Hallo zusammen,
also, ich glaube die ersten Zeilen sind ziemlich schwer, gerade wenn man sich vorstellen soll/darf/kann - aber kneifen gilt nicht ;)
Nun gut, es bleibt wohl unvermeidlich, jetzt versuch ich mal mein Bild hier reinzustellen.....
In Wirklichkeit heisse ich nicht Daisan, klar, diesen Namen habe ich einer Science-Fiction-Trilogie von Eric van Lustbader entlehnt.
Gelesen habe ich die Trilogie um 1981, sie erschien damals das erste Mal in Deutschland. Im englischsprachigen Original wurde die Trilogie so um 1978 geschrieben. Habe es erst kürzlich nach langer Zeit wieder gelesen, musste jedoch feststellen, daß mir (inzwischen) manche Stellen zu blutrünstig sind.
Interessant, wenn man mit zunehmenden Alter doch einige Veränderungen bei sich feststellen kann
Wie der eine oder andere gesehen hat, gefällt mir die Musik von Hawkwind ziemlich gut (was aber nicht heisst, dass mir anderes nicht gut gefällt, aber das wird erst ein wenig später im Werdegang erwähnt...)
Und so ganz allmählich rutschen wir in das Thema rein, eigentlich eine Gemengelage aus erwachenden Interessen, beginnender Pubertät und einer Zeit (1972) die man wirklich gut mit der Bezeichnung "Aufbruch"
beschreiben kann.
Damals war ich ein Knabe im zarten Alter von 10 Jahren und ich weiss noch, es war das Jahr der Olympiade in München, alles war fröhlich, neugierig und im festen Glauben, daß die Zukunft etwas verheissungsvolles und uneingeschränkt grossartiges ist, so empfand ich das damals. Im Radio wurde oft die "Olympiafanfare" gespielt, die mir wirklich sehr gut gefiel und so saß ich oft an meinem uralten Grundig-Röhrenradio (wer kennt die noch? Dieser warme Klang von Röhren ist nicht zu übertreffen...) und surfte durch Mittel- und Kurzwelle...
Irgendwie erwachte es da - das Interesse für Musik, zeitgleich mit dem Interesse für die Sexualität (ähm, dieses Thema werde ich jedoch hier nicht vertiefen, ok?) ;)
Ja, Röhrenradio - öfter schon hörte ich schöne harte rockige Stücke, auf ewig in meinem Gedächtnis mit teilweise penetranten Pfeif-, Klick- und Knacksgeräuschen durch den miesen Empfang bedingt, aber immerhin: Es rockte durchaus in der Welt,
die deutsche Radiolandschaft war da zuweilen noch ein wenig konservativ....
....und irgendwann in den Sommerferien, da kam ES: Der ziemlich realistisch klingende , bis heute wohlvertraute Düsenlärm und der Boogie-Rhythmus auf verzerrter Gitarre und das markante Organ des Sängers, das blieb einfach hängen....nur dumm, daß ich nicht wusste wie die Gruppe heisst, wie das Lied heisst und auch sonst keiner in meinem Umfeld wusste von wem das war.....oje...
Aber: Es war eine Art "Startschuss" für mich und zumindest entwickelte ich ein Bewusstsein für andere Rockstücke und Gruppen, von denen ich nach und nach die Namen erfuhr:
Was mir in den Jahren 1972 bis ca. 1975 gefiel, zähle ich jetzt mal
(vermutlich nicht vollständig) auf:
Alice Cooper (Elected, School is out)
Jethro Tull (eigentlich fast alles)
Deep Purple (klar! Dieser rohe, fette, sägende Sound und das Spiel von Blackmore und Konsorten, einfach grossartig)
Uriah Heep (auch so gut wie alles)
Nazareth (Hair of the dog, turn on Your receiver, this flight tonight etc....)
America (a horse with no name)
Randy Pie (Highway driver)
Mensch, auch beinah vergessen:
THIN LIZZY (Rosalie, Suicide, Cold Sweat.....)
GOLDEN EARRING (Eight miles high, are You receiving me, Vanilla Queen, Long blond animals, she flies on strange wings,
und und .... und....)
Nein, die Aufzählung ist IMMER NOCH NICHT vollständig, gewiss, aber gottseidank gibt es die Funktion dass man seine Beiträge ständig überarbeiten kann, da werde ich wohl noch reichlich davon Gebrauch machen müssen....
.........
1976 war es dann soweit, zu dieser Zeit war ich auf einem Internat in der Nähe bzw. oberhalb von Berchtesgaden und unser Haufen stellte eine Party auf die Beine....wie es der Zufall wollte, legte einer eine Single auf (Preisfrage ;)) und es war mir klar, ich MUSSTE wissen, von wem das Stück "Silver Machine" war - und da las ich es: "H-a-w-k-w-i-n-d".....und ich wusste, von denen werde ich mir was kaufen. So kam es 1978 endlich dazu: Meine erste Scheibe war die LP "Roadhawks" - im Rückblick hätte ich keine bessere Entscheidung treffen können, die Platte hat mich durch meine Jugendjahre begleitet, damit waren einige schöne Erlebnisse verbunden.....meine erste "richtige" Freundin mochte die Musik auch, besonders die Stücke "Golden Void" und "Space is deep", die ich auch heute noch für mit das beste halte, was die moderne Musik hervorgebracht hatte.
Meine Umwelt (hauptsächlich Freundeskreis) konnten mit Hawkwind nicht viel anfangen, denen war die Musik zu schwer verdaulich, tja - und ich hatte tatsächlich das "Problem", daß mir das meiste in den Hitparaden zwar durchaus etwas gefallen konnte, aber mich irgendwie kalt liess. Bei der Musik von Hawkwind war das anders, überhaupt nicht kommerziell, sondern interessant, variabel und zum Zuhören zwingend....
1980 kaufte ich mir dann die Hawkwind "Live 79", die eine weitere Sternstunde für mich war, die kaufte ich einem Kumpel ab,der sich die Scheibe eigentlich wegen "Silver Machine" gekauft hatte, aber genau auf dieser LP davon enttäuscht wurde, weil das Lied ziemlich in der Mitte mit einem gewaltigen Donnerschlag endete (damit wollten Hawkwind wohl das Ende eines Abschnitts und einen Neuanfang ihres musikalischen Lebens demonstrieren.....), aber genau hier gefiel mir alles andere einfach nur saugut:
Egal, ob "shot down in the night", "Motorway City", "Spirit of the age" oder "Lighthouse" (Lighthouse war eine Generationenbrücke zwischen meinem Vater und mir geworden, er war immerhin im Jahre 1917 geboren!!!!)
...mir hat das alles einfach nur gut gefallen. Und Masters of the universe war auf dieser Scheibe so gut und so hart,
das war schon vom feinsten. Und noch besser, die beiden Scheiben von Hawkwind wurden nicht unmodern mit den Jahren,
sie sind auf eine wundervolle Art zeitlos und ich kann sie mir heute noch anhören, was ich von vielen anderen wahrlich nicht sagen kann.....
...na gut, die Zeitlosigkeit hat sich bei meiner inzwischen dominanten Haarfarbe verzogen ohne dass jemand weiss wohin....
und....ich bedaure....ich hab einfach kein besseres Foto von mir....
Ok, machen wir wieder eine kleine Schleife ins Thema Werdegang nicht - völlig chronologisch, aber doch darum bemüht:
Also Punkt 1: Musik mochte ich - in vielen Schattierungen (unter anderem auch einige Klassikstücke wie Edvard Grieg,
Carl Orff und Gustav Holst "Planetensinfonie" SEHR empfehlenswert!), da hat mich mein lieber Häuptling nicht völlig
unbeeinflusst gelassen
Punkt 2: Meine Fantasie habe ich auch gerne beschäftigt, somit kam ich zwangsläufig zum lesen - es fing ab Ende 1968 mit den Perry Rhodan Comics an, irgendwann so um 71` dann die PR-Romane usw. bis ich dann bei Julian May landete, die wirklich wundervolle Science Fantasy schrieb, die Saga der Familie Remillard ist für mich auch heute noch der absolute Schmöker
wenns draussen kalt und regnerisch ist....natürlich lese ich auch "normale" Dinge, bin an den meisten Themen in Wissenschaft,
sozialen und wirtschaftlichen Themen mit dem Menschen als Mittelpunkt interessiert, was aber nicht heisst, daß ich bestimmte Parteien präferiere, da ich angesichts der Dinge wie sie laufen und liefen- immer mehr zur Überzeugung gelange, daß unser Volk die Regierungen der letzten 24 Jahre nicht verdient hat. Ok - Schnitt - Freiwillige Selbstzensur *beherrschtguck* .... möchte mich hier nicht unpassend ereifern, es gibt ja bessere Themen - wie die Musik
Punkt 3: Und was noch? Richtig - die SCHULE - also wer kann schon sagen, daß er gern in die Schule ging? ICH nicht!!!
Schule habe ich nie als sinnerfüllend oder sinnvoll empfunden.....ich weiss ja bis heute noch nicht, wo Algebra gesprochen wird!
:shock: ich :depp: :blaugrins:
ABER: Ein paar positive Nebeneffekte gab es ja doch in und durch die Schule, man feierte seine ersten Parties und lernte auf anfangs peinlich unbeholfene Weise doch sogar auch mal ein Mädchen kennen........1972 erster Zungenkuss auf erster Party beim Flaschendrehen, ein paar Jahre später weitere Feldforschungen am weiblichen Geschlecht unter Zuhilfenahme geeigneter Rockmusik... In den darauffolgenden Jahren gab es zwar keine freie Liebe aber zumindest Liebe unter freiem
Himmel, es war schon ein "Kick" darauf gefasst zu sein, beim Fummeln erwischt zu werden....wenn man erwischt wurde wars aber gar nicht lustig....und Mütter hatten damals noch die eigenartige Angewohnheit, bei Damenbesuch auffallend häufig
die Bude des in die beginnende Adoleszenz driftenden Teenagers heimzusuchen, was nach dem dritten Mal (spätestens) die Konsequenz des abgesperrten Zimmers nach sich zog. Ab diesem Punkt mussten sich Mütter dann WIRKLICH Sorgen machen.....
Es gab keine Playstations, sondern Carrera - Rennbahnen...
Es gab kein Internet, dafür gab es LP-Sammlungen, die man interessierten
FreundInnen zeigen konnte, man hörte und genoss und eins führte zum anderen...
Bilder aus dem "Playboy" waren damals das höchste der Gefühle, die Damen waren
"retuschiert", für den Rest musste die damals zweifellos stärker ausgeprägte Phantasie
sorgen....
In den frühen 70ern gab es noch wenig modischen Schnickschnack, man hatte Jeans,
Cowboystiefel oder seine alten Adidas Turnschuhe, T-Shirt und an kalten Tagen eine
Fliegerjacke, die Haare waren mindestens weit über den Ohren (Kurze Haare? Da hätte sich mal
einer an der Schule blicken lassen sollen....)
Es gab damals noch nicht mal Punks, Popper und ähnliches Zeugs, Disco war in den frühen
70ern auch noch so gut wie unbekannt, es erfüllte einen die wilde Kraft der Musik von Deep
Purple, Uriah Heep, Led Zeppelin, Golden Earring, Jethro Tull, Nazareth....für die softeren gab
es Kansas, America, Heart, Boston und ähnliches... für die Poser gab es Kiss.... für die
Quietsche-Teenies gab es Sweet und Bay City Rollers....
Meine erste Klampfe 1976 war ein Meilenstein meiner Evolution und führte zum baldigen Erwerb
einer elektrischen Klampfe 1978 (kostete 170.- DM - war gebraucht, hatte aber einen richtig
schönen aggressiven Klang) - spielte just for fun aber es machte einen auch nicht zwingend unbeliebt, vorausgesetzt man spielte nicht völlig schlecht....natürlich spielte ich wegen der Musik, klar...
was hab ich deswegen in den Ferien geschuftet und mir ein paar Mark dazuverdient...
Ernsthafte Bemühungen, 1982 eine Band zu gründen, scheiterten jedoch wegen Verhaftung
eines Bandmitgliedes wegen - sagen wir mal - leicht überhöhten LSD-Konsums und als
Folge leicht irrational anmutender Handlungen des Konsumenten (Nein, ICH war das NICHT!),
ausserdem war die Sängerin nicht nur versoffen und sah beängstigend gräßlich aus (singen konnte sie aber!), sondern es
stellte sich zudem noch heraus, daß sie extrem dominant war. Dumm nur war, daß wir nicht
devot waren, so flog sie eben wieder raus und irgendwie hatte dann keiner mehr so richtig
Lust. Also haben wirs gelassen....zu meinem Leidwesen habe ich 1984 mit der Gitarrespielerei aufgehört, es mangelte mir
an Geld, an Gelegenheit und auch auch existenziell bedingt an der notwenigen Muse - vielleicht spielte aber auch der Aspekt
eine gewisse Rolle, daß meine Begabung fürs Gitarrespielen doch limitiert war....und sehr wahrscheinlich (aber wer weiss das schon vorher?) war oder wäre ich fürs Bass-Spielen besser geeignet gewesen.....dann musste ich eh´zum grössten Trachtenverein Deutschlands und nach der Entlassung von der Bundeswehr musste ich was arbeiten.
(Logistik). Hab dann Jahre später meinen Meisterbrief gemacht, eigentlich weniger der Karriere halber, sondern weil ich es
einfach nochmal wissen wollte, ob meine Grütze zumindest noch gehirnähnlich ist...hat dann irgendwie doch noch geklappt.
Bin 1983 recht früh und froh an meiner Lebensfrau hängengeblieben, wir haben eine Tochter und leben auf dem Land.
Da hinzugehen, war eine bewusste Entscheidung weil ich wusste, daß ich als Alleinverdiener eine 3-Zimmerwohnung in München nicht bezahlen kann. Also alles in allem lebe ich ein ganz "normales" schlichtes Leben, bis eben auf die "Spinnerei" mit Hawkwind... ;) ....irgendein ungewöhnliches Hobby muss man doch mal haben.
Es gab eine kurze Diskussion mit meiner Lebens/Ehefrau in Bezug auf die Hawkwind-DVD´s, die ich mit Inbrunst und Herzblut erwerben wollte - nachdem ich durch die Blume einen plötzlichen Absturz in eine gewaltige potentielle Midlifekrise insinuierte,
wurde ihr Herz dann doch weich, denn nichts ist deprimierender als ein deprimierter Mann, der sich von Herzem etwas wünscht
(und es nicht bekommt). ;)
Witzigerweise gefällt manches von Hawkwind auch meiner Tochter,
ein nicht unerwünschter Nebeneffekt war es, daß sie nun Lust auf
Jazztanz bekam, animiert durch die wundervolle Tänzerin auf der
"Love in Space"....
Nun, so ganz allmählich gehts in Richtung DVD-Besprechung, wenn ich so "rücklese" was ich hier alles in den Thread geschrieben habe, das geht auf keine Kuhhaut.
Die DVD-Besprechung werde ich in den Thread "Hawkwind Fanside" reinstellen, lasst mich aber vorher die DVD´s nochmal geniessen,
werde nicht vor morgen abend mit dem Schreiben beginnen ;)
Bis demnächst dann
Roland
also, ich glaube die ersten Zeilen sind ziemlich schwer, gerade wenn man sich vorstellen soll/darf/kann - aber kneifen gilt nicht ;)
Nun gut, es bleibt wohl unvermeidlich, jetzt versuch ich mal mein Bild hier reinzustellen.....
In Wirklichkeit heisse ich nicht Daisan, klar, diesen Namen habe ich einer Science-Fiction-Trilogie von Eric van Lustbader entlehnt.
Gelesen habe ich die Trilogie um 1981, sie erschien damals das erste Mal in Deutschland. Im englischsprachigen Original wurde die Trilogie so um 1978 geschrieben. Habe es erst kürzlich nach langer Zeit wieder gelesen, musste jedoch feststellen, daß mir (inzwischen) manche Stellen zu blutrünstig sind.
Interessant, wenn man mit zunehmenden Alter doch einige Veränderungen bei sich feststellen kann
Wie der eine oder andere gesehen hat, gefällt mir die Musik von Hawkwind ziemlich gut (was aber nicht heisst, dass mir anderes nicht gut gefällt, aber das wird erst ein wenig später im Werdegang erwähnt...)
Und so ganz allmählich rutschen wir in das Thema rein, eigentlich eine Gemengelage aus erwachenden Interessen, beginnender Pubertät und einer Zeit (1972) die man wirklich gut mit der Bezeichnung "Aufbruch"
beschreiben kann.
Damals war ich ein Knabe im zarten Alter von 10 Jahren und ich weiss noch, es war das Jahr der Olympiade in München, alles war fröhlich, neugierig und im festen Glauben, daß die Zukunft etwas verheissungsvolles und uneingeschränkt grossartiges ist, so empfand ich das damals. Im Radio wurde oft die "Olympiafanfare" gespielt, die mir wirklich sehr gut gefiel und so saß ich oft an meinem uralten Grundig-Röhrenradio (wer kennt die noch? Dieser warme Klang von Röhren ist nicht zu übertreffen...) und surfte durch Mittel- und Kurzwelle...
Irgendwie erwachte es da - das Interesse für Musik, zeitgleich mit dem Interesse für die Sexualität (ähm, dieses Thema werde ich jedoch hier nicht vertiefen, ok?) ;)
Ja, Röhrenradio - öfter schon hörte ich schöne harte rockige Stücke, auf ewig in meinem Gedächtnis mit teilweise penetranten Pfeif-, Klick- und Knacksgeräuschen durch den miesen Empfang bedingt, aber immerhin: Es rockte durchaus in der Welt,
die deutsche Radiolandschaft war da zuweilen noch ein wenig konservativ....
....und irgendwann in den Sommerferien, da kam ES: Der ziemlich realistisch klingende , bis heute wohlvertraute Düsenlärm und der Boogie-Rhythmus auf verzerrter Gitarre und das markante Organ des Sängers, das blieb einfach hängen....nur dumm, daß ich nicht wusste wie die Gruppe heisst, wie das Lied heisst und auch sonst keiner in meinem Umfeld wusste von wem das war.....oje...
Aber: Es war eine Art "Startschuss" für mich und zumindest entwickelte ich ein Bewusstsein für andere Rockstücke und Gruppen, von denen ich nach und nach die Namen erfuhr:
Was mir in den Jahren 1972 bis ca. 1975 gefiel, zähle ich jetzt mal
(vermutlich nicht vollständig) auf:
Alice Cooper (Elected, School is out)
Jethro Tull (eigentlich fast alles)
Deep Purple (klar! Dieser rohe, fette, sägende Sound und das Spiel von Blackmore und Konsorten, einfach grossartig)
Uriah Heep (auch so gut wie alles)
Nazareth (Hair of the dog, turn on Your receiver, this flight tonight etc....)
America (a horse with no name)
Randy Pie (Highway driver)
Mensch, auch beinah vergessen:
THIN LIZZY (Rosalie, Suicide, Cold Sweat.....)
GOLDEN EARRING (Eight miles high, are You receiving me, Vanilla Queen, Long blond animals, she flies on strange wings,
und und .... und....)
Nein, die Aufzählung ist IMMER NOCH NICHT vollständig, gewiss, aber gottseidank gibt es die Funktion dass man seine Beiträge ständig überarbeiten kann, da werde ich wohl noch reichlich davon Gebrauch machen müssen....
.........
1976 war es dann soweit, zu dieser Zeit war ich auf einem Internat in der Nähe bzw. oberhalb von Berchtesgaden und unser Haufen stellte eine Party auf die Beine....wie es der Zufall wollte, legte einer eine Single auf (Preisfrage ;)) und es war mir klar, ich MUSSTE wissen, von wem das Stück "Silver Machine" war - und da las ich es: "H-a-w-k-w-i-n-d".....und ich wusste, von denen werde ich mir was kaufen. So kam es 1978 endlich dazu: Meine erste Scheibe war die LP "Roadhawks" - im Rückblick hätte ich keine bessere Entscheidung treffen können, die Platte hat mich durch meine Jugendjahre begleitet, damit waren einige schöne Erlebnisse verbunden.....meine erste "richtige" Freundin mochte die Musik auch, besonders die Stücke "Golden Void" und "Space is deep", die ich auch heute noch für mit das beste halte, was die moderne Musik hervorgebracht hatte.
Meine Umwelt (hauptsächlich Freundeskreis) konnten mit Hawkwind nicht viel anfangen, denen war die Musik zu schwer verdaulich, tja - und ich hatte tatsächlich das "Problem", daß mir das meiste in den Hitparaden zwar durchaus etwas gefallen konnte, aber mich irgendwie kalt liess. Bei der Musik von Hawkwind war das anders, überhaupt nicht kommerziell, sondern interessant, variabel und zum Zuhören zwingend....
1980 kaufte ich mir dann die Hawkwind "Live 79", die eine weitere Sternstunde für mich war, die kaufte ich einem Kumpel ab,der sich die Scheibe eigentlich wegen "Silver Machine" gekauft hatte, aber genau auf dieser LP davon enttäuscht wurde, weil das Lied ziemlich in der Mitte mit einem gewaltigen Donnerschlag endete (damit wollten Hawkwind wohl das Ende eines Abschnitts und einen Neuanfang ihres musikalischen Lebens demonstrieren.....), aber genau hier gefiel mir alles andere einfach nur saugut:
Egal, ob "shot down in the night", "Motorway City", "Spirit of the age" oder "Lighthouse" (Lighthouse war eine Generationenbrücke zwischen meinem Vater und mir geworden, er war immerhin im Jahre 1917 geboren!!!!)
...mir hat das alles einfach nur gut gefallen. Und Masters of the universe war auf dieser Scheibe so gut und so hart,
das war schon vom feinsten. Und noch besser, die beiden Scheiben von Hawkwind wurden nicht unmodern mit den Jahren,
sie sind auf eine wundervolle Art zeitlos und ich kann sie mir heute noch anhören, was ich von vielen anderen wahrlich nicht sagen kann.....
...na gut, die Zeitlosigkeit hat sich bei meiner inzwischen dominanten Haarfarbe verzogen ohne dass jemand weiss wohin....
und....ich bedaure....ich hab einfach kein besseres Foto von mir....
Ok, machen wir wieder eine kleine Schleife ins Thema Werdegang nicht - völlig chronologisch, aber doch darum bemüht:
Also Punkt 1: Musik mochte ich - in vielen Schattierungen (unter anderem auch einige Klassikstücke wie Edvard Grieg,
Carl Orff und Gustav Holst "Planetensinfonie" SEHR empfehlenswert!), da hat mich mein lieber Häuptling nicht völlig
unbeeinflusst gelassen
Punkt 2: Meine Fantasie habe ich auch gerne beschäftigt, somit kam ich zwangsläufig zum lesen - es fing ab Ende 1968 mit den Perry Rhodan Comics an, irgendwann so um 71` dann die PR-Romane usw. bis ich dann bei Julian May landete, die wirklich wundervolle Science Fantasy schrieb, die Saga der Familie Remillard ist für mich auch heute noch der absolute Schmöker
wenns draussen kalt und regnerisch ist....natürlich lese ich auch "normale" Dinge, bin an den meisten Themen in Wissenschaft,
sozialen und wirtschaftlichen Themen mit dem Menschen als Mittelpunkt interessiert, was aber nicht heisst, daß ich bestimmte Parteien präferiere, da ich angesichts der Dinge wie sie laufen und liefen- immer mehr zur Überzeugung gelange, daß unser Volk die Regierungen der letzten 24 Jahre nicht verdient hat. Ok - Schnitt - Freiwillige Selbstzensur *beherrschtguck* .... möchte mich hier nicht unpassend ereifern, es gibt ja bessere Themen - wie die Musik
Punkt 3: Und was noch? Richtig - die SCHULE - also wer kann schon sagen, daß er gern in die Schule ging? ICH nicht!!!
Schule habe ich nie als sinnerfüllend oder sinnvoll empfunden.....ich weiss ja bis heute noch nicht, wo Algebra gesprochen wird!
:shock: ich :depp: :blaugrins:
ABER: Ein paar positive Nebeneffekte gab es ja doch in und durch die Schule, man feierte seine ersten Parties und lernte auf anfangs peinlich unbeholfene Weise doch sogar auch mal ein Mädchen kennen........1972 erster Zungenkuss auf erster Party beim Flaschendrehen, ein paar Jahre später weitere Feldforschungen am weiblichen Geschlecht unter Zuhilfenahme geeigneter Rockmusik... In den darauffolgenden Jahren gab es zwar keine freie Liebe aber zumindest Liebe unter freiem
Himmel, es war schon ein "Kick" darauf gefasst zu sein, beim Fummeln erwischt zu werden....wenn man erwischt wurde wars aber gar nicht lustig....und Mütter hatten damals noch die eigenartige Angewohnheit, bei Damenbesuch auffallend häufig
die Bude des in die beginnende Adoleszenz driftenden Teenagers heimzusuchen, was nach dem dritten Mal (spätestens) die Konsequenz des abgesperrten Zimmers nach sich zog. Ab diesem Punkt mussten sich Mütter dann WIRKLICH Sorgen machen.....
Es gab keine Playstations, sondern Carrera - Rennbahnen...
Es gab kein Internet, dafür gab es LP-Sammlungen, die man interessierten
FreundInnen zeigen konnte, man hörte und genoss und eins führte zum anderen...
Bilder aus dem "Playboy" waren damals das höchste der Gefühle, die Damen waren
"retuschiert", für den Rest musste die damals zweifellos stärker ausgeprägte Phantasie
sorgen....
In den frühen 70ern gab es noch wenig modischen Schnickschnack, man hatte Jeans,
Cowboystiefel oder seine alten Adidas Turnschuhe, T-Shirt und an kalten Tagen eine
Fliegerjacke, die Haare waren mindestens weit über den Ohren (Kurze Haare? Da hätte sich mal
einer an der Schule blicken lassen sollen....)
Es gab damals noch nicht mal Punks, Popper und ähnliches Zeugs, Disco war in den frühen
70ern auch noch so gut wie unbekannt, es erfüllte einen die wilde Kraft der Musik von Deep
Purple, Uriah Heep, Led Zeppelin, Golden Earring, Jethro Tull, Nazareth....für die softeren gab
es Kansas, America, Heart, Boston und ähnliches... für die Poser gab es Kiss.... für die
Quietsche-Teenies gab es Sweet und Bay City Rollers....
Meine erste Klampfe 1976 war ein Meilenstein meiner Evolution und führte zum baldigen Erwerb
einer elektrischen Klampfe 1978 (kostete 170.- DM - war gebraucht, hatte aber einen richtig
schönen aggressiven Klang) - spielte just for fun aber es machte einen auch nicht zwingend unbeliebt, vorausgesetzt man spielte nicht völlig schlecht....natürlich spielte ich wegen der Musik, klar...
was hab ich deswegen in den Ferien geschuftet und mir ein paar Mark dazuverdient...
Ernsthafte Bemühungen, 1982 eine Band zu gründen, scheiterten jedoch wegen Verhaftung
eines Bandmitgliedes wegen - sagen wir mal - leicht überhöhten LSD-Konsums und als
Folge leicht irrational anmutender Handlungen des Konsumenten (Nein, ICH war das NICHT!),
ausserdem war die Sängerin nicht nur versoffen und sah beängstigend gräßlich aus (singen konnte sie aber!), sondern es
stellte sich zudem noch heraus, daß sie extrem dominant war. Dumm nur war, daß wir nicht
devot waren, so flog sie eben wieder raus und irgendwie hatte dann keiner mehr so richtig
Lust. Also haben wirs gelassen....zu meinem Leidwesen habe ich 1984 mit der Gitarrespielerei aufgehört, es mangelte mir
an Geld, an Gelegenheit und auch auch existenziell bedingt an der notwenigen Muse - vielleicht spielte aber auch der Aspekt
eine gewisse Rolle, daß meine Begabung fürs Gitarrespielen doch limitiert war....und sehr wahrscheinlich (aber wer weiss das schon vorher?) war oder wäre ich fürs Bass-Spielen besser geeignet gewesen.....dann musste ich eh´zum grössten Trachtenverein Deutschlands und nach der Entlassung von der Bundeswehr musste ich was arbeiten.
(Logistik). Hab dann Jahre später meinen Meisterbrief gemacht, eigentlich weniger der Karriere halber, sondern weil ich es
einfach nochmal wissen wollte, ob meine Grütze zumindest noch gehirnähnlich ist...hat dann irgendwie doch noch geklappt.
Bin 1983 recht früh und froh an meiner Lebensfrau hängengeblieben, wir haben eine Tochter und leben auf dem Land.
Da hinzugehen, war eine bewusste Entscheidung weil ich wusste, daß ich als Alleinverdiener eine 3-Zimmerwohnung in München nicht bezahlen kann. Also alles in allem lebe ich ein ganz "normales" schlichtes Leben, bis eben auf die "Spinnerei" mit Hawkwind... ;) ....irgendein ungewöhnliches Hobby muss man doch mal haben.
Es gab eine kurze Diskussion mit meiner Lebens/Ehefrau in Bezug auf die Hawkwind-DVD´s, die ich mit Inbrunst und Herzblut erwerben wollte - nachdem ich durch die Blume einen plötzlichen Absturz in eine gewaltige potentielle Midlifekrise insinuierte,
wurde ihr Herz dann doch weich, denn nichts ist deprimierender als ein deprimierter Mann, der sich von Herzem etwas wünscht
(und es nicht bekommt). ;)
Witzigerweise gefällt manches von Hawkwind auch meiner Tochter,
ein nicht unerwünschter Nebeneffekt war es, daß sie nun Lust auf
Jazztanz bekam, animiert durch die wundervolle Tänzerin auf der
"Love in Space"....
Nun, so ganz allmählich gehts in Richtung DVD-Besprechung, wenn ich so "rücklese" was ich hier alles in den Thread geschrieben habe, das geht auf keine Kuhhaut.
Die DVD-Besprechung werde ich in den Thread "Hawkwind Fanside" reinstellen, lasst mich aber vorher die DVD´s nochmal geniessen,
werde nicht vor morgen abend mit dem Schreiben beginnen ;)
Bis demnächst dann
Roland