Zitat geschrieben von Floyd Pink
Jaja, früher war alles besser. Die Probleme sind komplexer, ...
...
Übrigens: die Ungarn (unbd nicht nur die) behaupten immer noch, Deutschland hätte 1954 nur gewonnen, da sie gedopt waren (Spritzen und "Panzerschokolade")
Naja, früher war nicht unbedingt alles besser, allerdings war vieles anders. Bezogen auf den heutigen Fußball war eben dieser FÜR MICH früher besser.
Ich will mal eine meiner alten Kamellen hier aufwärmen.
"Früher" war der Fußball ein, sagen wir mal, "Proll"-Sport (ist jetzt überspitzt ausgedrückt, vielleicht wisst ihr, was ich meine): Im kleinen Kreis standen die verständigen Männer am Spielfeldrand, manchmal die Bierflasche mit dem Plop-Knebelverschluss in der Hand, schauten, jubelten, grölten, wussten alles besser und hatten Spaß an der Backe. Teilweise kannte man sogar die Spieler noch (so z.B. Werner Waddey, der aus dem Fußballverein meiner Geburtsstadt Viersen, dem 1. FC Viersen, später zu Borussia Mönchengladbach wechselte. Und später stand man eben bei Borussia im alten Bökelbergstadion mit seinen Kumpels, ich erinnere mich noch an das Spiel gegen die Sechziger, meinem damaligen Lieblingsverein, Radi stand noch im Tor. Wir "einfachen Leute" hatten Spaß an der Backe, die VIP-Lounge gab es da noch lange nicht, wer dabei sein wollte, stand im Publikum.
OK, der Fußball war seinerzeit eben Proll- und Volkssport. Die "einfachere" Bevölkerungsschicht hatte "ihren" Sport und konnte sich wunderbar mit dem, mit dem Verein und mit den Spielern identifizieren. Die "bessere Schicht" hatte ihren Tennis oder Golf, bis pfiffige Pfiffikusse entdeckten, dass aus dem Fußball doch was rauszuholen sei.
So wurde ganz allmählich aus dem Volkssport Fußball mehr und mehr eine für mich mittlerweile elitäre Angelegenheit. Der Fußball ist kein Sport mehr, sondern vielmehr big Business, bei dem sich ein "Normalo" kaum noch das Ticket leisten, geschweige denn als Zuschauer an einer WM im Stadion teilnehmen kann. Ich habe gehört, in den USA soll man ohne Kleinvermögen nicht einmal mit dem Bus von A nach B kommen.
Fazit: Kommt erst einmal das viele Geld ins Spiel, wird der Sport versaut, vermarktet, ehrlos und - wenn das Bündel, das dem Spieler unter die Nase gehalten wird groß genug ist - geht auch die Vereinstreue verloren. Also, spielen für Kohle, nicht für den Verein, mit wem soll ich mich da noch identifizieren, wenn da Millionäre aus aller Herren Länder über den heimischen Fußballplatz laufen?
Ruhig, Brauner, komm wieder runter, ...ist doch alles nur ein Spiel.
Ich habe fertig.