Jody Williams – Return of a legend
Bevor ich mich “historisch” über Jody auslasse, verweise ich doch lieber auf diesen Thread:
viewtopic.php?t=8425&highlight=jody
Anknüpfen kann ich nun dort, wo sein Comeback eingeläutet wurde, nämlich mit dieser Platte, die nicht nur mich sozusagen „out of the blue“ erwischte.
Schließlich hat das seit seinem Erscheinen im Jahre 2002 in meinem Besitz befindliche Album endlich einmal eine Rezension verdient!
„Blues with a feeling“, so sang einst Little Walter, und genau das ist es, was die Musik auf dieser Platte so speziell macht, das ist Blues mit einem Gefühl, das „transportiert“ wird, das ist nicht „Blues um des Blues’ willen“, das ist keine Aneinanderreihung vermeintlicher „Blue notes“, nein, hier spürt man das, was für mich Blues ausmacht, Musik über Gefühle, die einen täglich begleiten, sei es resultierend aus guten oder schlechten Erlebnissen.
Und Jody führt einer jungen Generation die Musik vor, wie sie schon in den 50ern in Chicago gespielt wurde, dabei auch begleitet von Vertretern einer neuen Blues-Generation, von Ronnie Baker Brooks, dem Sohn von Lonnie Brooks, von Sean Costello, Tinsley Ellis und Rusty Zinn.
Das hier ist „eleganter“ Blues mit einer „jazzigen Note“, das ist Blues, wie er „swingt“, das ist hoch entwickelt mit einem besonderen Anspruch und trotzdem klingt das raue Chicago durch.
Textlich blieb es bei Alltagsgeschehnissen, Dinge von Lust und Liebe und Leid, wie sie bereits seit langer Zeit unverändert geblieben sind
Man scheint Jody die Spannung und Freude an den Aufnahmen, schließlich nach so langer Zeit, an, er kommt dabei so locker und in Einheit mit der Band, dass man als beteiligter Hörer Teil dieser Einheit werden kann, so berührend kommt das Gefühl dieser Musik
Dick Shurman hat als Produzent eine transparente und klare Klangdisposition getroffen, die Williams’ typischen Gitarrenstil perfekt abbildet, mit diesem bisweilen perlig-scharfen Ton.
Alles Eigenkompositionen, davon 9 neue Titel, und zugleich zu Beginn Jody’s „signature tune“ mit dem unverkennbaren Lick, „Lucky Lou“ in Neuauflage, hier mit Tinsley Ellis als 2.Gitarristen. Das klingt noch so, als sei es vor 50 Jahren aufgenommen worden, nur mit besserem Klang.
Genauso fühle ich mich auf Zeitreise mit dem schleppenden Blues „Come over to my house“, mit Billy Boy Arnold an der Harp, ein super Stück, „what a feeeeeeeeling“!
So gibt es noch einige Reminiszenzen an alte Zeiten, und wenn man „Moanin' for molasses“ hört, fasziniert es mich zu hören, wie sich der damals 21jährige Sean Costello in den Song , dessen Titel er später für eine seiner Platten verwendete, integriert, er hat hier die Botschaft offensichtlich verstanden .
Mitreißend auch der von Jody aus voller Seele gesungene Titel „She found a fool and bumped his head“ mit dem satten Bläserarrangement! Ein Stück in feinster „R’n’B-Tradition.
Packend ist es auch, wenn an Williams’ Seite ein 2. Gitarrist mitmischt, so auch trefflich gelungen zusammen mit Rusty Zinn auf „Jive Spot“ oder bei „Brown eyes and big thighs“, wo Zinn ganz locker Williams’ Worte „They make you want to act the fool! Just stay cool!” zum Besten gibt.
Auch ein „Killer-Stück“, das swingend rockt!
Lange nicht mehr hatte man bis zu diesem Zeitpunkt Chicagoblues gehört, der so authentisch und dennoch zeitgemäß zu vernehmen war.
Wohl nicht umsonst wurde dieses Album im Jahre 2003 mit „W.C.Handy Award“ für das „Best Comeback Album of the Year“ ausgezeichnet.
Schon heute ist dieses Album für mich in dieser Sicht ein Klassiker des zeitgenössischen Blues!
Die Musiker:
Jody Williams (vocals, guitar, maracas #12)
Ronnie Baker Brooks (rhythm guitar, lead guitar #7)
Allen Batts (piano, organ)
Harlan Terson (bass)
Kenny Smith (drums)
Special Guests
Billy Boy Arnold (harp #2, vocal #7)
Sean Costello (guitar #5, 6; vocal #6; moans #5)
Tinsley Ellis (guitar #1, 2; vocal #12; moans #5)
Rusty Zinn (guitar #9, 10; vocal #10)#)
Horn Section:
Willie Henderson (baritone sax, arranger)
Hank Ford (tenor sax)
Kenny Anderson (trumpet)
Die Titel:
01:Lucky Lou (4:49)
02:Come Over To My House (4:36)
03:Lifelong Love (3:07)
04:You May (4:37)
05:Moanin' For Molasses (3:22)
06:Monkey Business (3:38)
07:I'm Coming Back In Again (4:10)
08:She Found A Fool And Bumped His (6:18)
09:Jive Spot (3:26)
10:Brown Eyes And Big Thighs (5:07)
11:Wham Bam Thank You Ma'am (3:27)
12:What You Gonna Do? (3:52)
13:Henpecked And Happy (4:44)
Wolfgang
Bevor ich mich “historisch” über Jody auslasse, verweise ich doch lieber auf diesen Thread:
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Anknüpfen kann ich nun dort, wo sein Comeback eingeläutet wurde, nämlich mit dieser Platte, die nicht nur mich sozusagen „out of the blue“ erwischte.
Schließlich hat das seit seinem Erscheinen im Jahre 2002 in meinem Besitz befindliche Album endlich einmal eine Rezension verdient!
„Blues with a feeling“, so sang einst Little Walter, und genau das ist es, was die Musik auf dieser Platte so speziell macht, das ist Blues mit einem Gefühl, das „transportiert“ wird, das ist nicht „Blues um des Blues’ willen“, das ist keine Aneinanderreihung vermeintlicher „Blue notes“, nein, hier spürt man das, was für mich Blues ausmacht, Musik über Gefühle, die einen täglich begleiten, sei es resultierend aus guten oder schlechten Erlebnissen.
Und Jody führt einer jungen Generation die Musik vor, wie sie schon in den 50ern in Chicago gespielt wurde, dabei auch begleitet von Vertretern einer neuen Blues-Generation, von Ronnie Baker Brooks, dem Sohn von Lonnie Brooks, von Sean Costello, Tinsley Ellis und Rusty Zinn.
Das hier ist „eleganter“ Blues mit einer „jazzigen Note“, das ist Blues, wie er „swingt“, das ist hoch entwickelt mit einem besonderen Anspruch und trotzdem klingt das raue Chicago durch.
Textlich blieb es bei Alltagsgeschehnissen, Dinge von Lust und Liebe und Leid, wie sie bereits seit langer Zeit unverändert geblieben sind
Man scheint Jody die Spannung und Freude an den Aufnahmen, schließlich nach so langer Zeit, an, er kommt dabei so locker und in Einheit mit der Band, dass man als beteiligter Hörer Teil dieser Einheit werden kann, so berührend kommt das Gefühl dieser Musik
Dick Shurman hat als Produzent eine transparente und klare Klangdisposition getroffen, die Williams’ typischen Gitarrenstil perfekt abbildet, mit diesem bisweilen perlig-scharfen Ton.
Alles Eigenkompositionen, davon 9 neue Titel, und zugleich zu Beginn Jody’s „signature tune“ mit dem unverkennbaren Lick, „Lucky Lou“ in Neuauflage, hier mit Tinsley Ellis als 2.Gitarristen. Das klingt noch so, als sei es vor 50 Jahren aufgenommen worden, nur mit besserem Klang.
Genauso fühle ich mich auf Zeitreise mit dem schleppenden Blues „Come over to my house“, mit Billy Boy Arnold an der Harp, ein super Stück, „what a feeeeeeeeling“!
So gibt es noch einige Reminiszenzen an alte Zeiten, und wenn man „Moanin' for molasses“ hört, fasziniert es mich zu hören, wie sich der damals 21jährige Sean Costello in den Song , dessen Titel er später für eine seiner Platten verwendete, integriert, er hat hier die Botschaft offensichtlich verstanden .
Mitreißend auch der von Jody aus voller Seele gesungene Titel „She found a fool and bumped his head“ mit dem satten Bläserarrangement! Ein Stück in feinster „R’n’B-Tradition.
Packend ist es auch, wenn an Williams’ Seite ein 2. Gitarrist mitmischt, so auch trefflich gelungen zusammen mit Rusty Zinn auf „Jive Spot“ oder bei „Brown eyes and big thighs“, wo Zinn ganz locker Williams’ Worte „They make you want to act the fool! Just stay cool!” zum Besten gibt.
Auch ein „Killer-Stück“, das swingend rockt!
Lange nicht mehr hatte man bis zu diesem Zeitpunkt Chicagoblues gehört, der so authentisch und dennoch zeitgemäß zu vernehmen war.
Wohl nicht umsonst wurde dieses Album im Jahre 2003 mit „W.C.Handy Award“ für das „Best Comeback Album of the Year“ ausgezeichnet.
Schon heute ist dieses Album für mich in dieser Sicht ein Klassiker des zeitgenössischen Blues!
Die Musiker:
Jody Williams (vocals, guitar, maracas #12)
Ronnie Baker Brooks (rhythm guitar, lead guitar #7)
Allen Batts (piano, organ)
Harlan Terson (bass)
Kenny Smith (drums)
Special Guests
Billy Boy Arnold (harp #2, vocal #7)
Sean Costello (guitar #5, 6; vocal #6; moans #5)
Tinsley Ellis (guitar #1, 2; vocal #12; moans #5)
Rusty Zinn (guitar #9, 10; vocal #10)#)
Horn Section:
Willie Henderson (baritone sax, arranger)
Hank Ford (tenor sax)
Kenny Anderson (trumpet)
Die Titel:
01:Lucky Lou (4:49)
02:Come Over To My House (4:36)
03:Lifelong Love (3:07)
04:You May (4:37)
05:Moanin' For Molasses (3:22)
06:Monkey Business (3:38)
07:I'm Coming Back In Again (4:10)
08:She Found A Fool And Bumped His (6:18)
09:Jive Spot (3:26)
10:Brown Eyes And Big Thighs (5:07)
11:Wham Bam Thank You Ma'am (3:27)
12:What You Gonna Do? (3:52)
13:Henpecked And Happy (4:44)
Wolfgang