Februar 2019 - Gwendal 4 (Les Mousettes `s Battent)

 
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Februar 2019 - Gwendal 4 (Les Mousettes `s Battent)

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Gepostet: 01.02.2019 - 09:15 Uhr  ·  #1
Gwendal – Les Mousettes`s Battent (4) 1979





Musiker:

Violin: Bruno Barre
Bass Guitar: Roger Chaub
Drums: Arnauld Rogers (Track 3)
Drums, Percussio, Organ: Olivier Pedron
Electric Guitar, Mandolin: Ricky Caus
Flute, Saxophone, Bagpipes, Bombarde: Youenn Le Berre
Guitar: Jean-Marie Renard
Percussion: Jaques Mecier (Track 3)
Producer: Laurent Thierry-Mieg
Recorded by: Roger Ducourtieux

Artwork: Mr. Picotto

Recorded at Studios Pathe Marconi Emi, Boulogne, France

Die einzelnen Stücke:

1.: Les Mousettes S`Battent (Gwendal) 5:08
2.: Dinney`s O`Brien (Traditional - Arrangements Gwendal) 3:29
3.: Le Reggae Gai De Gueret (Gwendal) 4:12
4.: My Love Is A Band Boy (Traditional – Arrangements Gwendal) 3:16
5.: Je Pars Anoyac (Gwendal) 7:40
6.: The Lucky Lover (Traditional. – Arrangements Gwendal) 3:25
7.: Bee New (Gwendal) 5:36


Gwendal ist eine 1972 gegründete Instrumentalgruppe bretonischer und keltischer Musik. Die Einflüsse reichen von traditioneller irischer Musik bis zu Rock, Jazz und klassischer Musik. Das Repertoire besteht aus traditionellen irischen und bretonischen Liedern und Eigenkompositionen, die als progressiver Folk Rock bezeichnet werden können. Aus heutiger Sicht erscheint die Musik ein wenig brav. Jazzelemente sind latent erkennbar, rockige noch latenter. Aber was dabei herauskommt ist für mich noch immer gut hörbar und absolut eigen.

Während der über 40jährigen Bandgeschichte hat sich die Band immer wieder sehr gewandelt, als einziger von der Urbesetzung ist Youenn Le Berre übrig geblieben.
Für mich ist das 1979 erschienene 4. Album das schönste der Gruppe( wobei ich zwei Alben nicht kenne).
Insgesamt gibt es folgende Einspielungen:
1974 Irish Jig
1975 Joe Can`Reel
1976 Rainy Day
1979 4 (Les Mouettes se battent)
1981 En Concert
1983 Locomo
1985 Danse la musique
1989 Glen River
1995 Pan Ha Diskan
2005 War Raog
2016 Live in Getxo

Außerdem gibt es noch ein paar Compilations.


Zu 1: Les Mousettes `s Battent Das erste Stück beginnt passend zum Coverartwork mit leisem Möwengeschrei in das sich eine Bombarde einmischt, ehe die gesamte Band einen Rhythmus aufnimmt um bald darauf die immer wiederkehrende Melodie mit den einzelnen Instrumenten zu wiederholen und zu variieren. So „groovt das Stück über fünf Minuten ohne langweilig zu werden (für mich zumindest). Ein längeres Saxophonsolo reiht sich ein und beendet das Stück
Zu 2.: Dieney`s O Brian Beginnt mit Trommeln und Flöten denen sich bald eine Violine dazu gesellt. Es baut sich langsam auf und wird zu einem typischen Jig, ehe wieder etwas verfremdet Jazz und Rockelemente dazukommen, ohne dass das Stück seine irische Klangfarbe verliert.
Zu3:Le Reggae Gai De Gueret Beginnt gleich mit einer auf der E Gitarre eingespielten Melodie, ehe ein Reggae-Rhythmus den Klangteppich für Flöte und Violine bilden Es entwickelt sich daraus aber wieder eine irisch anmutende Musik.
Zu 4.: My Loves Is A Band Boy Hier fängt es gleich irisch an. Akustische Gitarre, Flöte und Violine klingen so, wie man es von der Insel schon tausendmal gehört hat. Es dauert aber nicht lange bis die Band mit den Variationen anfängt und hier vor allem durch Flöte und Violine dem Bogen ins Moderne schlägt. Ohne die traditionellen Wurzeln zu verlassen.
Zu 5.:Je Pars A Noyac Das längste Stück beginnt mit Violine und Flöte, die sich scheinbar um irgendetwas ranken was dann auch bald entsteht. Die Rhythmus-Fraktion bringt sich ein und eine Melodie wird entwickelt und erscheint zuerst noch herrlich traditionell in ihren Steigerungen und Wandlungen. Dann kommt es zum Bruch und das Stück entwickelt eine Eigendynamik, die eher jazzartig klingt, ohne dabei ausufernd oder experimentell zu wirken. Ein Schlagzeugsolo wird eingeschoben um bald wieder von der Band mit der nun vollends vollendeten Melodie eingefangen zu werden. Diese wird dann nochmals wunderschön wiederholt und variiert, ehe das Stück dann nach knapp 8 Minuten endet

Zu 6:The Lucky Lover Balladenhafte Violinen leiten diese traurig anmutende Stück ein. Eine Flöte gesellt sich dazu und so entsteht bald wieder ein typisch irischer Rhythmus

Zu 7:Bee New Das letzte Stück beginnt wieder weniger traditionell, ehe sich die Bombarde einmischt und im Kontext mit dem Rest der Band diesen für Gwendal so typischen Sound entstehen lässt.

Mit ca. 35 Minuten ist das Album eher kurz, was für mich in dem Fall aber keine Schwäche darstellt. Ich kann es gut durchhören ohne dass es langweilig wird. Das kann mirbei einem instrumentellen traditionellen Album sonst schon mal mir geschehen.

Kennengelernt habe ich das Album im VW-Bus von meinem Freund Marc. Er hatte immer eine ganze „Schublade“ voll mit Cassetten an Bord. Und irgendwann hörten wir dann auch „Gwendal“. Ich glaube es war sogar auf dem Weg zu einem Folkfestival (Lennestadt – Grevenbrück?). Die Stimmung war gut und die Musik konnte diese Stimmung gut tragen (oder umgekehrt?) Auf jeden Fall habe ich mir dann die Platte auch irgendwann besorgt und natürlich, wie alle anderen, auch irgendwann wieder verkauft.
Wiederentdeckt habe ich sie dann als CD auf einem Flohmarkt! Für 2 Euronen habe ich sie mir gern gekauft. Erschienen unter dem Label „G & P Essential Music“ merkwürdigerweise mit russischen (kyrillischem) Untertitel. Scheint wohl nicht ganz offiziell zu sein, klingt aber gut und nun kann ich es ja auch nicht mehr ändern.
„Gwendal – 4“ ist für mich ein sehr schönes Album, das weder im Krautsumpf dümpelt, sich nicht in spacige Gefilde enthebt, nicht freejazzig gekleidet ist oder sich besonders progressiv anhört. Aber die Summe der hier eingespielten Musik passt für mich und hört sich immer mal wieder gut an.

LG, Ziggy
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Re: Februar 2019 - Gwendal 4 (Les Mousettes `s Battent)

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Gepostet: 01.02.2019 - 16:32 Uhr  ·  #2
Die hatte ich schon total aus den Augen verloren. Habe ich mal Live in der Bretagne gesehen, die erste habe ich mir damals auch gekauft, war mir im nachhinein aber zu viel "gefiedel". Egal, schön davon zu lesen. ^_^
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Re: Februar 2019 - Gwendal 4 (Les Mousettes `s Battent)

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Gepostet: 12.02.2019 - 09:52 Uhr  ·  #3
Mein lieber Scholli,

was für eine schöne, ausführliche Plattenbesprechung. Reizworte, die mich ansprangen, waren bspw. "...Instrumentalgruppe bretonischer und keltischer Musik". Skeptisch wurde ich, als das Wort "Reggea" ins Spiel kam. Dennoch war die Neugierde groß genug, in die Beispielsongs hereinzuhören.

Möglicherweise war es ein Fehler, gleich mit dem längsten Track zu starten. Er wollte einfach nicht zünden, ein wenig zu hektisch (??). Auch zu "Lucky Lover" oder"Bee New" fand ich keinen Zugang.

So bleibt es bei der schönen Rezi und der Feststellung, wie viele unterschiedliche Geschmäcker in unserem Forum unterwegs sind. Gut so!

Danke für Deine Mühe :-)
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Re: Februar 2019 - Gwendal 4 (Les Mousettes `s Battent)

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Gepostet: 13.02.2019 - 19:02 Uhr  ·  #4
Danke für die beiden Rückmeldungen!
Wenn die Erinnerung mithört ist das ja immer etwas ganz besonderes. Dachte mir schon, dass es nicht der sooo großen Menge der Artisten hier zusagen wird. Mir gefällt die Musik wie gesagt immer noch und es macht mir auch Spaß mich zu erinnern.
LG, Ziggy
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Re: Februar 2019 - Gwendal 4 (Les Mousettes `s Battent)

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Gepostet: 15.02.2019 - 17:26 Uhr  ·  #5
Welch schöne und umfassende Rezi, die mal wieder aufzeigt, wie weitgefächert die musikalischen Vorlieben der einzelnen Artisten sind.

Sowohl die Band, als auch die Musik waren mir zuvor in keiner Weise bekannt, wurden aber durch deine Beschreibungsmerkmale bestens ins Licht grückt.

Ich habe in die einzelnen Musikbeispiele reingehört, muss aber eingestehen, dass sie mich nicht erreicht haben. Es ist irgendwie nicht meins .....

Trotzdem Danke nochmals für diese Rezi.
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Re: Februar 2019 - Gwendal 4 (Les Mousettes `s Battent)

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Gepostet: 18.02.2019 - 06:34 Uhr  ·  #6
Auch von hier aus vielen Dank für die Rezi.

Mir geht es da wie Kraut-brain, es zündet einfach nicht.
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