Capillary Action - So Embarrassing
"Embarrassing" im Sinne von „verwirrend“, das ist diese Musik in der Tat!
Ich habe mir einmal aufgeschrieben, welche Anklänge an bestimmte Künstler und Musikstile mir so spontan einfielen.
Hier ist die Liste vorab:
The Flying Lutterbachers, Robert Wyatt, Frank Zappa, Captain Beefheart, Skid Row (jene irische Band, mit dem ganz jungen Gary Moore), Black Sabbath, Carly Bley, Penderecki, mexikanische und brasilianische Musik, Heavy Metal, Prog Rock, Punk...
Tja, das war's, reicht doch auch eigentlich, oder?
Doch - wie in aller Welt soll denn das alles zusammenpassen?
Keine Sorge - es passt!
Denn hier scheinen wirklich erstklassige Musiker am Werk zu sein, die mit diesem Programm auch live unterwegs sein sollen. Und um solches zu schaffen, muss man schon über ein hohes Maß an Professionalität verfügen!
Hier diese Musiker:
Jonathan Pfeffer (vocals, guitar, musical director)
Kevin McHugh (keyboards, vocals)
Spencer Russell (bass, vocals)
Ricardo Lagomasino (drums, percussion)
Johnny Butler (saxes)
Matthew Nelson (saxes)
Ryan Snow (trombone)
Andy Hunter (trombone)
Jeffrey Young (violin)
Jessica Pavone(viola)
Caleigh Drane (cello)
Zachary Crystal (percussion)
Doch was ist es denn nun, dass den Hörer hier so verwirren kann?
Zunächst die ersten Schockmomente, wenn die Musik locker losrockt, bis plötzlich unvermittelt ein Bass-Solo einsetzt und dann derbe agressive Töne mit harten Gitarren in das Geschehen eingreifen.
Das „Thema“, in gewisser Weise „zappaesk“, kehrt wieder, doch immer passiert dann etwas Neues:
Der Drummer swingt, er trommelt hart, er funkt, und wiederholt Assoziationen an Zappa, dessen Wirken hier offensichtlich sehr beeinflussend war.
„Markenzeichen“ ist die fortwährende und ständige Unbeständigkeit, hier kommt man nicht zur Ruhe - hat man sich erst einmal an etwas gewöhnt, ist es damit auch schon wieder schnell vorbei.
Eigentlich ist das nichts für Personen mit sensiblen Nerven, die Plattenfirma hat vergessen, eine entsprechende Warnung anzubringen!
Ich brauche diese nicht, denn mich fasziniert das ungemein, was die Musiker hier abliefern.
Da ist es doch gelungen, endlich wieder einmal etwas ganz anderes zu schaffen, d.h. anders ist ja nur die Mischung, nicht die Zutaten, die sind wohlbekannt.
Doch gerade die aus der Vielfalt erwachsende Unruhe ist es, die das Besondere an dieser Musik ausmacht.
Das ist jenseits jeder Norm, das ist zudem mit einem Quäntchen Humor vorgetragen. Man sitzt nicht nur ehrfürchtig da und lauscht, nein, auch bei einem gelegentlichen Schmunzeln musste ich mich ertappen.
Die elf Songs sind zwar einzeln betitelt, doch fließen sie alle ineinander über, so dass eine einzigartige Suite entsteht. Schnell war ich beim Hören überrascht, bereits das dritte Stück zu vernehmen!
Nehmen wir z.B. Track zwei: Mittendrin ein E-Piano-Solo bei treibend-swingenden Drums, verhallte Vibraphonklänge, verklärter Gesang, bis der Zappa wieder grüßt, aber sogleich von fragmentarischen Hardrockpassagen abgelöst wird.
So tauchen im Verlauf der Platte plötzlich Kastagnetten, brasilianische Perkussion, mexikanische Akustikgitarren, Streichinstrumente auf, Langeweile ist hier ein Fremdwort!
Es käme einem Roman mit kurzen Kapiteln gleich, hier eine nähere Beschreibung abzuliefern.
Es ist eher zwingend angeraten, sich ein eigenes Bild zu machen. Denn mein Bild ist anlässlich dieser faszinierenden Musik doch sehr subjektiv geprägt.
Das Album ist bereits jetzt ein Anwärter für meine persönliche Bestenliste des laufenden Jahres!
Die Band stammt aus Philadelphia und umfasst weitestgehend Absolventen des Oberlin College Of Music. Der Kopf ist Jonathan Pfeffer, und dieser Name ist Programm, denn der 22-jährige Musiker bläst uns ziemlich viel Pfeffer in's Hirn.
Nur - man muss sehr aufgeschlossen dafür sein, und wer es ist, wird ein Erlebnis ohnegleichen haben!
Das Einheitliche in diesem Sinne, dass man meint, die Platte bestünde nur aus einem Stück, lässt die kurze Spielzeit von 31:27 vergessen.
Hier die Titel, die man in dieser guten heißen halben Stunde hören kann:
01:Gambit
02:Pocket Protection Is Essential
03:Elevator Fuck
04:Placebo Or Panacea
05:Bloody Nose
06:Badlands
07:Paperweights
08:Father Of Mine
09:The Chaperone
10:Saxy Koala
11:Self-Released
Zum Anhören etc.:
http://www.myspace.com/capillaryaction
Wolfgang
"Embarrassing" im Sinne von „verwirrend“, das ist diese Musik in der Tat!
Ich habe mir einmal aufgeschrieben, welche Anklänge an bestimmte Künstler und Musikstile mir so spontan einfielen.
Hier ist die Liste vorab:
The Flying Lutterbachers, Robert Wyatt, Frank Zappa, Captain Beefheart, Skid Row (jene irische Band, mit dem ganz jungen Gary Moore), Black Sabbath, Carly Bley, Penderecki, mexikanische und brasilianische Musik, Heavy Metal, Prog Rock, Punk...
Tja, das war's, reicht doch auch eigentlich, oder?
Doch - wie in aller Welt soll denn das alles zusammenpassen?
Keine Sorge - es passt!
Denn hier scheinen wirklich erstklassige Musiker am Werk zu sein, die mit diesem Programm auch live unterwegs sein sollen. Und um solches zu schaffen, muss man schon über ein hohes Maß an Professionalität verfügen!
Hier diese Musiker:
Jonathan Pfeffer (vocals, guitar, musical director)
Kevin McHugh (keyboards, vocals)
Spencer Russell (bass, vocals)
Ricardo Lagomasino (drums, percussion)
Johnny Butler (saxes)
Matthew Nelson (saxes)
Ryan Snow (trombone)
Andy Hunter (trombone)
Jeffrey Young (violin)
Jessica Pavone(viola)
Caleigh Drane (cello)
Zachary Crystal (percussion)
Doch was ist es denn nun, dass den Hörer hier so verwirren kann?
Zunächst die ersten Schockmomente, wenn die Musik locker losrockt, bis plötzlich unvermittelt ein Bass-Solo einsetzt und dann derbe agressive Töne mit harten Gitarren in das Geschehen eingreifen.
Das „Thema“, in gewisser Weise „zappaesk“, kehrt wieder, doch immer passiert dann etwas Neues:
Der Drummer swingt, er trommelt hart, er funkt, und wiederholt Assoziationen an Zappa, dessen Wirken hier offensichtlich sehr beeinflussend war.
„Markenzeichen“ ist die fortwährende und ständige Unbeständigkeit, hier kommt man nicht zur Ruhe - hat man sich erst einmal an etwas gewöhnt, ist es damit auch schon wieder schnell vorbei.
Eigentlich ist das nichts für Personen mit sensiblen Nerven, die Plattenfirma hat vergessen, eine entsprechende Warnung anzubringen!
Ich brauche diese nicht, denn mich fasziniert das ungemein, was die Musiker hier abliefern.
Da ist es doch gelungen, endlich wieder einmal etwas ganz anderes zu schaffen, d.h. anders ist ja nur die Mischung, nicht die Zutaten, die sind wohlbekannt.
Doch gerade die aus der Vielfalt erwachsende Unruhe ist es, die das Besondere an dieser Musik ausmacht.
Das ist jenseits jeder Norm, das ist zudem mit einem Quäntchen Humor vorgetragen. Man sitzt nicht nur ehrfürchtig da und lauscht, nein, auch bei einem gelegentlichen Schmunzeln musste ich mich ertappen.
Die elf Songs sind zwar einzeln betitelt, doch fließen sie alle ineinander über, so dass eine einzigartige Suite entsteht. Schnell war ich beim Hören überrascht, bereits das dritte Stück zu vernehmen!
Nehmen wir z.B. Track zwei: Mittendrin ein E-Piano-Solo bei treibend-swingenden Drums, verhallte Vibraphonklänge, verklärter Gesang, bis der Zappa wieder grüßt, aber sogleich von fragmentarischen Hardrockpassagen abgelöst wird.
So tauchen im Verlauf der Platte plötzlich Kastagnetten, brasilianische Perkussion, mexikanische Akustikgitarren, Streichinstrumente auf, Langeweile ist hier ein Fremdwort!
Es käme einem Roman mit kurzen Kapiteln gleich, hier eine nähere Beschreibung abzuliefern.
Es ist eher zwingend angeraten, sich ein eigenes Bild zu machen. Denn mein Bild ist anlässlich dieser faszinierenden Musik doch sehr subjektiv geprägt.
Das Album ist bereits jetzt ein Anwärter für meine persönliche Bestenliste des laufenden Jahres!
Die Band stammt aus Philadelphia und umfasst weitestgehend Absolventen des Oberlin College Of Music. Der Kopf ist Jonathan Pfeffer, und dieser Name ist Programm, denn der 22-jährige Musiker bläst uns ziemlich viel Pfeffer in's Hirn.
Nur - man muss sehr aufgeschlossen dafür sein, und wer es ist, wird ein Erlebnis ohnegleichen haben!
Das Einheitliche in diesem Sinne, dass man meint, die Platte bestünde nur aus einem Stück, lässt die kurze Spielzeit von 31:27 vergessen.
Hier die Titel, die man in dieser guten heißen halben Stunde hören kann:
01:Gambit
02:Pocket Protection Is Essential
03:Elevator Fuck
04:Placebo Or Panacea
05:Bloody Nose
06:Badlands
07:Paperweights
08:Father Of Mine
09:The Chaperone
10:Saxy Koala
11:Self-Released
Zum Anhören etc.:
http://www.myspace.com/capillaryaction
Wolfgang
:blaugrins:
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