Ronnie Earl & The Broadcasters - Father's Day

Und wieder weiß die ausgewogene Mischung zu begeistern

 
firebyrd
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Ronnie Earl & The Broadcasters - Father's Day

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Gepostet: 20.10.2023 - 13:53 Uhr  ·  #1
Ronnie Earl & The Broadcasters - Father's Day

Ronnie Earl wurde am 10. März 1953 in New York City geboren, sein richtiger Name lautet Ronald Horvath. Seinen Künstlernamen legte er sich zu Ehren seines Vorbilds, Earl Hooker, zu.
Nach ersten eigenen Aufnahmen spielte er in den Folgejahren nach 1977 mit den Bands Sugar Ray & the Bluetones und Roomful Of Blues, deren Gitarrist er für etwa acht Jahre war und sich hier einen Namen machte.
Nebenbei startete er sein neues eigenes Projekt, die Band The Broadcasters, mit dem Ergebnis eines hervorragenden ersten Soloalbums, "Smokin‘".
Trotz starker gesundheitlicher Einschränkung, der Musiker litt an einer bipolaren affektiven Störung, veröffentlichte er regelmäßig weitere Platten, mit wechselnden Musikern als auch Stilen. So hielten neben Blues auch Jazz und später etwas Gospel Einzug, und Earl nahm verstärkt rein instrumentale Platten auf.

Doch nun, auf der neuen Platte, die Zahl Zwanzig dürfte hinsichtlich seiner Veröffentlichungen bereits überschritten sein, ist das Hauptaugenmerk wieder auf Gesangsstücke gerichtet. Dazu gibt es Bläserarrangements, die ein wenig an die damalige Zeit mit Roomful Of Blues erinnern.
Jedenfalls ist es das nun neunte Album für das Plattenlabel Stony Plain.
Was jedoch geblieben ist, und den Musiker auszeichnet, ist die äußerst sensible und intensiv berührende Art des Gitarrenspiels, und gerade bei langsamen Stücken kann es geschehen, dass Gänsehaut entstehen kann. Das ist jedoch nicht nur Insidern vorbehalten, sondern die Tatsache, dass Earl 1997 einen W.C.Handy-Award als bester Blues-Instrumentalist entgegen nehmen konnte, beweist seine Reputation als Gitarrist der internationalen Klasse in der Blues-Szene.
Dabei hat er mittlerweile seinen eigenen Stil entwickelt, lässt jedoch immer wieder zwischendurch die Spielweisen von Earl Hooker, Otis Rush oder Magic Sam anklingen, in seinem Sound brillant integriert.

Und wieder weiß die ausgewogene Mischung zu begeistern, von Shuffle ("It Takes Time"), jazzigen Einflüssen ("Higher Love") , emotional geprägten Balladen, hin zum wuchtigen "Right Place Wrong Time", das die Gitarre des Protagonisten über sattem Orgelsound inklusive der Bläsersätze abheben lässt.
Aber noch intensiver ist das ganz langsame Titelstück, oder auch das Gänsehaut erzeugende "I'll Take Care Of You".
Dabei leisten auch die beiden Vokalisten ganze Arbeit, so bringt die mächtige Stimme von Diane Blue eine Menge Feeling in das sich stark an Magic Sam orientierende "What Have I Done Wrong" ein. Nun, schließlich hat der den Song ja auch komponiert.
Neben seiner sensiblen Gitarrenarbeit geht Ronnie auch kraftvoll mit seiner Gitarre um, "Follow Your Heart", mit Souleinschlag, sei hier genannt.
"Moanin'" ist eine Interpretation eines Klassikers von Bobby Timmons, entsprechend ist es auch hier stark jazzgeprägt. Dass zum Schluss noch einmal Gospelfeeling aufkommt, zeigt die Vielseitigkeit dieser Platte,"Precious Lord" ist ganz intensiv gesungen, sehr stark!

Mit seinem Vater hatte sich der Gitarrist noch vor dessen Tode versöhnt, was ihn zum Titel der Platte und diesem Text veranlasst hat, von Vergebung ist die Rede:

"Time is getting short. Do you have healing?
Time is getting short. Do you have healing?
With your mother? Your brother? Your sister? Your father?
Well time is getting short.
Can you make peace? Can you be the generous one?
Can you make peace? Can you be the generous one?
Can you forgive? Can you cancel all the debt?
Can you replace the anger? Can you replace the fear?
Can you replace the anger? Can you replace the fear?
Do you know that your family is so dear?
It didn’t happen until last Father’s Day we said everything that we had to say.
It didn’t happen until last Father’s Day we said everything that we had to say.
You know we made peace on Father’s Day.
We made peace on Father’s Day."

The Broadcasters are:
Ronnie Earl (guitar)
Lorne Entress (drums)
Dave Limina (piano and Hammond B3)
Jim Mouradian (bass)

Guests
Michael Ledbetter (vocals)
Diane Blue (vocals)
Nicholas Tabarias (guitar)
Mario Perrett (tenor sax)
Scott Shetler (baritone sax)
Tim O’Connor (guitar)
Larry Lusignan (guitar)

1 It Takes Time
2 Higher Love
3 Right Place Wrong Time
4 What Have I Done Wrong
5 Giving Up
6 Every Night About This Time
7 Father's Day
8 I Need You So Bad
9 I'll Take Care Of You
10 Follow Your Heart
11 Moanin'
12 All Your Love
13 Precious Lord

badger
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Re: Ronnie Earl & The Broadcasters - Father's Day

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Gepostet: 23.10.2023 - 16:47 Uhr  ·  #2
Neues von Ronnie Earl (und GUT sieht er aus...); das ist eine schöne nachricht besonders wenn er hier, wie du
schreibst, doch wohl eher wieder im Jump unterwegs ist.
(ich weiß, das dir der jazz wichtiger ist, aber:) ich mag die sachen mit Roomful Of Blues und die frühen solo-werke
am liebsten. und da gibts ja dann auch wieder den bezug zu dem ebenfalls von dir vorgestellten Sugar Ray
(den er allerdings diesmal, wenn ichs recht verstehe, nicht mit ins boot geholt hat; schade drum).

klingt aber nach deiner beschreibung so, als ob auch ohne harp die volle palette geliefert würde und ich da muß ich
wohl mein 'nie wieder kaufe ich noch mehr cds' überdenken. ich wär eh dein einziger ansprechpartner dafür.
firebyrd
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Re: Ronnie Earl & The Broadcasters - Father's Day

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Gepostet: 23.10.2023 - 16:50 Uhr  ·  #3
Hi, badger, nee, eine neue Scheibe ist das nicht, die hier stammt aus 2015...

So nach und nach versuche ich nur, anhand vorhandener Rezensionen den Blues-Bereich hier ein wenig aufzustocken....
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