Nina Simone - Little Girl Blue

Musik, die tief in die Seele kriecht.

 
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Nina Simone - Little Girl Blue

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Gepostet: 30.12.2021 - 17:50 Uhr  ·  #1
Nina Simone - Little Girl Blue

Die Jazz-und Blues-Sängerin, Pianistin und Songschreiberin Nina Simone wurde am 21.Februar 1933 als Eunice Kathleen Waymon in Tryon (North Carolina), USA, geboren. Am 21. April 2003 verstarb sie in Frankreich.

Seit dem vierten Lebensjahr spielte sie Klavier und studierte später auch an der Juilliard School in New York City. Ihr Klavierspiel war stark beeinflusst von klassischer Musik, und in so mancher Passage einiger Songs spiegelt sich das stark wider. Gesangliches Vorbild war die Sängerin Nellie Lutcher, letztlich entwickelte sich Nina Simone zu einer starken Persönlichkeit, die sich nie hat einordnen lassen wollen. Selbst bezeichnete sie ihre Musik, die schließlich von Klassik, Jazz und Blues beeinflusst war, ganz einfach als Black Classical Music.

Hier stelle ich das Debüt-Album der Musikerin vor – "Little Girl Blue" – 1959 auf Bethlehem Records veröffentlicht. Im Untertitel heißt es 'Jazz As Played In An Exclusive Side Street Club'. Ja, das ist auch ein fast reines Jazz-Album, allein die Begleitung durch zwei Asse des Genres, den Bassisten Jimmy Bond und den Schlagzeuger Albert 'Tootie' Heath, geleitet die Musik in diese Richtung. Doch ist das natürlich keines der typischen Piano-Trios geworden, denn in vorderster Front steht natürlich Nina Simone mit ihrer unverwechselbaren Art, diese Klassiker des Great American Songbooks mit ihrer ausdrucksstarken Stimme zu präsentieren, bis auf die Tracks 7, 9 und 11, die rein instrumental sind und auch von ihrer besonderen Art des Pianospiels geprägt sind. Ach, der elfte Song des Albums ist die einzige Eigenkomposition – der "Central Park Blues".

Nina war zum Zeitpunkt der Aufnahmen fast schon eher in Richtung klassischer Musik unterwegs, und das bemerkt man bei fast jedem Stück sehr stark. Dieses Album blieb das einzige für Bethlehem Records und recht viele Jahre blieb es gar relativ unbemerkt, bis man einen Song des Albums, "My Baby Just Cares For Me", durch einen Werbespot für Parfüm 1987 zum Weltruhm führte und Nina Simone plötzlich auch einem größeren Publikum bekannt wurde. Und so wurde auch diese Platte stets aufs Neue, mit unterschiedlichen Titeln und Songfolgen, wiederveröffentlicht. Nun liegt sie endlich, neu remastered und gemixt, vor, und selbst der Aufdruck der CD entspricht dem Cover der Original-LP aus 1959.

Zwischenzeitlich gilt dieses Debüt-Album als zeitloser Klassiker und sollte in keinem Plattenschrank fehlen. Denn das, was das Trio abliefert, ist erstklassig und stellt die Pianistin in einem von der Klassik geprägten swingenden Umfeld vor. Allein bereits im Auftakt, mit dem energisch treibenden "Mood Indigo" besticht das Solo durch die Fusion der Elemente. Und auch "Smoke In Bed" startet mit einem klassischen Anstrich, der die ganze Platte durchzieht, sei es im herzzerreißend wirkenden Titelsong "Little Girl Blue", dem Nina gar einen Auszug aus "Good King Wenceslas" spendierte, im wiederum swingenden "Love Me Or Leave Me" oder auch im mittlerweile wohl bekanntesten Lied, "My Baby Just Cares For Me".

Ganz viel Dramatik wohnt dem wohl emotional intensivsten strahlenden "Plain Gold Ring" inne, bei "He Needs Me" spürt man den großen Einfluss von Billie Holiday, und auch dem später zur Fußballhymne avancierten "You’ll Never Walk Alone" widmet sich Nina, hier mit einer sich wirbelnd steigender Piano-Performance, begleitet vom gestrichenen Bass Bond’s.

Auf dem Plattencover sitzt Nina Simone auf einer Bank im New Yorker Central Park, und diesem Park ist dann auch der abschließende Song gewidmet, ein absolut coooooler Abschluss einer Platte mit Musik, die tief in die Seele kriecht.


Nina Simone (vocals and piano)
Jimmy Bond (bass)
Albert "Tootie" Heath (drums)


1 Mood Indigo (Duke Ellington, Barney Bigard, Irving Mills)
2 Don’t Smoke In Bed (Willard Robison)
3 He Needs Me (Arthur Hamilton)
4 Little Girl Blue (Richard Rodgers, Lorenz Hart)
5 Love Me Or Leave Me (Walter Donaldson, Gus Kahn)
6 My Baby Just Cares For Me (Walter Donaldson, Gus Kahn)
7 Good Bait (Count Basie, Tadd Dameron)
8 Plain Gold Ring (George Stone)
9 You’ll Never Walk Alone (Richard Rodgers, Oscar Hammerstein II)
10 I Loves You, Porgy (DuBose Heyward, George Gershwin, Ira Gershwin)
11 Central Park Blues (Nina Simone)

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Re: Nina Simone - Little Girl Blue

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Gepostet: 31.12.2021 - 07:48 Uhr  ·  #2
Nina Simone finde ich richtig cool! My Baby…ist natürlich sehr bekannt aber trotzdem richtig gut.
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Re: Nina Simone - Little Girl Blue

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Gepostet: 31.12.2021 - 10:09 Uhr  ·  #3
Ich habe eine Best-Of -CD mit (fast)= allen obigen Songs sowie einigen mehr hier stehen. Ihre Stimme und -ung ist schon einmalig. Ich gestehe auf sie erst aufgrund ihres Baby-Hits aufmerksam geworden zu sein (ist auch von allen Songs das schmisstigste).
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Re: Nina Simone - Little Girl Blue

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Gepostet: 31.12.2021 - 10:35 Uhr  ·  #4
die Nina hab ich mit dem Bee Gees Klassiker "To Love Somebody" kennengelernt - sie hatte noch einen Bee Gees Song auf Lager - I Can't See Nobody - waren gerne gehörte Songs - dazu eine tolle Version von "I Put A Spell On You"

eigentlich hab ich die Nina längst vergessen - jetzt läuft gerade mal : To Love Somebody
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Re: Nina Simone - Little Girl Blue

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Gepostet: 01.01.2022 - 13:33 Uhr  ·  #5
Ich habe einige Alben von ihr um hinter die grenzenlose Verehrung einiger Musikfans zu kommen.
Aber so richtig hat das bis jetzt bei mir nicht gezündet.
Vielleicht sind die Alben 'Nuff Said! und Black Gold sowie It Is Finished auch der falsche Einstieg?
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Re: Nina Simone - Little Girl Blue

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Gepostet: 01.01.2022 - 13:52 Uhr  ·  #6
Zitat geschrieben von YETI

Ich habe einige Alben von ihr um hinter die grenzenlose Verehrung einiger Musikfans zu kommen.
Aber so richtig hat das bis jetzt bei mir nicht gezündet.
Vielleicht sind die Alben 'Nuff Said! und Black Gold sowie It Is Finished auch der falsche Einstieg?


eigentlich gibt es keinen falschen Einstieg....

Wie Du schreibst, es zündet oder es zündet nicht. Für mich sollte ein Einstieg zu Künstler/innen stets von emotionaler Natur sein... Nina Simone mag polarisieren, sie hat auch Alben herausgebracht, die "unter aller Sau" waren, doch wer sie verehrt, wird auch die mögen...

"Einstieg" bedeutet für mich in der Regel ein erstes Werk, und so kann ein Einstieg am besten vielleicht über oben rezensierte Platte erfolgen....
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