The Mystix - Can't Change It

Also, hier gilt in der Tat die Formel: Americana = The Mystix

 
firebyrd
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The Mystix - Can't Change It

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Gepostet: 30.10.2020 - 13:26 Uhr  ·  #1
The Mystix - Can't Change It

Heute geht es um eine Band, die bereits 2002 gegründet wurde und die dennoch den Wenigsten bekannt sein dürfte - The Mystix, verantwortlich für das Entstehen der Gruppe waren Jo Lily, der Sänger und der auch in Jazzkreisen aktive Gitarrist Bobby B. Keyes aus Los Angeles. Nachfolgend erweiterte und entwickelte sich die Formation durch Musiker, die sich in Studios in Boston herumtrieben und durch weitere Tour-Mitglieder, die unter anderem mit Bands und Künstlern wie Peter Wolf, Eric Clapton, Muddy Waters, North Mississippi All Stars unterwegs waren.

The Mystix ist eigentlich ein Paradebeispiel für das, was der Begriff Americana unter einem Hut vereint, ein exzellenter Mix aus Rock, Blues, Country, Soul, Gospel und weiteren Spurenelementen der amerikanischen Musikgeschichte. Die Musik lebt vom auffälligen Gesang Jo Lily's, mit dieser rauen, aus tiefer Kehle entspringenden und rauchig-kratzigen Stimme, und den Twin Guitars von Bobby B Keyes und Duke Levine. Dazu die perfekt eingespielte Rhythm Section, die einen stets zuverlässigen Untergrund für die Solisten und weitere Gäste bietet. Darunter befinden sich solch illustre Personen wie Charlie McCoy, B.J. Cole und Luther and Cody Dickinson.

Sie alle sorgen gemeinsam auf dem siebten Album "Can't Change It" dafür, dass ein eindringlicher und sehr sympathischer und nahegehender Sound entstanden ist, der einerseits sehr druckvoll ist und andererseits auch sehr locker und entspannt seine Runden zieht. Hierzu fällt mir assoziativ The Band ein, aber auch Spuren einiger ruhiger Songs von Dire Straits vermag ich zu vernehmen. ("Let's Get Started") Ja, "Can't Change It" ist ein Albumtitel von Format, denn warum auch sollte man versuchen, diese Stimmung zu ändern?

Hier greift man locker und unverkrampft auf die Roots zurück, mit "Jumper On The Line" wird beispielsweise der Blues zitiert, das Original stammt von R.L. Burnside, und weitere Songs von anderen Musikern wie Bob Dylan ("Outlaw Blues") erfahren eine eigene Ausrichtung. "Bottle Of Whiskey" von Frankie Miller bekommt stimmlich noch eine Spur mehr an Kratzigkeit, als man es eh von Miller gewöhnt ist, verpasst, und hier ist es Charlie McCoy als Gastharper, der dieses Stück noch veredelt.

Aber auch die Eigenkompositionen, zum Beispiel "Brand New Love" von Jo Lily, saugen die amerikanische Musikgeschichte auf, hier mit einem leichten Feeling von John Lee Hooker inklusive. Traditionals wie "Wouldn't Mind Dyin" tragen eine Spur Gospel in sich, und wenn man "Backstreet Girl" der Rolling Stones hört, dann wird die balladesk-harmonische Grundstimmung des Titels gefühlvoll interpretiert.

Noch einmal satter Blues mit "Going To The River", Jimmy Reed und Delta-Sound scheinen vereint, und zum Abschluss mit "Dreamer's Holiday" eine schunkelnde Spur Nostalgie der Fünfziger mit einem dezenten Jazz-Feeling, der Song soll auch ein Tribut an den ersten Gitarrenlehrer von Bobby sein, weil dieser damals populäre Song dessen Lieblingssong gewesen sein soll. Doch halt - ein Bonustrack wartet noch, "Jumper On The Line" noch einmal, eine verkürzte Version des Songs für die Vorführung in Radioprogrammen. Und das gewisse Swamp-Feeling ist da, die North Mississippi All Stars als Begleiter lassen es erklingen.

Ja, diese musikalische Zusammenstellung im Sinne von Americana ist gelungen, atmet den Swing, den Gospel der Kirchen, den Dampf der Sümpfe und dieses gewisse Backporch-Feeling längst vergangener Tage. Also, hier gilt in der Tat die Formel: Americana = The Mystix, eine Band, die mit ihrem misteriös wirkenden Namen endlich in die erste Reihe vorrücken sollte!


Jo Lily (vocals, acoustic & acoustic 12 string guitars)
Bobby Keyes (electric, Nylon string & baritone guitars)
Duke Levine (electric & slide guitars, electric sitar, National guitar, mandolin)
Tom West (piano, Hammond B3)
Marty Ballou (upright bass)
Marco Giovino (drums, percussion)
Charlie McCoy (harmonica - -#6)
B.J. Cole (pedal steel - #4)
Luther Dickinson (slide guitar - #5, 14)
Cody Dickinson (electric washboard - #5, 14)
Sonny Barbato (accordion - #3, 11, Hohner organ - #9)
Kathleen Parks (fiddle - #12)
Amber Casares & Erica Mantone (background vocals - #4, 10, 11)


1 Outlaw Blues (4:21)
2 Ain't Gonna Cry (3:14)
3 Carrie (3:38)
4 Let's Get Started (4:09)
5 Jumper on the Line (feat. North Mississippi Allstars) (6:57)
6 Bottle Of Whiskey (feat. Charlie McCoy) (4:38)
7 Brand New Love (3:59)
8 Wouldn't Mind Dyin' (4:00)
9 Backstreet Girl (3:44)
10 That's All, That's All (3:24)
11 I Can't Change It (4:11)
12 Going To The River (2:50)
13 Dreamers Holiday (3:04)
Bonus Track:
14 Jumper on the Line (Edit) (feat. North Mississippi Allstars) (5:12)

https://themystix.com/

hmc
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Re: The Mystix - Can't Change It

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Gepostet: 08.11.2020 - 09:55 Uhr  ·  #2
Ja, diese musikalische Zusammenstellung im Sinne von Americana ist gelungen, atmet den Swing, den Gospel der Kirchen, den Dampf der Sümpfe und dieses gewisse Backporch-Feeling längst vergangener Tage.

Hammersatz, ich werde tätig.
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