...bisken Bluesrock mit dieser Kapelle
BIG SUGAR - 500 pounds
Zitat :
Die vorliegende Platte, die übrigens 1995 in der amerikanischen Version ein anderes Cover hatte und unter dem Titel "500 Pounds" gelistet wurde, ist ein Blues-Album mit vernehmbar positiv zu wertenden Ecken und Kanten. Ein 12-Takter, der auch in rau-roher Abstimmung rockt.
Daran lässt das erdig-groovende "Ride Like Hell" gar keine Zweifel aufkommen.
Gordie Johnson spielt seine Gitarre ziemlich ungeschliffen, wobei einige Riffs und der Refrain durchaus über Eingängigkeit verfügen. Im Solo bringt der Frontmann dann noch das Bottleneck zum Einsatz. Klasse Opener!
Harper Kelly Hoppe bringt die Muddy Waters-Nummer "Standing Around Crying" ins Swingen und dazu zerschneiden die Gitarren-Riffs quasi die Stimmung in positiver Weise. Dem furios aufspielenden Gast gehört die Bühne dieses im Chicago-Rhythmus eingebetteten Song.
Die gewisse Leichtigkeit des Al Green-Songs "I’m A Ram" wird hier ganz schön durch die Ackerfurche des Zwölftakters gezogen. Dabei ist die Combo auch noch so verwegen, phasenweise Reggae-Bezüge herzustellen. Das tieftönende Saxofon-Solo markiert dann das Sahnehäubchen auf diesem besonders interpretierten Track. Die Big Sugar-Handschrift steht im Vordergrund.
Alle Freunde des Metallröhrchens kommen nicht nur in der bereits erwähnten ersten Nummer auf ihre Kosten. So wird "Sugar In My Coffee" nicht nur vom Gesang her, der auch in höheren Lagen überzeugt, zu einem Highlight.
Nach diesem Slide-Genuss ist bei "All Over Now" abermals grob gestrickter Blues Rock angesagt. Man muss immer wieder mit kleinen Überraschungen rechnen, denn hier gibt es wieder einen höchst geschickt arrangierten Ausflug in die Karibik, wobei Keyboard-Klänge mit einfließen. Toll!
Man freundet sich gerne mit dem knarzigen Sound des Sechssaiters an.
Wow! Kurz aber heftig wird es in "AAA Aardvark Hotel". Da geht eine echte Rock’n’Roll-Party mit super Gebläse-Unterstützung ab. Klasse!
Gordie Johnson hat auch ausreichend Reibeisen auf den Stimmbändern, um das mit einem kniffligen Rhythmus ausgestattete "How Many Times" zu verfeinern.
Zum Schluss gibt es Gordie Johnson-"Ride On"-Solo-Kost in bluesig-ruhiger Country-Manier.
Aus meiner Sicht hat "Five Hundred Pounds" sehr viel Abwechslung zu bieten. Dabei wird der ungehobelte Blues/Blues Rock zu einem Big Sugar-Qualitätsmerkmal.
https://www.youtube.com/watch?…rt_radio=1
LG - Franz