JÜ - Rudel
Aus Ungarn kommt oft sehr spezielle Musik, und wenn dann noch das Label BMC beteiligt ist, dann kann man schon das Besondere erwarten! So auch in diesem Fall der ungarischen experimentellen Rockband JÜ! . So wurde bereits darauf hingewiesen, dass frühere Veröffentlichungen jeweils absolutes Highlight für alle Liebhaber von Musik abseits ausgetretener Pfade seien.
Genau das trifft auch auf "Rudel" zu, hier werden unter einem Dach diverse Stilrichtungen vereint, so bedient man sich mit Inhalten aus Post- und Noise- Rock, Free Jazz, Psychedelic und Ambient. "Rudel", ja, das mag insofern passen, auf dem Cover erblickt man entsprechend ein wild aussehendes Rudel von Tieren, die an Fabelwesen erinnern.
Auf einem grundsätzlich rockorientierten Rhythmusteppich entwickeln sich, zumindest bei den längeren Songs des Albums, kreative und kollektive Improvisationen, zentraler Musiker ist hierbei Gitarrist Ádám Mészáros, der eine große Bandbreite stilistischer Gestaltungen seines Instruments auslotet. Bereits beim Eröffnungssong „Vedd le!“ wird das ausgiebig wahrgenommen, von fetzigen Sounds bis verspielten Spielereien auf den sechs Saiten wird Einiges geboten, und stets vortrefflich unterstützt von seinen Mitspielern mit Bass und Schlagzeug.
Wichtig erscheint mir dieses Kollektivprinzip auch in Zusammenhang damit, dass die Drei alle Songs gemeinsam komponiert haben. Letztlich ist es schwierig, diese Musik mit Worten näher zu beschreiben. Und so mögen sich mannigfaltige Einflüsse aus der Musikgeschichte widerspiegeln, seien es Elemente von Velvet Underground, dem freien Jazzgitarristen Sonny Sharrock, hier und da vielleicht ein Hauch der Einstürzenden Neubauten, was könnte ich noch sonst zitieren? Sonic Youth, The Birthday Party? Ach, etwas ganz Frühes fällt mir noch ein, „Singvögel Rückwärts“ von Amon Düül!
Doch bei JÜ wird Improvisation wirklich groß geschrieben, wirklich wie üblich geartete Strukturen in diesem Sinne erkennt man weniger, im Vordergrund steht Gestaltung. Und somit hat man als Zuhörer*in im Grunde genommen eine ganz besondere Stellung, denn so kann man rasch das Gefühl gewinnen, Teil dieser Gestaltung zu werden, denn so geht es mir, dass ich mich dabei ertappe, wenn sich der eine oder andere Song entwickelt, eigene Ideen zur Fortführung des Songs mit einbringen zu wollen. Ja, hier haben wir es nicht mit einer Rockband zu tun, die ihre Musik dergestalt vorgibt, dass sich Songs einprägen, sondern wie zum Beispiel bei „Return of the Shashka“ man damit konfrontiert wird, dass man zu glauben scheint, dem rockenden Einstieg rasch folgen zu können, denn bevor die 3-Minuten-Grenze erreicht ist, löst er sich schon wieder auf und hebt ab mit sphärischen Klängen in eine Art Unendlichkeit. „Nincs semmi“, hier klingt es für mich, als würde ich in die späten Sixties zurückgeführt werden zu frühen Songs von Larry Coryell, dieser Eindruck bleibt auch eine Weile, bis sich wiederum eine spezielle individuelle Entwicklung breit macht.
Genau, so mag Jede/r ihre/seine individuellen Eindrücke gewinnen, vielleicht ist dieses auch eine jener Veröffentlichungen, die man entweder liebt oder haßt? Auf jeden Fall bedeutet es, sich zu öffnen und unvoreingenommen an die Musik heranzugehen, dann wird sie einige Überraschungen bereit halten. Jedenfalls in welche Kategorie soll man "Rudel" nur stecken??? Ach, Eines noch, trotz der angegebenen Vocals im Line-up gibt es keine Texte, sondern die Stimmen werden als Teil der Textur verwendet.
Ádám Mészáros (guitar, vocals)
Ernő Hock (bass, vocals - #4, 7)
Szilveszter Miklós (drums and percussion, vocals - #4, 7)
1 Vedd le! (7:13)
2 Van minden (5:47)
3 For the Lamb (2:16)
4 Return of the Shashka (4:10)
5 Nincs semmi (3:43)
6 The Risk of Crossing (2:16)
7 Enjoy the Trauma (6:04)
8 Eft (1:21)
9 Túri kattogós (7:22)
10 End to End (4:03)
https://www.facebook.com/thepowerofju/?locale=de_DE
https://prepostrecords.hu/index.php
https://bmcrecords.hu/en
Aus Ungarn kommt oft sehr spezielle Musik, und wenn dann noch das Label BMC beteiligt ist, dann kann man schon das Besondere erwarten! So auch in diesem Fall der ungarischen experimentellen Rockband JÜ! . So wurde bereits darauf hingewiesen, dass frühere Veröffentlichungen jeweils absolutes Highlight für alle Liebhaber von Musik abseits ausgetretener Pfade seien.
Genau das trifft auch auf "Rudel" zu, hier werden unter einem Dach diverse Stilrichtungen vereint, so bedient man sich mit Inhalten aus Post- und Noise- Rock, Free Jazz, Psychedelic und Ambient. "Rudel", ja, das mag insofern passen, auf dem Cover erblickt man entsprechend ein wild aussehendes Rudel von Tieren, die an Fabelwesen erinnern.
Auf einem grundsätzlich rockorientierten Rhythmusteppich entwickeln sich, zumindest bei den längeren Songs des Albums, kreative und kollektive Improvisationen, zentraler Musiker ist hierbei Gitarrist Ádám Mészáros, der eine große Bandbreite stilistischer Gestaltungen seines Instruments auslotet. Bereits beim Eröffnungssong „Vedd le!“ wird das ausgiebig wahrgenommen, von fetzigen Sounds bis verspielten Spielereien auf den sechs Saiten wird Einiges geboten, und stets vortrefflich unterstützt von seinen Mitspielern mit Bass und Schlagzeug.
Wichtig erscheint mir dieses Kollektivprinzip auch in Zusammenhang damit, dass die Drei alle Songs gemeinsam komponiert haben. Letztlich ist es schwierig, diese Musik mit Worten näher zu beschreiben. Und so mögen sich mannigfaltige Einflüsse aus der Musikgeschichte widerspiegeln, seien es Elemente von Velvet Underground, dem freien Jazzgitarristen Sonny Sharrock, hier und da vielleicht ein Hauch der Einstürzenden Neubauten, was könnte ich noch sonst zitieren? Sonic Youth, The Birthday Party? Ach, etwas ganz Frühes fällt mir noch ein, „Singvögel Rückwärts“ von Amon Düül!
Doch bei JÜ wird Improvisation wirklich groß geschrieben, wirklich wie üblich geartete Strukturen in diesem Sinne erkennt man weniger, im Vordergrund steht Gestaltung. Und somit hat man als Zuhörer*in im Grunde genommen eine ganz besondere Stellung, denn so kann man rasch das Gefühl gewinnen, Teil dieser Gestaltung zu werden, denn so geht es mir, dass ich mich dabei ertappe, wenn sich der eine oder andere Song entwickelt, eigene Ideen zur Fortführung des Songs mit einbringen zu wollen. Ja, hier haben wir es nicht mit einer Rockband zu tun, die ihre Musik dergestalt vorgibt, dass sich Songs einprägen, sondern wie zum Beispiel bei „Return of the Shashka“ man damit konfrontiert wird, dass man zu glauben scheint, dem rockenden Einstieg rasch folgen zu können, denn bevor die 3-Minuten-Grenze erreicht ist, löst er sich schon wieder auf und hebt ab mit sphärischen Klängen in eine Art Unendlichkeit. „Nincs semmi“, hier klingt es für mich, als würde ich in die späten Sixties zurückgeführt werden zu frühen Songs von Larry Coryell, dieser Eindruck bleibt auch eine Weile, bis sich wiederum eine spezielle individuelle Entwicklung breit macht.
Genau, so mag Jede/r ihre/seine individuellen Eindrücke gewinnen, vielleicht ist dieses auch eine jener Veröffentlichungen, die man entweder liebt oder haßt? Auf jeden Fall bedeutet es, sich zu öffnen und unvoreingenommen an die Musik heranzugehen, dann wird sie einige Überraschungen bereit halten. Jedenfalls in welche Kategorie soll man "Rudel" nur stecken??? Ach, Eines noch, trotz der angegebenen Vocals im Line-up gibt es keine Texte, sondern die Stimmen werden als Teil der Textur verwendet.
Ádám Mészáros (guitar, vocals)
Ernő Hock (bass, vocals - #4, 7)
Szilveszter Miklós (drums and percussion, vocals - #4, 7)
1 Vedd le! (7:13)
2 Van minden (5:47)
3 For the Lamb (2:16)
4 Return of the Shashka (4:10)
5 Nincs semmi (3:43)
6 The Risk of Crossing (2:16)
7 Enjoy the Trauma (6:04)
8 Eft (1:21)
9 Túri kattogós (7:22)
10 End to End (4:03)
https://www.facebook.com/thepowerofju/?locale=de_DE
https://prepostrecords.hu/index.php
https://bmcrecords.hu/en
Zu erwähnen wäre, dass dies die erste Studioaufnahme mit dem neuen Schlagzeuger ist. Ich mag deren breiten Ansatz. Wer vielleicht neugierig geworden ist, sie sind auch auf