mich ein Meisterwerk, wobei ich den häufig gezogenen Vergleich oder die Tatsache ob es nun wichtiger war als Bitches Brew nicht wirklich beurteilen kann. Muss ja auch nicht sein, sind schließlich beides verdammt heiße Scheiben ;)
Band
Frank Zappa – electric guitar, percussion, octave bass
Ian Underwood – organ, clarinet, flute, piano, saxophone
Max Bennett – bass on all tracks except "Peaches en Regalia"
Captain Beefheart – vocals on "Willie the Pimp"
John Guerin – drums on "Willie the Pimp", "Little Umbrellas" and "It Must Be a Camel"
Don "Sugarcane" Harris – violin on "Willie the Pimp" and "The Gumbo Variations"
Paul Humphrey – drums on "Son of Mr. Green Genes" and "The Gumbo Variations"
Shuggie Otis – bass on "Peaches en Regalia"
Jean-Luc Ponty – violin on "It Must Be a Camel"
Ron Selico – drums on "Peaches en Regalia"
Lowell George - guitar (uncredited)
Harvey Shantz – Snorks
Musik
Side One
1. "Peaches en Regalia" 3:38
2. "Willie the Pimp" 9:25
3. "Son of Mr. Green Genes" 8:58
Side Two
4. "Little Umbrellas" 3:09
5. "The Gumbo Variations" 12:55
6. "It Must Be a Camel" 5:15
Total length: 43:05
Trotz des Erfolges in Europa lief es finanziell nicht gut für die Mothers Of Invention. Die ersten Alben waren primär auf Texte und Gesang ausgelegt, allerdings begann FZ immer mehr instrumentalen Jazz und klassisch orientierte Musik für die Konzerte zu schreiben, was bei einige Fans zu Irritationen führte. Er hatte das Gefühl, die Konzertbesucher würden seine "elektrische Kammermusik" nicht ausreichend zu schätzen wissen.
1969 war die Gruppe auf 9 Mitglieder angewachsen und Zappa finanzierte die Gruppe selbst, aus den Einnahmen seiner Veröffentlichungen und Songrechte, egal ob die Band gerade spielte oder nicht. Im selben Jahr hatte er zudem genug von MGM und verließ das Label in Richung Reprise Records, welches zum Warner-Konzert gehörte. Ende des Jahres lösste Zappa dann die Band auf. Er verwies häufig auf den finanziellen Aspekt, allerdings nannte er auch immer wieder das unzureichende musikalische Engagement seiner Musiker als Grund für den Bruch. Die Bandmitglieder waren größtenteils verbittert über die Entscheidung und unterstellten Zappa, er würde für seinen Hang zur Perfektion Menschlichkeit auf der Strecke lassen. Auch seine Diktatorstellung in der Band war vielen ein Dorn im Auge und das FZ regelmäßig in einem anderen Hotel als der Rest der Band übernachtete war nur eines der Beispiele dafür. Interessanterweise spielte einige Mothers auch später noch für Zappa. Die letzten Veröffentlichungen der Zeit waren Weasels Ripped My Flesh und Burnt Weeny Sandwich von 1970. Das letzte Konzert der Band fand am 18. August 1969 statt.
Im April 1969 waren die Mothers of Invention beim Boston Globe Jazz Festival aufgetreten und Zappa hatte dabei den Jazz-Saxophonisten Rahsaan Roland Kirk eingeladen, mit der Band zu spielen. Der Auftritt war ein großer Erfolg. Die Proben für das dadurch inspirierte Hot Rats begannen im Sommer in Zappas Keller. Zunächst waren Roy Estrada und Ian Underwood mit von der Partie, wobei Estrada nicht an den entscheidenden Aufnahmen beteiligt war. Als nächstes stießen Bassist Max Bennett, die beiden Schlagzeuger Paul Humprey (Wes Montgomery) und John Guerin (Quincy Jones, Lumpy Gravy) hinzu. Als Bandleader holte sich FZ noch Johnny Otis ins Boot, welchen er von der Schulzeit in Lancaster kannte. Er schätzte das Gespür von Johnny im Bereich R'n'B sehr. Otis brachte seinen Sohn Shuggie mit ins Studio, welcher den Bass für Peaches en Regalia einspielen sollte und ermöglichte den Kontakt zu Don „Sugarcane“ Harris. Frank war ein großer Fan der Nummer Leavin' It All Up to You, welche Haris eingespielt hatte. Sugarcane war zu der Zeit gerade wegen eines Drogendelikts im Gefängnis und so stellte FZ die Kaution holte den Jazzviolinisten zu den Aufnahmen. Der Produzent Richard Bock, dem Zappa Aufnahmen von Hot Rats vorgespielt hatte, vermittelte den Kontakt zu dem Jazz-Violinisten Jean-Luc Ponty, der schließlich auf It Must Be a Camel einen kurzen Part beisteuerte. Dies lieferte den Anstoß für die spätere Zusammenarbeit, die sich vor allem im 1970 veröffentlichten Album King Kong: Jean-Luc Ponty Plays the Music of Frank Zappa manifestierte.
Die Wurzeln von Hot Rats reichen weit zurück. So finden sich auf dem Album Teile der Filmmusik zu The World Greatest Sinner von Timothy Carey, die Zappa in den frühen 1960er Jahren komponiert hatte und die am 17. Dezember 1961 vom 52-köpfigen College-Orchester Pamona Valley Symphony Orchestra eingespielt worden war.
Peaches en Regalia wirkt wie eine parodistische Overtüre, welche durch die Mehrspur-Tonbandtechnik einen Jazz-Einschlag erhält und wurde zu einem der zeitlosesten Stücke in der Zappa-Sammlung. Bei Willie The Pimp gibts das einzige mal Gesang und da kommt dann gleich der Captain zum Einsatz und erzäht die Zuhälter-Story. So entsteht ein ausufernder Blues-Song. Son Of Mr. Green Genes greift auf Mr. Green Genes von Uncle Meat zurück, wodurch eine Basis für Improvisation geschaffen wird. Little Umbrellas ist dann mal ein stark durchkomponiertes Stück, bei dem alles vorgegeben wird und wirkt wie ein typischer Jazz-Song. Bei The Bumbo Variations bilden Gitarre und Bass die Grundlage für ausufernde Improvisationen und ist zudem recht funky. It Must Be A Camel ist wie schon Little Umbrellas klar vorgezeichnet und strukturiert.
Aufgenommen wurde zwischen Juli und August '69 im T.T.G. (L.A.), Sunset Sound (L.A.) und Whitney Studios in Glendale. In letzterem befand sich auch die Pfeifenorgel, welche Ian Underwood spielte und in der Besetzungsliste als Organus Maximus bezeichnet wurde. Es gilt als eines der ersten mit einem 16-Spur-Gerät augenommenen wurde. Dadurch wurden nachträgliche Overdubs erleichtert, da man nun mehrspurige Aufnahmen leichter zu bewerkstelligen waren. Beispielsweise konnte FZ so komplex arrangierte Bläsersätze konstruieren, welche allein von Ian Underwood eingespielt wurden. Zappa bezeichnete diese technischen Möglichkeiten sogar als Hauptanreiz und Essenz des Albums.
Das Album erschien am 15. Oktober 1969, wobei der Titel auf eine Textzeile des Stücks Willie the Pimp zurückzuführen ist. Die Gestaltung des Artworks übernahm Cal Schenkel und das Cover-Photo wurde von Andee Cohen Nathanson mit Hilfe von Infrarot-Technik geschossen und spiegelt mal wieder Zappas Geschmack und Humor wieder. Die Dame ist übrigens Miss Christen von den GTOs, Zappas Girl-Band ;)
Wie für viele andere ist es auch für mich ein Meisterwerk, wobei ich den häufig gezogenen Vergleich oder die Tatsache ob es nun wichtiger war als Bitches Brew nicht wirklich beurteilen kann. Muss ja auch nicht sein, sind schließlich beides verdammt heiße Scheiben ;)
Band
Frank Zappa – electric guitar, percussion, octave bass
Ian Underwood – organ, clarinet, flute, piano, saxophone
Max Bennett – bass on all tracks except "Peaches en Regalia"
Captain Beefheart – vocals on "Willie the Pimp"
John Guerin – drums on "Willie the Pimp", "Little Umbrellas" and "It Must Be a Camel"
Don "Sugarcane" Harris – violin on "Willie the Pimp" and "The Gumbo Variations"
Paul Humphrey – drums on "Son of Mr. Green Genes" and "The Gumbo Variations"
Shuggie Otis – bass on "Peaches en Regalia"
Jean-Luc Ponty – violin on "It Must Be a Camel"
Ron Selico – drums on "Peaches en Regalia"
Lowell George - guitar (uncredited)
Harvey Shantz – Snorks
Musik
Side One
1. "Peaches en Regalia" 3:38
2. "Willie the Pimp" 9:25
3. "Son of Mr. Green Genes" 8:58
Side Two
4. "Little Umbrellas" 3:09
5. "The Gumbo Variations" 12:55
6. "It Must Be a Camel" 5:15
Total length: 43:05