Schon wieder bin ich über meinen imaginären Zufallsgenerator auf einen Musiker gestoßen, von dem ich bislang vom Dunst keinen Schimmer hatte. PIET DALMOLEN kommt aus Nordkalifornien und legt mit „Time Stands Still“ ein Debüt vor, das Psychedelic Rock, Americana, Blues und Jazz ziemlich locker miteinander verquirlt. Die Gitarren dürfen sich ausbreiten und auch mal etwas länger erzählen, ohne dabei gleich das schwere Geschütz aufzufahren. Alles hat Platz und Luft, klingt angenehm warm und stellenweise sogar ein wenig entrückt. Hier und da musste ich tatsächlich an JONATHAN WILSON denken – allerdings ohne dass DALMOLEN dessen Musik kopieren würde.
Besonders Being hat mich dabei aufhorchen lassen. Der Song nimmt sich Zeit, baut seine Stimmung ohne Hast auf und lässt die Gitarren schön im Raum stehen. Da wird nicht hektisch auf den nächsten Höhepunkt zugerannt, sondern eher geschaut, was unterwegs so passiert. Genau diese entspannte Art gefällt mir. Being schwebt irgendwo zwischen psychedelischem Gitarrenrock und einer leicht jazzigen Lässigkeit, ohne sich in irgendwelchen musikalischen Wolken zu verlieren. Für mich ein Stück, das ziemlich gut zeigt, was „Time Stands Still“ insgesamt ausmacht: musikalisch offen, warm, leicht entrückt und mit genügend Substanz, damit man nicht nach drei Minuten schon wieder weiterzieht.
Der imaginäre Zufallsgenerator hat also wieder einmal ordentlich gearbeitet. Unten gibt's Being zum Anhören – und vielleicht springt der Funke ja auch bei dem einen oder anderen über.
Und wo gab es das auf die Lauscher? Natürlich - Bandcamp macht's möglich: ---> hier entlang!
Eingebettetes Medium: https://www.youtube.com/watch?v=bkijFdV8VnE