in jüngeren Jahren streifte ein rühriger freaky häufig über die Flohmärkte und wühlte sich durch die Krabbel-Kisten der Second-Hand Läden.
Immer auf der Suche nach der oder den tollen, gesuchten Scheiben und vor allem nach Neuentdeckungen aus der grossen weiten Welt.
Dabei bin ich vor 25-30 Jahren über eine schon vom Cover und dem Titel her seltsame CD gestolpert:
Stimmhorn : Melken
Der Jäger und Sammler in mir wollte dieses Kleinod der Seltsamkeit welches für wenig Geld angeboten wurde, natürlich sofort sein nennen.
Also gesagt, getan und mit nach Hause genommen. Dort erst mal irritiert über die Klänge, welche nochmal um Welten Fremdartiger waren, als Cover und Titel vermuten liessen . Also ab ins Regal wo sich schon so einiges tummelte, was nach dem ersten Hören so vor sich hin staubte.
Aktuell bin ich dabei meine CDs zu digitalisieren und dabei wieder über Stimmhorn gestolpert. Aus irgend einem Grunde ist in meiner Erinnerung was verrutscht und ich hielt Stimmhorn für wüsten Jazz-Core, was nunmal mindestens so weit voneinander entfernt ist wie der Pluto von der Sonne.
Nach nochmaligem Hören habe ich festgestellt, daß es sich hier zwar tatsächlich um sehr sperrige Kunst handelt, selbige aber auch wirklich besonders und erhörenswert ist.
Nun aber zum eigentlichen Objekt der Wortklauberei:
Stimmhorn war ein Schweizer Duo welches von 1996 bis ca. 2010 aktiv war:
Balthasar Streiff
Geang, Alphorn, Doppelalphorn, Alpofon (ein von ihm selbst entwickeltes Instrument), Büchel, Cornet, Barocktrompete, Zink, Tuba und Ziegenhorn
Christian Zehnder
Gesang, Obertongesang, Jodel, Wippkordeon, Bandoneon, Bandurria, Orgelpfeifen, Hang
1997 nam das Duo seinen Erstling, das Album Melken auf.
Dafür gab es dann auch prompt den ersten Schweizer Kleinkunstpreis „Prix de la Scène Suisse 1997“
1. Intramontan 05:57
2. Melksuite 06:02
3. All Blues 02:23
4. Crap Larynx 03:36
5. Zitterkyrie 03:49
6. Alperidu 02:25
7. Lautatio Vitae 05:33
8. Bilabiateral 04:14
9. Nieselnebel kommt 01:47
10. Zweiwetterhaft 02:58
11. Wiegenlied für einen Schlaflosen 02:37
12. Rendez-Vous mit röhrendem Hirsch 00:53
https://stimmhorn.bandcamp.com/album/melken
Die Musik ergibt sich schon fast aus dem Namen: Stimme und Hörner… und….und…..
Hier ein paar zeitgenössische Stimmen zu der Scheibe.
«melken»
ein visuelles Hörspiel
Die Melkmaschine macht es vor: So fremd wie die akkordarbeitende Melkerin im althergebrachten Bauerntum steht, so steht die Produktion «melken» in traditionell-eidgenössischen Ursprungsphantasien. Eine zeitgenössische, aerophone Alpensage [Regie & künstlerische Begleitung: Daniel Prieto].
«…Die beiden Schweizer Christian Zehnder und Balthasar Streiff sind das Beste, was da seit langem über die Alpen zu uns auf die Bühne geklettert ist: …ein bizarres Klang- und Bildszenario, intelligent und ironisch, affektgeladen wie eine Oper, traurig wie ein Piazzolla-Tango und geheimnisvoll wie die Löcher im Schweizer Käs’…»
[Süddeutsche Zeitung]
Komplett akustisch und effekgerätefrei wird durch die virtuose Verwendung von Stimme und Instrumenten wie Alphorn oder Bandoneon ein ganz eigener Klangkosmos eröffnet. Reduziert und Konzentriert, aber gerade in den Gesangspassagen auch sehr intensiv. Das virtuose ineinander weben von wortlosem Gesang (so ein bischen wie Skat), Jodel und mehrstimmigem Obertongesang zu sphärischen Alphörnern oder rhythmisch akzentuiertem Bandoneon ist für mich ziemlich einzigartig.
Konzeptionell frei, sozusagen der Free-Jazz der alpenländischen Traditionen, melodisch, rhythmisch, besonders.
Das ganze ist wohl eher der Kunst oder der sogenannten E-Musik näher als „normaler“ Musik.
Diese Scheibe gefällt garantiert nicht jedem und auch ich habe Problem das ganze Album am Band zu hören.
Doch sind die Einzigartigkeit, die Tiefe und die eigenwillige Schönheit Grund genug, dieses Werk in Ehren zu halten.
Anspieltipps:
Melksuite - von den Schweizer Bergen mit einem kurzen Abstecher nach Tuva zum Jazz/Blues?
Zitterkyrie - Stimmakrobatik trifft Bandoneon und Hörner, sehr „Zitterig“ dargebracht
Wiegenlied für einen Schlaflosen - Jodler meets Piazzola, meets Schubertsches Kunstlied
Immer auf der Suche nach der oder den tollen, gesuchten Scheiben und vor allem nach Neuentdeckungen aus der grossen weiten Welt.
Dabei bin ich vor 25-30 Jahren über eine schon vom Cover und dem Titel her seltsame CD gestolpert:
Stimmhorn : Melken
Der Jäger und Sammler in mir wollte dieses Kleinod der Seltsamkeit welches für wenig Geld angeboten wurde, natürlich sofort sein nennen.
Also gesagt, getan und mit nach Hause genommen. Dort erst mal irritiert über die Klänge, welche nochmal um Welten Fremdartiger waren, als Cover und Titel vermuten liessen . Also ab ins Regal wo sich schon so einiges tummelte, was nach dem ersten Hören so vor sich hin staubte.
Aktuell bin ich dabei meine CDs zu digitalisieren und dabei wieder über Stimmhorn gestolpert. Aus irgend einem Grunde ist in meiner Erinnerung was verrutscht und ich hielt Stimmhorn für wüsten Jazz-Core, was nunmal mindestens so weit voneinander entfernt ist wie der Pluto von der Sonne.
Nach nochmaligem Hören habe ich festgestellt, daß es sich hier zwar tatsächlich um sehr sperrige Kunst handelt, selbige aber auch wirklich besonders und erhörenswert ist.
Nun aber zum eigentlichen Objekt der Wortklauberei:
Stimmhorn war ein Schweizer Duo welches von 1996 bis ca. 2010 aktiv war:
Balthasar Streiff
Geang, Alphorn, Doppelalphorn, Alpofon (ein von ihm selbst entwickeltes Instrument), Büchel, Cornet, Barocktrompete, Zink, Tuba und Ziegenhorn
Christian Zehnder
Gesang, Obertongesang, Jodel, Wippkordeon, Bandoneon, Bandurria, Orgelpfeifen, Hang
1997 nam das Duo seinen Erstling, das Album Melken auf.
Dafür gab es dann auch prompt den ersten Schweizer Kleinkunstpreis „Prix de la Scène Suisse 1997“
1. Intramontan 05:57
2. Melksuite 06:02
3. All Blues 02:23
4. Crap Larynx 03:36
5. Zitterkyrie 03:49
6. Alperidu 02:25
7. Lautatio Vitae 05:33
8. Bilabiateral 04:14
9. Nieselnebel kommt 01:47
10. Zweiwetterhaft 02:58
11. Wiegenlied für einen Schlaflosen 02:37
12. Rendez-Vous mit röhrendem Hirsch 00:53
https://stimmhorn.bandcamp.com/album/melken
Die Musik ergibt sich schon fast aus dem Namen: Stimme und Hörner… und….und…..
Hier ein paar zeitgenössische Stimmen zu der Scheibe.
«melken»
ein visuelles Hörspiel
Die Melkmaschine macht es vor: So fremd wie die akkordarbeitende Melkerin im althergebrachten Bauerntum steht, so steht die Produktion «melken» in traditionell-eidgenössischen Ursprungsphantasien. Eine zeitgenössische, aerophone Alpensage [Regie & künstlerische Begleitung: Daniel Prieto].
«…Die beiden Schweizer Christian Zehnder und Balthasar Streiff sind das Beste, was da seit langem über die Alpen zu uns auf die Bühne geklettert ist: …ein bizarres Klang- und Bildszenario, intelligent und ironisch, affektgeladen wie eine Oper, traurig wie ein Piazzolla-Tango und geheimnisvoll wie die Löcher im Schweizer Käs’…»
[Süddeutsche Zeitung]
Komplett akustisch und effekgerätefrei wird durch die virtuose Verwendung von Stimme und Instrumenten wie Alphorn oder Bandoneon ein ganz eigener Klangkosmos eröffnet. Reduziert und Konzentriert, aber gerade in den Gesangspassagen auch sehr intensiv. Das virtuose ineinander weben von wortlosem Gesang (so ein bischen wie Skat), Jodel und mehrstimmigem Obertongesang zu sphärischen Alphörnern oder rhythmisch akzentuiertem Bandoneon ist für mich ziemlich einzigartig.
Konzeptionell frei, sozusagen der Free-Jazz der alpenländischen Traditionen, melodisch, rhythmisch, besonders.
Das ganze ist wohl eher der Kunst oder der sogenannten E-Musik näher als „normaler“ Musik.
Diese Scheibe gefällt garantiert nicht jedem und auch ich habe Problem das ganze Album am Band zu hören.
Doch sind die Einzigartigkeit, die Tiefe und die eigenwillige Schönheit Grund genug, dieses Werk in Ehren zu halten.
Anspieltipps:
Melksuite - von den Schweizer Bergen mit einem kurzen Abstecher nach Tuva zum Jazz/Blues?
Zitterkyrie - Stimmakrobatik trifft Bandoneon und Hörner, sehr „Zitterig“ dargebracht
Wiegenlied für einen Schlaflosen - Jodler meets Piazzola, meets Schubertsches Kunstlied