Champion Jack Dupree

der klavierspielende Boxer

 
firebyrd
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Champion Jack Dupree

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Gepostet: 19.02.2007 - 10:58 Uhr  ·  #1
Champion Jack Dupree

Geboren am 23.7.1909 in New Orleans,
gestorben am 21.1.1992 in Hannover.

Der „Champ“ war einer der letzten großen Barrelhouse-Pianisten, der die schwül-schlüpfrige Atmosphäre der Spelunken in die Konzertsäle und Clubs brachte.

Dupree war nicht nur Musiker allein, der Pianist war Entertainer im weitesten Sinne.
Wer erinnert sich nicht gern an die von ihm erfundenen angeblich von Shakespeare erfundenen „Weisheiten“, die sich im nachhinein doch stets als derbe Zoten herausstellten.
Nichts für zarte Gemüter, aber so ging’s halt zu in den Spelunken...

CJD war in New Orleans im Waisenhaus aufgewachsen, dem gleichen, in dem auch Louis Armstrong zeitweise untergebracht war. Er erzählte oft, daß er dort gelandet sei, nachdem Mitglieder des Ku-Klux-Klans seine Eltern umgebracht hätten.

Sein musikalischer Lehrer wurde ein Pianist namens Willie „Drive ’Em Down“ Hall.
1930 siedelte er nach Chicago über und ab 1935 „schlug“ er sich als Profiboxer durch.

1940 kam es zur ersten Plattenaufnahme für das Label Okeh.

Nach einem Aufenthalt in der Navy im 2. Weltkrieg nahm er anschließend unter verschiedenen Namen für verschiedene Label auf. (Apollo, Red Robin , Gotham, u.a. als “Meat Head Johnson oder Lightnin’ Jr. )
Für einen “längeren” Zeitraum konnte ihn KING RECORDS im Zeitraum von 1953-1955 halten.
Hier entstand dann auch das Stück „Walking the Blues“, das ihm seinen einzigen Charterfolg bringen sollte.

Eine seiner wichtigsten Platten wurde dann 1958 auf ATLANTIC veröffentlicht, „Blues from the gutter“, ganz im Stil der damaligen Zeit, seine Barrelhouse-Vergangenheit jedoch nicht verleugnend.

1959 siedelte er nach Europa über, um der Farbigen nicht sehr wohl gesonnenen amerikanischen Gesellschaft zu jener Zeit zu entgehen.
So entstanden im Rahmen seiner Zeit, die er in Skandinavien, England und Deutschland verbrachte, viele Schallplatten, die meisten auf dem Label STORYVILLE.

Aber auch mit John Mayall, Clapton und vielen anderen britischen Bluesern kam es in den 60ern zu Veröffentlichungen auf DECCA oder BLUE HORIZON.

Erst 1990 war es, daß es ihn in die Heimat zurückzog, nach New Orleans, aber nur zum Besuch, denn seinen Wohnsitz hatte er inzwischen in Hannover.

3 Alben erbrachten die Besuche in New Orleans, noch einmal drei gute Platten , die leider letzten vor seinem Tode.

Den Champ habe ich oft live gesehen, auch einmal persönlich kennen gelernt, stets vermochte er gute Laune zu verbreiten , er hatte das Publikum immer sicher im Griff.
Er konnte fröhlich sein, er brachte seine zotigen Geschichten, er trank ganz gerne einmal etwas mehr („it’s pure German water“), aber immer wieder kam auch diese tiefe Traurigkeit durch, wenn er von den nicht so angenehmen Erlebnissen und Ereignissen seines Lebens erzählte.
Und doch brachte er es aber auch dann immer wieder auf den Punkt – zuversichtlich zu sein, denn „You can make it if you try“!!!

Wolfgang
Rainer The Mage
 
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Re: Champion Jack Dupree

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Gepostet: 25.12.2011 - 10:58 Uhr  ·  #2
Auch ein besondere Kerl, erst dieses Jahr auf ihn gekommen...
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