Dezember 2023 | Peter Gabriel - i/o

 
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Dezember 2023 | Peter Gabriel - i/o

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Gepostet: 16.12.2023 - 23:04 Uhr  ·  #1
Die Magie von Peter Gabriel hat mich schon vor langer Zeit gepackt.
Nicht so sehr die allseits gepriesenen Klänge von "So" waren der Beginn meiner Vorliebe für die beeindruckende Stimme und Musik von Peter, sondern sein unübertroffenes Live-Album, "Plays Live".
Das Album, die Songs, sie waren mir damals unbekannt, aber das Cover, mit Peter Gabriel in den Farben von Shock The Monkey, hatte eine enorme Anziehungskraft und es fühlte sich an wie ein Puzzleteil, dass zu The Lamb Lies Down On Broadway gehört, dem letzten Album von Genesis mit Gabriel.
Was dieses Live-Album mit dem überwältigenden "Rhythm Of The Heat", mit dem verletzlichen "San Jacinto", mit dem experimetellen "The Family And The Fishing Net" und dem unvergleichlichen "Family Snapshot" bot, war einfach unglaublich schön und inspirierend.

Von da an hieß es, den Backkatalog zu vervollständigen und Gabriel in seiner musikalischen Entwicklung zu folgen.
Neue Alben, viele Konzerte, immer wieder innovativ, immer wieder überraschend und immer wieder diese unglaublich schöne Stimme.
Und nun, nach mehr als 21 Jahren, gibt es endlich das sehr feine i/o, dass selbst meine kühnsten Erwartungen übertrifft.
Es ist ja nicht so, dass wir in den letzten 21 Jahren keine neue Musik von Peter Gabriel hören konnten, aber sein letztes Studioalbum mit eigenen Songs, Up, stammt aus dem Jahr 2002.

In den letzten Monaten konnten wir uns bereits bei jedem Vollmond auf einen neuen Song aus dem Album freuen.
Das hatte etwas Verwirrendes: Warum sollte man nicht, wie üblich, nach einem Singles-Release das Album veröffentlichen und zum Verkauf bringen?
Die Gründe für diese Entscheidung waren einleuchtend und wohlüberlegt.
Nach Gabriels Einschätzung sind wir als Menschheit heute mehr als fähig, die Welt zu zerstören und es ist notwendig, dass wir unsere Verbindung zur Natur und zur Erde wiederherstellen.
Gabriel spürt diese Verbindung mit der Natur durch den Mond, der eine große Anziehungskraft auf ihn ausübt.
Eine Verbindung also zwischen Erde und menschlicher Erfahrung: eine spirituelle Perspektive.
Es mag etwas dauern, bis man sich auf diesen Gedanken einlässt, aber wenn man das Album einmal in seiner Gesamtheit gehört hat, versteht man es, man fühlt es.
Das Album greift Themen auf, die unsere Menschlichkeit berühren, seien es Emotionen oder soziale Fragen es regt zum Nachdenken an.
Ganz zu schweigen davon, wie schön die Kompositionen sind, die Produktion oder wie großartig Gabriel im Jahr 2023 klingt.

i/o ist ein Longplayer, den man nicht in einem Rutsch durchhört: In den 12 Songs, passiert eine ganze Menge.
Wenn man sich die Scheibe komplett anhört und in seiner Gesamtheit aufnimmt, dann wir man schon enorm gefordert.
Ja, natürlich, man muss sich auch Zeit nehmen.
Mit regelmäßigen Kollaborateuren und musikalischen Schwergewichten wie Tony Levin, David Rhodes und Manu Katché an Gabriels Seite weiß man schon, dass man an der Qualität des Gebotenen keine Zweifel haben muss.
Wenn man dann noch bedenkt, dass er weitere starke Kooperationspartner wie Brian Eno oder Ríoghnach Connolly von The Breath hat, um nur einige zu nennen, wird klar, dass Gabriel darauf bedacht war, dass die LP auch sehr gut klingt.
Wenn man die Leute für die Orchesterarrangements und die Chöre nicht mitzählt, haben mehr als elf Leute an dem Album gearbeitet.
Das erklärt zum Teil, warum man das Album nicht auf einmal ergründen kann, aber die Entdeckungsreise ist ein wahrer Genuss.

12 sehr abwechslungsreiche Tracks, 12 Songs, die gelegentlich an den Sound von Gabriels früherem Schaffen anknüpfen.
Nein, erwarte keinen Abklatsch alter Songs, vielleicht eine Atmosphäre, die man wiedererkennen kann, aber sonst gibt es nur frische Ideen.
Sicher, "So" bleibt sein bisher kommerziell erfolgreichstes Album, aber wie wir von Us und dem bereits erwähnten Up wissen, lässt er sich immer wieder etwas Neues einfallen.
Es sind Songs, die, man ahnt es schon, alle ihren eigenen Sound haben und, wie wir es von Gabriel gewohnt sind, auch nie nur wie ein Popsong klingen.
Die Rhythmen von Meister Levins Bass atmen und vibrieren voller Leben, Manu Katché kombiniert das perfekt mit seinem Schlagzeugspiel.
Die Keyboards bauen die Atmosphären auf und tun gleichzeitig viel mehr als das, sie setzen Akzente, die Gitarren mögen eher im Hintergrund wirken, aber
da sollte man sich nicht täuschen lassen, ihre Rolle ist wirklich unüberhörbar.
Und dann sind da noch die orchestralen Arrangements. Eine vollständige Besprechung auf i/o kommt nicht ohne ihre Erwähnung aus.

Zu einer vollständigen Besprechung von i/o gehört aber noch viel mehr.
Nehmen wir die zwei Mixe, die Gabriel von den Songs anbietet.
Drei sogar, wenn man die Dolby-Atmos-Version mitzählt.
Die beiden, die man regelmäßig schon auf Vinyl und CD findet, unterscheiden sich schon sehr voneinander.
Der renommierte britische Produzent Mark 'Spike' Stent (u.a. Oasis, Mansun, Linkin Park, U2, Björk, Keane, Depeche Mode, Massive Attack) lieferte die Bright-Side-Mixe und der ebenso renommierte amerikanische Produzent Tchad Blake (u.a. Black Keys, Ani DiFranco, Bonnie Raitt, Elvis Costello, Crowded House, Pearl Jam) die Dark-Side-Mixe.
Der Atmos-Mix lag in den Händen des deutschen Tontechnikers und Produzenten Hans-Martin Buff, der bereits mit Chaka Khan, Prince, Zucchero, No Doubt und den Scorpions gearbeitet hat.

Schon das Anhören der beiden regulären Mixe ist ein Erlebnis.
Ja, natürlich hört man, dass man die gleichen Songs hört, aber der Unterschied zwischen den Mixen ist wirklich ein Unterschied wie Tag und Nacht.
Bei einem Album, dass bereits so viel zu entdecken bietet, ist dies eine weitere zusätzliche Dimension, die unterstreicht, wie sehr Gabriel darüber nachdenkt, wie er seine Musik präsentieren möchte.

Und das ist noch nicht alles. Jede Komposition ist mit einem Kunstwerk verbunden, dass speziell zu diesem Song passt.
Das hat Gabriel auch schon bei Us and Up gemacht.
Jetzt hat er sich an Ai Weiwei, Nick Cave, Barthélémy Toguo, Olafur Eliasson, Annette Messager, Antony Micallef, Henry Hudson, Megan Rooney, Cornelia Parker, Tim Shaw, David Spriggs und David Moreno gewandt.
12 außergewöhnliche Kunstwerke, die, wie die 12 Kompositionen, eine Entdeckungsreise in die Welt bieten.

Eine exquisite Auswahl an höchst unterschiedlichen Tracks von gesellschaftlicher Relevanz und Reflexion bis hin zu tatsächlich persönlichen Songs.
i/o ist mit seinen 12 Tracks nicht nur musikalisch und als Kunstwerk ein sehr schönes Album, es ist auch ein Album, dass par excellence das tut, wozu Kunst, wozu Kultur fähig ist und das ist, den menschlichen Geist anzusprechen.
Was für ein unglaublich schönes Album, wie schön, dass Peter Gabriel zurück ist, für viele wird es Erleichterung in diesen dunklen Tagen bringen.

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Re: Peter Gabriel - i/o (2023)

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Gepostet: 16.12.2023 - 23:05 Uhr  ·  #2
1. Panopticom – 5:13
2. The Court - 4:21
3. Playing for Time – 6:17
4. i/o – 3:52
5. Four Kinds of Horses – 6:47
6. Road to Joy – 5:21
7. So Much – 4:50
8. Olive Tree – 5:58
9. Love Can Heal – 5:59
10. This Is Home – 5:04
11. And Still – 7:41
12. Live and Let Live – 6:46 (Bright-Side Mix) / 7:11 (Dark-Side Mix und In-Side Mix)

Singles from i/o

6. Januar 2023 Panopticom
5. Februar 2023 The Court
7. März 2023 Playing for Time
6. April 2023 i/o
5. Mai 2023 Four Kinds of Horses
4. Juni 2023 Road to Joy
3. Juli 2023 So Much
1. August 2023 Olive Tree
31. August 2023 Love Can Heal
29. September 2023 This Is Home
28. Oktober 2023 And Still
27. November 2023 Live and Let Live


Veröffentlichung(en)
27. November 2023 (digital als Einzeltitel)
1. Dezember 2023 (physisch)

Aufnahme: April 1995 – Dezember 2022

Label(s)
Real World Records (UK und Europa)
EMI Records (Japan)
Republic Records (USA, Kanada)

Formate:
Download
Streaming
Blu-ray-Audio[5]
CD
Vinyl

Produktion:
Peter Gabriel
Richard Russell (Four Kinds of Horses)
Brian Eno (Road to Joy)

Studios:
Real World Studios, Box, Wiltshire, Vereinigtes Königreich
British Grove Studios, Chiswick, London
The Beehive, London
Copper House, London
High Seas Studios, Johannesburg, Südafrika
Alfvénsalen, Uppsala, Schweden
ArteSuono Studio, Cavalicco, Italien
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Re: Peter Gabriel - i/o (2023)

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Gepostet: 16.12.2023 - 23:07 Uhr  ·  #3
Jedes Lied wird von dem Abbild eines maßgeschneiderten von Peter Gabriel ausgewählten Kunstwerkes als Artwork begleitet, ähnlich wie bereits bei seinen Alben Us von 1992 und Up von 2002.



Panopticom:
Das Bild Red Gravity von David Spriggs zeigt einen linksherum drehenden Strudel in Rot, der um ein offenes Auge eines Wirbelsturms kreist.

The Court:
Das Foto The Burning of Lifting the Curse des Künstlers Tim Shaw zeigt die Verbrennung einer etwa drei Meter großen, menschenähnliche Gestalt aus einem Gerüst aus Metall mit daran festgebundenen Ästen, Stoff und einem mit Holzkohle gefüllten Bauch.

Playing for Time:
Das Foto von dem Werk Mes voeux (avec nos cheveux) der bildenden Künstlerin Annette Messager zeigt Teile menschlicher Körper: Hände, Augen, Ohren, sowie Schambereiche von Frauen und Männern. In der Mitte befinden sich vier Bilder in beige-braunen Tönen, weniger konkret gestaltet.

i/o:
Das Foto von Jens Ziehe von dem Werk Colour experiment no. 114 aus dem Jahr 2022 des Künstlers Ólafur Elíasson zeigt einen dunklen Kreis, in dem ein breiter Ring steht, der von innen nach außen die Farben des Regenbogens wiedergibt - wobei das Violett, das sich ganz innen befindet, kaum zu sehen ist und der gelbe Bereich die größte Breite hat.

Four Kinds of Horses:
Das Bild der Künstlerin Cornelia Parker mit dem Titel Snap zeigt auf einem verschwommenen Untergrund in beige-grau recht unscharf die Konturen eines zerbrochenen Weinglases. Zu erkennen ist das Bodenstück, ein kleiner Teil des Stiels, sowie der eigentliche, halbrunde Glaskorpus, der am stärksten verwischt wirkt.

Road to Joy:
Das Bild des Künstlers Ai Weiwei zeigt einen mehrfach in zwei Kreisen angeordneten Stinkefinger.

So Much:
Das Bild des Künstlers Henry Hudson aus Bath mit dem Titel Somewhere Over Mercia zeigt Flächen in jeweils anderen Schattierungen von Farben, die eine waagerecht liegende Linie durchläuft.

Olive Tree:
Das Gemälde des Künstlers Barthélémy Toguo aus Kamerun mit dem Titel Chroniques avec la Nature zeigt eine auf dem Rücken liegende, menschliche Gestalt, deren Arme und Beine sich in Baumstrukturen, Stämme und Zweige verlängern. Darunter befindet sich ein Fisch, dessen Flossen ungewöhnlich struppig wirken, etwa wie ein Fell.

Love Can Heal:
Das Gemälde des britischen Künstlers Antony Micallef mit dem Titel A Small Painting Of What I Think Love Is zeigt zwei vollständig in Schwarzweiß gehaltene sich innig umschlungen haltende Menschengestalten. Diese sind zwar nur grob angedeutet, aber dennoch klar in der Erscheinung und stark im Ausdruck.

This Is Home:
Das Foto zeigt eine Skulptur von dem 1978 in Barcelona geborenen Künstler David Moreno mit dem Titel Conexión De Catedral II (=Kathedralen-Verbindung). Sie zeigt zwei Türen mit Laibungen im Stil mittelalterlicher Portale von Kirchengebäuden. Von diesen führt jeweils eine Treppe herab zu einem Treppenabsatz und biegt dort ab, bis sich beide am tiefsten Punkt der Darstellung in einem weiteren Absatz treffen.

And Still:
Das Gemälde And Still (Time) der in Südafrika geborenen Künstlerin Megan Rooney zeigt eine abstrakte Komposition in vorwiegenden Blau- und Gelb-Farbtönen.

Live and Let Live:
Das Foto zeigt den in Fulton, Missouri geborenen Künstlers Nick Cave in einer bunten auffälligen Kostümierung genannt „Soundsuit“, mit einigen Anbauten, wie Brummkreisel.

Zitat: https://de.wikipedia.org/wiki/I/o_(Peter-Gabriel-Album)
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Re: Peter Gabriel - i/o (2023)

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Gepostet: 16.12.2023 - 23:08 Uhr  ·  #4
Triskell
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Re: Peter Gabriel - i/o (2023)

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Gepostet: 16.12.2023 - 23:23 Uhr  ·  #5
Es gibt Musiker, deren Musik mich einfach nicht berührt. :-/
dan
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Re: Peter Gabriel - i/o (2023)

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Gepostet: 17.12.2023 - 08:37 Uhr  ·  #6
Wow, was für eine Rezi!

Ich muss, bis jetzt, anmerken, daß mich die neuen Stücke auch noch nicht so gepackt haben. Hab "bis jetzt" geschrieben, da das mit "UP" erst genau so war, die ich inzwischen gut finde. Im G.-Forum schrieb jemand, daß ihm der letzte Biss, die Intensität fehle, das geht mir auch so.

Am Rande fällt mir auch unangenehm auf, daß bei aller Detailverliebtheit des Meisters, leider nicht die Songtexte nicht mit dabei sind. (Können aber auf seiner Site nachgelesen werden.)
Floyd Pink
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Re: Dezember 2023 | Peter Gabriel - i/o

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Gepostet: 17.12.2023 - 18:41 Uhr  ·  #7
ich bin auch extrem beeindruckt von der tollen Rezension, da schon mal vielen Dank dafür!
Habe mich mit dem neuen Album noch nicht eingehened beschäftigt, aber wenn ich nur die Namen der Beteiligten (Eno, Levin Katche) lese und dann noch was von ambitionierter Variabilität kann das mir nur gefallen. Stehe auch mehr auf die frühen Soloscheiben als auf Sledgehammer & Co.
Mal schauen, ob über Weihnachten, ist aber dieses Jahr alles so eng getaktet...
YETI
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Re: Dezember 2023 | Peter Gabriel - i/o

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Gepostet: 17.12.2023 - 19:32 Uhr  ·  #8
Ich habe mir bei einigen Autobahnstunden die Scheibe ins Ohr gebracht, danach etliche hördurchläufe der Dolby Atmos Version und da wächst die Musik nochmal erheblich.
Klar, Ohrwurmeffekte gibt es bei Gabriel nicht und die vielschichtige Produktion macht das Hören auch nicht gerade einfach.
Aber wenn man mal ein paar Bezugspunkte an den Songs gefunden hat, wird das Hörerlebnis schon stark gesteigert.
Ich denke, da gibt es für mich, immer noch Potenzial für Entdeckungen und solche Gesamtkunstwerke mag besonders.
badMoon
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Re: Dezember 2023 | Peter Gabriel - i/o

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Gepostet: 18.12.2023 - 13:50 Uhr  ·  #9
Chapeau, Top Rezi.

Meine Gabriel-Zeit war vorerst mit dem Ausstieg bei Genesis beendet. Danach hatte ich ihn für sehr lange Zeit aus den Augen verloren. Bis ich irgendwann einen Artikel zu dem Album "IV" in die Finger bekam. Darin wurde dieses Album in höchsten Tönen gelobt und musste her. Erst einmal nur für kurze Zeit - wen interessiert warum, hier entlang: PG IV - Ein deutsches Album.

Auf "IV" waren letztendlich die Gabriel-Songs vorhanden, die auch größtenteils auf der in Deiner Rezi erwähnten Livescheibe zu finden sind. Solch tolle Stücke wie San Jacinto (bis heute mein Lieblingssong von ihm), The Rhythm of the Heat, Lay Your Hands on Me oder Wallflower hat er anschließend nicht mehr gebracht.

Das Album i/o wurde hier mit nicht allzu großer Spannung erwartet - waren doch die Songs scheibchenweise bereits vorab im WWW zu hören gewesen. Dennoch war die Freude groß, als es endlich zu Hause eintraf.

Nun, viel Neues war nicht zu hören. Ab und an hatte ich sogar ein Aha-Erlebnis, Melodien kamen bekannt vor. Insgesamt jedoch wieder ein klasse Gabriel-Album, welches mittlerweile einige Runden gedreht hat. Wer sich die Zeit für dieses Album nimmt, entdeckt, wie hier angemerkt, einige schöne Feinheiten. Jedoch lässt sich das Album auch prima in einem Rutsch durchhören. Sowohl konzentriert als auch "nebenbei", es kommt weder Langeweile auf noch nerven irgendwelche Ausreißer. Ganz im Gegenteil, ích empfinde es überwiegend als entspannend.

Die Bright-Side-Mixe habe ich durch, jetzt folgen in den nächsten Tagen die Dark-Side-Mixe, danach die Dolby-Versionen. Dann folgt das Warten auf eine hoffentlich erscheinende Bluray seines letzten Konzertes.

Also, klasse Rezi, bedankt und - weiter so ;-)
hmc
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Re: Dezember 2023 | Peter Gabriel - i/o

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Gepostet: 18.12.2023 - 16:42 Uhr  ·  #10
Hammer Rezi.
So detailverliebt hat etwas.

Ich habe die CD bisher nur in Ansätzen hören können, bin nun aber doch neugierig geworden.
Tom Cody
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Re: Dezember 2023 | Peter Gabriel - i/o

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Gepostet: 20.12.2023 - 19:22 Uhr  ·  #11
Eine beeindruckende Vorstellung ! Danke, YETI ! :-D

Peter Gabriel ist mir allerdings als Frontman von Genesis im Gedächtnis geblieben. Da fand ich ihn überragend. Seine Solokarriere nach seinem Weggang 1975 habe ich dann nicht mehr weiter verfolgt - bis auf eine Ausnahme. Sein Album mit "Biko" finde ich gut.
YETI
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Re: Dezember 2023 | Peter Gabriel - i/o

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Gepostet: 20.12.2023 - 23:06 Uhr  ·  #12
Vielen Dank für eure freundlichen Rückmeldungen, auch wenn es nicht gerade viel Zustimmung gibt. ;)
Mir gefällt das Werk jedenfalls ausgesprochen gut und es gibt kaum Musiker aus der Ü-70er Fraktion die noch solche ambitionierte, kreative Musik abliefern.
Dass es keine Klassiker vom Schlage San Jacinto, Mercy Street, Biko oder Sledgehammer gibt sei ihm verziehen.

Auf diesem Wege wünsche ich schon mal allen hier ein Frohes Fest.
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