Tommy Crane - We're All Improvisers Now

Mitunter hat man den Anschein, wie in einer Wolke gefangen zu sein, eingebettet in diese ständig fließende musikalische Klangmasse...

 
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Tommy Crane - We're All Improvisers Now

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Gepostet: 14.11.2023 - 18:17 Uhr  ·  #1
Tommy Crane - We're All Improvisers Now

Komponist und Multiinstrumentalist Tommy Crane lebt in New York und Montreal. "We're All Improvisers Now" ist sein Debüt-Album, und auch noch ein Album mit sehr ungewöhnlicher Musik. Wie es in der Presseinfo heißt, "eine ruhige, introspektive Reise durch grenzüberschreitenden Ambient-Jazz, getragen vom kreativen Elan eines Künstlers im vollen Experimentiermodus. Mit sensorischer Perkussion und einer Batterie von Synthesizern erschafft Crane eine Abfolge klarer Klangwelten, in denen das Reale und das Synthetische aufeinandertreffen, sich überschneiden und verschleiert und undurchsichtig wieder auftauchen."

Ja, ich kann das nachvollziehen und muss das einwirken lassen. Ganz rasch purzeln Assoziationen jeglicher Art. Mal bin ich gedanklich bei Bands wie Tangerine Dream, dann erinnern mich Passagen an Robert Miles oder Vangelis, hier und da vielleicht ein Spritzer Weather Report/Joe Zawinul, auch Eno taucht auf, oder Harold Budd, dann wieder ein Hauch der Band The Cinematic Orchestra.

Faszinierend sind die breitflächig angelegten Soundscapes, manchmal geht es tief in das Sonnengeflecht, diese Klangwände können fesseln und fast schon hypnotisierend wirken. Einige Musiker*innen haben den Protagonisten begleitet, Simon Angell (guitar, space guitar) fügt sich in den Gesamtsound ein und bereichert und erweitert ihn mit wabernden Sounds, ansonsten sind die Beiträge des French Horns, der Saxofone und Klarinetten eine gelungene und warm klingende Abwechslung in der ansonsten mitunter auch kühlen Stimmung. Doch manchmal gehen selbst diese Instrumente unter in der Fülle des üppigen Sounds, der darüber hinaus auch noch mit mächtigem Hall ausgestattet ist.

Mitunter hat man den Anschein, wie in einer Wolke gefangen zu sein, eingebettet in diese ständig fließende musikalische Klangmasse, dichte Texturen und Klangmalereien, manchmal meditativ, manchmal perkussiv,manchmal sehr hymnisch und auch mit gelegentlichem düsteren und mystischem Ausdruck. Eigentlich muss man diese Platte als Gesamtheit inhalieren, es gibt relativ wenig Abwechslung, für Manche könnte es langweilig wirken, aber es fällt nicht leicht, sich dieser durchgehenden Stimmung zu entziehen.

Widersprechen muss ich jedoch dem Ausdruck Ambient-Jazz, denn Jazz in seiner eigentlichen Form wird hier keineswegs nur ansatzweise geboten.

Tommy Crane (drums, cymbals, sensory percussion, percussion, glockenspiel, synth bass, vocals, passive aggressive floor stomps, grand piano, sequential circuits prophet 6, Juno 60, Juno 06, Yamaha DX7, critter and quitari organelle, samples, editing, production)
Pietro Amato (French horn - #3,9)
Simon Angell (guitar, space guitar - #5,6,9)
Jordan Brooks (electric bass - #1,3,5,6,8,9)
Charlotte Greve (alto saxophone, choir member - #4)
Logan Richardson (alto saxophone - #6)
Chris Speed (clarinet - #9)

1 Before We Sail Away
2 Curated Reality
3 Shimo
4 Keys To The Darkroom
5 Once I Was A Cohen
6 Nordique Americana (Pt.1)
7 In Memoriam
8 We're All Improvisers Now
9 Nordique Americana (Pt. 2 Joie De Vivres)

http://www.doubleberg.com/

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