Syndone - Dirty Thirdy 1992 - 2022

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xanadu
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Syndone - Dirty Thirdy 1992 - 2022

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Gepostet: 18.03.2024 - 20:53 Uhr  ·  #1

Immer wieder interessant, was man für CDs zum Besprechen auf den Tisch bekommt. Es ist jedes Mal eine Überraschungspackung und spannend allemal, wenn ich wie hier (Prog-)Music aus Italien erhalte. Die haben schon eine ganz andere Art, progressive Musik zu präsentieren. Mir liegt aktuell das Album "Dirty Thirty 1992-2022 (30 Years Anniversary" von Syndone vor. Somit werde ich in 30 Jahre Musik dieser mir unbekannten Band eintauchen.
Allerdings stellte ich fest, es ist gar kein 'Best of', wie es der Titel vermuten lässt, sondern ein reguläres Album mit der Erfahrung aus 30 Jahren Syndone!

Herz und Seele ist Sänger und Keyboarder Nic Comoglio, der schon 1988 die ersten Demo-Aufnahmen unter diesem Namen veröffentlicht hat. Er wollte die progressive Musik von Italien aus in die europäische Szene verfrachten. Zuerst als Soloprojekt gedacht, nahm er ´92/´93 zwei Alben auf. Als er danach in London seine musikalische Fähigkeiten in verschiedenen Projekten weitergab, auch seine große Liebe am Musical entdeckte, dort nicht nur mitspielte sondern auch kleinere Szenen komponierte, sammelte er in dieser Zeit sehr viel Erfahrung.

2010 ging er zurück nach Turin und nahm mit ausgesuchten Musiker das dritte Werk "Melapesante" auf. Danach geht es fast Schlag auf Schlag und er veröffentlichte bis heute sechs Alben, zuletzt (2021) ein eher klassisches Werk: Kama Sutra. Es ist wahrlich eine bunte Reise, auf die ich mich hier mit Syndone eingelassen hab, denn Nic steckt sein ganzes persönliches Universum in dieses Album.

Gleich beim Opener "Dirty Thirdy: The End Of My Love" bekommt man einen guten Vorgeschmack auf das, was einen erwartet. Klassische Klavierbegleitung mit einer eindringenden Stimme erwärmt erst mal und wie ein Stück aus Jim Steinmans Feder, baut sich die Nummer bombastisch auf, ohne den Boden unter den Füßen zu verlieren. Hier kommt ihm seine Musical Erfahrung zugute, denn er verbreitet Freude und weiß mit den Gefühlen des Hörer zu spielen.

In einer mysteriösen Saga befindet man sich im "Fight Club". Sehr proggresiv wird die Geschichte des Kämpfers erzählt, der die Welt eben doch nicht wechseln kann. Nic transportiert die ganze Bandbreite seines musikalischen Wissens und Könnens in die elf Songs und spielt mit deren Stimmung. Ob klassische, zeitgenössische Musik, die in poppigen Jazz übergeht ("The Angel"), ob funkig rockig ("Valdradas’s Scream") oder richtig abgeht in den Glam Rock mit proggigen Elementen ("I Only Ask For A Super Glue"), die Bandbreite ist groß.

Das Hauptstück auf der CD ist wohl "Mary Ann". Aufbau und Dramaturgie erinnern mich an Mike Batt. Balladesk die Eröffnung, krachend der Hauptteil mit flotten, klassischen Streichersequenzen – das Lied lässt sich treiben vom Schlagzeugspiel und immer wieder gibt es Soli vom Keyboard und dem typischen, klaren, schrillen Proggitarresound. Ich hatte tatsächlich das Gefühl hier komplett in diesen Track einzutauchen.

Eine Wendung nimmt das Album mit der Ballade "Rene". Erst mit Piano und angenehmer Stimme, ein wenig Streicher dazu, bis sich das Finale in einen Feuerwerk an Elektronik entleert. Da kommen dann Erinnerungen an "Lucky Man" von Emerson, Lake And Palmer hoch.

Noch emotionaler, ruhiger und klassischer geht die Band bei "So Long Everybody" oder auch beim Bonustrack "Evelyn" zu Werke was mir persönlich dann doch étwas zu langweilig wird.
Es ist eine andere Art, sein Jubiläum zu würdigen und neue Songs im Sinne der Ausrichtung von Syndrone zu feiern. In verschiedenen Stilrichtungen zu musizieren macht das Hören natürlich nicht einfach, aber interessant! Vielfalt ist geboten, die es zu entdecken gilt.

Line-up Syndone:
Nik Comoglio (composition, orchestration, Hammond, juno dist. Moog, Mellotron, keyboards)
Riccardo Ruggeri (composition, vocals, lyrics)
Marta Caldara (vibraphone, marimba, keyboards)
Gigi Rivetti (acoustic piano, electric piano. clavinet, Hammond, Moog, accordion)
Simone Rubinato (bass, fretless bass, electric baritone guitar)
Ciro Iavarone (drums, percussion)

Guest:
Rebecca Onyeji e Charlie Poma (backing vocals)

Tracklist "Dirty Thirty 1992-2022 (30 Years Anniversary":
Dirty Thirty – The End Of My Love (5:01)
Fight Club (03:08)
The Angel (04:15)
Valdrada’s Screen (3:47)
I Spit On My Virtue (4:00)
I Only Ask For A Super Glue (5:06)
Mary Ann (05:58)
Renè (04:23)
God’s Will (05:23)
Thousand Times I Cried (02:03)
So Long Everybody – The Time Has Come And I Must Leave You (05:10)
Evelyn [Japanese Version] (04:28) – [Bonus Track]

Gesamtspielzeit: 51:22, Erscheinungsjahr: 2023

Hier ein paar Hörbeispiele
End of my life

God's Will

Rene
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