Skyjack – Let The Sky Open Under Your Feet

und so denke ich, ich werde nicht der Einzige bleiben, der sich an dieser engagierten und hochklassig inszenierten Musik erfreuen wird.

 
firebyrd
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Skyjack – Let The Sky Open Under Your Feet

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Gepostet: 30.06.2026 - 23:51 Uhr  ·  #1
Skyjack – Let The Sky Open Under Your Feet

Vor dreizehn Jahren wurde das Quintett namens Skyjack gegründet. Diese südafrikanisch-schweizerische Formation hat mit "Let The Sky Open Under Your Feet" nun ihr mittlerweile viertes Album vorgelegt. Die Arbeit mit den zwölf Songs hat man sich brüderlich geteilt und somit bereits signalisiert, ein Gemeinschaftswerk geschaffen zu haben!

Zum Start des Albums geht es mir spontan so, dass Assoziationen geweckt werden. Als langjähriger Freund eines bestimmten Plattenlabels erscheint das hinsichtlich einer musikalischen Ausprägung. Ich meine das Label ECM Records, an die Stimmung vieler dortiger Produktionen muss ich bei „I Say“ sofort daran denken. Dieser luftig leichte Rhythmus, diese dezent verträumte Stimmung mit diesem „Hinwegschwebcharakter“, Jonno Sweetman, der diesen Song komponierte, erinnert mich dann auch an den damals oft tätigen „Label-Drummer“ Jon Christensen, mit dieser teilweise auch zarten Spielweise, die gleichzeitig sehr gestaltend wirkt und die sich darüber entwickelnde dahinschwebende und leicht melancholisch-schöne Stimmung einverleibt. Ein mich packender Auftakt.

Und dann folgt die nächste Assoziation, „Another One For Bra Zim“ vom Pianisten Kyle Shepherd, ja, da fühle ich mich inmitten des Kosmos des jüngst verstorbenen Abdullah Ibrahim (Dollar Brand), und das passt ja schließlich, der Kreis schließt sich, stammt er doch aus Südafrika und somit wird die südafrikanische Ausprägung von Skyjack ein wenig abgebildet. Ein knapp einminütiges Zwischenspiel von Shane Cooper am Bass leitet über zum Titelsong, der eine weitere Stimmung ausstrahlt. Das ist nicht der filigrane Jazz, sondern hier mischen sich afrikanische Einflüsse mit der Spielart der Jazz-Fusion. Aus dem Pressetext erfahre ich, dass der Titel aus einem Gedicht des im 13.Jahrhundert geborenen afghanischen Dichters Jalaluddin Rumi stammt, „Cry Out In The Weakness“. So habe das Gedicht trotz der Entfernung von Jahrhunderten angesichts der jüngsten weltweiten Ereignisse eine ergreifende Unmittelbarkeit. „Es gibt solche Helfer auf der Welt, die eilen, um jeden zu retten, der um Hilfe ruft. Wie die Barmherzigkeit selbst laufen sie auf die Schreienden zu. Und sie lassen sich nicht kaufen.“

Und so trägt Shane Cooper vor, dass die Musik von einem kollektiven Geist der Empathie und des Strebens nach dem Licht durchdrungen sei, ein Geist, den man gerade jetzt brauche! Und dieser kollektive Geist ist von den fünf Musikern im Rahmen von Jazzfeeling, südafrikanischen Traditionen, Kammermusik und mit einem gelegentlichen Groove in gemeinschaftlicher Verbundenheit umgesetzt worden.

Und dieser Geist springt, zumindest auf mich als Hörer, über, und so denke ich, ich werde nicht der Einzige bleiben, der sich an dieser engagierten und hochklassig inszenierten Musik erfreuen wird. Hierbei sollte man nicht explizit auf einzelne Songs abstellen, sondern sie alle als Gesamtkonzept betrachten und begreifen, und so kommt man zwar in den Genuss einzelner Solobeiträge, so wie sich zum Beispiel Saxofonist Stucki solistisch in einen Nachtfalter verwandelt, klasse, diese Einleitung („Night Moth“) zum hypnotischen „Night Moth's Flutter To Eternity“, bevor man sich mit „Shozi“ leider schon verabschiedet, und hier ist die Musik eindeutig auf südafrikanische Jazz-Tradition ausgerichtet, so lande ich gedanklich noch einmal ganz stark bei Abdullah Ibrahim.

Shane Cooper (double bass)
Marc Stucki (tenor & soprano saxophone)
Kyle Sheppard (piano)
Andreas Tschopp (trombone, kudu horns)
Jonno Sweetman (drums)

1 I Say ( 6:47)
2 Another One For Bra Zim (10:28)
3 Bass Below (0:59)
4 Let The Sky Open Under Your Feet (6:33)
5 Radiate (8:02)
6 Mantra For Reef (3:29)
7 The Cloudspotting Sunbeam (4:51)
8 Ayan (7:37)
9 Surrender Yourself To That Which Moves You (5:44)
10 Night Moth (1:28)
11 Night Moth's Flutter To Eternity (5:58)
12 Shozi (4:47)

https://skyjackmusic.com/

freaksound
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Re: Skyjack – Let The Sky Open Under Your Feet

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Gepostet: 02.07.2026 - 16:29 Uhr  ·  #2
mit afrikanisch beeinflusster Musik kann ich oft ganz gut.
Mal sehen, ob die Jazzkomponente für mich auch noch geeignet ist.
firebyrd
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Re: Skyjack – Let The Sky Open Under Your Feet

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Gepostet: 02.07.2026 - 17:43 Uhr  ·  #3
Zitat geschrieben von freaksound

mit afrikanisch beeinflusster Musik kann ich oft ganz gut.
Mal sehen, ob die Jazzkomponente für mich auch noch geeignet ist.


...überwiegt eindeutig! ALSO VORSICHT! :happy:
freaksound
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Re: Skyjack – Let The Sky Open Under Your Feet

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Gepostet: 03.07.2026 - 07:22 Uhr  ·  #4
so, nu mein erster Eindruck.

Leider finde ich auf Bandcamp und YT nur diese 2 Songs:

- Another One for Bra Zim
- Let The Sky Open Under Your Feet

ja, du hasst recht, der Jazz-Anteil überwiegt. Gerade bei "Another one..." ist das Sax im ersten Teil prägend und
ich empfinde es als "normalen" Jazz. So zirca ab der Hälfte wenn die Posaune (?) übernimmt, bleibt es zwar
immer noch "Jazz" aber diese Klangfarbe spricht mich mehr an. Die Posaune und der ganze Song schrauben sich
dann doch zunehmend nach oben und die Rhytmusgruppe begleitet sehr kompetent und federnd. Das gefällt dann.

Bei "Let the sky.." übernimmt nach einem für mich eher konventionellen Intro, eine interessant-hakelige Rhythmus-
gruppe und ein feines Piano und findet mein geneigtes Ohr. Das hat was.

Ja, für meine üblichen Höhrgewohnheiten sehr grenzwertig am Jazz, aber mit sehr interessanten Momenten
und auch die von dir beschriebene "positive Stimmung" empfinde ich so.
Bei Bandcamp ist der heutige Tag als VÖ genannt. Mal sehen ob nach dem 03.07 das ganze Album freigeschaltet
wird. Ich denke, da würde ich gerne mehr davon hören wollen um mir ein abschliessendes Urteil zu bilden.

.......allerdings tue ich mich schwer, hier etwas spezifisch "afrikanisches " zu hören. Ich war da Gedanklich bei Tony Allen, konnte aber nichts derartiges vernehmen. Aber da fehlt mit vieleicht auch das geschulte Ohr,
firebyrd
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Re: Skyjack – Let The Sky Open Under Your Feet

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Gepostet: 03.07.2026 - 11:31 Uhr  ·  #5
freaksound
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Re: Skyjack – Let The Sky Open Under Your Feet

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Gepostet: 08.07.2026 - 06:59 Uhr  ·  #6
ich muss zugeben, Abdullah Inbrahim habe ich mir noch nicht angehört.
Aaaber, die Skyjacks haben jetzt ihr ganzes Album auf Bandcamp.

Die ersten Apettithappen Another One for Bra Zim / Let The Sky Open Under Your Feet
waren von der Band gut gewählt und haben mein Interesse geweckt.

Die anderen Songs treffen dann leider weniger meinen Geschmack.
Das ist mir doch zu getragen, zu "klassisch" für meine rock-vernarbten Trommelfelle.

na gut , vielleicht kommen wir ein anderes mal zusammen :-)
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