Ellen Shae - Caged Bird

Dabei durchzieht sich über die gesamte Laufzeit eine dezent melancholische Stimmung, die aber eher schön als drückend wirkt.

 
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Ellen Shae - Caged Bird

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Gepostet: 28.11.2020 - 19:00 Uhr  ·  #1
Ellen Shae - Caged Bird

Ellen Shae, dieser Name war mir in diesem Jahr bereits positiv aufgefallen. Das war auf der diesjährig veröffentlichten Platte von Tom Mank & Sera Smolen. Auf dem Song "We Still Know How To Love" konnte man ihre Stimme hören, unter anderem rezitierte sie einige Textzeilen in Niederländisch. Nun, das ist nahe liegend, wuchs die Künstlerin doch in den Niederlanden auf und stand dort seit dem dreizehntem Lebensjahr auf der Bühne. Nicht viel später, zwischenzeitlich an der Gitarre ausgebildet, schrieb sie erste eigene Kompositionen und war musikalisch unterwegs in den Bereichen Jazz, Blues und Rock.

Mit "Caged Bird" schlug sie jedoch den Weg der Singer/Songwriterin ein, im Übrigen ist das ihr drittes Album seit 2014. Und schaue ich in das Line-up, so schliesst sich ein Kreis, erblicke ich doch am Cello die oben bereits erwähnte Sera Smolen. Auf diese drei Songs mit ihrer Begleitung bin ich wirklich gespannt. Aber auch Tom Mank erscheint, hier als Co-Autor zweier Songs (#1, 3). Ansonsten erinnert mich die Musik von Beginn an auch ein wenig an einige Songs, die ich von der irischen Künstlerin Mary Black kenne.

Bevor ich zu den Songs mit Cello komme, möchte ich hervorheben, dass auf dem Opener ein ganz wunderbar integriertes Sopransaxofon stimmungsbetonend mitwirkt. Auf einigen anderen Songs stellen sich weitere Gast-Solisten vor, siehe Line-up. Die Stimmung und das Tempo variieren im Laufe der Platte und tragen neben den erwähnten Gästen ebenfalls zur Vielseitigkeit bei. Dabei durchzieht sich über die gesamte Laufzeit eine dezent melancholische Stimmung, die aber eher schön als drückend wirkt.

Aufgrund der Vielfalt der verschiedenen Richtungen, wenngleich mitunter auch nur durch Nuancen gekennzeichnet, ergeben sich sicher für die/dem Einen oder Anderen individuelle Lieblingssongs, zumal ja auch gelegentlich jazzig inspirierte Momente erscheinen, man höre das elegant fließende "Rhyme". So - "Toby" - Stichwort Sera Smolen. Doch zunächst beeindruckt mich der elastisch eingeflochtene E-Bass, in bester Manier à la Jaco Pastorius. Aber ab Minute Zwei streicht es dann - das Cello, das ist Gänsehaut erzeugend. Der Song entwickelt sich im Laufe seiner Spielzeit und zeigt Elemente vollkommener Schönheit im Ausdruck. Sera Smolen erhält im Übrigen, ich nehme es einmal vorweg, auf "Judging" Unterstützung durch Bratsche und Violine.

Und hier kann man wunderbar in eine kammermusikalisch anmutende Atmosphäre abgleiten, ein solch zarter Song mit einer solch gewaltigen Ausdruckskraft, grandios arrangiert! Doch zuvor regiert auch eine energisch agierende E-Gitarre, auf dem Song "Dive In The Dark", wir tauchen also ab ins Dunkel und Lichtblitzen gleich erheben sich die Fetzen des Gitarrensounds, dazu trommelt dumpf der Schlagzeuger einen dem Herzschlag gleichen Rhythmus, diese Stimmung ist sehr mysteriös, ebenfalls ein grandioser Song.

Insgesamt betrachtet, stelle ich fest, dass neben der Platte von Tom Mank & Sera Smolen ein erneutes bemerkenswertes Werk einer relativ unbekannten Musikerin entstanden ist, man nehme bitte von ihr Notiz!

Ellen Shae (guitar and vocals)
Rich DePaolo (bass, guitars, mandolin, banjo, keyboards, miscellaneous)
Bill King (drums)
Mark Karlsen (soprano saxophone – #1)
Gait Klein Kromhof (harmonica – #3)
Doug Robinson (upright bass – #4)
Sera Smolen (cello – #5, 8, 9)
Max Buckholtz (viola, violin – #8)

1 Caged Bird
2 Polluted Air
3 Open Road
4 Rhyme
5 Toby
6 Dive In The Dark
7 Salt
8 Judging
9 Homesick

https://ellenshae.bandcamp.com/
https://ellenshae.com

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