M-Opus - At The Mercy Of Manannán

Eines ist auf jeden Fall groĂź geschrieben, und das ist Vielfalt.

 
firebyrd
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M-Opus - At The Mercy Of Manannán

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Gepostet: 20.09.2023 - 14:05 Uhr  ·  #1
M-Opus - At The Mercy Of Manannán

Heute führt uns der musikalische Weg wieder einmal nach Irland. Von dort stammt die Band M-Opus, deren Musik in das Genre Prog Rock einzuordnen ist. Mit "At The Mercy Of Manannán" wird das dritte Album vorgelegt.

Ganz eigentümlich startet die Platte mit "Setting Off", durch den Raum schwirrende flitternde Klänge, darunter Keyboards, die nach Mellotron klingen und ein Sänger, der ein wenig an David Bowie erinnert, und dann beginnt er noch zu pfeifen. Bei etwa 1:10 setzt dann das druckvolle Schlagzeug ein und unterstützt diesen wabernden Sound, "Nothing Will Ever Be The Same Again", so singt Jonathan Casey, bevor nach gut zwei Minuten der nahtlose Übergang zum zweiten Song erfolgt. Und das Geschwirre ist vorbei, nun stoße ich auf Musik, die mich gedanklich weit zurückführt in die Siebziger, die Band bildet eine geschlossene Einheit, unterstützt durch die geschmeidig agierende Rhythm Section von Bass und Schlagzeug.

"At The Mercy Of Manannán", hier wird ein besonderes Thema behandelt. In der irischen Mythologie war Manannán der 'King of the Otherworld and Sea God', demnach ist er wohl auf dem Cover abgebildet. Man kann sich der Geschichte auch gern mit den im vierseitigen Booklet mit den abgedruckten Texten widmen, doch sollte man schon über ein gutes Sehvermögen verfügen anhand der Schriftgröße. Ein Song, "Na Brúidai", ist im Übrigen ganz in gälischer Sprache.

Um nachvollziehen zu können, warum sich die Musik so sehr nach den Siebzigern anhört, verweise ich nachstehend auf den Eintrag hierzu auf der Webseite der Band, wonach ein Konzept hinter dem Ganzen stecken soll: »M-Opus are also a fictional band with a long, made-up history that stretches from 1970 to today. They have a discography of albums from that time, but you haven’t heard them yet. In fact, nobody has. Their first album to come to light was 1975 TRIPTYCH from 1975. The next is ORIGINS, from 1978.« Seltsam, oder? Eine fiktive Band und eine real existierende gleichzeitig?

AngefĂĽhrt wird die Formation von Jonathan Casey, eigentlich auch ein Komponist fĂĽr Fernseh- und Film-Produktionen, der seine musikalische Laufbahn in der Band von David Cross startete. Zusammen mit Gitarrist Colin Sullivan erblickte dann M-Opus das Licht der Welt. Das ursprĂĽngliche Trio hat sich zwischenzeitlich zum Quartett erweitert.

Die Musik zeichnet sich, unabhängig von ihrem Retro-Charme, aus durch Gesangsharmonien, die teilweise auch an Moody Blues erinnern, sehr harmonisch und eingängig klingen, ein gutes Gleichgewicht des Einsatzes von Keyboards und Gitarren und einer hervorragend unterstützenden Rhythm Section aus. Dieser Retro-Prog hat oft eine stark romantische Ausstrahlung, kommt mitunter etwas weicher und manchmal auch druckvoller daher, und immer wieder gibt es zwischendurch Abwechslung durch besondere Passagen einzelner Songs, beim kurzen "Whirlpool" ist es Drummer Mark Grist, der für virtuosen Druck sorgt und auch solistisch in Erscheinung tritt.

Assoziationen? Nun, zunächst sicher ganz spontan fällt mir Yes ein, dann gelegentlich auch Gentle Giant, die eine oder andere ’schräge' Passage dann auch King Crimson, und hier und da wohl auch Genesis. Eines ist auf jeden Fall groß geschrieben, und das ist Vielfalt. Es wechseln sich recht viele Stimmungen ab: Neben dahin schwebenden Stücken, wie "Valley Of Elah", kann es auch durchaus kraft- und temperamentvoll zugehen, und auch rhythmisch recht komplex. Mellotron-Schwaden, zirpende Keyboards, Orgelklänge wie von Deep Purple jener Tage ("In Rock"), wirbelnde Gitarren und das eine oder andere Mal erinnert mich der Sänger auch an Greg Lake, mithin – wirklich reichlich Abwechslung!

Jonathan Casey (vocals, keyboards, bass, guitar)
PJ O’Connell (guitar)
Colin Sullivan (guitar)
Mark Grist (drums)


1 Setting Off [Casey, O’Connell] (2:03)
2 Riverflow [Casey, O’Connell] (6:45)
3 Whirlpool [Casey, O’Connell, Grist] (3:13)
4 To The Other Side [Casey, O’Connell] (9:04)
5 Na BrĂşidai [Casey] (7:56)
6 Valley Of Elah [Casey] (4:08)
7 Sealing Novas [Casey, O’Connell] (3:09)
8 Carnivale [Casey, O’Malley,Sullivan] (5:15)

Trurl
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Re: M-Opus - At The Mercy Of Manannán

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Gepostet: 20.09.2023 - 21:48 Uhr  ·  #2
Ich habe mal dank Streaming reingehört, weil ich die Idee der fiktiven Diskografie interessant fand. Hauptkritik für mich ist der Sänger, der mir einfach stimmlich nicht gefällt. Ansonsten klingt es wie ein Sammelsurium diverser Merkmale der von dir genannten Gruppen, ohne das es für mich eine homogene Verbindung eingeht und zu etwas eigenständigem wird. Ich geb ihnen aber noch mal ne Chance unter dem Kopfhörer.

Trurl
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