Emil de Waal Old News - Novelties

Musik zwischen den Genres, zum einem individuellen Ganzen zusammengefügt!

 
firebyrd
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Emil de Waal Old News - Novelties

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Gepostet: Gestern um 23:53 Uhr  ·  #1
Emil de Waal Old News - Novelties

Die Band Old News hat sich um den dänischen Schlagzeuger Emil de Waal formiert und besteht seit dem Jahr 2013. Die Formation ist bekannt dafür, diverse Spielarten des Jazz miteinander zu verknüpfen, von traditionell Inspiriertem über freiere Ausgestaltung bis hin zu experimentellen Gestaltungen. Nun ist mit "Novelties" ein neues Album vorgelegt worden.

Nach einigen Songs bin ich mir eigentlich gar nicht so sicher, ob man hier als Basis das Genre Jazz anwenden kann. Denn die Musik empfinde ich eher so, dass man nicht spontan eine Zuordnung als Aussage treffen kann. Auffällig ist, dass es sich im Wesentlichen um recht kurze Songs handelt, insofern gar nicht so viel Raum geboten wird für Improvisationen, wie man sie im Jazz kennt.

Daher ist desweiteren auffällig, dass man sich trotz der relativ kurzen Spielzeiten doch viel Platz nimmt für die Gestaltung, und sich daher breite Räume öffnen, um großartige emotional wirkende Stimmungen zu schaffen. Mit “Hellen“ startet es sehr zaghaft, ich erlebe grundsätzlich ein Zwiegespräch zwischen Henriette Groth, Klarinette und Jakob Anderskov, Piano, sehr dezent und verbindend durch Emil de Waal's Schlagwerk unterstützt.

Bei zwei Songs wird die Band durch die dänische Sängerin und Songwriterin Randi Laubek erweitert, und so bieten diese beiden Stücke eine stark individuell geprägte Note durch den markanten Gesang voller Tiefe und emotionalen Ausdrucks. Individualität steht ohnehin im Mittelpunkt dieser zehn Songs, so erhält man, wenn man intensiv zuhört, wohl auch Raum für etliche Assoziationen. Bei einigen Passagen muss ich zum Beispiel an das Penguin Cafe Orchestra denken, aber auch tauchen immer wieder Anlehnungen an nordisch geprägte Musik des Labels ECM Records auf.

Und dann staune ich, denn ganz spontan entfliehen meinen Gedanken diese Zeilen beim “Scrap Rag“: „Slow down, you move too fast. You got to make the morning last“. Genau, das erinnert mich total an „The 59th Street Bridge Song“ von Simon & Garfunkel!

Einer der Höhepunkte ist für mich das mit 5:29 Minuten längste Stück, das ist das von Henriette Groth komponierte “Tightrope“. Fast schon mit hypnotischer Wirkung spielt Pianist Jacob Anderskov das Thema durchgehend „hartnäckig“, und Henriette Groth setzt mit der Klarinette sensibel emotionale Akzente, unterstützt durch den gestrichenen Bass und das wiederum exakt akzentuierte Schlagzeug. So ist man diesem Song rasch verfallen und badet in diesem tranceartigem Sound und scheint irgendwie betäubt zu sein.

Die Stärke der Band liegt auch darin, dass diese verträumte Stimmung nach und nach immer vertrauter wird, in den Bann zieht und man das Gefühl gewinnt, mit der Musik zu kommunizieren.
Und hierbei bleibt man stets im Umfeld des mitunter Unerwarteten, so wie ich mich dann doch plötzlich in einer sehr jazzigen Umgebung wiederfinde, wenn “Forgotten, Not Forgiven“ mit zarten Improvisationen glänzt und sich de Waal einem swingenden Rhythmus öffnet. Unglaublich ist diese Wandlungsfähigkeit, denn im Abschlusssong, “Nuntil Veteres“ finde ich mich inmitten eines Klanggebildes wieder, dass eindeutig klassische Musik widerspiegelt!

Nun, diese Veröffentlichung ist eine dieser, die einen ganz ungewohnten und überraschenden Weg eingeschlagen haben, es klingt anders, dadurch absolut frisch und lebendig, trotz der Bedienung bei diversen Genres hat man einen sehr individuellen Sound geschaffen, der sehr persönlich geprägt ist.

Emil de Waal (drums and percussion)
Henriette Groth (clarinet)
Gustaf Ljunggren (contral alto clarinet, viola, Arco contra bass, guitars)
Jacob Anderskov (piano, spinet)
Randi Laubek (vocals on "I am Nobody" and "Forgotten Anne" and guitar on "I am Nobody")

1 Hellen (4:30)
2 Scrap Rag (3:41)
3 I Am Nobody (3:10)
4 Flod (5:00)
5 Last Millenium When We Were Young (3:01)
6 Lim (4:45)
7 Forgotten Anne (3:21)
8 Tightrope (5:29)
9 Forgotten, Not Forgiven (4:15)
10 Nuntii Veteres (2:00)

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