Ramones - s/t (Sire 1976)
Als in den frühen 70er Jahren die Plattenproduktionen immer länger und aufwendiger wurden,
aufgenommen mit 164 Kanälen, geglättet und zugeschmiert mit allem, was mit der Einfachheit des
Rock'n'Roll nichts mehr zu tun hatte, gabs in UK schon erste Gruppen, die zurück zur Natürlichkeit
wollten. Im Pub-Rock siedelten sich viele musikalisch recht unterschiedliche Bands an, wie z.B.
Brinsley Schwarz mit ihrer Country/West Coast-Affinität oder Dr. Feelgood mit einer besonders
rauen Form des R'n'B; alles Musik, die ohne jegliches Unaufrichtige und jeglichen Firlefanz auskam.
In New York waren sie aber schon ein ganzes Stück weiter. Die New York Dolls legten zwei LPs vor,
die auf der rauen Ungehobeltheit basierten, die die Rolling Stones zu diesem Zeitpunkt kaum noch
aufweisen konnten. Nur leider schoben die Dolls sich die selben Drogen rein, wie die Stones und
als der Londoner Malcolm McLaren sich zum letzten Manager der Dolls aufschwang (ohne die geringste
Ahnung vom Geschäft zu haben), waren die Dolls schon nicht mehr zu retten.
Malcolm zog mit der Idee des 'Punk' zurück nach London um dort eine neue Szene zu schaffen, die es
in New York schon im Original gab. Und da gings auch ohne die Dolls weiter, ein ganzes Netzwerk von
stilistisch zusammenpassenden Clubs gab es, wovon Max's Kansas City und das CBGBs bekannt sein
dürften. Dutzende Bands eiferten den Dolls nach, mal in ähnlichem Stil, mal mit eigenen Ideen.
Und dann tauchten 1974 die Ramones aus Forrest Hills auf und boten tatsächlich eine neue Variante
des Punk: schnelle, kurze, agressive Stücke ohne jegliche (instrumentale) Exzesse; Texte, die
oftmals nur aus 2 bis 4 Zeilen bestanden, in denen weniger eine Botschaft als nur eine reine Aussage
gemacht wurde. Angetrieben vom Gitarristen Johnny Ramone, der trotz seiner instrumentalen
Fähigkeiten auf langweilige Soli verzichtete. Und die Stücke selbst waren trotz des schnellen Spiels
und des harten Tons durchgehend mit Melodie vollgepackt. Man mag es kaum glauben, aber diese
Punks liebten tatsächlich die Girl-Bands des Motown-Sounds; Martha & TheVandellas, Supremes,
Ronettes....; und das konnte man auch in den mit Melodien vollgepackten Ramones-Stücken hören.
Die Ramones wurden ziemlich schnell bekannt, alleine durch die regelmäßigen Bericht im Melody
Maker und obwohl noch kein Tonträger vorlag. 1976 wußten die Interessierten längst, daß etwas
Neues im Entstehen begriffen war, nur was das sein würde... nun, man sollte es bald erfahren,
denn plötzlich lag das Debut der Ramones vor.
14 furios abgehende Nummern, von denen keine länger als 2:40 lief und die doch in dieser und sogar
noch kürzerer Zeit alles auf den Punk(t) brachten.
14 mal die sägende Gitarre angeschmissen und ran ans Stück. Jedes davon mit jeder Menge Klütten;
fast alles tanzbar, keine Balladen, nichts Verlogenes, nichts Hinzugefügtes, 3 Akkorde und fertig.
Die kurzen Texte hatten dann aber nichts mit denen des Motown zu tun, sondern paßten viel
besser in die Heruntergekommenheit der Bowery und ihrer Bewohner (Now I Wanna Sniff Some Glue);
beziehen sich auch oft auf uns unbekannte Szenengestalten (Judy Is A Punk).
Minimalistisch im negativen Sinne war das dennoch nicht, denn der Sound kam voll und kräftig; Bass
und Drums hoben sich klar ab und Joey's Sonorität vervollständigte noch den kraftvollen Klang,
auch ohne daß man mit endlosen Aufnahmekanälen Sterilität erzeugen mußte.
Als die Ramones UK tourten, war Malcolm McLaren's Szene immer noch in der Entstehung begriffen,
aber die Pistols existierten schon seit fast zwei Jahren und der erste Auftritt mit den Ramones
legte Feuer an die Zündschnur.
'Da Brudders' hatten schon mit ihrem ersten Werk einen Genreklassiker eingespielt. Sie ließen
noch 3 weitere Hämmer gleichen Kalibers folgen, bevor die Platten langsam schwächer wurden
(vielleicht auch deshalb, weil sie mittlerweile den selben Dreck in ihre Venen spritzten, wie Keith
Richard und Konsorten; anders als Keith haben sie das alle nicht überlebt).
Da sie eine quasi neuen musikalischen Stil schufen, verwundert es nicht, zu hören, daß viele Dutzend
Bands ihnen nacheiferten und eine Reihe davon es sogar zu eigenen Erfolgen brachten.
01 Blitzkrieg Bop 2:13
02 Beat On The Brat 2:32
03 Judy Is A Punk 1:32
04 I Wanna Be Your Boyfriend 2:24
05 Chain Saw 1:56
06 Now I Wanna Sniff Some Glue 1:36
07 I Don't Want To Go Down To The Basement 2:40
08 Loudmouth 2:15
09 Havana Affair 1:57
10 Listen To My Heart 1:58
11 53rd & 3rd 2:21
12 Let's Dance 1:52
13 I Don't Want To Walk Around With You 1:43
14 Today Your Love, Tomorrow The World 2:17
Bass – Dee Dee Ramone
Drums – Tommy Ramone
Guitar – Johnny Ramone
Vocals – Joey Ramone
Als in den frühen 70er Jahren die Plattenproduktionen immer länger und aufwendiger wurden,
aufgenommen mit 164 Kanälen, geglättet und zugeschmiert mit allem, was mit der Einfachheit des
Rock'n'Roll nichts mehr zu tun hatte, gabs in UK schon erste Gruppen, die zurück zur Natürlichkeit
wollten. Im Pub-Rock siedelten sich viele musikalisch recht unterschiedliche Bands an, wie z.B.
Brinsley Schwarz mit ihrer Country/West Coast-Affinität oder Dr. Feelgood mit einer besonders
rauen Form des R'n'B; alles Musik, die ohne jegliches Unaufrichtige und jeglichen Firlefanz auskam.
In New York waren sie aber schon ein ganzes Stück weiter. Die New York Dolls legten zwei LPs vor,
die auf der rauen Ungehobeltheit basierten, die die Rolling Stones zu diesem Zeitpunkt kaum noch
aufweisen konnten. Nur leider schoben die Dolls sich die selben Drogen rein, wie die Stones und
als der Londoner Malcolm McLaren sich zum letzten Manager der Dolls aufschwang (ohne die geringste
Ahnung vom Geschäft zu haben), waren die Dolls schon nicht mehr zu retten.
Malcolm zog mit der Idee des 'Punk' zurück nach London um dort eine neue Szene zu schaffen, die es
in New York schon im Original gab. Und da gings auch ohne die Dolls weiter, ein ganzes Netzwerk von
stilistisch zusammenpassenden Clubs gab es, wovon Max's Kansas City und das CBGBs bekannt sein
dürften. Dutzende Bands eiferten den Dolls nach, mal in ähnlichem Stil, mal mit eigenen Ideen.
Und dann tauchten 1974 die Ramones aus Forrest Hills auf und boten tatsächlich eine neue Variante
des Punk: schnelle, kurze, agressive Stücke ohne jegliche (instrumentale) Exzesse; Texte, die
oftmals nur aus 2 bis 4 Zeilen bestanden, in denen weniger eine Botschaft als nur eine reine Aussage
gemacht wurde. Angetrieben vom Gitarristen Johnny Ramone, der trotz seiner instrumentalen
Fähigkeiten auf langweilige Soli verzichtete. Und die Stücke selbst waren trotz des schnellen Spiels
und des harten Tons durchgehend mit Melodie vollgepackt. Man mag es kaum glauben, aber diese
Punks liebten tatsächlich die Girl-Bands des Motown-Sounds; Martha & TheVandellas, Supremes,
Ronettes....; und das konnte man auch in den mit Melodien vollgepackten Ramones-Stücken hören.
Die Ramones wurden ziemlich schnell bekannt, alleine durch die regelmäßigen Bericht im Melody
Maker und obwohl noch kein Tonträger vorlag. 1976 wußten die Interessierten längst, daß etwas
Neues im Entstehen begriffen war, nur was das sein würde... nun, man sollte es bald erfahren,
denn plötzlich lag das Debut der Ramones vor.
14 furios abgehende Nummern, von denen keine länger als 2:40 lief und die doch in dieser und sogar
noch kürzerer Zeit alles auf den Punk(t) brachten.
14 mal die sägende Gitarre angeschmissen und ran ans Stück. Jedes davon mit jeder Menge Klütten;
fast alles tanzbar, keine Balladen, nichts Verlogenes, nichts Hinzugefügtes, 3 Akkorde und fertig.
Die kurzen Texte hatten dann aber nichts mit denen des Motown zu tun, sondern paßten viel
besser in die Heruntergekommenheit der Bowery und ihrer Bewohner (Now I Wanna Sniff Some Glue);
beziehen sich auch oft auf uns unbekannte Szenengestalten (Judy Is A Punk).
Minimalistisch im negativen Sinne war das dennoch nicht, denn der Sound kam voll und kräftig; Bass
und Drums hoben sich klar ab und Joey's Sonorität vervollständigte noch den kraftvollen Klang,
auch ohne daß man mit endlosen Aufnahmekanälen Sterilität erzeugen mußte.
Als die Ramones UK tourten, war Malcolm McLaren's Szene immer noch in der Entstehung begriffen,
aber die Pistols existierten schon seit fast zwei Jahren und der erste Auftritt mit den Ramones
legte Feuer an die Zündschnur.
'Da Brudders' hatten schon mit ihrem ersten Werk einen Genreklassiker eingespielt. Sie ließen
noch 3 weitere Hämmer gleichen Kalibers folgen, bevor die Platten langsam schwächer wurden
(vielleicht auch deshalb, weil sie mittlerweile den selben Dreck in ihre Venen spritzten, wie Keith
Richard und Konsorten; anders als Keith haben sie das alle nicht überlebt).
Da sie eine quasi neuen musikalischen Stil schufen, verwundert es nicht, zu hören, daß viele Dutzend
Bands ihnen nacheiferten und eine Reihe davon es sogar zu eigenen Erfolgen brachten.
01 Blitzkrieg Bop 2:13
02 Beat On The Brat 2:32
03 Judy Is A Punk 1:32
04 I Wanna Be Your Boyfriend 2:24
05 Chain Saw 1:56
06 Now I Wanna Sniff Some Glue 1:36
07 I Don't Want To Go Down To The Basement 2:40
08 Loudmouth 2:15
09 Havana Affair 1:57
10 Listen To My Heart 1:58
11 53rd & 3rd 2:21
12 Let's Dance 1:52
13 I Don't Want To Walk Around With You 1:43
14 Today Your Love, Tomorrow The World 2:17
Bass – Dee Dee Ramone
Drums – Tommy Ramone
Guitar – Johnny Ramone
Vocals – Joey Ramone