Tu Felix Austria! Ich bin immer wieder erstaunt und begeistert, was für starke Klänge, spannende Bands und faszinierende Alben aus unserem Nachbarland zu uns eintrudeln. Diesmal ist es der erste Longplayer von CAGED WOLVES, einem in Wien ansässigen Quartett, das seit 2017 aktiv ist und nach diversen EPs nun mit „A Desert’s Tale“ fulminant nachlegt.
Man kann es ein Konzeptalbum nennen, haben doch alle Songs irgendwie die Wüste zum Thema, die als Bild für den Tageslauf dient, von der kalten Nacht über die Morgenröte und flirrende Hitze bis zum Abenddämmern. Man kann aber auch gleich das große Ganze erkennen, den Kreislauf des Lebens mit allen Höhen und Tiefen, den Zweifeln und Ängsten, Herausforderungen und Kämpfen.
Musikalisch bewegt man sich – natürlich – in Desert Rock Gefilden, nach dem instrumentalen Dusk kommt gleich eines der absoluten Highlights mitLost In The Desert, das sich in satten elf Minuten durch Stoner, Doom, Alternative und Heavy Rock schlängelt. Danach gibt es auch flirrende Psychedelia mit Eleutheromania und entspannten Groove mit Laguna, bevor dann wieder die Zügel angezogen werden
Richtiggehend mächtig wirken Call Of The Void oder das ebenfalls über zehn Minutenlang geratene Chaac, das den Regengott der Maya im Titel führt und diesem huldigt. Dabei bewahrt die Musik sich ein gutes Stück Mysterium, neben handfestem Heavy Stoff kommt immer auch mal wieder dieses Fata Morgana Gefühl auf, verschwimmen die Sinne etwas, so dass nie die Gefahr aufkommt, in irgendwelchen Stoner Klischees zu, naja, versanden.
Ein großartiges Album einer hochspannenden Band, die knapp fünfzig Minuten vergehen wie im Flug und man ist wirklich begierig zu sehen und zu hören, was da noch kommen wird von CAGED WOLVES, wenn schon der erste Longplayer eine derartige Wucht entfaltet.