GA-20 with Charlie Musselwhite - Blues Now
Wer ihn noch nicht kennt, den Blueser Charlie Musselwhite, kann ihn hier ein wenig näher kennenlernen: ( https://www.musikansich.de/artikel.php?id=2439 ) !
Im Rahmen dieses Interviews stellte er sich vor. Und noch immer ist der 1944 geborene Blueser aktiv, nun aktuell gemeinsam mit der Band GA-20! Hierbei handelt es sich um eine US-amerikanische Blues-Band aus Boston, Massachusetts, mitbegründet im Jahr 2017 von Matthew Stubbs. Gitarrist Stubbs hatte bereits früher Kontakt zu Musselwhite, trat er dessen Band doch im Jahre 2008 bei und tourte darüber hinaus lange mit ihm gemeinsam.
Der Blues hat sich eigentlich stetig weiterentwickelt, je nach Sichtweise kann man behaupten, weiterentwickelt auf positive als auch negative Weise. So mag es zutreffen, dass sich spätestens seit den Sechzigern, als sich der in den Fünfzigern noch „farbige Blues“ durch die Einflussnahme vieler „bleichgesichtiger Musiker“ veränderte. Einige hielten sich strikt an Vorgaben und veränderten kaum, andere wiederum vermittelten dem Blues einen neuen Ausdruck. So drängten sich Einflüsse von Rock- oder Soul- oder gar Pop-Musik in die Musik und verbreiteten eine Art von Fusion, die hartgesottenen Bluesfans oft wenig zusagte, aber andererseits auch vielen anderen Musikliebhabern eine Tür zum Blues öffnete.
Charlie Musselwhite lernte ich durch sein Debütalbum „Stand Back“ aus dem Jahre 1967 kennen. Hier huldigte er grundsätzlich dem tradionellen Chicago-Blues, entwickelte jedoch bereits eigene Muster, gut nachzuvollziehen mit dem Song „Christo Redemptor“, einem Song des Jazzpianisten Duke Pearson. Und dieser Song begleitete den Harpspieler später auch immer wieder, und so auch erneut auf "Blues Now", hier jedoch geschrieben als „Christo Redentor“, ist das doch der Name der Christusstatue in Rio de Janeiro. Doch dazu später.
GA-20, diese junge Band gemeinsam mit dem „Veteranen“, wie mag das zusammenwirken? „Crazy Love“ von Willie Dixon, bekannt durch seine Interpretation von Buddy Guy, eröffnet mit überraschendem Sound. Cody Nilsen, einer der beiden Gitarristen der Band, singt und erinnert in der Tat an Buddy Guy! Hinzu kommt, dass ich mich darüber hinaus auch an den Sound und den Zauber des oben genannten Debüts von Musselwhite erinnert fühle. Herrlich, wie „altmodisch“ das doch klingt, das ist richtig angenehm. Und wenn dann „I Can't Hold Out“ von Elmore James erschallt, dann habe ich das Gefühl, „abzuheben“! Die Gitarren inklusive der Slide, ja, sie klingen richtig „dreckig“, ursprünglich, der Sound kriecht in die Seele, ehrlich gespielter Blues, voll auf den Punkt! Hier hat man das Feeling des Blues hinsichtlich seines Ursprungs hervorragend transportiert in diese Art des „White Blues“.
„I'll Change My Style“ ist ein Beispiel dafür, wie man verschiedene Einflüsse verbunden hat, ist mir der Song doch am meisten bekannt einerseits durch die Version von Jimmy Reed aus den Sechzigern als auch durch eine spätere Bearbeitung durch George Thorogood. Hier scheinen sie individuell vereint zu werden. Ja, und so läuft das durchgehend auf allen zehn Songs des Albums ab. Dieses Zusammenspiel der beiden Gitarristen mit der virtuos und emotional gespielten Blues Harp von Musselwhite und die jeweiligen Gesangsbeiträge sind sehr betörend und mitreissend.
Und dann mittendrin ein Song eines meiner Lieblings-Blueser, von Earl Hooker, das Instrumental „Universal Rock“, hier bemerkt man die stark geprägte Authentizität dieser hervorragenden Band, die auf allen Posten mitreissend besetzt ist, herrlich, diese Frische, die auf diesen unverfälscht strahlenden Interpretationen ausgestrahlt wird. Yeeeeaaaaaah, und dann, welch ein Feeling, ein Slow Blues, „The Blues Never Die“ von Otis Spann, seinerzeit mit James Cotton an der Mouth Harp besetzt, bekommt hier einen einerseits recht authentischen Ausdruck, jedoch verbunden mit einem individuell geprägten Anstrich, wo die Rolle des Pianos von Spann hier von den Gitarristen ausgefüllt wird, und Meister Charlie zeigt, wie man eine Blues Harp mit gänsehautmäßigem Feeling zu spielen hat, eine großartige Interpretation, leider nach knapp vier Minuten ausgeblendet.
Roher Vintage-Sound der Gitarren, die Ausrichtung hin zum Chicago Blues, zur Musik der Juke Joints und antreibende energisch gespielte Musik, ja, hier treffen sich zwei Elemente, die zu einem großartigem Ganzen verschmelzen. So gefällt mir Blues am besten, so ist und bleibt er lebendig und so hält man ihn am Leben in seiner Ursprünglichkeit! Ja, und hier reisst es mich erneut von Hocker und ich könnte „wahnsinnig“ werden, wenn die intensive Energie von „Short Dress Woman“ auf mich eindringt, tief in den Solarplexus, und hierbei überträgt sich dieses Feeling der Musiker bei diesem Song genial! J.T. Brown schrieb den Song und Muddy Waters machte ihn bekannt.
Aber nun noch zum Abschluss „Christo Redemptor“. Der Komponist Pearson hat ihn auch einst eingespielt, sehr spirituell geprägt, mit Chor, das war 1969, und tatsächlich erscheint der Song hier als „Christo Redentor“! Und unter diesem Titel ist mir auch die erste Aufnahme des Songs bekannt, mit ähnlich spirituellem Charakter 1963 vom Jazztrompeter Donald Byrd vorgestellt, auch hier mit Chorgesang. Nun, bei Musselwhite hiess es dann 1967 „Christo Redemptor“, der Chorpart wurde von der Orgel Barry Goldberg's übernommen. Und der Harper legte dann weitere Versionen vor, so dürfte am bekanntesten die Extended Version von fast zwölf Minuten Länge auf dem 1969er Album „Tennessee Woman“ sein! Und auf "Blues Now" wird der Song erneut aufgefrischt mit einer Länge von etwa 4:45 Minuten! Doch weder Chor noch Orgel bestimmen das Thema mit, sondern hier ist es die Lap Steel von Cody Nilsen, mit der er auch ein Solo vorstellt!
Fazit: Die Zusammenarbeit von GA-20 und Charlie Musselwhite sollte unbedingt fortgesetzt werden, ich fiebere einem Nachschlag entgegen!
Charlie Musselwhite (vocals & harmonica)
Cody Nilsen (vocals, guitar & lap steel)
Matthew Stubbs (guitar & baritone guitar)
Josh Kiggans (drums)
Marty Ballou (bass - #1, 4-6, 10)
1 Crazy Love [Dixon]
2 I Can’t Hold Out [James]
3 I’ll Change My Style [Parker, Villa]
4 Big Stars Falling [Whittaker]
5 Universal Rock [Hooker, Wells]
6 The Blues Never Die [Spann]
7 Strange Land [Musselwhite]
8 Stroll Out West [Taylor]
9 Short Dress Woman [Brown]
10 Cristo Redentor [Pearson]
https://ga20band.com/
http://www.charliemusselwhite.com
Wer ihn noch nicht kennt, den Blueser Charlie Musselwhite, kann ihn hier ein wenig näher kennenlernen: ( https://www.musikansich.de/artikel.php?id=2439 ) !
Im Rahmen dieses Interviews stellte er sich vor. Und noch immer ist der 1944 geborene Blueser aktiv, nun aktuell gemeinsam mit der Band GA-20! Hierbei handelt es sich um eine US-amerikanische Blues-Band aus Boston, Massachusetts, mitbegründet im Jahr 2017 von Matthew Stubbs. Gitarrist Stubbs hatte bereits früher Kontakt zu Musselwhite, trat er dessen Band doch im Jahre 2008 bei und tourte darüber hinaus lange mit ihm gemeinsam.
Der Blues hat sich eigentlich stetig weiterentwickelt, je nach Sichtweise kann man behaupten, weiterentwickelt auf positive als auch negative Weise. So mag es zutreffen, dass sich spätestens seit den Sechzigern, als sich der in den Fünfzigern noch „farbige Blues“ durch die Einflussnahme vieler „bleichgesichtiger Musiker“ veränderte. Einige hielten sich strikt an Vorgaben und veränderten kaum, andere wiederum vermittelten dem Blues einen neuen Ausdruck. So drängten sich Einflüsse von Rock- oder Soul- oder gar Pop-Musik in die Musik und verbreiteten eine Art von Fusion, die hartgesottenen Bluesfans oft wenig zusagte, aber andererseits auch vielen anderen Musikliebhabern eine Tür zum Blues öffnete.
Charlie Musselwhite lernte ich durch sein Debütalbum „Stand Back“ aus dem Jahre 1967 kennen. Hier huldigte er grundsätzlich dem tradionellen Chicago-Blues, entwickelte jedoch bereits eigene Muster, gut nachzuvollziehen mit dem Song „Christo Redemptor“, einem Song des Jazzpianisten Duke Pearson. Und dieser Song begleitete den Harpspieler später auch immer wieder, und so auch erneut auf "Blues Now", hier jedoch geschrieben als „Christo Redentor“, ist das doch der Name der Christusstatue in Rio de Janeiro. Doch dazu später.
GA-20, diese junge Band gemeinsam mit dem „Veteranen“, wie mag das zusammenwirken? „Crazy Love“ von Willie Dixon, bekannt durch seine Interpretation von Buddy Guy, eröffnet mit überraschendem Sound. Cody Nilsen, einer der beiden Gitarristen der Band, singt und erinnert in der Tat an Buddy Guy! Hinzu kommt, dass ich mich darüber hinaus auch an den Sound und den Zauber des oben genannten Debüts von Musselwhite erinnert fühle. Herrlich, wie „altmodisch“ das doch klingt, das ist richtig angenehm. Und wenn dann „I Can't Hold Out“ von Elmore James erschallt, dann habe ich das Gefühl, „abzuheben“! Die Gitarren inklusive der Slide, ja, sie klingen richtig „dreckig“, ursprünglich, der Sound kriecht in die Seele, ehrlich gespielter Blues, voll auf den Punkt! Hier hat man das Feeling des Blues hinsichtlich seines Ursprungs hervorragend transportiert in diese Art des „White Blues“.
„I'll Change My Style“ ist ein Beispiel dafür, wie man verschiedene Einflüsse verbunden hat, ist mir der Song doch am meisten bekannt einerseits durch die Version von Jimmy Reed aus den Sechzigern als auch durch eine spätere Bearbeitung durch George Thorogood. Hier scheinen sie individuell vereint zu werden. Ja, und so läuft das durchgehend auf allen zehn Songs des Albums ab. Dieses Zusammenspiel der beiden Gitarristen mit der virtuos und emotional gespielten Blues Harp von Musselwhite und die jeweiligen Gesangsbeiträge sind sehr betörend und mitreissend.
Und dann mittendrin ein Song eines meiner Lieblings-Blueser, von Earl Hooker, das Instrumental „Universal Rock“, hier bemerkt man die stark geprägte Authentizität dieser hervorragenden Band, die auf allen Posten mitreissend besetzt ist, herrlich, diese Frische, die auf diesen unverfälscht strahlenden Interpretationen ausgestrahlt wird. Yeeeeaaaaaah, und dann, welch ein Feeling, ein Slow Blues, „The Blues Never Die“ von Otis Spann, seinerzeit mit James Cotton an der Mouth Harp besetzt, bekommt hier einen einerseits recht authentischen Ausdruck, jedoch verbunden mit einem individuell geprägten Anstrich, wo die Rolle des Pianos von Spann hier von den Gitarristen ausgefüllt wird, und Meister Charlie zeigt, wie man eine Blues Harp mit gänsehautmäßigem Feeling zu spielen hat, eine großartige Interpretation, leider nach knapp vier Minuten ausgeblendet.
Roher Vintage-Sound der Gitarren, die Ausrichtung hin zum Chicago Blues, zur Musik der Juke Joints und antreibende energisch gespielte Musik, ja, hier treffen sich zwei Elemente, die zu einem großartigem Ganzen verschmelzen. So gefällt mir Blues am besten, so ist und bleibt er lebendig und so hält man ihn am Leben in seiner Ursprünglichkeit! Ja, und hier reisst es mich erneut von Hocker und ich könnte „wahnsinnig“ werden, wenn die intensive Energie von „Short Dress Woman“ auf mich eindringt, tief in den Solarplexus, und hierbei überträgt sich dieses Feeling der Musiker bei diesem Song genial! J.T. Brown schrieb den Song und Muddy Waters machte ihn bekannt.
Aber nun noch zum Abschluss „Christo Redemptor“. Der Komponist Pearson hat ihn auch einst eingespielt, sehr spirituell geprägt, mit Chor, das war 1969, und tatsächlich erscheint der Song hier als „Christo Redentor“! Und unter diesem Titel ist mir auch die erste Aufnahme des Songs bekannt, mit ähnlich spirituellem Charakter 1963 vom Jazztrompeter Donald Byrd vorgestellt, auch hier mit Chorgesang. Nun, bei Musselwhite hiess es dann 1967 „Christo Redemptor“, der Chorpart wurde von der Orgel Barry Goldberg's übernommen. Und der Harper legte dann weitere Versionen vor, so dürfte am bekanntesten die Extended Version von fast zwölf Minuten Länge auf dem 1969er Album „Tennessee Woman“ sein! Und auf "Blues Now" wird der Song erneut aufgefrischt mit einer Länge von etwa 4:45 Minuten! Doch weder Chor noch Orgel bestimmen das Thema mit, sondern hier ist es die Lap Steel von Cody Nilsen, mit der er auch ein Solo vorstellt!
Fazit: Die Zusammenarbeit von GA-20 und Charlie Musselwhite sollte unbedingt fortgesetzt werden, ich fiebere einem Nachschlag entgegen!
Charlie Musselwhite (vocals & harmonica)
Cody Nilsen (vocals, guitar & lap steel)
Matthew Stubbs (guitar & baritone guitar)
Josh Kiggans (drums)
Marty Ballou (bass - #1, 4-6, 10)
1 Crazy Love [Dixon]
2 I Can’t Hold Out [James]
3 I’ll Change My Style [Parker, Villa]
4 Big Stars Falling [Whittaker]
5 Universal Rock [Hooker, Wells]
6 The Blues Never Die [Spann]
7 Strange Land [Musselwhite]
8 Stroll Out West [Taylor]
9 Short Dress Woman [Brown]
10 Cristo Redentor [Pearson]
https://ga20band.com/
http://www.charliemusselwhite.com