Auf meiner NAS schlummert eine sehr umfangreiche Playlist, die ich ursprünglich nicht nur für mich, sondern auch für gemeinsame Abende mit Freunden zusammengestellt habe. Hier finden sich fast ausschließlich Songs, die niemanden erschrecken oder überfordern, dennoch aber musikalisch weit mehr bieten als bloße Hintergrundbeschallung. Ruhige, stimmungsvolle Musik unterschiedlichster Stilrichtungen, die sich angenehm durch den Abend zieht. Gestern überraschte mich diese Playlist mit dem Titel "Black Water" von David Sylvians Doppelalbum "Everything And Nothing". Ein Song, den ich lange nicht mehr bewusst gehört hatte – und der sofort den Wunsch weckte, die komplette CD noch einmal aufzulegen.
"Everything And Nothing" ist weit mehr als eine gewöhnliche Best-of-Zusammenstellung. David Sylvian vereint hier ausgewählte Stücke seiner Solokarriere mit einigen bis dahin unveröffentlichten Aufnahmen und zeigt eindrucksvoll die ganze Bandbreite seines musikalischen Schaffens. Zwischen Art Rock, Ambient, Jazz und anspruchsvollem Pop entstehen Klanglandschaften voller Atmosphäre und feiner Details. Gerade "Black Water" verdeutlicht, wie mühelos Sylvian es versteht, aus wenigen Instrumenten und seiner unverwechselbaren Stimme eine beinahe schwebende Stimmung entstehen zu lassen. Eine CD, die auch nach vielen Jahren nichts von ihrer Faszination verloren hat und deren Wiederbegegnung für mich ein ebenso unerwartetes wie erfreuliches Wiederhören war.
Die ersten 3 Scheiben sind für mich das Beste, was ich je gehört habe. Mag sein, da ich sie in einer besonderen Phase meines Lebens kennen gelernt habe, dass sie für mich so besonders sind. Insbesonders GONE TO EARTH ist dabei mein Favorit. Hatte im Stillen darauf gehofft, dass in diesem Jahr, zum 40 jährigen Jubiläum, dazu eine "fette" Box erscheint. Aber das Jahr ist ja noch nicht zu Ende...