Ach du Schreck, aus dem Jahr 1975 haben es bisher nur drei Platten in die Rubrik "50 Jahre Sound der Siebziger" geschafft. Wie konnte das passieren?
Aller guten Dinge sind jetzt vier.
Ich habe mich für eine meiner Lieblingsbands entschieden. Caravans Album aus 1975 wird zwar allgemein nicht zu den Besten der Band gezählt und wahrscheinlich hatte die Band wohl auch tatsächlich zu diesem Zeitpunkt ihren Zenit überschritten, trotzdem mag ich das Album.
Die Rede ist von Cunning Stunts.
Von der Ur-Caravan-Besetzung R. Sinclair, D. Sinclair, Hastings und Coughlan waren hier immerhin noch drei übriggeblieben:
Pye Hastings: Gitarre, Gesang
Dave Sinclair: Keyboards
Richard Coughlan: Schlagzeug
Dazu kamen in der Zwischenzeit:
Geoffrey Richardson: Viola, Gitarre, Flöte
Mike Wedgwood: Bass, Gesang
Während ich die CD höre und das schreibe, bin ich bereits bei dem Stück The Dabsong Conshirtoe angekommen, und das sind 18 Minuten Caravan vom Feinsten. Die ersten Strophen werden von Pye Hastings mit verträumter Stimme gesungen. Mike Wedgwoods Gesangspart gestaltet sich dann deutlich rockiger und lauter. In dieser Manier wechseln die beiden sich beim Gesang ab. Das sechsteilige Stück entwickelt sich von einem ruhigen, entspannten Lied hin zu einem typischen Caravan Jazz-Rocker mit einem guten Schuss Funk. Der Song endet tatsächlich fast in einem Chaos, aber in einem feinen Chaos. Entsprechend ist der Untertitel gewählt: All Sorts Of Unmentionable Things. Der Wechsel zwischen verschiedenen Tempi und Rhythmen, die Soli von Violine, Keyboard und Flöte machen dieses Stück zu einem Highlight in Caravans Schaffen.
Ja, und die übrigen Stücke? Fange ich mit dem schlechtesten an. Wirklich sehr poppig und süß kommt Lover daher, ein nettes Liedchen, weiter nichts? Doch, ein wenig versöhnt mich das schöne Geigensolo.
The Show of Our Lives, Stuck in a Hole und Backstage Pass sind recht eingängig, nicht wirklich schlecht, aber doch weit entfernt von den alten Caravan. Das von den Kritikern meist zerrissene Stück Welcome The Day gefällt mir, sticht es doch mit seinem funky Groove völlig aus der Art.
Das reguläre Album schließt mit dem kurzen Akustikstück Fear and Loathing in Tollington Park Rag. Als Ragtime-Stück passt es stilistisch absolut nicht zu dem Rest der Platte. Cunning Stunts wurde in den Tollington Park Studios produziert. Fragt sich, ob der Titel dieses letzten Stückes dem Hörer etwas zum Album sagen möchte.
Der alte Canterbury-Wortwitz blitzt auch noch in Form eines Buchstabenverdrehers hervor. Der Albumtitel "Cunning Stunts" meint wohl eigentlich "Stunning Cunts", was so viel heißt wie "atemberaubende Schlampen". Die begegnen uns im Dabsong Conshirtoe in Person von Brenda, Barbara, Elsie, Freda und Nora.
Als Bonus auf der CD findet man als letztes Stück u. a. eine wirklich geniale Live-Aufnahme von For Richard, aufgenommen 1974 in den Fairfield Halls. Auch dieser Bonus ist für mich eine Kaufgrund.
Titelliste:
01. The Show of Our Lives - 5:43
02. Stuck in a Hole - 3:08
03. Lover - 5:07
04. No Backstage Pass - 4:31
05. Welcome the Day - 3:59
06. The Dabsong Conshirtoe - 18:00
Bonustracks:
08. Stuck in a Hole (single version) - 3:11
09. Keeping Back My Love - 5:15
10. For Richard (Live at the Fairfield Halls, 1974) - 18:33
Trotz aller negativer Kritiken, Pye Hastings unaufdringliche, angenehme Stimme höre ich gerne und auch alle anderen Musiker stellen mit einzelnen Soli ihr Können wieder unter Beweis, so dass ich dieses Werk nicht nur auf den Song The Dabsong Conshirtoe reduzieren würde, sondern als Ganzes mag.
Aller guten Dinge sind jetzt vier.
Ich habe mich für eine meiner Lieblingsbands entschieden. Caravans Album aus 1975 wird zwar allgemein nicht zu den Besten der Band gezählt und wahrscheinlich hatte die Band wohl auch tatsächlich zu diesem Zeitpunkt ihren Zenit überschritten, trotzdem mag ich das Album.
Die Rede ist von Cunning Stunts.
Von der Ur-Caravan-Besetzung R. Sinclair, D. Sinclair, Hastings und Coughlan waren hier immerhin noch drei übriggeblieben:
Pye Hastings: Gitarre, Gesang
Dave Sinclair: Keyboards
Richard Coughlan: Schlagzeug
Dazu kamen in der Zwischenzeit:
Geoffrey Richardson: Viola, Gitarre, Flöte
Mike Wedgwood: Bass, Gesang
Während ich die CD höre und das schreibe, bin ich bereits bei dem Stück The Dabsong Conshirtoe angekommen, und das sind 18 Minuten Caravan vom Feinsten. Die ersten Strophen werden von Pye Hastings mit verträumter Stimme gesungen. Mike Wedgwoods Gesangspart gestaltet sich dann deutlich rockiger und lauter. In dieser Manier wechseln die beiden sich beim Gesang ab. Das sechsteilige Stück entwickelt sich von einem ruhigen, entspannten Lied hin zu einem typischen Caravan Jazz-Rocker mit einem guten Schuss Funk. Der Song endet tatsächlich fast in einem Chaos, aber in einem feinen Chaos. Entsprechend ist der Untertitel gewählt: All Sorts Of Unmentionable Things. Der Wechsel zwischen verschiedenen Tempi und Rhythmen, die Soli von Violine, Keyboard und Flöte machen dieses Stück zu einem Highlight in Caravans Schaffen.
Ja, und die übrigen Stücke? Fange ich mit dem schlechtesten an. Wirklich sehr poppig und süß kommt Lover daher, ein nettes Liedchen, weiter nichts? Doch, ein wenig versöhnt mich das schöne Geigensolo.
The Show of Our Lives, Stuck in a Hole und Backstage Pass sind recht eingängig, nicht wirklich schlecht, aber doch weit entfernt von den alten Caravan. Das von den Kritikern meist zerrissene Stück Welcome The Day gefällt mir, sticht es doch mit seinem funky Groove völlig aus der Art.
Das reguläre Album schließt mit dem kurzen Akustikstück Fear and Loathing in Tollington Park Rag. Als Ragtime-Stück passt es stilistisch absolut nicht zu dem Rest der Platte. Cunning Stunts wurde in den Tollington Park Studios produziert. Fragt sich, ob der Titel dieses letzten Stückes dem Hörer etwas zum Album sagen möchte.
Der alte Canterbury-Wortwitz blitzt auch noch in Form eines Buchstabenverdrehers hervor. Der Albumtitel "Cunning Stunts" meint wohl eigentlich "Stunning Cunts", was so viel heißt wie "atemberaubende Schlampen". Die begegnen uns im Dabsong Conshirtoe in Person von Brenda, Barbara, Elsie, Freda und Nora.
Als Bonus auf der CD findet man als letztes Stück u. a. eine wirklich geniale Live-Aufnahme von For Richard, aufgenommen 1974 in den Fairfield Halls. Auch dieser Bonus ist für mich eine Kaufgrund.
Titelliste:
01. The Show of Our Lives - 5:43
02. Stuck in a Hole - 3:08
03. Lover - 5:07
04. No Backstage Pass - 4:31
05. Welcome the Day - 3:59
06. The Dabsong Conshirtoe - 18:00
- 6a The Mad Dabsong
- 6b Ben Karratt Rides Again
- 6c Pro's & Con's
- 6d Wraiks & Ladders
- 6e Sneaking Out The Bare Quare
- 6f All Sorts Of Unmentionable Things
Bonustracks:
08. Stuck in a Hole (single version) - 3:11
09. Keeping Back My Love - 5:15
10. For Richard (Live at the Fairfield Halls, 1974) - 18:33
Trotz aller negativer Kritiken, Pye Hastings unaufdringliche, angenehme Stimme höre ich gerne und auch alle anderen Musiker stellen mit einzelnen Soli ihr Können wieder unter Beweis, so dass ich dieses Werk nicht nur auf den Song The Dabsong Conshirtoe reduzieren würde, sondern als Ganzes mag.
) fand


