Arbenz Feat. Frisell / Osby - Quiet Lights
Ja, hier geht es um einen der Brüder Arbenz, den Schlagzeuger Florian Arbenz, gemeinsam spielen sie auch in der Band Vein.
Florian hat im Laufe seiner Karriere bereits mit vielen Musikern gemeinsam gearbeitet, hier auf seiner aktuellen Veröffentlichung "Quiet Lights" sind es zwei US-amerikanische Musiker, der Gitarrist Bill Frisell und der Saxofonist Greg Osby.
Die Beiden sind nicht die einzigen, mit denen der Drummer bereits zusammen musizierte, das gibt eine lange Reihe ganz bekannter Musiker, zum Beispiel wären hier Kirk Lightsey, Glenn Ferris, Wolfgang Puschnig, Bennie Maupin, Dave Liebman, Rick Margitza oder Andy Sheppard zu nennen.
Frisell und Osby haben recht verschiedene musikalische Hintergründe, Frisell selbst habe ich 1984 musikalisch kennengelernt, als er auf ECM Records das Album „Rambler“ veröffentlichte. Seinerzeit fiel er bereits durch sein ganz individuelles und besonders geprägtes Gitarrenspiel auf, klingt er doch ganz besonders und „anders“. Seine anfangs bemerkte Sonderstellung erweiterte er nach und nach durch Weiterentwicklung seines Stils, auch durch Hinzuziehung von elektronischen Hilfsmitteln wie Looper, Gitarrensynthesizer etc.. Doch seine ganz besondere Stellung hat er auch dadurch erworben, dass er sich verschiedenen Genres problem- und nahtlos näherte.
Saxofonist Osby wiederum hörte ich 1985 als Mitglied der Band von Jack DeJohnette, der Special Edition. Nachfolgend in Richtung M-Base unterwegs, mit Fusion und Funk inklusive Rap-Einflüssen wandte er sich dann später doch dem akustischen Jazz zu und konnte die vorher erworbenen Erfahrungen hier auf diese Weise mit einbringen.
Insofern ist diese Musik, die die drei Musiker verbindet, auf recht unterschiedliche Weise grundsätzlich mit prägenden Elementen versehen worden, inklusive der Zeit von Arbenz mit Vein. Und genau dieses spürt man von Beginn an mit dem Starter, „Homenaje“. Der von Florian vorgelegte Rhythmus erinnert mich an orientalische oder auch an südamerikanische Ursprünge, es klingt sehr geerdet und swingt so gar nicht, darüber ist es besonders Frisell, der seine vielfältigen Einflüsse geltend macht, und Osby, teils gemeinsam mit ihm, bringt interessante Melodienlinien ein. Und schon ist mit dem Auftakt bereits ein klares Zeichen gesetzt worden, dass man hier mit etwas Besonderem rechnen muss!
Ja, durchweg wurden klare Arrangements vorgelegt, die sich aber irgendwie so gar nicht in das, was man im Jazz in dieser Hinsicht gewohnt ist, einfügen will, sondern stets ungewöhnlicher Natur bleibt. So habe ich den Eindruck, dass das klassische Spiel von Thema/Improvisation/Thema so gar nicht vollzogen wird. Vielmehr bemerke ich ständige Veränderungen, zwar auf einer festen Basis, doch mit ständigen Wechseln, die immer wieder Aufmerksamkeit erfordern, denn man könnte etwas verpassen, stets auf Grundlage der nicht „normgerechten“ Rhythmus-Arbeit von Florian Arbenz. Und Frisell und Osby sind schließlich Musiker, die können sich ausdrücken und anpassen. Anpassen, ja genau, das müssen sie ständig, weil eigentlich kein Song wie der andere ist, nicht klassischer Jazz, sondern eigentlich solcher, der gut und gerne auch in das Konzept vieler Veröffentlichungen auf dem ECM-Label gepasst hätte.
Wie ich lesen konnte, ist die gesamte Session für diese sieben Songs innerhalb von lediglich vier Stunden eingespielt worden, und genau das erklärt auch diese improvisatorisch geprägte Musik sicher gut, klingt es doch wie ein spontane Live-Session mit spontan eingebrachten Ideen, und wenn man dann geneigt ist, dem zu folgen, wird man belohnt und mitgerissen, wenn man sich auf diese Aufforderung einläßt.
Einige Songs sind es, die mich persönlich mehr mitnehmen als andere. Ganz besonders viel empfinde ich bei „Lueget vo Berg und Tal“, einer traditionellen Melodie aus der Schweiz, diese Stimmung berührt mich sehr. Als Fazit sehe ich "Quiet Lights" als eine sehr spannende Zusammenarbeit der drei Musiker, Alle mit jeweils individueller Ausrichtung, hier zu einer neuen Individualität vereint...
Greg Osby (alto sax, soprano sax)
Bill Frisell (guitar)
Florian Arbenz (drums, percussion)
1 Homenaje (by F. Arbenz) (7:47)
2 Chant (by Florian Arbenz) (4:54)
3 Jammin’ in the Childrenscorner (by F. Arbenz) (4:15)
4 Lueget vo Berg und Tal (Swiss traditional) (4:16)
5 The Barradas Opening (by F. Arbenz) (5:28)
6 Quiet Light (by F. Arbenz) (7:14)
7 Rhumba (by F. Arbenz) (7:04)
Ja, hier geht es um einen der Brüder Arbenz, den Schlagzeuger Florian Arbenz, gemeinsam spielen sie auch in der Band Vein.
Florian hat im Laufe seiner Karriere bereits mit vielen Musikern gemeinsam gearbeitet, hier auf seiner aktuellen Veröffentlichung "Quiet Lights" sind es zwei US-amerikanische Musiker, der Gitarrist Bill Frisell und der Saxofonist Greg Osby.
Die Beiden sind nicht die einzigen, mit denen der Drummer bereits zusammen musizierte, das gibt eine lange Reihe ganz bekannter Musiker, zum Beispiel wären hier Kirk Lightsey, Glenn Ferris, Wolfgang Puschnig, Bennie Maupin, Dave Liebman, Rick Margitza oder Andy Sheppard zu nennen.
Frisell und Osby haben recht verschiedene musikalische Hintergründe, Frisell selbst habe ich 1984 musikalisch kennengelernt, als er auf ECM Records das Album „Rambler“ veröffentlichte. Seinerzeit fiel er bereits durch sein ganz individuelles und besonders geprägtes Gitarrenspiel auf, klingt er doch ganz besonders und „anders“. Seine anfangs bemerkte Sonderstellung erweiterte er nach und nach durch Weiterentwicklung seines Stils, auch durch Hinzuziehung von elektronischen Hilfsmitteln wie Looper, Gitarrensynthesizer etc.. Doch seine ganz besondere Stellung hat er auch dadurch erworben, dass er sich verschiedenen Genres problem- und nahtlos näherte.
Saxofonist Osby wiederum hörte ich 1985 als Mitglied der Band von Jack DeJohnette, der Special Edition. Nachfolgend in Richtung M-Base unterwegs, mit Fusion und Funk inklusive Rap-Einflüssen wandte er sich dann später doch dem akustischen Jazz zu und konnte die vorher erworbenen Erfahrungen hier auf diese Weise mit einbringen.
Insofern ist diese Musik, die die drei Musiker verbindet, auf recht unterschiedliche Weise grundsätzlich mit prägenden Elementen versehen worden, inklusive der Zeit von Arbenz mit Vein. Und genau dieses spürt man von Beginn an mit dem Starter, „Homenaje“. Der von Florian vorgelegte Rhythmus erinnert mich an orientalische oder auch an südamerikanische Ursprünge, es klingt sehr geerdet und swingt so gar nicht, darüber ist es besonders Frisell, der seine vielfältigen Einflüsse geltend macht, und Osby, teils gemeinsam mit ihm, bringt interessante Melodienlinien ein. Und schon ist mit dem Auftakt bereits ein klares Zeichen gesetzt worden, dass man hier mit etwas Besonderem rechnen muss!
Ja, durchweg wurden klare Arrangements vorgelegt, die sich aber irgendwie so gar nicht in das, was man im Jazz in dieser Hinsicht gewohnt ist, einfügen will, sondern stets ungewöhnlicher Natur bleibt. So habe ich den Eindruck, dass das klassische Spiel von Thema/Improvisation/Thema so gar nicht vollzogen wird. Vielmehr bemerke ich ständige Veränderungen, zwar auf einer festen Basis, doch mit ständigen Wechseln, die immer wieder Aufmerksamkeit erfordern, denn man könnte etwas verpassen, stets auf Grundlage der nicht „normgerechten“ Rhythmus-Arbeit von Florian Arbenz. Und Frisell und Osby sind schließlich Musiker, die können sich ausdrücken und anpassen. Anpassen, ja genau, das müssen sie ständig, weil eigentlich kein Song wie der andere ist, nicht klassischer Jazz, sondern eigentlich solcher, der gut und gerne auch in das Konzept vieler Veröffentlichungen auf dem ECM-Label gepasst hätte.
Wie ich lesen konnte, ist die gesamte Session für diese sieben Songs innerhalb von lediglich vier Stunden eingespielt worden, und genau das erklärt auch diese improvisatorisch geprägte Musik sicher gut, klingt es doch wie ein spontane Live-Session mit spontan eingebrachten Ideen, und wenn man dann geneigt ist, dem zu folgen, wird man belohnt und mitgerissen, wenn man sich auf diese Aufforderung einläßt.
Einige Songs sind es, die mich persönlich mehr mitnehmen als andere. Ganz besonders viel empfinde ich bei „Lueget vo Berg und Tal“, einer traditionellen Melodie aus der Schweiz, diese Stimmung berührt mich sehr. Als Fazit sehe ich "Quiet Lights" als eine sehr spannende Zusammenarbeit der drei Musiker, Alle mit jeweils individueller Ausrichtung, hier zu einer neuen Individualität vereint...
Greg Osby (alto sax, soprano sax)
Bill Frisell (guitar)
Florian Arbenz (drums, percussion)
1 Homenaje (by F. Arbenz) (7:47)
2 Chant (by Florian Arbenz) (4:54)
3 Jammin’ in the Childrenscorner (by F. Arbenz) (4:15)
4 Lueget vo Berg und Tal (Swiss traditional) (4:16)
5 The Barradas Opening (by F. Arbenz) (5:28)
6 Quiet Light (by F. Arbenz) (7:14)
7 Rhumba (by F. Arbenz) (7:04)