Aaron Brooks - Homunculus

 
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Aaron Brooks - Homunculus

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Gepostet: 17.05.2021 - 19:18 Uhr  ·  #1

Nach 2 jähriger musikalischer Auszeit und der Trennung von Simeon Soul Charger, ist der charismatische Sänger und Entertainer wieder zurück mit seinem ersten Solo Album "Homunculus"

Er brauchte diese Zeit, um einfach mal runterzukommen und neue Ideen zu finden. Und das Ergebnis wurde hier verewigt. Er kehrte wieder in seine mittlerweile bayrische Zweit-Heimat bei Freising zurück und fand auch gleich Unterstützung durch seine alten Musikerfreunde, allen voran Jogi Lang von RPWL. Er hatte Aaron eine Plattform gegeben und in seinem Studio aufgenommen, sowie bei ein paar Tracks auch selber mitgespielt.

Es scheint so, als wenn Aaron mit seinen düsteren Dämonen spielte und diese zum Kampf aufforderte, indem er gleich vorweggenommen, als Gewinner von dannen und auf die Bühnen dieser Welt zieht.

"Consume" beginnt mit einer akustik getragene Stimmung, und da ist sie wieder vom ersten Takt an, die wundervolle charismatische Stimme von Aaron. Eine große Gabe, ich liebe diese. Hier lebt er diesen Song und taucht tief in das innere ein. Und ja Aaron, wir sind wach und lauschen ehrwürdig deine Geschichten.

Gefühlsvoll geht es weiter, seine zusammengestellte Band celebriert mit ihm und legt einen geeigneten Soundteppich aus. Wunderschön "You’re Just a Picture in a Frame", dies erinnert mich an die schöne SSC Zeiten, wie z.B. bei "Dear Mother", so innig, intim und direkt. Berührt einen und trifft genau ins Herz und der Übergang mit Piano zu "Wake up the Mountain" entschleunigt die Zeit. Und was ist das ? Mit voller Kraft lässt er die Berge erwachen. Was für ein fulminantes Ende, sehr überraschend.

Jetzt kommt richtig Simeon Soul Charger Charme auf !!! Theatralischer vertrackter Rock bei "Everybody Dies".
Wirklich schade, dass es sie nicht mehr gibt, wer sie einmal Live erlebt hat, weiß was ich meine.
Sie liebten und lebten ihre Hippie Musik.

In die gleiche Kerbe schlägt "Jesus". Aaron behandelt schon immer gerne christliche Themen in seinen Songs. Hier frägt er "Jesus, king of the meek and leprous people.......It's just as well" dann kommt der kleine Satan ins Spiel "Satan, your lips have kissed me.......back down to hell"
Die Grundstimmung mit dem verwerkelten Keyboard und dem dunklen Gitarrenthema bleibt erhalten, und gibt durch das Zwiegespräch die passende Szeneraie mit.

Das Akustische fröhliche "By Your Halo or the Fork of Your Tongue", hebt die gute Laune, das bei "The Idiot" zugleich in die traurigere Stimmung wechselt.
Aaron schafft es, sich in dein Unterbewusstsein zu schleichen und deine Gefühle zu leiten. Eigentlich unheimlich, aber es ist so.

Abwechslungreich geht es weiter mit Zigeuner Charme bei "Bodega Bodega" oder dem ruhigen akustischen "I'm Afraid", und dann fragt er noch rockig " What is a Man but an Animal’s End ?"

Den Schlusspunkt setzt "Digital", das eine bowesche Note trägt, akustisch mit dezenter rockigeren Gitarreriffs und eine kleine beatleske Harmonien einstreut. Dies ist wahrlich ein würdiger Abschluss.

Es gibt nicht viele mit dem wir Aaron Brooks "Homunculus" vergleichen könnten. Ich schmeiß einfach mal Steve Harley & Cokney Rebel oder Alex Harvey in den Ring und die Stimmung erinnert mich eher an David Bowies "Hunky Dory" Album. Viel durchdachte, musikalische Abwechslung mit gesungenen Geschichten, in die man hineinleben kann und auch so fühlt. Nichts ist geradlinig und erwartet.

Vergleiche mit seiner Vorgänger Band Simeon Soul Charger muss ich bringen, da vieles ähnlich aufgebaut ist, trotzdem versteht sich Aaron dabei was eigenes daraus zu machen und seinen Singer/Songwriter Gen besser ausspielen kann.
Bei SSC war das "rockigere" Spiel von Rick Philips und Spider Monkey im Vordergrund und das war, glaube ich der wunde Punkt.

Wer gerne was Neues entdecken möchte, ist hier sehr gut aufgehoben.
Wie immer bei solchen charismatischen Sänger. Entweder man liebt Sie oder hasst Sie !!!!

CD Vorstellung


Tracklist:
01) Consume 4:01
02) You’re Just a Picture in a Frame 2:48
03) Wake Up the Mountain 3:54
04) Everybody Dies 3:17
05) Lies 5:38
06) Jesus 4:14
07) By Your Halo or the Fork of Your Tongue 3:04
08) Nobody Knows What it’s Like to be Someone Else 4:21
09) The Idiot 5:24
10) Bodega, Bodega 3:00
11) I’m Afraid 2:53
12) What is a Man but an Animal’s End 1:59
13) Digital 3:17



Aaron Brooks: Gesang, Gitarre
Beni Wiedemann: Piano, Keyboards
Max Huber: Schlagzeug
Stefan Rossinger: Gitarre
Joachim Schwarz: Bass
Susi Salomon: Geige
Sandra Rieger: Geige
Isabel Schlegel: Cello
Gastmusiker:
Kalle Wallner (RPWL): Gitarre, Bass
Yogi Lang (RPWL): Keyboards
Hansi Enzensperger (ORGAN EXPLOSION): Keyboards

Quelle: www.rocktimes.info
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Re: Aaron Brooks - Homunculus

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Gepostet: 18.05.2021 - 18:04 Uhr  ·  #2
Hallo Achim,

danke für die ausführliche Vorstellung. Noch nie von gehört. Also ich hasse niemanden. Das Gefühl ist mir zum Glück ziemlich fremd. Aber ich weiß natürlich, was du meinst und in diesem Fall hängt mir seine Stimme wirklich quer im Ohr. Die polarisiert wirklich. Aber besser so, als langweiliger Durchschnitt. Er wird seine Fans haben und noch mehr finden.
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Re: Aaron Brooks - Homunculus

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Gepostet: 18.05.2021 - 18:19 Uhr  ·  #3
Nicht meine Baustelle. :-/
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Re: Aaron Brooks - Homunculus

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Gepostet: 19.05.2021 - 08:37 Uhr  ·  #4
Danke für die Rezi. Ich war erst etwas verwirrt, deine Einleitung hört sich so an als wenn das Album jetzt erschienen wäre. Allerdings ist dies aus 2018, daher kam mir das Cover auch bekannt vor. Ich hatte mich seinerzeit schon mit dem Album beschäftigt, fand es aber bereits damals schon deutlich schwächer als die tollen Scheiben von Simeon Soul Charger. Die hatte ich ja durch dich kennengelernt und alle 3 Alben laufen hier regelmäßig. Aber auch nach erneutem Reinhören in Aarons Werk werde ich mit ihm nicht warm.
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Re: Aaron Brooks - Homunculus

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Gepostet: 20.05.2021 - 21:38 Uhr  ·  #5
"Hassen" ist natürlich Überspitzt geschrieben aber so ist es halt. Das Album fällt und steigt mit dieser Stimme.

Finde auchit Simeon Soul Charger gefällt mir er besser.
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