Tiwayo – Outsider | 2026
Kürzlich lief im Radio ein Song, der mich auf Anhieb packte. I've Got To Travel Alone – was für eine Stimme! Tolles Gitarrensolo! Gut, dass es Shazam gibt, denn so konnte ich schnell den Sänger ausmachen. Der Name: Tiwayo.
Aber wer ist Tiwayo?
Wikipedia verrät, dass sich dieser Künstlername von "The Young Old" (TYO) ableitet, dem Spitznamen, den Tiwayo auf einer Reise durch die Staaten erhielt.
Hinter diesem Künstlernamen verbirgt sich, wie man auf diversen Seiten im Internet lesen kann, der 1986 geborene Franzose Rémi Tyo, tatsächlich ist sein Name aber wohl Remi Sztern. Aufgewachsen in der Pariser Vorstadt in einem musikbegeisterten Elternhaus, ist er schon während der Schulzeit als Straßenmusiker unterwegs und spielt in kleinen Clubs, Hinterhöfen oder in der U-Bahn.
Nach der Schule tingelt er durch die Weltgeschichte, besucht in den Staaten regelmäßig Musikstädte wie Chicago, Memphis und New Orleans, um sich inspirieren zu lassen, um die "Atmosphäre zu spüren", wie er sagt. Wo Tiwayos musikalische Wurzeln liegen hört man, zumindest auf dem hier besprochenen Album, dann auch sehr deutlich: nämlich eindeutig im Süden der USA, im Blues, Soul und Gospel.
"Outsider" ist bereits das dritte Album des Singer-Songwriters und Gitarristen. 2019 erschien sein Debütalbum "The Gypsy Soul of Tiwayo", 2023 erschien "Desert Dream" und seit April 2026 liegt "Outsider" vor. Produziert wurde das Album von Adrian Quesada, der auch an der Gitarre zu hören ist.
Die 11 Songs auf "Outsider" sind irgendwie Retro und dennoch völlig eigenständig und neu. Eine Perle reiht sich an die nächste. Emotionaler Soul trifft auf wunderbare Blues-Harmonien. Im Mittelpunkt der Songs steht die manchmal kraftvolle, manchmal gefühlvolle, aber immer warme Stimme Tiwayos. Farbtupfer sind eingestreute Gitarren- oder Keyboardsoli. Ansonsten ist die Instrumentierung recht zurückgenommen, schnörkellos und authentisch.
Gleich mit dem Opener I've Got To Travel Alone wird das Thema des Albums ins Zentrum gerückt, nämlich die Frage nach Identität und der Wunsch nach individueller Freiheit und dem eigenen Weg zu folgen. Der Song besticht vor allem durch den Gesang. In der Stimme liegt der Blues, warm, kraftvoll. Ich mag kaum glauben, dass hier ein jüngerer, weißer Mann singt.
Daddy Was Born With The Blues ist ein weiterer wunderbarer Blues, rau und sanft vorgetragen. Die Streicher-Arrangements geben dem Song eine bewegende Note. Herausragend für mich ist hier das Gitarrenspiel von Doyle Bramhall II. Durch dessen besondere Spielart klingt die Gitarre zwischendurch wie ein Saxophon. Neben dieser Hommage an den Vater findet sich auch eine Liebeserklärung an die Mutter. Mama Gave Me The Will fängt den New Orleans Sound mit seinem schleppenden Rhythmus, der verzerrten Gitarre und dem klimpernden Klavier perfekt ein. Beide Songs sind für mich Blues in Perfektion.
Up For Soul ist ordentlich funky und beschwingt. Ruhig sitzen zu bleiben ist bei diesem Song kaum möglich, man möchte sich augenblicklich bewegen.
Im Mid-Tempo-Groove geht es mit Electric Spanish weiter. Ein entspannter Groove, der durch den erzählenden Gesangsstil, die textlichen Wiederholungen, den Backgroundgesang und die Congas fast etwas Hypnotisches hat. Die verzerrte Gitarre nach 3 Minuten kommt da gerade rechtzeitig.
Unchained Lovers, ein Duett mit der US-amerikanischen Sängerin Kendra Morris, ist der Song, der mich am wenigsten mitnimmt, was in erster Linie an Morris‘ Gesang liegt. Wir hören hier einen sinnlich-verschmusten Song, der sich zwischen Soul und Pop bewegt. Tiwayos Gesangsleistung gefällt mir wohl wieder gut.
Die warme, leicht heisere Stimme Tiwayos steht auch in den Liedern Dark Skies und Love Of My Life im Vordergrund. Gesang, Instrumentierung und langsames, schleppendes Tempo verleihen den Songs eine melancholische, stimmungsvolle Atmosphäre.
Flott und energiegeladen endet das Album mit Peace Makers. Das Stück zeichnet sich durch seinen treibenden Sound aus.
Soweit ich es verfolgt habe, sind die Texte wohltuend unkompliziert gehalten, ohne tiefsinnige Verschnörkelungen, ohne Zweideutigkeiten.
Einziger Kritikpunkt: Die Aufmachung der CD ist sehr spärlich gehalten. Es fehlen leider ein Booklet und somit auch die Songtexte.
Titel:
01. I’ve Got To Travel Alone (3:48)
02. Sunshine Lady (4:02)
03. Daddy Was Born With The Blues (4:39)
04. My House Is Your Home (3:13)
05. Up For Soul (4:08)
06. Electric Spanish (4:09)
07. Unchained Lovers (3:00)
08. Dark Skies (2:52)
09. Mama Gave Me The Will (3:10)
10. Love Of My Life (3:18)
11. Peace Makers (3:32)
Musiker:
Tiwayo - Lead Vocals, Guitar
Jay Mumford - Drums
Terin Moswen Ector - Bass, Backing Vocals, Congas
Joshy Soul - Keys, Backing Vocals
Adrian Quesada - Guitar
Uncle Roy & Spice, Lauren Cervantes - Backing Vocals
Alexis Buffum - Strings
Doyle Bramhall II – Guitar
Sly 5th Ave - Strings Arrangements
Kendra Morris - Lead Vocals (Track 7)
Kürzlich lief im Radio ein Song, der mich auf Anhieb packte. I've Got To Travel Alone – was für eine Stimme! Tolles Gitarrensolo! Gut, dass es Shazam gibt, denn so konnte ich schnell den Sänger ausmachen. Der Name: Tiwayo.
Aber wer ist Tiwayo?
Wikipedia verrät, dass sich dieser Künstlername von "The Young Old" (TYO) ableitet, dem Spitznamen, den Tiwayo auf einer Reise durch die Staaten erhielt.
Hinter diesem Künstlernamen verbirgt sich, wie man auf diversen Seiten im Internet lesen kann, der 1986 geborene Franzose Rémi Tyo, tatsächlich ist sein Name aber wohl Remi Sztern. Aufgewachsen in der Pariser Vorstadt in einem musikbegeisterten Elternhaus, ist er schon während der Schulzeit als Straßenmusiker unterwegs und spielt in kleinen Clubs, Hinterhöfen oder in der U-Bahn.
Nach der Schule tingelt er durch die Weltgeschichte, besucht in den Staaten regelmäßig Musikstädte wie Chicago, Memphis und New Orleans, um sich inspirieren zu lassen, um die "Atmosphäre zu spüren", wie er sagt. Wo Tiwayos musikalische Wurzeln liegen hört man, zumindest auf dem hier besprochenen Album, dann auch sehr deutlich: nämlich eindeutig im Süden der USA, im Blues, Soul und Gospel.
"Outsider" ist bereits das dritte Album des Singer-Songwriters und Gitarristen. 2019 erschien sein Debütalbum "The Gypsy Soul of Tiwayo", 2023 erschien "Desert Dream" und seit April 2026 liegt "Outsider" vor. Produziert wurde das Album von Adrian Quesada, der auch an der Gitarre zu hören ist.
Die 11 Songs auf "Outsider" sind irgendwie Retro und dennoch völlig eigenständig und neu. Eine Perle reiht sich an die nächste. Emotionaler Soul trifft auf wunderbare Blues-Harmonien. Im Mittelpunkt der Songs steht die manchmal kraftvolle, manchmal gefühlvolle, aber immer warme Stimme Tiwayos. Farbtupfer sind eingestreute Gitarren- oder Keyboardsoli. Ansonsten ist die Instrumentierung recht zurückgenommen, schnörkellos und authentisch.
Gleich mit dem Opener I've Got To Travel Alone wird das Thema des Albums ins Zentrum gerückt, nämlich die Frage nach Identität und der Wunsch nach individueller Freiheit und dem eigenen Weg zu folgen. Der Song besticht vor allem durch den Gesang. In der Stimme liegt der Blues, warm, kraftvoll. Ich mag kaum glauben, dass hier ein jüngerer, weißer Mann singt.
Daddy Was Born With The Blues ist ein weiterer wunderbarer Blues, rau und sanft vorgetragen. Die Streicher-Arrangements geben dem Song eine bewegende Note. Herausragend für mich ist hier das Gitarrenspiel von Doyle Bramhall II. Durch dessen besondere Spielart klingt die Gitarre zwischendurch wie ein Saxophon. Neben dieser Hommage an den Vater findet sich auch eine Liebeserklärung an die Mutter. Mama Gave Me The Will fängt den New Orleans Sound mit seinem schleppenden Rhythmus, der verzerrten Gitarre und dem klimpernden Klavier perfekt ein. Beide Songs sind für mich Blues in Perfektion.
Up For Soul ist ordentlich funky und beschwingt. Ruhig sitzen zu bleiben ist bei diesem Song kaum möglich, man möchte sich augenblicklich bewegen.
Im Mid-Tempo-Groove geht es mit Electric Spanish weiter. Ein entspannter Groove, der durch den erzählenden Gesangsstil, die textlichen Wiederholungen, den Backgroundgesang und die Congas fast etwas Hypnotisches hat. Die verzerrte Gitarre nach 3 Minuten kommt da gerade rechtzeitig.
Unchained Lovers, ein Duett mit der US-amerikanischen Sängerin Kendra Morris, ist der Song, der mich am wenigsten mitnimmt, was in erster Linie an Morris‘ Gesang liegt. Wir hören hier einen sinnlich-verschmusten Song, der sich zwischen Soul und Pop bewegt. Tiwayos Gesangsleistung gefällt mir wohl wieder gut.
Die warme, leicht heisere Stimme Tiwayos steht auch in den Liedern Dark Skies und Love Of My Life im Vordergrund. Gesang, Instrumentierung und langsames, schleppendes Tempo verleihen den Songs eine melancholische, stimmungsvolle Atmosphäre.
Flott und energiegeladen endet das Album mit Peace Makers. Das Stück zeichnet sich durch seinen treibenden Sound aus.
Soweit ich es verfolgt habe, sind die Texte wohltuend unkompliziert gehalten, ohne tiefsinnige Verschnörkelungen, ohne Zweideutigkeiten.
Einziger Kritikpunkt: Die Aufmachung der CD ist sehr spärlich gehalten. Es fehlen leider ein Booklet und somit auch die Songtexte.
Titel:
01. I’ve Got To Travel Alone (3:48)
02. Sunshine Lady (4:02)
03. Daddy Was Born With The Blues (4:39)
04. My House Is Your Home (3:13)
05. Up For Soul (4:08)
06. Electric Spanish (4:09)
07. Unchained Lovers (3:00)
08. Dark Skies (2:52)
09. Mama Gave Me The Will (3:10)
10. Love Of My Life (3:18)
11. Peace Makers (3:32)
Musiker:
Tiwayo - Lead Vocals, Guitar
Jay Mumford - Drums
Terin Moswen Ector - Bass, Backing Vocals, Congas
Joshy Soul - Keys, Backing Vocals
Adrian Quesada - Guitar
Uncle Roy & Spice, Lauren Cervantes - Backing Vocals
Alexis Buffum - Strings
Doyle Bramhall II – Guitar
Sly 5th Ave - Strings Arrangements
Kendra Morris - Lead Vocals (Track 7)