Dragonwyck - Same

 
Tom Cody
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Dragonwyck - Same

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Gepostet: 24.09.2010 - 18:05 Uhr  ·  #1
Bei Dragonwyck handelt es sich um eine dieser zahlreichen Gruppen Anfang der 70er Jahre, die den großen Durchbruch nicht geschafft haben. Die Formation wurde 1969 in Cleveland, Ohio, USA, gegründet und kam über die lokale Bedeutung nicht hinaus.

1970 nahmen sie ihr Debütalbum auf: "Same" - eine Privatpressung limitiert auf 85 Ausgaben !!!

Die Band spielte einen düsteren und mystischen Psychedelic Rock, der zudem stark von der damaligen Hippiebewegung beeinflußt wurde. Darüber hinaus wurde die Gruppe stark von den Doors inspiriert. Allerdings sind die Songs von Dragonwyck härter und progressiver - auch wenn sie nicht von einer überragenden Stimme (wie Morrison) dominiert werden.

Interessant und atemberaubend sind jedoch die zahlreichen Soli auf der Fuzz- Gitarre sowie die schremmelnde Hammond- Orgel (Typ B3), die der Musik der Band ihr eigenes Profil geben. Als Beispiel hierfür steht das knapp neunminutige "Fire Climbs":

Quer durch das gesamte Stück zieht sich der Sound der immer wieder aufklingenden Fuzz- Gitarre mit schönen Soli, angetrieben und unterstützt von den unermüdlichen Klängen der Hammond. Dazu dieser dunkle, ja fast antiquiert klingende Gesang der Endsechziger Jahre. Bei diesem Song fühlt man sich unweigerlich in diese bunte "Afri- Cola- Zeit" zurückversetzt.

Für Psychedelic- Fans ist dieses Album eigentlich unverzichtbar. Ein klares "Must Have"!

Line Up:

Kenneth Staab - Keyboards, Vocals
Jack Boesneck - Drums
Bill Pettijohn - Vocals
Tom Brehm - Guitar
Mike Gerchak - Bass, Vocals

Tracklist:

Dragonwyck Recordings, 1970

My Future Waits 5.38
Ideas Within You 1.47
Fire Climbs 9.02
Run To The Devil 3.55
God`s Dream 4.40
Ancient Child 4.57
The Vision 2.21

Sunrise Recordings, 1968

Fire Climbs 4.27
Flowers Grow Free 3.11
The Vision 7.02
Anything I`d Give 3.11
Ancient Child 4.51
Tom Cody
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Re: Dragonwyck - Same

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Gepostet: 24.09.2010 - 18:06 Uhr  ·  #2
Das Cover zum Album:

Tom Cody
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Re: Dragonwyck - Same

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Gepostet: 25.09.2010 - 21:56 Uhr  ·  #3
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Re: Dragonwyck - Same

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Gepostet: 26.09.2010 - 10:53 Uhr  ·  #4
ein sehr gutes album. sound könnt etwas besser sein, aber was solls, hier sind wir noch lange nicht in bent wind-sphären. :lol:

die band entfaltet schon eine ziemliche energie, zb in run to the devil... gewaltig. die bonusnummer sind auch mindestens gut, enthalten auch andere versionen von albumsongs, darunter auch eine siebenminütige killerversion des kurzen albumtitels the vision...

tom, hast inzwischen schon die zweite?
Tom Cody
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Re: Dragonwyck - Same

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Gepostet: 26.09.2010 - 11:58 Uhr  ·  #5
Tango, das stimmt leider! Beim Sound sind doch einige Abstriche zu machen.

Nein, die "Chapter 2", aber auch die "Fun", stehen noch nicht hier. Sind inzwischen jedoch ganz vorne auf meinem Zettel. Die Band ist einfach bärenstark!
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Re: Dragonwyck - Same

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Gepostet: 26.09.2010 - 12:34 Uhr  ·  #6
ähm, fun? gibts da noch mehr? :shock:
Tom Cody
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Re: Dragonwyck - Same

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Gepostet: 26.09.2010 - 12:49 Uhr  ·  #7
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Re: Dragonwyck - Same

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Gepostet: 26.09.2010 - 15:45 Uhr  ·  #8
Zitat geschrieben von Tango Düülman
ähm, fun? gibts da noch mehr? :shock:


die zweite Dragonwyck (ebenfalls nur 'Same' genannt) war ganz anders
als das debut; hier sind jede menge synthies drauf; mit so viel gefiepe
und gezisch, daß man sich das erst mal anhören sollte, bevor man geld
dafür ausgibt. das ist 70er prog rock.
ich hab dieses teil nicht gut vertragen können und es entsorgt.

die 3., als sie eigentlich schon in Fun umbenannt waren, geht noch weiter
weg von den ursprüngen.

das von Tom vorgestellte debut ist dafür aber wirklich eine dicke
empfehlung wert.
Tom Cody
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Re: Dragonwyck - Same

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Gepostet: 26.09.2010 - 18:02 Uhr  ·  #9
@Badger, danke für diese Warnung! Schade, das habe ich eigentlich nicht erwartet. Ich dachte, auch die Nachfolger sind so im Stil des Debüts und es kommen noch so ein paar "Fire Climbs". :lol:
Trurl
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Re: Dragonwyck - Same

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Gepostet: 26.09.2010 - 18:32 Uhr  ·  #10
Zitat geschrieben von badger
[
die zweite Dragonwyck (ebenfalls nur 'Same' genannt) war ganz anders
als das debut; hier sind jede menge synthies drauf; mit so viel gefiepe
und gezisch, daß man sich das erst mal anhören sollte, bevor man geld
dafür ausgibt. das ist 70er prog rock.


dann wäre das eher was für mich. Die Erste hat mich nicht unbedingt vom Hocker gehauen ;-)

trurl
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Re: Dragonwyck - Same

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Gepostet: 26.09.2010 - 19:51 Uhr  ·  #11
Zitat geschrieben von Trurl
Zitat geschrieben von badger
[
die zweite Dragonwyck (ebenfalls nur 'Same' genannt) war ganz anders
als das debut; hier sind jede menge synthies drauf; mit so viel gefiepe
und gezisch, daß man sich das erst mal anhören sollte, bevor man geld
dafür ausgibt. das ist 70er prog rock.


dann wäre das eher was für mich. Die Erste hat mich nicht unbedingt vom Hocker gehauen ;-)

trurl


ich bin noch nicht mal bei dir sicher, ob die 2. und 3. empfehlenswert
wären, denn wenn ich mich richtig entsinne, bevorzugst du doch eine
gewisse instrumentelle versiertheit. aber dies hier entstammt doch eher
der synthie-frühzeit und wurde von amateuren im privatstudio eingespielt.
das solltest du dir erst mal probe-anhören. heute gibts ja überall im
netz proben zu finden.

ich meinerseits hab mir aber eben nochmal die von Tom netterweise
in erinnerung gebrachte 1. lp rausgesucht.
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Re: Dragonwyck - Same

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Gepostet: 26.09.2010 - 19:59 Uhr  ·  #12
@badger:

och, ab und an mag ich es auch einfacher, bin auch fündig geworden

trurl
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Re: Dragonwyck - Same

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Gepostet: 27.09.2010 - 00:35 Uhr  ·  #13
Zitat geschrieben von Tom Cody
@Badger, danke für diese Warnung! Schade, das habe ich eigentlich nicht erwartet. Ich dachte, auch die Nachfolger sind so im Stil des Debüts und es kommen noch so ein paar "Fire Climbs". :lol:



ich kenne zwar nur eine nummer vom zweiten album, aber die ist absolut dragonwyck pur... und wenn badger synthies schreibt, dann meint ja er wohl orgel und nicht das was man sonst so oft darunter versteht, denn das gabs zu der zeit eh kaum.
Trurl
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Re: Dragonwyck - Same

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Gepostet: 27.09.2010 - 01:10 Uhr  ·  #14
Zitat geschrieben von Tango Düülman
Zitat geschrieben von Tom Cody
@Badger, danke für diese Warnung! Schade, das habe ich eigentlich nicht erwartet. Ich dachte, auch die Nachfolger sind so im Stil des Debüts und es kommen noch so ein paar "Fire Climbs". :lol:


und wenn badger synthies schreibt, dann meint ja er wohl orgel und nicht das was man sonst so oft darunter versteht, denn das gabs zu der zeit eh kaum.


klaro gab es die zu der Zeit schon und sie waren inzwischen in der Rockmusik auch schon echt verbreitet.Jeder der was auf sich hielt, setzte so ein Teil ein :-) Im Track "Relics" z.B.klingt es verdammt nach MiniMoog oder dem VCS3. Mellotron ist auf dem Teil auch recht häufig zu hören. Mich erinnert die 2. Scheibe stellenweise arg an die Moody Blues vom Songaufbau.

trurl
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Re: Dragonwyck - Same

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Gepostet: 27.09.2010 - 09:38 Uhr  ·  #15
Zitat geschrieben von Tango Düülman
[-- und wenn badger synthies schreibt, dann meint ja er wohl orgel und nicht das was man sonst so oft darunter versteht, denn das gabs zu der zeit eh kaum.


@sascha,
Trurl hat absolut recht; synthies gibt es schon lange; zumindestens
schon seit den späten 60ern. nur das viele RRRRock-fans die
damit gemachten klänge nicht abkonnten: zischen, blubbern, fiepen;
jede menge schriller sounds.

streng genommen ist ja auch das mellotron ein synthie; die Beatles
setzten es ja schon sehr früh ein; es hatte allerdings einen viel
angenehmeren und zugänglicheren klang.

es wird vielleicht überraschen, aber ich lasse mir synthies durchaus
gefallen, wenn sie verträglich gemacht sind. im garagenrock, blues oder
oder psychedelia wären sie für mich undenkbar,
hingegen in der New Wave hatten sie durchaus ihren platz.
hab erst gestern wieder großen spaß an Tubeway Army gehabt;
da passen die synthies.
aber bei Dragonwyck (um zum thema zurückzukommen) war mir das
zu matschig.
freaksound
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Re: Dragonwyck - Same

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Gepostet: 27.09.2010 - 10:18 Uhr  ·  #16
ist ja lustig, hatte mir vor einigen Jahren mal ohne Vorkentnisse zu der Band die zweite Dragonwyck zugelegt.
Fand die dann recht durchwachsen, belangloses neben recht feinen Songs.
Da sollte ich dann doch mal nach der Ersten ausschau halten.
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Re: Dragonwyck - Same

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Gepostet: 27.09.2010 - 11:15 Uhr  ·  #17
jajaja, aber unter synthies versteh ich was anderes. im sinne von synthetisch - und da hab ich absolut nicht die alten, authentischen orgelsounds im sinne, sondern eher die 80er jahre. darum fand ichs bei dragonwyck unangebracht.
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Re: Dragonwyck - Same

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Gepostet: 27.09.2010 - 11:27 Uhr  ·  #18
Zitat geschrieben von Tango Düülman
jajaja, aber unter synthies versteh ich was anderes. im sinne von synthetisch - und da hab ich absolut nicht die alten, authentischen orgelsounds im sinne, sondern eher die 80er jahre. darum fand ichs bei dragonwyck unangebracht.


genau dieses 'synthetisch' meine ich auch. gabs eben schon 2 jahrzehnte
früher als erwartet. hat mit 'orgelsound' absolut nix am hut.
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Re: Dragonwyck - Same

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Gepostet: 27.09.2010 - 12:55 Uhr  ·  #19
Zitat geschrieben von Tango Düülman
jajaja, aber unter synthies versteh ich was anderes. im sinne von synthetisch - und da hab ich absolut nicht die alten, authentischen orgelsounds im sinne, sondern eher die 80er jahre. darum fand ichs bei dragonwyck unangebracht.


die frühen Synthies waren im Gegensatz zu ihren Presetkollegen aus den 80ern frei editierbar. Da gab es keine Orgelsounds. Da sie alle monophon waren (bis auf die großen Schränke,wie den MOOG series 3) Ein Mellotron ist auch kein Synthie im Wortsinne, sondern einfach eine Bandmaschine mit Tasten. Am ehesten mit einem Sampler zu vergleichen..

trurl
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Re: Dragonwyck - Same

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Gepostet: 27.09.2010 - 22:08 Uhr  ·  #20
Zitat geschrieben von badger
Zitat geschrieben von Tango Düülman
jajaja, aber unter synthies versteh ich was anderes. im sinne von synthetisch - und da hab ich absolut nicht die alten, authentischen orgelsounds im sinne, sondern eher die 80er jahre. darum fand ichs bei dragonwyck unangebracht.


genau dieses 'synthetisch' meine ich auch. gabs eben schon 2 jahrzehnte
früher als erwartet. hat mit 'orgelsound' absolut nix am hut.



also hast du doch das gemeint.

jürgen, du machst mir angst. aufhören! brrr...
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Re: Dragonwyck - Same

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Gepostet: 28.09.2010 - 10:36 Uhr  ·  #21
Mellotron
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Das Mellotron (aus rechtlichen Gründen später Novatron genannt) ist ein elektromechanisches Tasteninstrument, das (als sogenanntes Chamberlin) Anfang der 1950er Jahre vom Amerikaner Harry Chamberlin erfunden wurde. Anfang der 1960er Jahre wurden Chamberlin zwei seiner Instrumente vom damaligen Vertriebsleiter Bill Fransen ohne seine Zustimmung entwendet, Chamberlins Patentschriften gefälscht und die Geräte nach England gebracht, wo Fransen per Anzeige Geldgeber und eine Herstellerfirma in Birmingham (später Streetly Electronics Ltd genannt) für das zukünftige "Mellotron"-Projekt fand. Das Chamberlin bzw. das bekanntere Mellotron ist die Urform des Samplers und arbeitet mit 3/8 Zoll breiten, mit drei Spuren bespielten Tonbändern. Jeder Taste ist dazu ein eigener Tonbandstreifen zugeordnet, der beim Druck auf die Taste über einen Tonkopf abgespielt wird. Wird die Taste losgelassen, wird das Tonband schnell über eine Feder in seine Ausgangsposition zurückgezogen.

Funktion

Mellotron - Funktionsprinzip bei freier Taste
Mellotron - Funktionsprinzip bei gehaltener TasteEin Mellotron (bzw. Novatron) kann auf Magnetband aufgezeichnete Klänge spielbar auf einer Klaviatur wiedergeben. Typische, vom Hersteller auf den „Bandrahmen“ mitgelieferte Klänge waren Flöte, Violinen, Bläser und Chöre. Man konnte aber auch Klangaufzeichnungen nach eigenen Wünschen anfertigen lassen.

Auf jedem Bandstreifen liegen drei Tonspuren nebeneinander, die durch Verschiebung des Tonkopfes ausgewählt werden können. Zwischen drei Klängen kann daher während des Spielens schnell gewechselt werden. Bei manchen Modellen (Mk I, Mk II, M 300) ist außerdem jedes Tonband in sechs Abschnitte (= Stationen) geteilt, die über einen Motor angefahren werden können. Insgesamt stehen so 18 „Instrumente“ (3 Klänge x 6 Stationen) pro Band zur Verfügung. Das Mellotron Mk I wie auch das Mk II hatten sogar zwei Tastaturen mit jeweils 35 Tasten, die verschiedene Klänge enthalten konnten. Sie enthielten 1260 Samples (zwei Tastaturen à 35 Tasten bzw. Bänder, sechs Abschnitte pro Band mit je drei Samples).

Um zu gewährleisten, dass der Klangverlauf einer Aufzeichnung (also vom Toneinsatz bis zum Ausklingen) mit jedem Tastendruck wieder erneut exakt von vorn einsetzt, wurden als Bänder keine Endlosschleifen eingesetzt (bis auf einige Ausnahmen von Eigenbaugeräten und dem Birotron), sondern Bandstreifen in einem Rahmen, die beim Loslassen der Taste durch einen ausgeklügelten Feder- und Rollenmechanismus wieder in ihre Ausgangsposition zurückschnappten. Ein Dauerton war somit nicht möglich (max. ca. acht Sekunden), dafür aber perkussive Klänge, Bläser, Klaviere, Gitarren usw., also die jeweiligen Anblas-, Zupf- und Anschlagcharakteristika der aufgezeichneten Instrumente. Mit einer speziellen Spielweise, dem "Spiderwalk", bei dem man geschickt, kurz bevor das Band das Ende erreichte, von Taste zu Taste (meist die Oktave) "wanderte", ließ sich ein scheinbar andauernder Ton simulieren.

Nutzung [Bearbeiten]
Das Mellotron wird immer noch zur Filmvertonung eingesetzt, dazu sind vom Hersteller geschickt zusammengestellte Geräusche, Klangeffekte und Hintergrundatmosphären auf die dreispurigen Tonbänder aufgenommen worden. Durch entsprechende Bedienung der Tastatur lassen sich sogar recht aufwendige Geräuschkulissen in Echtzeit verwirklichen, was beim Synchronisieren sehr von Vorteil ist. Fast alle amerikanische und englische Filme der schwarzweiß Ära wurden mit dem Mellotron synchronisiert, was man an dem typischen Leiern der immer gleich klingenden Telefonklingel bei den Krimis hören kann. Gleichlaufprobleme beim Mellotron sind mehr oder weniger normal, da die Schwungmasse viel zu klein dimensioniert ist. Manche Filmstudios arbeiten heute noch mit dem Mellotron, da es mit digitalen Geräten nicht möglich ist spezielle Klangeffekte zu erzeugen. Die Verwendung in der Unterhaltungsmusik ist vergleichsweise eher selten gewesen, da das Aufnehmen von Klängen durch das verwendete ungewöhnliche Bandformat nur speziell ausgerüsteten Studios vorbehalten war. Daher sind die folgenden Beispiele musikalische Raritäten.

Das Mellotron hat einen charakteristischen warmen, meist etwas melancholischen Klang, der zum Beispiel im Beatles-Song Strawberry Fields Forever zu hören ist. Es ist ein charakteristisches Instrument des Progressive Rock der 1970er Jahre. Zu den bekanntesten Nutzern des Mellotron in diesem Genre gehören King Crimson, Genesis (Watcher of the Skies) und Yes. Weitere nennenswerte Beispiele von Mellotron-Einsätzen sind auf den Stücken Immediate Curtain (1972) von Matching Mole und Fauni Gena (1973) von Tangerine Dream zu hören. Letztere nutzten das Mellotron in beinahe allen ihrer Songs der 70er Jahre massiv für die charakteristischen Streicher-, Chor- und Flötenklänge, insbesondere auch im Intro des Songs Cherokee Lane (1977). Ansonsten setzten Pink Floyd, Elton John, Camel, Pavlov’s Dog, Beggars Opera, Moody Blues (z. B. in Nights in White Satin), die Zombies, Caravan, Klaus Schulze, Barclay James Harvest, Roxy Music, Led Zeppelin, Orchestral Manoeuvres in the Dark sowie 10cc das Mellotron gelegentlich in ihren Studioproduktionen ein. Der Keyboarder Eddie Jobson, bekannt von U. K. und Roxy Music, präparierte in den frühen siebziger Jahren ein Mellotron mit Sounds von einem Mini-Moog-Synthesizer, um damit polyphone Klänge zu erzielen, die mit der damaligen Technologie noch nicht möglich waren.

Ende der 70er Jahre wurden die Standardsounds des Mellotrons (Streicher, Chor, Bläser) immer mehr durch elektronische Imitate verdrängt. Gelegentlich findet sich daher die Bezeichnung "Mellotron" auf LP-Covern für Instrumente wieder, die gar keine sind. Typisch für streicherähnliche Arrangements waren elektronische Streicherkeyboards (z. B. ELKA Rhapsody, Hohner String-Melody und ARP Solina String Ensemble).

In den 1980er Jahren wurde das Mellotron größtenteils von elektronischen Samplern und Synthesizern abgelöst. In den 1990er Jahren wurden digitale Samples der Mellotron-Klänge gerne für Techno-Produktionen eingesetzt. Dennoch wurde das eigentliche Instrument von einigen Bands weiterhin benutzt, so zum Beispiel von Motorpsycho, zu hören auf Timothy’s Monster, den Smashing Pumpkins, vor allem auf deren 1995er Album Mellon Collie & The Infinite Sadness, Porcupine Tree (Mellotron Scratch, 2005) und Opeth (Damnation, 2003).

Nachteile [Bearbeiten]
Die Nutzung des Mellotrons ist mit einigen Nachteilen verbunden. Die komplizierte Mechanik, speziell bei den Mk I-, Mk II- und M 300-Modellen, ist störanfällig, während das 'kleinere' M 400 eigentlich nur gelegentlich gewartet werden muss (Tonkopf-, Bänder- und Mechanikreinigung). Aufgrund der kurzen Bänder können Töne höchstens acht Sekunden gehalten werden. Eine Entwicklung aus den späten 70er Jahren, das Birotron, versuchte diese Probleme mithilfe von Endlosbändern (8-Spur-Kassetten) zu umgehen, konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Die meisten Mellotrone sind wegen ihrer Größe für Live-Auftritte wenig geeignet, zudem sind sie recht schwer (Mk I und II 158,75 kg, M 300 113,4 kg, M 400 55 kg).

Außerdem sprechen finanzielle Aspekte gegen die Nutzung des Mellotrons. Es ist in der Anschaffung sehr teuer, da es nur in sehr geringen Stückzahlen (ca. 2500 Stück) produziert wurde. Daher greifen Bands heute nur noch selten auf das originale Mellotron zurück.

Alternativen [Bearbeiten]
Inzwischen gibt es verschiedene Software-Emulationen vom Mellotron, die dem Klangbild der Originale sehr nahe kommen (als VST-Plugins, wie z. B. M-Tron Pro, Mellowsound, Nanotron, Tapeworm, SoniVox). Als Hardware-Alternative ohne Ersatzteilprobleme und Bandsalat entwickelte die kleine Berliner Firma Manikin Elektronics (Thorsten Feuerherdt & Markus Horn GbR) 2005/2006 das Memotron, sowie 2010 wurde erstmals Digital Mellotron von Markus Resch vorgestellt. Von der Optik her sind beide nahe am Original; technisch ist das Memotron von Manikin ein Preset-Sampler mit CD-Rom-Laufwerk, Compact Flashkartenspeicherung, einem Stereo-Effektprozessor und MIDI. Eine große, sorgsam (von fast 50 Mellotronen) erstellte Klanglibrary bietet die komplette Mellotronlibrary und weitere verwandte Klänge in originaler Qualität. Der Instrumentenhersteller Clavia hat mit seinem 2007 erschienen Nordwave-Synthesizer die originalen Mellotron-Klänge (gekürzt und geloopt) integriert, die auf der Clavia-Website zum Runterladen abrufbar sind.
Tom Cody
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Re: Dragonwyck - Same

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Gepostet: 28.09.2010 - 17:41 Uhr  ·  #22
HMC, wow, hast Du das auswendig gelernt? :lol:
Trurl
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Re: Dragonwyck - Same

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Gepostet: 28.09.2010 - 17:53 Uhr  ·  #23
Zitat geschrieben von hmc
Eine Entwicklung aus den späten 70er Jahren, das Birotron, versuchte diese Probleme mithilfe von Endlosbändern (8-Spur-Kassetten) zu umgehen, konnte sich jedoch nicht durchsetzen.


soein Teil hat Wakemann auf TORMATO häufig eingesetzt. Das war dermaßen störanfällig, das er es während der Tour mal von der Bühne gekickt hatte. Finanziell war er auch dran beteiligt, er hat ne Menge Zaster verloren :-)

trul
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Re: Dragonwyck - Same

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Gepostet: 12.10.2010 - 10:16 Uhr  ·  #24
@tom,
im nachhinein hat sich deine erinnerung an Dragonwyck als wahrer
segen herausgestellt (danke),
denn dadurch habe ich mich nochmal mit der cd befaßt und festgestellt,
daß ich wieder mal nur die hälfte hatte;
nämlich das, was auf der ursprünglichen Rockadelic-lp drauf war
(insgesamt nur 5 oder 6 stücke).

jetzt habe ich ist das gesamtwerk incl. der '68er boni gehört und
bin sehr zufrieden damit: das ist rundherum ein psych-klassiker.

die 2. lp werde ich mir aber wohl trotzdem verkneifen, weil sie doch so
sehr anders ist.
Tom Cody
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Re: Dragonwyck - Same

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Gepostet: 12.10.2010 - 11:41 Uhr  ·  #25
@Badger, das freut mich! Ist aber auch eine tolle Scheibe! :D
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