Joan Armatrading – same (1976)

 
hmc
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Joan Armatrading – same (1976)

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Gepostet: 15.02.2007 - 22:36 Uhr  ·  #1
Joan Armatrading – same

Kurzbio:

Joan Armatrading wurde 1950 (Basseterre, Karibik) geboren, sie wuchs allerdings in Birmingham auf.
Ihre bevorzugte Musikrichtung ist als R&B zu bezeichnen.
Ausflüge in den Folk, Jazz und teilweise in den Rock machen sie zu einer musikalisch vielseitigen Künstlerin.
Sie begann 1972 mit dem Album „Whatever's for Us“ (Cube Records) hatte mit dem Album aber wenig Erfolg.

A&S Records hatte wohl den richtigen Riecher, denn man nahm sich Ihrer an.
"Love & Affection", "Me Myself, I", und "Drop The Pilot" waren in UK Riesenhits.

Fazit:
Auch ihr erging es ähnlich wie namhaften Künstlern vor ihr auch.
„ Joe Cocker“ sei hier einmal als Beispiel genannt.
Manager und Plattenfirmen wollten und haben sich wohl an ihr bereichert.

Bis heute hat sie 15 Alben eingespielt.

Zum Album:

Label: Usa (Megaphon Importservice) 1976, neu aufgelegt 2006

Band:
Joan Armatrading – Guitar, Vovals
Graham Lyle – 12 String Guitar
Jerry Danahue – Guitar (later Supertramp Studio Guitar Player)
Dave Markee – Bass
Kenny Jones – Drums
Peter Wood - Piano

Tracks:
Down to Zero
Help Yourself
Water With the Wine
Love and Affection
Save Me
Join the Boys
People
Somebody Who Loves You
Like Fire
Tall in the Saddle

Als ich dieses wunderbare Album 1976 erstmals hören durfte, drängte sich mir der Gedanke auf, dass die Frau eigentlich zu Weltruhm gelangen sollte.
Damals noch als Lp, lief die Scheibe regelmäßig in meinem ersten Musikkeller (Insider wissen mehr).
Die Art wie sie die Acoustic Guitar spielte, wie sie sang und wie sie es immer wieder schaffte Gefühle zu wecken oder zu verstärken, war mir völlig neu.

Ihre Musik und ihre Art „Song writing“ in Blues, Folk, Funk zu verpacken gefiel mir ausgesprochen gut.

Schon der Opener „Down to zero“ weckt Erwartungen an die folgenden Songs.

Was auf der ersten Lp Seite an guten Lieder geboten wird, erfährt auf Seite zwei noch einmal eine deutliche Steigerung.

„Join the Boys” wirkt auch heute noch unglaublich auf mich.

Das Stück kommt quasi auf mich zu, ist natürlich etwas merkwürdig beschrieben, aber ich fühle es so.
Nach dem Schlagzeug – Intro setzt der Bass perfekt ein, es wird funky, ehe es fast ein wenig „frickelt“, einfach genial.

Höhepunkt der CD ist aber ohne Frage „Tall in the sattle“.
Das Stück ist kompositorisch und vor allem dramaturgisch ein Meisterwerk.

Fender Rhodes, Halbakustik Gitarre, rührende Trommelwirbel und unglaublich klasse gesungen.
Ein genialer Mittelteil mit einem feinen Gitarrensolo sind aber nicht alles was die Nummer zu bieten hat.
Zum Abschluss wird mächtig Funk geboten, eingeleitet durch die Halbakustik dürfen alle Musiker frei jammen.
Ob E–Gitarre, Drums oder das Piano, alles passt perfekt.

Fazit:
Kaufempfehlung pur.

Disco:
Whatever's for Us - 1972
Back to the Night - 1974
Joan Armatrading – 1976
Show Some Emotion - 1977
To the Limit – 1978
How Cruel (EP) – 1979
Steppin' Out - 1979
Me, Myself, I – 1980
Walk Under Ladders - 1982
The Key – 1983
Secret Secrets - 1985
Sleight of Hand – 1986
The Shouting Stage - 1988
Hearts and Flowers – 1990
Square the Circle – 1992
What's Inside - 1995
Lullabies With A Difference - 1998
The Messenger - (A tribute song for Nelson Mandela) 1999
Lovers Speak - 2003
Live All The Way From America – 2004
Live: All The Way From America - 2005 (DVD)

Im Net:


http://www.joanarmatrading.com
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Re: Joan Armatrading – same (1976)

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Gepostet: 16.02.2007 - 11:03 Uhr  ·  #2
Astreine Scheibe. Kann ich nur bestätigen.
Auch das Nachfolgealbum, "Show Some Emotion" ist von hoher Klasse.
Und die Rockpalast DVD von 2005, auf welcher der alteStudio L Gig und auch der etwas später aufgezeichnete Rockpalast-Nacht-Gig aus Essen/Grugahalle enthalten sind, bereiten sehr viel Spass.

http://www.home-of-rock.de/CD-…alast.html

Die Wiederveröffentlichungen dieser liebgewonnenen Klassiker aus den Siebzigern bzw. Achtzigern nehmen ihre zweite Runde. Wurde aber auch Zeit, denn die VHS-Cassetten, die man während der ersten Wiederholungen im Laufe der Jahre danach mitgeschnitten hatte, zersetzen sich so langsam in ihre Bestandteile.
Ach, wie schön in seinen Erinnerungen zu kramen und die gute alte Zeit zu glorifizieren. Die alten Rockpalast-Freaks der ersten Stunde (und dazu zähle ich mich auch) sind ja mittlerweilen im Schnitt so zwischen 40 und 50 Jahre alt. Ja, da denkt man schon mal wehmütig an seine wilden Jahre zurück.

Joan Armatrading war jedoch gar nicht so wild. Sondern agierte seit jeher mit mildem und kontemplativem Ton. Zart, zärtlich, sehr emotional. Liebeslieder schrieb sie zumeist und man nahm sie ihr immer ab. Denn sie waren und sind bei aller Emotionalität und Beschaulichkeit immer sehr lebhaft und lebendig. Bis heute.
Eine Reihe ihrer schönsten Songs spielte sie auch im Februar 1979 mit ihrer vortrefflichen Backing-Band im kleinen Studio-L des WDR. Ein paar Monate zuvor hatte ich mir die "Show Some Emotion"-Lp zugelegt, weil sie mir ein Schulkollege vorspielte und sie mir ausnehmend gut gefiel.
Und glücklicherweise folgte dieser TV-Gig. In jenem für Rockbands so untypischen Ambiente. Ein weitläufiger Saal mit achtzig Zuschauern, die zudem zig Meter von der Bühne entfernt platziert wurden. Merkwürdig. Intim... jedoch mit Berührungsängsten.

Irgendwie fand ich die Fernsehaufzeichnung damals schon klasse und blieb für die nächsten sechs, sieben Jahre intensiver Beobachter von Joans Karriere.
Die kleine Schar Zuschauer wirkte zunächst, wie so häufig im Studio-L, wie ein elender Haufen schlecht bezahlter Statisten. Höflicher Applaus nach jedem Titel zwar, aber die anfangs sehr konzentrierte, später in lustvolles Musizieren driftende Band, wurde leider erst gegen Ende des Gigs so richtig gewürdigt. Der Knoten löste sich bei Kissin' and a huggin' allmählich auf und beflügelte die bis dahin schon gut eingegroovte Combo zu ihrem finalem Höhenrausch.

Obwohl der Gig rein musikalisch schon so grandios mit den Van Morrisson-beseelten Titeln Down to zero, Barefoot and pregnant und Cool blue stole my heart begann, kämpfte Joan lange gegen die Reserviertheit des Saalpublikums an und versuchte sich wohl selbst auszureden, sie spräche mit einer extraterrestrischen Spezies, Heimatstern Köln.
"Hey, what's my name?", versuchte Armatrading das Volk aus der Reserve zu locken. Nichts. Totenstille. Und danach: "I got used to feelin' lonely... talkin' to myself"; diese Zeilen aus Let it last passten ironischerweise ganz vortrefflich.
Doch das Konzert geriet trotz allem ganz beindruckend. Die Band machte einen unheimlich souveränen Eindruck, liess sich in ihrer Musikalität nicht von der Schlafmützigkeit des Publikums anstecken, wirkte sehr eingespielt und setzte mit einigen instrumentalen Exkursionen genügend Glanzlichter, um den Saal letztlich aus seinem Schlummer zu erwecken. Der Saxofonist, der Pianist, der Gitarrist, jeder bekam seinen Solo-Spot und wusste ihn zu nutzen.
Die komplette Setlist besass nicht einen Schwachpunkt. Siebzehn wirklich wunderbare Songs, die aus diesem Konzert einen Genuss der Sonderklasse machten. Eine absolut runde Sache.

Vierzehn Monate später: April 1980, Grugahalle Essen, 8000 begeisterte Zuschauer, die Joan Armatrading fast auf Händen tragen. Einige namhafte Umbesetzungen bzw. Ergänzungen innerhalb der Band und ein brandneues Album im Gepäck, "Me Myself I".
Joan Armatrading wurde ab 1980 etwas poppiger, ja, vielleicht auch etwas beliebiger. Der Charme, der intime Zauber ihrer ersten Alben, machte einem etwas extrovertierterem, fast fröhlichem Sound Platz. Ma-Me-O-Beach und Me Myself I waren echtes Hitparadenfutter. Auch schön, aber ohne die gewohnte Tiefe.
Mit offen zur Schau getragenem Selbstbewusstsein ging die Band die Sache in der Grugahalle an. Die neue Combo, mit dem superben Richie Hayward (LITTLE FEAT) am Schlagzeug und Dick Sims (Eric Clapton) an Orgel und Piano konnte aber neben den alten Strategen Rick Hersh (Gitarre) und Bill Bodine (Bass) mit einem weiteren Gitarristen namens Richard Belke nicht so überzeugen, wie die eingeschworene Belegschaft aus dem Vojahr. Alles schien hier etwas unrunder zu laufen. Die Band traf sich erst drei Wochen zuvor zum Proben. Daran mag's gelegen haben. Die Magie aus Köln '79 war dahin.

Dennoch ein recht ordentliches Konzert, an das ich mich gerne erinnert sehe. Ihren Spass hatten alle Anwesenden. Die Grugahalle und die Zuschauer neun angeschlossener europäischer Fernsehanstalten wurden jedenfalls nicht enttäuscht.
Doch für mich bleibt der wahre Edelstein, die Studio-L Aufzeichnung. Auf immer...
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Re: Joan Armatrading – same (1976)

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Gepostet: 28.02.2007 - 21:34 Uhr  ·  #3
@ hmc + Frankie

Obwohl ich es schon in meinem Such-Thread kurz erwähnte,möchte ich hier an dieser Stelle noch einmal auf die Rockpalast - DVD von Joan hinweisen.
Beide oben genannten und so treffend von Frankie beschriebenen Konzerte sind auf der DVD enthalten.Wobei mir das erste aus dem Studio L mit 80 Zuhörern ebenfalls besser gefällt als das Konzert vor 8000 in Essen.Die Intensität dieses Gigs ist schon beim ersten Anschauen und Hören immens....
Die Qualität der Aufnahmen ist für die gegebenen Verhältnisse gut,da neu überarbeitet.
Kaufempfehlung !!
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Re: Joan Armatrading – same (1976)

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Gepostet: 25.05.2012 - 18:25 Uhr  ·  #4
Frau Armatrading kommt demnächst nach Dortmund! Packen wir das hier daher noch einmal nach oben..... 😉
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Re: Joan Armatrading – same (1976)

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Gepostet: 25.05.2012 - 18:40 Uhr  ·  #5
sag mal Tom - warum hast du diese Dame neulich nicht erkannt - sprich :8)

Joan
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Re: Joan Armatrading – same (1976)

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Gepostet: 25.05.2012 - 18:49 Uhr  ·  #6
Zitat geschrieben von Leslie
sag mal Tom - warum hast du diese Dame neulich nicht erkannt - sprich :8)

Joan


Leslie. weiß ich nicht! :oops:
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Re: Joan Armatrading – same (1976)

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Gepostet: 25.05.2012 - 19:04 Uhr  ·  #7
Zitat
Packen wir das hier daher noch einmal nach oben.....


Wegen mir nicht! :Verstecken: 😉
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Gepostet: 25.05.2012 - 20:33 Uhr  ·  #8
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Re: Joan Armatrading – same (1976)

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Gepostet: 25.05.2012 - 20:57 Uhr  ·  #9
Zitat geschrieben von Leslie
man könnte aber etwas verpassen wie das "große Kino" hier unten...

Joan Armatrading - Willow (Live in the Studio)


Triskell sitzt wahrscheinlich schon in der ersten Reihe! 😉
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Re: Joan Armatrading – same (1976)

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Gepostet: 25.05.2012 - 22:30 Uhr  ·  #10
Zitat geschrieben von Tom Cody
Zitat geschrieben von Leslie
man könnte aber etwas verpassen wie das "große Kino" hier unten...

Joan Armatrading - Willow (Live in the Studio)


Triskell sitzt wahrscheinlich schon in der ersten Reihe! 😉


Genau! :lol:
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Re: Joan Armatrading – same (1976)

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Gepostet: 26.05.2012 - 13:30 Uhr  ·  #11
Zitat
Mit offen zur Schau getragenem Selbstbewusstsein ging die Band die Sache in der Grugahalle an. Die neue Combo, mit dem superben Richie Hayward (LITTLE FEAT) am Schlagzeug und Dick Sims (Eric Clapton) an Orgel und Piano konnte aber neben den alten Strategen Rick Hersh (Gitarre)


...es handelt sich hier um Ricky Hirsch ( Wet Willie, Greg Allman )
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Re: Joan Armatrading – same (1976)

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Gepostet: 08.01.2021 - 20:17 Uhr  ·  #12
...jaaaaahrelang aus den Ohren verloren...nun über eine Playlist zufällig wiedererweckt....wie konnte ich diese tolle Musikerin nur über all die Zeit nicht hören...so intensiv und authentisch...Down to Zero...und von anderen Alben Show Some Emotion, Willow, Turn Out The Light und Kissin' And A Huggin'...was für eine Freude diese vergessenen Schätze heute wieder gehoben zu haben...
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