Soft Machine - Drop

 
Trurl
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Soft Machine - Drop

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Gepostet: 19.04.2009 - 23:56 Uhr  ·  #1
vorab für dieses Forum, bevor sie an Steves MUSIKMAGAZIN geht.


SOFT MACHINE - DROP (2008)

Mike Ratledge - Organ, E-Piano
Elton Dean - Sax, E-Piano
Hugh Hopper - Bass
Phil Howard - Drums

1. Neo Caliban Grides 6:23
2. All White 6:14
3. Slightly All The Time 13:16
4. Drop 7:40
5. M.C. 3:25
6. Out-Bloody-Rageous 11:30
7. As If 6:10
8. Dark Swing 1:55
9. Introsplicing 0:53
10. Pigling Bland 4:44


In den letzten Jahren ist es anscheinend Brauch geworden, die Archive zu durchstöbern und meterweise Aufnahmen auf CD der Öffentlichkeit zu Gehör zu bringen. Mir fällt da z.B. GENTLE GIANT oder KING CRIMSON ein, aber auch die nun zu besprechende Band SOFT MACHINE.

SOFT MACHINE haben im Laufe ihrer Geschichte unendlich viele Besetzungen durchlaufen. Auf DROP gibt es eine sehr kurzlebige Inkarnation zu hören, die Besetzung Dean-Hopper-Ratledge-Howard, die die ersten drei Titel der "FIFTH" betitelten LP aufnahm und anschließend eine Tournee absolvierte, die sie auch nach Deutschland führte. Anschließend verlies der Drummer Howard die Band. Einer dieser Auftritte aus dem Herbst 1971 findet sich nun auf dieser CD.

Ich selbst bin kein guter Kenner der Band, und besaß vorher nur die ersten drei Alben und Aufnahmen der Originalbesetzung auf einem Sampler. Außerdem ist Jazzrock mit zuviel "Getröte" eigentlich nicht mein Ding. Durch einen glücklichen Zufall konnte ich allerdings zeitgleich die FOURTH/FIFTH-CD erwerben, und diese Aufnahme entsprechend einordnen.

Skeptisch bin ich an diese CD herangegangen und der erste Titel bestätigte auch gleich meine Meinung: für meine Ohren zu wirr und unstrukturiert wird hier improvisiert und rumgetrötet. Spätestens ab "All white" ensteht für meine Ohren langsam "Ordnung" und ab "Drop" (dem leider das schöne Intro der Studio-Aufnahme fehlt) kommt die Band so richtig in Fahrt. Hier ertönt auch Ratledges verzerrte Orgel endlich mal wieder. Im Gegensatz zu früheren Aufnahmen ist dieses bisherige Merkmal der Band auf DROP selten zu vernehmen. Musikalisch gibt es bei den Titeln sehr repetive Grundstrukturen, die mit Bass/E-Piano vorgetragen werden, darüber können dann Dean oder Ratledge solieren, was das Zeug hält. Das Ganze wird vom enorm druckvollen und abwechslungsreichen Schlagzeugspiel Howards nach vorne gepeitscht. Ich erwische mich immer wieder dabei, das ich mehr der Rhythmussektion Bass/Schlagzeug lausche als dem jeweiligen Solo, was auch daran liegt, das ich manches Solo für etwas zu frei und unverbindlich empfinde.

Insgesamt ein auch klanglich gutes Konzert, jedoch kommt der Mitschnitt nicht an die Studioversionen auf FIFTH heran. Live ist es zwar kraftvoller, aber im Studio legen sie sich mehr Zügel an, das Ganze hat für meine Ohren deutlich mehr Struktur. Der Schlagzeuger ist live allerdings fantastisch.

10/15 Punkte


trurl
firebyrd
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Re: Soft Machine - Drop

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Gepostet: 20.04.2009 - 10:04 Uhr  ·  #2
ein Album für Komplettisten, so drücke ich es einmal aus.

Das einzige Album, wo der Drummer Howard wohl komplett dabei ist.

Und Howard spielte freier....

einige starke Momente und Stücke (All White) täuschen nicht darüber hinweg, dass hier eine durchaus mittelmässige Produktion vorgelegt wurde.

Die 10/15 möchte ich hiermit mit 9/15 unterbieten....

The Wolf Machine :8)
Trurl
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Re: Soft Machine - Drop

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Gepostet: 20.04.2009 - 10:21 Uhr  ·  #3
@firebyrd: DU bist der Jazzfachmann :8) - die FIFTH gefällt mir deutlich besser, aber die ersten beiden SOFT MACHINE werde ich immer höher schätzen, die liegen mir einfach mehr.

trurl
Tom Cody
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Re: Soft Machine - Drop

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Gepostet: 07.08.2011 - 11:36 Uhr  ·  #4
Noch mal hoch damit! 😉
Jersch
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Re: Soft Machine - Drop

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Gepostet: 06.01.2022 - 17:42 Uhr  ·  #5
Hoppla, diese Rezension hab ich erst jetzt gefunden! Kleines Juwel der Band in Ihrem ausgiebigen "Live-Fundus" der 70er Jahre und stark angejazzt in der Darbietung. Am Anfang ganz schön sperrig, doch danach lässt sich der "Drops" immer besser lutschen. PHIL HOWARD ist ein sehr versierter Drummer.
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