Esbjörn Svensson

 
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Esbjörn Svensson

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Gepostet: 16.06.2008 - 12:33 Uhr  ·  #1
Der Begründer des Esbjörn Svensson Trios (kurz E.S.T.) ist bei einem Tauchgang tödlich verunglückt.

E.S.T. hatten als Grundlage den Jazz, sprengten jedoch radikal alle Genreketten bis hin zu Metal-Elementen, die sie in ihre Klangwelt einbauten. Damit öffneten sie für mich eine avantagardistische Dimension, wie ich sie zuvor nicht kannte.

Esbjörn Svensson galt als einer der besten Jazz-Pianisten der Welt. Er wurde nur 44 jahre alt.

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firebyrd
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Re: Esbjörn Svensson

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Gepostet: 16.06.2008 - 13:53 Uhr  ·  #2
ja, diese nicht so gute Nachricht erblickte ich gestern abend auch im Videotext.

Das E.S.T. war ein Pianotrio, das "frischen Wind" in die Szene blies....
hmc
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Re: Esbjörn Svensson

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Gepostet: 16.06.2008 - 15:34 Uhr  ·  #3
Nie gehört, aber traurig ist das schon.
nobbygard
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Re: Esbjörn Svensson

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Gepostet: 16.06.2008 - 15:37 Uhr  ·  #4
Sehr frischen Wind!

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dan
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Re: Esbjörn Svensson

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Gepostet: 16.06.2008 - 16:39 Uhr  ·  #5
Sehr schade! Jetzt bereue ich es, sie mir letztes Jahr nicht in Hamm angehört zu haben.
Mr. Upduff
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Re: Esbjörn Svensson

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Gepostet: 16.06.2008 - 16:53 Uhr  ·  #6
Auch ich mußte das heute morgen in der SZ lesen:

Klangartist im Muskelshirt

Er war der große Athlet des Jazz: der schwedische Pianist Esbjörn Svensson. Nun ist er bei einem Tauchausflug ums Leben gekommen.
Von Alex Rühle


Manche Meldungen erwischen einen so hart, als sei man gegen einen Betonpfosten gelaufen. Esbjörn Svensson. Das ist doch der große Athlet des Jazz, der Mann, der immer mit Handtuch um die Schultern auf die Bühne kam und selbst nach der dritten Zugabe noch aussah, als sei er 25 und gerade von einem Dauerlauf nach Hause zurückgekehrt. Esbjörn Svensson ist am Samstag gestorben.

"Ich spiele Klavier, weil wir kein anderes Instrument zu Hause hatten. Schlagzeug wäre mir eigentlich lieber gewesen. Aber dann kam Magnus Öström mit seinen Trommeln und ich blieb beim Klavier. Denn wir sind gemeinsam aufgewachsen und haben von Anfang an zusammen Musik gemacht."

Der entspannte Ton, in dem Svensson einmal im Interview über seine Anfänge erzählte, war ganz und gar typisch für die unprätentiöse Art des schwedischen Jazzpianisten. Svensson, Sohn einer Klassikpianistin, formte 1990 mit Öström und dem Bassisten Dan Berglund die Band e.s.t.

"From Gagarin's Point Of View", das erste Album, das außerhalb Schwedens erschien, brachte den drei Schweden 1999 den internationalen Durchbruch. Nach "Good Morning Susie Soho" und erst recht mit dem 2002 erschienenen "Strange Place for Snow" wurden Svensson und seine beiden Freunde mit alllen erdenklichen Musikpreisen überhäuft.


"Hmmm, ist das Jazz?"
Als erste europäische Jazzband kamen sie auf das Cover des amerikanischen Jazzmagazins Downbeat und brachen mit ihren an Popsongs geschulten, userfreundlichen Kompositionen in der Jazzwelt eine Debatte vom Zaun, was denn noch echter Jazz sei und was nicht. "Hmmm, ist das Jazz?" fragte er mal, Jetlag im Blick, er war da gerade auf Welttournee, "ich weiß es nicht."

Angesprochen auf den Rummel um seine Person, darauf, dass seine Kompositionen auf MTV liefen, fuhr er sich mit der Hand übers raspelkurze Haar, und sagte nur, wenn irgendwelche Leute ihn Popstar des Jazz nennen, könne er auch nichts dran ändern.

Wenn er in Cargohose und Muskelshirt die Bühne betrat, wenn er sich zwischen den Nummern wie ein Tennisspieler Gesicht und Hände abtrocknete und ein paar Schluck aus seiner Flasche nahm, signalisierte er immer auch: Kinder, das hier ist Musik mit Bauchmuskeln. Rückhandvolleyjazz.

Manche seiner Improvisationen glichen technoidem Pulsen, in solchen Momenten schmiegten sich seine Improvisationen in ihrer linearen Eleganz so glatt an die Themen wie eine enge Läuferhose an ein schöngeformtes Bein. Manchmal aber brach es in den Konzerten geradezu rachmaninoffisch aus ihm heraus, er konnte sich dann oktavgreifend in winzige Patterns hineinwühlen, sie verflüssigen wie Klangmagma.


Klangliche Gleichberechtigung
Immer aber war ihm das Trio wichtiger als das Solospiel, ja selten kam ein Trio dem Ideal von der klanglichen Gleichberechtigung so nah wie e.s.t. Ihren an Keith Jarretts Quartett orientierten Klang betteten die drei Schweden oft in Ambient-Hintergründe ein und verbanden so den Jazz mit dezentem Programming, ohne dass dabei je Fusion-brei herausgekommen wäre.

Einmal in München, das war 2003, widmete er den letzten Song des Abends seinem Sohn Ruben, der ein paar Tage später zehn Jahre alt wurde. Mit Ruben ging Esbjörn Svensson am Wochenende zum Tauchen - und ist dabei ertrunken. Er wurde 44 Jahre alt.

(SZ vom 16.6.2008/gal)

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/,ra4l1/kultur/artikel/36/180480/
radiot
 
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Re: Esbjörn Svensson

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Gepostet: 03.07.2008 - 19:59 Uhr  ·  #7
Am 26.7.08 um 13.00 mache ich aus diesem aktuellen traurigen Anlass eine Sondersendung im Offenen Kanal Berlin.
Meine Sendereihe heißt "Radioerfolglos". Titel der kommenden Sendung:
"Esbjörn Svensson 1964-2008"
Geboten wird, was meine sieben Platten des E.S.T. hergeben und was in eine Stunde Sendezeit eben hineinpasst.
Hören kann man die Sendung außerhalb Berlins per Internet/Livestream über den OKB, www.okb.de

Radiot grüßt!
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Re: Esbjörn Svensson

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Gepostet: 03.07.2008 - 20:12 Uhr  ·  #8
Zitat geschrieben von radiot
Am 26.7.08 um 13.00 mache ich aus diesem aktuellen traurigen Anlass eine Sondersendung im Offenen Kanal Berlin.
Meine Sendereihe heißt "Radioerfolglos". Titel der kommenden Sendung:
"Esbjörn Svensson 1964-2008"
Geboten wird, was meine sieben Platten des E.S.T. hergeben und was in eine Stunde Sendezeit eben hineinpasst.
Hören kann man die Sendung außerhalb Berlins per Internet/Livestream über den OKB, www.okb.de

Radiot grüßt!


Sehr schade, an dem Tag bewege ich mich gerade gen Süden! :aerger:
Klemperer
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Re: Esbjörn Svensson

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Gepostet: 10.07.2011 - 11:49 Uhr  ·  #9
Zitat geschrieben von Mr. Upduff


Klangartist im Muskelshirt


Wenn er in Cargohose und Muskelshirt die Bühne betrat, wenn er sich zwischen den Nummern wie ein Tennisspieler Gesicht und Hände abtrocknete und ein paar Schluck aus seiner Flasche nahm, signalisierte er immer auch: Kinder, das hier ist Musik mit Bauchmuskeln. Rückhandvolleyjazz.

Manche seiner Improvisationen glichen technoidem Pulsen, in solchen Momenten schmiegten sich seine Improvisationen in ihrer linearen Eleganz so glatt an die Themen wie eine enge Läuferhose an ein schöngeformtes Bein. Manchmal aber brach es in den Konzerten geradezu rachmaninoffisch aus ihm heraus, er konnte sich dann oktavgreifend in winzige Patterns hineinwühlen, sie verflüssigen wie Klangmagma.



Ich habe die Musik des Trios erst spät gehört, und bin froh, ehrlich gesagt, dieses Journalistengeschwurbel damals nicht so mitbekommen zu haben... Da wird jeder von den Kulturfeuilletonisten zum Popstar erklärt. Die Süddeutsche ist besonders klebrig, die taz aber genauso. Und in Nachrufen schreiben die, ohne rot zu werden, wenn "jemand" all diese hochgelobten Leute zu "Popstars" erklärt (Madonna, da macht es Sinn; Ratzinger, hmmmm :oops:) - das wär ja den Meistern "egal" gewesen.
Wenn die Redakteure sich selbst nicht lesen, warum sollten wir sie lesen :lol: .

Lieber hör ich mir einfach die Musik an. Das Geschreibsel ist gesucht und immergleich...wie diese aufgeblasenen Beschreibungen klassischer Musik, nur jetzt auf alles übertragen.
Mir hat mal ein Jazzfan erzählt, Svensson sei so aufgetreten, weil er enorm schwitzte, auch ohne Klavier....nicht, damit ein Fuzzy dann was von muscle-shirt in Nachrufe schreibt....

...paßt zwar eher in "was brezelt grade" als in einen 3 Jahre alten thread - aber: E.S.T what though the way may be long (von der viaticum-CD^^)
radiot
 
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Re: Esbjörn Svensson

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Gepostet: 10.07.2011 - 21:34 Uhr  ·  #10
Beim Beschreiben oder Verstehen von Musik geht es den Feuilletonisten auch immer um Etiketten. Die sie der Musik aufkleben können, da sie ohne Etikett die Musik selbst nicht verstehen oder der irrigen Meinung sind, der oder die Leser / Hörer verstünden ohne (vermeintlich) genaue Beschreibung und der Verteilung von „aussagekräftigen“ Attributen auch nicht, um welche Art von Musik es sich handelt, welche Schublade bedient werden muss. Einfach nur schreiben, dass da einer gute Musik macht, geht nicht. Gipfel der verschwurbelten Schreiberei ist dann solch Schwachsinn wie der folgende Satz:

"Manche seiner Improvisationen glichen technoidem Pulsen, in solchen Momenten schmiegten sich seine Improvisationen in ihrer linearen Eleganz so glatt an die Themen wie eine enge Läuferhose an ein schöngeformtes Bein."

Und für solchen Unsinn bekommen sie auch noch Geld!

Deswegen bin ich bei besonders gehypten Musikern und deren Platten immer vorsichtig, besonders wenn sie andauernd über den grünen Klee gelobt werden. Musik muss man selbst entdecken können. Hilfestellungen sind ok, aber nicht zwingend notwendig. So hat sich das Hören der Musik von e.s.t. bei mir auch über Jahre entwickelt. Ich war da nicht gleich Feuer & Flamme.

Radiot grüßt! :8)
firebyrd
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Re: Esbjörn Svensson

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Gepostet: 11.07.2011 - 08:01 Uhr  ·  #11
Gerade in solchen 'Verkopfungen' sehe ich das Problem, was nicht nur E-Musik, sondern auch Jazz betrifft.

Der Jazz, einst Volksmusik, wäre sicher auch eine solche eher geblieben, wenn er nicht durch aufgeführte Aussagen in einen elitären Stand erhoben wäre, der ihn vielleicht auch dadurch fern hielt vom 'Volk'.

Viele, die so etwas lesen, dürften kein Bedürfnis haben, auch noch solche Musik zu hören...

Wolfgang
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Re: Esbjörn Svensson

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Gepostet: 11.07.2011 - 19:22 Uhr  ·  #12
Zitat geschrieben von radiot
"Manche seiner Improvisationen glichen technoidem Pulsen, in solchen Momenten schmiegten sich seine Improvisationen in ihrer linearen Eleganz so glatt an die Themen wie eine enge Läuferhose an ein schöngeformtes Bein."

l`art pour `art...warum immer nur die Suche nach Inhalt und Substanz?...ich ergötze mich daran, wenn mit Wörtern derart jongliert wird, daß sie dabei so fröhlich durcheinander purzeln...und die SZ ist für mich ein wahres Füllhorn solcher Satz- und Fabuliermonster...
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Re: Esbjörn Svensson

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Gepostet: 11.07.2011 - 19:53 Uhr  ·  #13
Zitat geschrieben von Mr. Upduff
Zitat geschrieben von radiot
"Manche seiner Improvisationen glichen technoidem Pulsen, in solchen Momenten schmiegten sich seine Improvisationen in ihrer linearen Eleganz so glatt an die Themen wie eine enge Läuferhose an ein schöngeformtes Bein."

l`art pour `art...warum immer nur die Suche nach Inhalt und Substanz?...ich ergötze mich daran, wenn mit Wörtern derart jongliert wird, daß sie dabei so fröhlich durcheinander purzeln...und die SZ ist für mich ein wahres Füllhorn solcher Satz- und Fabuliermonster...


Mich ergötzt es auch, doch mag es so manchen davon abhalten, sich mit der Musik zu beschäftigen...
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