The Foundation - Mask

Das ist ein Klangteppich, in den man sich gern fallen lässt, ein Teppich, mit dem man davon zu schweben scheint...

 
firebyrd
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The Foundation - Mask

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Gepostet: 23.01.2024 - 14:29 Uhr  ·  #1
The Foundation - Mask

Der niederländische Musiker Ron Lammers komponierte Ende der neunziger Jahre gemeinsam mit Sietse Dijkstra und Marcel Kerkdijk eigene Songs im Bereich des Prog Rocks. Allerdings kam es nicht zu einer Veröffentlichung. So gründete er zunächst ein Plattenlabel, Xymphonia Records, und veröffentlichte Alben der Bands Plackband und Timelock. Erst im Jahre 2020 beschäftigte sich Lammers mit dem Gedanken, ein eigenes Album vorzulegen, mit dem Resultat von "Mask", veröffentlicht unter dem Namen The Foundation.

Bei "Mask" soll es sich um ein Konzeptalbum handeln, dem als Basis eine autobiografische Geschichte zugrunde liegt, die den Werdegang des Lebens beinhaltet und dieses ab der Geburt beschreibt. Und bereits im ersten Song, "Before The Dawn" hören wir über dem wuchtigen Klangteppich von Keyboards, durch Gitarren und Violine unterstützt, die Rufe eines Babys, noch bevor mit "Birth" die Geburt eingeleitet wird. Beides sind Instrumentals, von denen es mit "Despair" ein weiteres gibt.

Die übrigen Nummern werden gesungen von Mark Smit von der Gruppe Knight Area. Der Sound wird im Wesentlichen getragen vom satten und großflächigen Sound der Keyboards. Assoziativ muss ich an Einiges der niederländischen Kollegen von Flamborough Head denken, doch kommt mir The Foundation weniger verspielt vor, sondern eher 'geerdet' und symphonischer sowie dichter im Sound. Dann spüre ich ab und zu einen dicken Hauch der späteren Pink Floyd, und wenn Gitarrist Jens van der Valk im ersten Song sein Solo erklingen lässt, dann kann man schon an David Gilmour denken. Darüber hinaus, auch was die Tempo-Gestaltung und diese besonders schöne Art der Melodik betrifft, passt das in etwa auch in Richtung der Prog Rocker von Magenta, die ich insofern aus meiner Sicht dem Sound am nächsten sehe.

Mark Smit fügt sich als Sänger sehr gut in den Gesamtsound ein und kann überzeugen. Eine gute Wahl waren auch die beiden Gitarristen, die einerseits einen Gegenpol zu den mächtigen Keyboards bilden und andererseits auch mit ihren einzelnen als auch gemeinsamen Beiträgen entscheidend zum Gesamtbild beitragen können. Diese Art von Symphonic Rock wird mit Stil vorgetragen, und diese höchst melodische Stimmung durch Keyboards und Gitarren wird dann gelegentlich auch noch durch den Beitrag der Violine von Sjoerd Bearda und die Flötistin Judith van der Valk, perfekt eingebunden und abgerundet. So höre ich mit Begeisterung Prog/Art Rock, der eine wohlige Stimmung ausbreitet. Das ist ein Klangteppich, in den man sich gern fallen lässt, ein Teppich, mit dem man davon zu schweben scheint. So ist es wirklich gelungen, eine sehr warme Atmosphäre zu schaffen, die zwar fast durchgehend gleichbleibend ist, wie eine Art Suite eben, aber gerade dadurch nicht loslässt.

Nun ja, insofern wurde die Absicht, ein Konzeptalbum vorzulegen, erstklassig umgesetzt und mich erfreut diese Auffrischung des Genres des melodischen und symphonischen Prog Rocks. Zwar mag das auf Einige ein wenig langatmig in der Umsetzung wirken, aber gerade dadurch wird ein hohes Maß an Ruhe und Gelassenheit ausgestrahlt, und das berührt die Seele sehr angenehm. Wer sich mit dem Inhalt dieser Erzählung eines Lebens noch näher beschäftigen möchte, hat hierzu die Möglichkeit mit der sehr üppigen Verpackung. Viele Bilder sind im inklusiven Booklet vorhanden und alle Texte, allein das Äußere überzeugt hier zusätzlich und weist diese Veröffentlichung als ein gelungenes Gesamtpaket aus.

Auf der letzten Seite ist zu lesen: "We are born to love. We learn to hate. It’s up to us what we reach for." Ja, diese Musik lässt keinen Raum für Hass, diese Musik steckt voller Liebe und Schönheit, so wirkt es jedenfalls. Auf alle Fälle kann sie das Sonnengeflecht warm strömen lassen!


Ron Lammers (keyboards)
Mark Smit (vocals)
Rinie Huigen (electric & acoustic guitars)
Aad Bannink (guitars)
Jens van der Valk (electric guitars, EBow)
Gijs Koopman (bass guitar, Taurus Pedals, keyboards)
Sjoerd Bearda (violin)
Judith van der Valk (flute)
Jan Grijpstra (drums)
Jan Munnik (add. keyboards)


Before The Dawn (4:36)
Birth (3:21)
Climbing Mountains (5:03)
Blind To Reality (4:55)
Despair (3:37)
Mask (12:14)
Renewal (4:32)
Unconditional (4:01)
Future (7:18)

https://www.thefoundationproject.nl/

Stattmeister
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Re: The Foundation - Mask

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Gepostet: 26.01.2024 - 08:32 Uhr  ·  #2
Die Niederländer sind ja immer recht kreativ im Bereich Prog. Habe einige aus dem Nachbarland (u.a. Ayreon, Kayak) bereits ausprobiert. Dieses Project hört sich zunächst einmal auch ganz spannend an. Werde ich mich mal mit beschäftigen. Insofern danke für die Vorstellung.
xanadu
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Re: The Foundation - Mask

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Gepostet: 29.01.2024 - 16:17 Uhr  ·  #3
Hatte dies schon auf 'Rocktimes genüßlich gelesen.
und macht neugierig. Muss da auch unbedingt, wie Stattmeister , reinhören.

Danke der Vorstellung
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